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Veröffentlicht am 30.03.2025

Ganz viel Liebe für diesen Comic <3

Der süßeste Bruder der Welt ‒ und andere Irrtümer
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Dani lebt alleine mit ihrer Mutter und wünscht sich nichts sehnlicher als ein Geschwisterchen. Egal, ob unter Zuhilfenahme der Nervmethode, aufführen von Statistiken oder Argumenten, am Status als Einzelkind ...

Dani lebt alleine mit ihrer Mutter und wünscht sich nichts sehnlicher als ein Geschwisterchen. Egal, ob unter Zuhilfenahme der Nervmethode, aufführen von Statistiken oder Argumenten, am Status als Einzelkind will ihre Mutter nichts ändern, bis sie eines Tages Danis Frage nach einem Geschwisterchen mit „okay“ beantwortet …
Doch weder ist ihre Mutter schwanger, noch ist das zukünftige Geschwisterchen goldig und klein. Danis Mutter hat über eine Dating App einen Mann kennengelernt, der Vater eines Teenagers ist. Genaugenommen ist sogar Dani Schuld, dass ihre Mutter ein Match hatte, was bei mir zu herzlichen Lachern beim Lesen geführt hat. Überhaupt lebt das Buch von so einigen Missverständnissen, was beim Lesen nicht nur für humorvolle Momente, sondern auch für Überraschungen sorgt.

Die Illustrationen der Autorin sind sehr schräg und witzig, genau wie ihr Humor im begleitenden Text.
Doch ihr Kindercomic punktet bei weitem nicht nur mit Humor, sondern spricht viele Themen an, die für das angesprochene Lesealter relevant sein können. Es geht nicht nur um Patchworkfamilie, einen neuen Partner für ein bis dato alleinerziehendes Elternteil, sondern auch um Samenspende, Schulwechsel und den Verlust der besten Freundin.

Der Comic holt auch Wenigleser ab und ist unabhängig vom Geschlecht für alle jugendlichen Leser*innen, aber auch für Erwachsene, geeignet.
Der Illustrationsstil ist sehr abwechslungsreich und kurzweilig. Die Bilder häufig formatfüllend und durchgehend farbig. Das Cover dabei ein Eyecatcher, das die Social Media und Smartphone Generation perfekt einfängt.

Danis Geschichte ist realistisch und humorvoll, und geht dabei sogar in die Tiefe, da durchaus ernste Themen aufgegriffen werden.
Am Ende hängt man zwar nicht in der Luft, dennoch hätte ich noch viel, viel länger Danis Geschichte verfolgen können. Elin Lindell hat mich total begeistert mit ihrem Erzähl- und Illustrationsstil und das Ende geht sogar ein bisschen ans Herz.
Ganz viel Liebe für diesen Comic <3

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Veröffentlicht am 30.03.2025

Schaurig spannend ab der ersten Seite!

Thirteen Witches - Die Erinnerungsdiebin
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Bereits der Einstieg in die Geschichte ist sehr schaurig. Zwei Hexen stehlen einer Frau im Krankenhaus ihr Neugeborenes.
Man stolpert über die Aussage, dass es im Gegensatz zur aktuellen Geburt immer Mädchen ...

Bereits der Einstieg in die Geschichte ist sehr schaurig. Zwei Hexen stehlen einer Frau im Krankenhaus ihr Neugeborenes.
Man stolpert über die Aussage, dass es im Gegensatz zur aktuellen Geburt immer Mädchen waren, die in diese Familie hineingeboren wurden. Im Anschluss erfährt man, dass das Baby kurz vor dem Diebstahl wohl ausgetauscht oder verwechselt wurde.
Danach macht die Geschichte einen großen zeitlichen Sprung und man liest von einem Mädchen, welches mit großer Sicherheit das damals verschonte Baby ist.
Rose lebt alleine mit ihrer Mutter, die ein seltsames Verhalten an den Tag legt. Sie scheint nichts für ihre Tochter zu empfinden und wirkt auch sonst sehr abwesend und frei von Gefühlen.
Schnell fragt man sich, was genau damals in diesem Krankenhaus passiert ist, warum es die Hexen ausgerechnet auf diese Familie abgesehen haben und ob auch das seltsame Verhalten von Roses Mutter darauf zurückzuführen ist ...

