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Veröffentlicht am 03.07.2025

Ein perfekter Schreibstil trifft auf eine schwierige Protagonistin

Nowhere Heart Land
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„Nowhere Heart Land“ erzählt die Geschichte von Rosa Konert, die lost im Erwachsensein ist. Und weil die Dinge immer anders laufen als erwartet, landet sie auf einmal wieder in der deutschen Kleinstadt, ...

„Nowhere Heart Land“ erzählt die Geschichte von Rosa Konert, die lost im Erwachsensein ist. Und weil die Dinge immer anders laufen als erwartet, landet sie auf einmal wieder in der deutschen Kleinstadt, in der sie aufgewachsen ist. Hier brechen alte, nicht geheilte Wunden wieder auf und Rosa versucht ihre chaotischen Erinnerungen, die in ihre Gegenwart gespült werden, vergeblich zu ordnen.

Der Schreibstil ist perfekt für diese Art von Geschichte! Assoziativ, fragmentarisch und teilweise willkürlich mit vielen Streams of Consciousness wird der Gemütszustand Rosas auf der Erzählebene abgebildet. So habe ich direkt ein Gefühl für ihren mentalen Zustand bekommen. Das ist die Art von Schreibstil, die ich liebe! Sehr nah an der Protagonistin und an vielen Stellen in dem Chaos wunderschön, aber auch nachdenklich stimmend.

Es gibt häufig Rückblenden in die Vergangenheit am Internat, wenn Rosa sich zurück erinnert. Diese sind teilweise sehr willkürlich oder leicht deplatziert, vermitteln jedoch ein gutes Gefühl für Rosas Aufwachsen und ihre Art, daran zurückzudenken.

Leider hatte ich so meine Probleme mit Rosa. Ich empfand sie an einigen Stellen als sehr anstrengend. Ich verstehe genau, warum sie so ist, wie sie ist. Sie agiert sehr kindisch, weil sie nicht erwachsen sein möchte, ist impulsiv, hat viele (Generationen-)Traumata, gerade was ihre Mutter und Großmutter betrifft, nicht verarbeitet und sehnt sich nach ihrer Internatszeit zurück, die sie wieder in die Gegenwart zu holen versucht. Dennoch ging sie mir oft auf die Nerven und ich finde ihr Verhalten anderen Personen gegenüber unfair und kopflos. In mancher Hinsicht ist sie unvorhersehbar, weil mir trotz des Schreibstils nicht ganz einleuchtete, was genau in Rosas Kopf vorgeht. Das hat mein positives Leseerlebnis etwas eingeschränkt, weil ich an bestimmten Stellen einfach nur den Kopf geschüttelt habe und mir ihr Verhalten nicht mehr erklären konnte.

Nichtsdestotrotz hat „Nowhere Heart Land“ meine vorherige Erwartungshaltung erfüllt und obwohl ich Rosa so schwierig finde, macht gerade das das Buch so besonders. Auch wenn es nicht mein liebstes Buch ist, kann ich es empfehlen, weil es definitiv außergewöhnlich ist und wunderschön geschrieben! Allein für den Schreibstil lohnt es sich!

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Veröffentlicht am 16.04.2025

70er Jahre Vibes im Interviewformat

Daisy Jones & The Six
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„Daisy Jones & The Six“ ist ein, in einem Interviewformat geschriebenes Buch, das die Geschichte der gleichnamigen fiktiven Band erzählt. Auch wenn mir von der gleichen Autorin „The seven husbands of Evelyn ...

„Daisy Jones & The Six“ ist ein, in einem Interviewformat geschriebenes Buch, das die Geschichte der gleichnamigen fiktiven Band erzählt. Auch wenn mir von der gleichen Autorin „The seven husbands of Evelyn Hugo“ besser gefallen hat, war auch Daisy Jones ein Highlight für mich!

Taylor Jenkins Reid hat es einfach drauf, emotionale und fesselnde Geschichten über erfundene Berühmtheiten zu schreiben! Beim Lesen hat es sich so angefühlt, als wäre ich selbst ein Teil der Band gewesen und auch den Vibe der 70er Jahre habe ich sehr gefühlt!

Das Buch fokussiert sich nicht auf die Geschichte, sondern auf die einzelnen Figuren. Dadurch, dass die Charaktere rückblickend von ihrem Leben erzählen und dabei auch übereinander sprechen, erfährt man zwischen den Zeilen sehr viel über sie. Alle erzählen ihre subjektive Wahrnehmung und widersprechen sich dabei nicht selten. Gerade das finde ich an diesem Buch so besonders. Man bekommt nicht eine Version der Geschichte präsentiert, sondern mehrere und die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.

Auch wenn ich keine Zitate in Büchern markiere, hatte ich hier manchmal ganz kurz das Bedürfnis, es doch zu tun. Es regen einfach sooooo viele Zeilen zum Nachdenken an oder bringen Wahrheiten genau auf den Punkt. Der Schreibstil ist eine 10/10!

