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Veröffentlicht am 20.02.2026

Ein wichtiges Buch über das miteinander Reden und aufeinander Zugehen

Obacht!
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Vor der Stadt liegt ein riesiges, unbekanntes Tier, das den Weg versperrt.
Alle Einwohnerinnen sind aufgeregt und denken sich Lösungen aus, wie man mit dem Tier umgehen beziehungsweise es umgehen kann. ...

Vor der Stadt liegt ein riesiges, unbekanntes Tier, das den Weg versperrt.
Alle Einwohnerinnen sind aufgeregt und denken sich Lösungen aus, wie man mit dem Tier umgehen beziehungsweise es umgehen kann. Nur eine Bewohnerin, das kleine Mienchen, hat eine ganz andere Idee. Nur leider hört ihr keiner zu.
Stattdessen wird eine Decke über das Tier geworfen. Nun kann man es nicht mehr sehen, aber es versperrt immer noch den Weg.
Selbst eine Brücke oder eine Umgehungsstraße bringen bestenfalls kurzfristige Lösungen.
Am Ende nimmt Mienchen ihren ganzen Mut zusammen und setzt ihre Idee in die Tat um …

Kerstin Hau und Stella Dreis haben mit „Obacht!“ eine Geschichte erschaffen, die sich mit relativ wenig Text, sowie in Details und Farben reduzierten Illustrationen wichtigen Themen widmet, die uns bereits im Kindesalter betreffen.
Dabei ist die Handlung trotz ihres überschaubaren Rahmens spannend und lädt zum Mitfiebern ein. Die Namen und das Minenspiel der Figuren verleihen dem Geschehen aber auch Witz.

Das Buch eignet sich sowohl für Eltern als auch für Einrichtungen, um gemeinsam mit Kindern auf Fragen einzugehen und Lösungen zu finden.
– Wie kann ich mit Unbekanntem umgehen.
– Gemeinsame Lösungen können nur gefunden werden, indem man aufeinander zugeht und miteinander redet.
– Meinungen und Ideen aller sollten angehört werden.
– Ein Problem wirkt manchmal augenscheinlich größer und komplexer als es letzten Endes ist.
Selbst Vorurteile können anhand der Geschichte angesprochen – und entkräftet – werden, denn hätten die meisten Bewohner
innen der Stadt nicht vorschnell geurteilt, hätten sie sich viel Arbeit und Ärger sparen können.

„Obacht!“ ist ein spannendes, witziges, lehrreiches und wichtiges Buch bereits für kleinste Leser*innen, aber auch für die großen!

Für das Buch steht kostenloses pädagogisches Begleitmaterial zur Verfügung. Am Ende des Buches findet sich ein QR-Code zum Download.

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Humorvolle Sachensuche mit cooler Heldin

Einfach Sunny
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Sie ist nicht auf den Mund gefallen, wenn sie von Gleichaltrigen gemobbt wird. Sie kontert gern mit Humor, der überdies gern mal schwarz ist, und nimmt sich dabei auch selbst auf die Schippe.

'Für einen ...

Sie ist nicht auf den Mund gefallen, wenn sie von Gleichaltrigen gemobbt wird. Sie kontert gern mit Humor, der überdies gern mal schwarz ist, und nimmt sich dabei auch selbst auf die Schippe.

'Für einen Moment wünscht sich Sunny eine Fernbedienung für Frau Wilmers. Dann würde sie im Menü die Einstellung "Tonspur für Blinde" abstellen und zusätzlich ein ordentliches Stück vorspulen.' (S.57)

Eines Tages trifft sie den gleichaltrigen Ben, der etwas verloren hat. Sunny bietet sich als Sachen-Sucherin an, obwohl Ben zunächst herumdruckst, wonach er überhaupt sucht.
Auch mit - oder wegen - ihrer Behinderung ist Sunny viel mutiger und selbstbewusster als Ben. Selbst ihren Eltern ist ihre eigenständige Art manchmal etwas zu viel, aber Sunny behauptet sich auch gegen diese und andere Erwachsene für ihr junges Alter erstaunlich gut.

Der Tag, an dem Sunny gemeinsam mit Ben auf der Suche nach seinem verlorenen Gegenstand ist, zog sich im Mittelteil für mich leicht, da einige Irrungen und Wirrungen auftraten, die ich als etwas zu viel und konstruiert für einen einzigen Tag und den Vorfall empfand.
In Summe beinhaltet das Buch jedoch eine für die Altersgruppe spannende und sehr lustige Geschichte mit einem witzigen Dreh am Ende.

Ansonsten lebt und gewinnt die Geschichte durch die Illustrationen Olivia Viewegs. Die Bilder sind knallbunt und nehmen viel Platz ein.
Darüber hinaus wurden die Kapitelanfänge und Seitenzahlen je nach Perspektive aus Sunnys oder Bens Sicht, in Orange oder Grün gestaltet. So ist direkt zu erkennen, aus welcher Sicht gerade erzählt wird.