Mit dem Auftakt der Trilogie um die "Thirteen Witches" ist Jodi Lynn Anderson ein spannendes, gruseliges, aber auch gefühlsstarkes Abenteuer gelungen.
Mitnichten erzählt der Band "Die Erinnerungsdiebin" nur von Roses Bemühen das Geheimnis ihrer Familie zu lüften, sondern auch von einem Mädchen auf dem Weg vom Kindsein zum Erwachsenenwerden. Dies geht nicht nur damit einher, mehr Verantwortung übernehmen zu müssen, sondern auch mit den Veränderungen, die innerhalb von Freundschaften auftreten können. Nicht jede Freundschaft ist von Dauer, egal wie fest die Bande einmal gewesen sind. Es bedeutet Arbeit und braucht Kompromisse, um Freundschaften zu erhalten.
Das Hauptaugenmerk liegt jedoch definitiv auf dem magischen Erbe, das Rose innehat und dem sie selbst erst im Laufe der Geschichte gewahr wird.

Auf die Leser*innen wartet eine spannende Geschichte mit menschlichen, aber auch magischen und gespenstischen Protagonisten, was die Storyline sehr abwechslungsreich gestaltet.
Besonders gelungen sind die Tiefe der Geschichte, die Weisheiten, die man aus ihr mitnehmen kann, sowie die Vielschichtigkeit und Authentizität der Figuren.
Der Trilogieauftakt, obwohl bereits ab 11 Jahren deklariert, kann somit auch älteres Lesepublikum begeistern und in seinen Bann ziehen.

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Veröffentlicht am 19.03.2025

Ein sehr düsteres Kinderbuch, bei dem sich viele Fragen auftun

Maggie Blue - Das Portal zur Düsterwelt
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Maggie wohnt bei ihrer Tante in der kleinen Stadt West Minchen, da ihre Eltern sich getrennt haben und ihre Mutter in einer Klinik weilt.
In der Schule ist sie eine Außenseiterin und wird von einer beliebten ...

Maggie wohnt bei ihrer Tante in der kleinen Stadt West Minchen, da ihre Eltern sich getrennt haben und ihre Mutter in einer Klinik weilt.
In der Schule ist sie eine Außenseiterin und wird von einer beliebten Schülerin gemobbt, die eines Tages auf mysteriöse Weise in eine Parallelwelt entführt wird. Nur Maggie kann ihr helfen. Als sie ihr durch ein Portal in die Düsterwelt folgt, beginnt ein gefährliches Abenteuer.
Das Buch ist in drei Teile untergliedert.
Mir hat bereits der erste Teil der Geschichte gut gefallen, auch wenn sich die Spannung dort nur langsam aufbaut. Jedoch wird die Neugier am weiteren Verlauf permanent geschürt, da sich viele Fragen auftun. Warum ist Maggies Mutter an schweren Depressionen erkrankt? Was hat es mit der seltsamen Vertrauenslehrerin an ihrer Schule auf sich?
Etwas anstrengend hingegen empfand ich Maggies Verhalten gegenüber ihrer Mitschülerin Ida, von der sie gemobbt wird. Warum möchte man dennoch mit so jemandem befreundet sein?

