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Veröffentlicht am 04.02.2022

Zu viele Zufälle

Acqua Mortale
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In seinem 3. Fall stößt Simon Strasser auf skrupellose Verbrecherkreise, ermittelt im größten europäischen Reisanbaugebiet – und bringt sich selbst in Lebensgefahr.

Beim jährlichen Halbmarathon am Lago ...

In seinem 3. Fall stößt Simon Strasser auf skrupellose Verbrecherkreise, ermittelt im größten europäischen Reisanbaugebiet – und bringt sich selbst in Lebensgefahr.

Beim jährlichen Halbmarathon am Lago d’Orta bricht der Reisunternehmer Franco Borletti plötzlich tot zusammen. Bei den Ermittlungen stellt sich heraus, dass er mit einem Unkrautvernichtungsmittel in seiner Trinkflasche vergiftet wurde!
Genau dieses Unkrautvernichtungsmittel hatte kürzlich für einen Skandal in seiner eigenen Firma gesorgt. In dem von ihm produzierten Reis konnten schädliche Rückstände des Mittels nachgewiesen werden. Sind militante Umweltaktivisten die Täter? Oder ein Konkurrent auf dem Reismarkt? Franco Borletti hat sich viele Feinde gemacht. Auch seiner Frau war er untreu, was diese aber offenbar schon lange nicht mehr interessiert.
Kommissarin Carla Moretti bittet wieder einmal Simon Strasser, ihr bei den Ermittlungen zu helfen. Diesem kommt diese Bitte gerade recht. Seine Freundin Luisa kann aus beruflichen Gründen die Ostertage nicht bei ihm verbringen, außerdem scheint es zwischen Simon und Luisa auch etwas zu kriseln. Und zudem ist Strasser nicht nur beruflich an Carla Moretti interessiert.
Der Lago d‘Orta bietet eine interessante, authentische und noch wenig verbrauchte Kulisse für den unterhaltsamen Krimi. Störend empfinde ich aber die doch recht oberflächliche und unprofessionelle Polizeiarbeit der Kommissarin und ihrer Kollegen, sodass der Fall hauptsächlich durch Strassers 7. Sinn und so einige Zufälle aufgeklärt wird.

Veröffentlicht am 01.02.2022

In der Hexenküche

Bei den Tannen
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Sein siebter Fall führt Commissario Grauner ins wilde und abgelegene Sarntal, im Herzen Südtirols. Dort liegt eines der besten Restaurants der Welt: das Tan, geführt von Hedwig Jöchler, die bei den Talbewohnern ...

Sein siebter Fall führt Commissario Grauner ins wilde und abgelegene Sarntal, im Herzen Südtirols. Dort liegt eines der besten Restaurants der Welt: das Tan, geführt von Hedwig Jöchler, die bei den Talbewohnern als Hexennachfahrin gilt. Als eine berühmte Gourmetkritikerin bei ihr speist, kommt diese mitsamt ihren beiden Hunden unter mysteriösen Umständen zu Tode. Bald stellt sich heraus, dass sie vergiftet wurde.

Commissario Grauner ist ja sehr bodenständig und so gar nicht in der Welt der feinen Speisen und der Hautevolée der Restaurantkritiker zuhause, wo er nun aber ermitteln muss. Für die eigenwilligen Dorfbewohner war es natürlich die Köchin, Hedwig Jöchler. Doch mit dieser Tat würde sie sich ja selbst am meisten schaden. Und dann brennt das Tan! Auch wenn Grauner und seine Assistentin Silivia Tappeser von den Hexengeschichten und anderem Aberglauben nichts wissen wollen, müssen sie sich fragen, ob hier eine alte Rechnung beglichen werden soll. Offenbar gibt es Konflikte zwischen den Bewohnern des Sarntals, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen.

Wer die Vorgängerbände kennt, weiß, dass Grauner öfter mal abschweift und sich in philosophischen Gedanken verliert, was der Spannung gelegentlich etwas abträglich ist, zu dem etwas kauzigen, aber überaus sympathischen Kommissar allerdings unbedingt gehört. Jedoch kommt in diesem 7. Fall hin und wieder das Gefühl auf, dass Grauner langsam alt wird und seine Energie und Tatkraft etwas gelitten hat. Zudem ist sein Team noch aus dem letzten Fall mit dem Tod eines Kollegen traumatisiert, was die Arbeit aller erschwert. Das Ende konnte mich in diesem Fall leider nicht so ganz überzeugen, dafür gab es zu viele Zufälle und lose Enden.
Lenz Koppelstätters Stil ist speziell, etwas altertümlich und gewöhnungsbedürftig, passt aber meiner Ansicht nach ausgezeichnet zum Charakter des eigenwilligen Kommissars und Südtirols.

Veröffentlicht am 17.01.2022

Eiskalte Spannung

Eiszeit für Beck
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Nachdem der LKA-Ermittler Nick Beck bei einem Einsatz gegen den Elbripper seine Kollegin auf tragische Weise verloren hat, zog er sich in die Provinz, nach Nordbek zurück und verrichtete dort normalen ...