Das Ende erschien mir sehr logisch, aber ich hätte es NIEMALS vorausgesehen!

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Dieses Buch hilft mir sehr

Das Licht in uns
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Michelle Obama ist ein großes Vorbild von mir! Ich finde diese Frau sehr beeindruckend und inspirierend und bewundere ihre Art, das Leben zu sehen.

„In Das Licht in uns“ analysiert Michelle den Stand ...

Michelle Obama ist ein großes Vorbild von mir! Ich finde diese Frau sehr beeindruckend und inspirierend und bewundere ihre Art, das Leben zu sehen.

„In Das Licht in uns“ analysiert Michelle den Stand der Welt, spricht Probleme von zahlreichen Mädchen auf der ganzen Welt an und regt zum Nachdenken an. Es liest sich ein bisschen wie ein Ratgeber, in dem die Autorin mitteilt, wie sie mit schweren Situationen umgeht und aufzeigt, wie man Ziele im Auge behält.

„Das Licht in uns“ gefällt mir besser als „BECOMING“, das andere Buch von Michelle Obama. Dieses hier ist zwar vom Schreibstil schwerer lesbar, weil es etwas hochgestochener ist, aber ich fand es gut zu bewältigen.

Das Licht in uns zähle ich zu meinen Lieblingsbüchern, weil ich sehr viel daraus lernen kann, darüber nachdenken kann und Mut daraus ziehe. Ich lese immer wieder darin, wenn es mir schlecht geht und fühle mich danach besser.

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Ein kurzweiliges und spannendes Fantasybuch

Kings & Thieves (Band 1) - Die Letzte der Sturmkrallen
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Ich wusste, bevor ich Kings & Thieves gelesen habe, so gut wie nichts über die koreanischen Mythen, weil ich mich nie so wirklich damit befasst habe. Deswegen fand ich dieses Buch umso spannender!

Kings ...

Ich wusste, bevor ich Kings & Thieves gelesen habe, so gut wie nichts über die koreanischen Mythen, weil ich mich nie so wirklich damit befasst habe. Deswegen fand ich dieses Buch umso spannender!

Kings & Thieves enthält alles, was ein gutes Fantasybuch braucht! Die Welt der Götter, die neben der Menschenwelt existiert ist soooo cool gemacht und einfach magisch!

Vor allem die Protagonistin Lina fand ich richtig toll! Sie verarbeitet einerseits einige Traumata und leidet sehr darunter, ist aber trotzdem badass und tut alles, um ihre Mission zu erfüllen!

Und sie und Rui zusammen! Dieses Katz und Maus Spiel und die Tension zwischen den beiden macht beim Lesen einfach nur Spaß!

Kings & Thieves vereint die Straßengangs aus Das Lied der Krähen und Throne of Glass mit einer magischen Welt wie in Das Reich der sieben Höfe. Dazu kommt eine Prise koreanische Mythen. Ich hab's in dem Moment so geliebt! Es ist kein Buch, was groß hängen bleibt, aber in dem Moment einfach toll.

Und können wir mal darüber reden, wie schön dieses Cover ist?!

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Schmerzhaft und schön!

Das Lied des Achill
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„Das Lied des Achill“ habe ich so durchgesuchtet! Ich habe das Buch auf Englisch gelesen und mich komplett in die Handlung verliebt! Den Schreibstil auf Deutsch kann ich dementsprechend nicht beurteilen, ...

„Das Lied des Achill“ habe ich so durchgesuchtet! Ich habe das Buch auf Englisch gelesen und mich komplett in die Handlung verliebt! Den Schreibstil auf Deutsch kann ich dementsprechend nicht beurteilen, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass auch die Übersetzung toll ist, bei dieser Vorlage!

Die Liebesgeschichte von Achilles und Patroclus ist so schmerzhaft wie schön und hat mich sehr berührt! Ich fand die Dinge die passieren so unfair und hab deswegen immer noch einen Kloß im Hals. Gleichzeitig denke ich aber auch an alle wholesome Szenen in den Bergen mit Chiron. Achilles ist eine sehr einnehmende Persönlichkeit und Patroclus ist einfach nur herzensgut!

Die Ilias bietet so viel Stoff, den man neu interpretieren kann und die Heldensagen rund um Troja werden nie langweilig, wie dieses Buch hier zeigt.

Die ganzen griechischen Helden sind alle so unterschiedlich dargestellt, beispielsweise kommt Agamemnon sehr jähzornig und leichtsinnig rüber, während die Sympathien klar bei Achilles liegen. Wobei auch er nicht immer nachvollziehbar für mich war. Wie alle Helden leidet er an Hybris und auch sein Stolz steht ihm im Weg. Ihn mochte ich beim Lesen auch nicht immer. Mein Lieblingsheld Odysseus ist sehr ambivalent, aber er legt es im Gegensatz zu den anderen nicht darauf an, ein Held zu sein.

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