Sobald die Handlung in der Düsterwelt spielt, zieht die Spannung permanent an und der Inhalt ist für ein Kinderbuch recht gruselig, eindeutig nichts für zartbesaitete Kinder!
Die fantastischen Figuren, die Anna Goodall erdacht hat, finde ich sehr abwechslungsreich, vielschichtig und selten eindeutig Gut oder Böse zuzuordnen. Dies passt wiederum perfekt zur Hauptfigur Maggie, da es in der Geschichte Andeutungen gibt, dass auch sie sowohl Gutes als auch Schlechtes bewirken könnte.
Von daher bin ich sehr neugierig, wie Maggies Geschichte in den Folgebänden weitererzählt wird, da sich um sie ein großes Geheimnis rankt und ich mir selbst am Ende dieses ersten Bandes noch unsicher bin, inwiefern auch ihre Familienmitglieder darin involviert sein könnten.
Sehr gut hat mir auch der tierische Begleiter gefallen, den die Autorin Maggie an die Seite gestellt hat, der sprechende, einäugige Kater Hoagy.

„Das Portal zur Düsterwelt“ ist wie der Titel es bereits sagt, ein wirklich düsterer Auftakt, der Leser*innen am Ende mit mehr Fragen als Antworten zurücklässt, sodass man kaum anders kann als dem nächsten Band entgegenzufiebern.

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Veröffentlicht am 13.02.2025

Hommage an "Bücher über Bücher"

Tinte, Staub und Schatten: Das Buch der Verlorenen
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Mit dem Auftakt ihrer Dilogie ist Alina Metz eine spannende Hommage an Bücher über Büchern gelungen. Gleich zu Beginn fühlte ich mich an Bücher wie Endes „Die unendliche Geschichte“ oder die Tinten-Reihe ...

Mit dem Auftakt ihrer Dilogie ist Alina Metz eine spannende Hommage an Bücher über Büchern gelungen. Gleich zu Beginn fühlte ich mich an Bücher wie Endes „Die unendliche Geschichte“ oder die Tinten-Reihe aus der Feder von Funke erinnert.
Im Inneren des Buches setzt sich die Liebe zu Büchern und der Literatur fort. Das Buch enthält Vignetten an den Kapitelanfängen, Charakter-Illustrationen und Zitaten aus realen und für die Dilogie erfundenen Büchern. Das Ganze übt einen Zauber aus, dem man sich kaum entziehen kann.

Protagonistin ist die sechzehnjährige Minna, die in die Fußstapfen ihrer verstorbenen Mutter treten und sich zur Büchersucherin ausbilden lassen möchte.
Zu Beginn des Buches lernt man Minna noch als Kind in Begleitung ihrer Mutter kennen. Sie betreten gemeinsam das Bücherlabyrinth, einen geheimnisvollen Ort, der keine Grenzen zu kennen scheint. In diesem existieren zahlreiche in unserer Welt unbekannte und oftmals gefährliche Wesen.
Nachdem es Minna gelungen ist, dass der Antiquar Raban Krull sie als weiteren Lehrling aufnimmt, macht sie die Entdeckung, dass ihre Mutter noch lebt, gefangen in den Spiegelgängen des Labyrinths.
Nur mit Hilfe eines legendären Buches hat Minna die Chance, ihre Mutter zu befreien. Es folgt eine teils lebensgefährliche Suche, bei dem nicht nur einmal infrage gestellt wird, wem zu trauen ist und wem nicht. Das Ganze gipfelt in einen Showdown, bei dem die Beweggründe der Figuren und die Vertrauensfrage ein weiteres Mal neu ausgeleuchtet werden.
Klar ist, nach diesem Ende muss man nach dem zweiten und letzten Band greifen, der zum Glück zeitnah erscheint.

Es besteht eine Diskrepanz zwischen der Altersgruppe, für die dieses Buch empfohlen wird, und dem Alter der Protagonistin. Das reale und gefühlte Alter der Hauptfigur durchlebt diese Diskrepanz auch. Die Charaktere sind sechzehnjährig und älter, daher hätte ich mir von ihrem Verhalten einen gewissen Lernprozess innerhalb der Geschichte gewünscht.
Des Weiteren lernt man in diesem ersten Teil der Dilogie zahlreiche Charaktere, Wesen und Besonderheiten kennen. Das Kennenlernen blieb für mein Empfinden aber oftmals an der Oberfläche. So fand ich das Personal der Geschichte zwar durchweg interessant, konnte aber zu keiner Figur eine nähere Bindung aufbauen.