Nachdem der LKA-Ermittler Nick Beck bei einem Einsatz gegen den Elbripper seine Kollegin auf tragische Weise verloren hat, zog er sich in die Provinz, nach Nordbek zurück und verrichtete dort normalen Polizeidienst. Dort hatte er seine Probleme zunächst im Alkohol ertränkt. Doch allmählich geht es aufwärts, Beck trinkt weniger und kommt besser klar.
Aber jetzt ist der Elbripper offenbar zurück. Das winterliche Hamburg wird von entsetzlich inszenierten Morden erschüttert. Die Vorgehensweise ähnelt bis ins Detail den Taten des Elbrippers, nachdem dieser fast zwei Jahre lang verschwunden war.
Cleo Torner vom LKA wendet sich an Nick Beck und bittet ihn um Unterstützung, denn keiner kennt den Elbripper so gut wie er. Doch bald stellt sich heraus, dass sich der Modus des Killers doch verändert hat. Handelt es sich überhaupt um den Elbripper, oder haben Beck und Torner es mit einem Nachahmer zu tun?

Der zweite Fall für Nick Beck und Cleo Torner ist genauso spannend wie der erste. Besonders raffiniert ist hier, dass der Leser mehr weiß als die Ermittler. Denn der Elbripper kommt auch zu Wort, und auch er ist sehr erstaunt über die Taten…..
Zusätzliche Spannung kommt auf, da Beck in seinem letzten Fall nicht ganz mit offenen Karten gespielt hat und Torner ihm nun allmählich auf die Spur kommt. Nicht nur aus diesem Grund sollte man Band 1 gelesen haben.
Klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 15.12.2021

Trügerisches Paradies

Rue de Paradis
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In Luc Verlains 5. Fall darf er wieder in seiner Heimat, rund um Bordeaux und Arcachon ermitteln.
Die Halbinsel Cap Ferret vor der Bucht von Arcachon ist ein wahres Paradies. Doch die Häuser in der Rue ...

In Luc Verlains 5. Fall darf er wieder in seiner Heimat, rund um Bordeaux und Arcachon ermitteln.
Die Halbinsel Cap Ferret vor der Bucht von Arcachon ist ein wahres Paradies. Doch die Häuser in der Rue du Paradis, einer Straße zwischen Ozean und Austernbucht, hätten dort eigentlich nie gebaut werden dürfen. Das rächt sich eines Nachts bei einer schweren Sturmflut, die viele Häuser überschwemmt und zerstört und auch ein Menschenleben kostet.
Die französische Regierung entscheidet, dass alle Häuser abgerissen werden müssen und die Bewohner umgesiedelt werden. Doch die Bewohner wollen das nicht hinnehmen und setzen sich zur Wehr. Erschwerend kommt hinzu, dass ausgerechnet das Haus des einflussreichen Bürgermeisters stehen bleiben darf, da es etwas erhöht gebaut wurde. Nun soll Luc Verlain zwischen Regierung und den aufgebrachten Bewohnern vermitteln, doch eine neue Sturmflut schneidet die Halbinsel vom Festland ab. Und dann treibt der Bürgermeister tot im Wasser. Als Täter kommt also nur ein Bewohner der Rue du Paradis in Frage. Das scheinbare Paradies erweist sich immer deutlicher als ein Geflecht aus Lügen, Neid und lang gehüteten Geheimnissen, das Luc entwirren. Muss.
Luc Verlain zeigt sich hier in Topform. Zeitweise wird er unterstützt durch seinen Vater, der die Gegend und ihre Bewohner wie seine Westentasche kennt. Anouk erwartet ihr Baby, das ausgerechnet in der Sturmnacht zur Welt kommen will, was der Geschichte eine weitere dramatische Note verleiht. Die vom Festland abgeschnittene Halbinsel erinnert etwas an Agatha Christie, da der Täter sich vor Ort befinden muss, was die Täter- und Motivsuche besonders knifflig und spannend macht.

Veröffentlicht am 12.12.2021

Spannend, aber mit Längen

Die Nacht des Feuers
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Der schwedische Autor Kjell Eriksson hat mit seiner Ann Lindell-Reihe im Laufe der Jahre viele Fans gefunden. Die sympathische Heldin, Kommissarin Ann Lindell, überzeugt aber weniger durch ihre Stärken, ...



Der schwedische Autor Kjell Eriksson hat mit seiner Ann Lindell-Reihe im Laufe der Jahre viele Fans gefunden. Die sympathische Heldin, Kommissarin Ann Lindell, überzeugt aber weniger durch ihre Stärken, sondern vor allem durch ihre menschlichen Schwächen. So hat sie ein deutliches Alkoholproblem, auch mit der Treue tut sie sich schwer. Dennoch wächst dem Leser die Hauptprotagonistin mehr und mehr ans Herz.
,,Die Nacht des Feuers“ ist der 8. Band der Reihe, der erst jetzt, nach einer jahrelangen Pause, nach dem 7. Band ,,Offenes Grab“ erscheint.
Inzwischen hat Ann Lindell ihren Job bei der Polizei an den Nagel gehängt und lebt in einem kleinen Dorf auf dem Land. Ihren Lebensunterhalt verdient sie in der örtlichen Käserei, was ihr Halt und Zufriedenheit verleiht. Doch als in ihrem scheinbar so idyllischen neuen Zuhause das alte Schulhaus brennt und drei Asyl suchende Menschen sterben, hilft sie kurz entschlossen ihrem Ex-Kollegen Sammy bei den Ermittlungen. Keiner der Dorfbewohner will etwas gesehen haben, aber Ann hegt wenig Zweifel, dass eine rechtsextreme Gruppe hinter dem Brandanschlag steckt. Und nach und nach erkennt sie, dass so mancher Dorfbewohner doch mehr weiß, als er sagen will.
Damit rücken immer wieder andere Verdächtige in den Fokus, was den Fall zunehmend spannend macht. Allerdings gibt es auch viele, teils ziemlich ausufernde Passagen, in denen Ann Lindell oder auch andere Figuren ihren Gedanken nachgehen, was teils etwas ermüdend wirkt.