„Das Buch der Verlorenen“ lässt auf einen spannenden zweiten Teil der Dilogie hoffen.
Trotz kleiner Abstriche habe ich das Buch sehr gerne gelesen und finde den eingebrachten Ideenreichtum von Alina Metz grandios.

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Veröffentlicht am 26.01.2025

Volltreffer!

FC Stinkesocke - Glücksbringer wäscht man nicht
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Stokkesinke ist ein kleines Dorf mit einem großen Herz für Fußball und einer langen Tradition des heimischen Fußballvereins FC Stokkesinke. Unzählige Anekdoten ranken sich um diesen Verein, die Emils Opa ...

Stokkesinke ist ein kleines Dorf mit einem großen Herz für Fußball und einer langen Tradition des heimischen Fußballvereins FC Stokkesinke. Unzählige Anekdoten ranken sich um diesen Verein, die Emils Opa seinem Enkel nur zu gerne wieder und wieder erzählt.
Wie Opa Henri früher, spielt heutzutage Emil für den FC Stokkesinke und will im nächsten Jahr in die D-Jugend wechseln. Der Schreck ist groß, als er erfährt, dass es zu wenig Kinder für eine D-Jugend-Mannschaft gibt.
Steht der Nachwuchs des geliebten, wenn auch nicht übermäßig erfolgreichen, Clubs damit vor dem Aus, oder gibt es eine Lösung?

Oliver Schlick war mir bereits ein Begriff als Autor von Jugendbüchern, sodass ich gerne zu seinem Kinderbuch „FC Stinkesocke – Glücksbringer wäscht man nicht“ gegriffen habe.
In diesem Buch erzählt er von Emil und seinen Freund:innen, die es entgegen aller Unkenrufe und Vorurteile schaffen ihr Ziel weiterzuverfolgen. Wo Glaube und Arbeit allein nicht reicht, vermag vielleicht Glück und eine Prise Aberglaube weiterzuhelfen …

Das Buch ist, sowohl was die Geschichte an sich als auch deren Illustrationen angeht, ein Treffer. Bereits auf den Vorsatzseiten lernen Leser*innen der Geschichte dank Julia Christians‘ zeichnerischer Umsetzung die komplette Mannschaft der D-Jugend kennen. Im Inneren warten weitere Charaktere und thematisch passende Illustrationen.
Oliver Schlicks Text ist witzig und mit Wortspielen gespickt. Allem voran der eingängige Ohrwurm gegnerischer Fanclubs, die aus dem FC Stokkesinke den FC Stinkesocke gemacht haben.

Was riecht nach Schweiß und wird nie trocken?
Stokkesinker Stinkesocken!
Wer wirds heute wieder mal verbocken?
Die Stokkesinker Stinkesocken!
Wer kriegt heute mächtig einen auf die Glocke?
Der FC Stinkesocke! (S.15)

Ja … Das Buch scheint vorrangig als Fußballabenteuer daherzukommen. Und ja … Fußball spielt in der Tat durchweg eine tragende Rolle in der Geschichte.
Die Geschichte fängt sich durch Titel und Cover hoffentlich keinen Stempel als reines „Jungsbuch“ ein. Denn der FC Stinkesocke bietet auch eine tolle Geschichte um Freundschaft und Zusammenhalt, die überraschend leichtfüßig Integrität und Diversität in das Geschehen einbettet.

Besonders beeindruckend ist wieder einmal Oliver Schlicks einzigartige Erzählstimme, sowie sein Sprachwitz, der selbst für Erwachsene beim gemeinsamen (Vor)lesen funktioniert und von Julia Christians‘ Zeichnungen kongenial aufgegriffen wird.

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