Gerade weil sich Sunny und Ben hier ganz frisch kennenlernen, ist es sehr passend, die Geschichte aus zwei persönlichen Perspektiven erleben zu dürfen. So erfährt man die jeweiligen Gedanken zum Gegenüber aus erster Hand und kommt den beiden Charakteren als Leserin schneller näher, als dies durch einen neutralen Erzähler möglich wäre.

"Einfach Sunny" besticht durch eine selbstbewusste und witzige Hauptfigur, die sich an einem Tag mit einem neuen Freund zusammenrauft und von der man als Leser
in währenddessen viel erfährt, sowie auch von dem zweiten Hauptakteur Ben.
Die Geschichte beschäftigt sich mit für das junge Lesepublikum relevanten Themen wie Mobbing – nicht nur aufgrund von Behinderungen -, Freundschaft und Schule und transportiert diese authentisch mit etwas Spannung und ganz viel Humor.

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Veröffentlicht am 28.01.2026

Das Buch ist so wichtig und gleichermaßen schön wie traurig

Starfish
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Das Buch handelt von der elfjährigen Ellie, die aufgrund ihres Gewichts Mobbing und Bodyshaming erfahren muss.
Themen, die leider in Zeiten von Social Media eher Aufwind als einen Rückgang erleben. Deshalb ...

Das Buch handelt von der elfjährigen Ellie, die aufgrund ihres Gewichts Mobbing und Bodyshaming erfahren muss.
Themen, die leider in Zeiten von Social Media eher Aufwind als einen Rückgang erleben. Deshalb ist es umso wichtiger, dass sich bereits Kinder- und Jugendbücher damit auseinandersetzen.

Rückhalt und Stärke erfährt Ellie in ihrem Umfeld fast ausschließlich durch ihre beste Freundin Viv. Wegen der Trennung ihrer Eltern muss diese jedoch in einen anderen Bundesstaat ziehen.
Zum Glück bleibt der Kontakt zu Viv auch über Distanz bestehen. In einer gleichaltrigen Nachbarin und deren Familie findet Ellie zudem neue Freunde. Außerdem bringt ein weiterer Kontakt positive Veränderungen und steigendes Selbstwertgefühl bei Ellie mit sich, obwohl sie diesem zunächst abweisend gegenübersteht.

Innerhalb Ellies Familie bestehen sehr unterschiedliche Verhältnisse.
Während ihr Vater Ellie so akzeptiert, wie sie ist und spürbar liebt, ist ihre Mutter wohl die schlimmste Mobberin der ganzen Geschichte. Deren Verhalten fand ich bösartiger, grausamer und ekelhafter als alles, was Ellie vergleichsweise durch ihre Klassenkamerad:innen erleiden muss.
Von Seiten ihres Bruders schlägt ihr regelrechter Hass entgegen. Ihre Schwester hingegen verbleibt zu Beginn noch etwas im Hintergrund im Vergleich zum Rest der Familie. Sie ist nicht so offen feindselig gegenüber ihrer jüngeren Schwester wie ihr Bruder Liam, steht ihr jedoch ebenso wenig zur Seite, sondern schließt sich im lieber den Hänseleien anderer an.

Das Verhalten der Mutter gegenüber Ellie lässt sich keinesfalls entschuldigen. Auch nicht aus gesundheitlicher Perspektive, denn natürlich bringt Übergewicht Risiken mit sich. Aber ihre Mutter ist weder fürsorglich noch stärkend, sondern verletzend und beleidigend, erniedrigt ihre Tochter oder stellt sie bloß.
So muss Ellie beispielsweise unzählige Diäten über sich ergehen lassen, bis hin zum Essensentzug. Sie erfährt Erpressung, als sie im Gegensatz zu ihren Geschwistern Hobbys nicht erlernen und ausführen darf. Zu Schulbeginn bekommt sie keine neue Kleidung, solange sie ihr Gewicht nicht reduziert.
In der Öffentlichkeit stärkt bloß der Vater ihr den Rücken, wohingegen die Mutter den Küchenschrank bis in die letzte Ecke mit Zeitungsartikeln über Diäten und Ernährungsratschlägen zupflastert.

Direkt zu Beginn fällt der außergewöhnliche Aufbau der Geschichte auf. Dieser hat zuweilen etwas Poetisches, aber auch Fragmentarisches an sich. Die Struktur und überschaubare Länge der Sätze, sowie generell kurz gehaltene Abschnitte und Kapitel, lesen sich sehr authentisch wie das Tagebuch eines Kindes. Im späteren Verlauf erfährt man, dass die Ich-Erzählerin Autorin oder Dichterin werden will, was dieser Struktur noch einen tieferen Sinn verleiht. Darüber hinaus macht dieser Erzählstil Ellie nahbarer, sodass sich sicher auch Leser:innen in sie hineinversetzen können, die entweder noch nie oder aber aus anderen Gründen, Mobbingerfahrungen sammeln mussten.
Auch das Cover birgt eine Aussage. Nur im Wasser findet Ellie einen Ort, wo sie ganz sie selbst sein kann. Hier darf sie sich groß machen. Hier fühlt sie sich sicher, grenzenlos und frei.

'Jedes Kind braucht einen Ort,
an den es sich zurückziehen kann,
wenn ihm das Leben zu viel wird.

Mein Ort ist der Pool.'

Ich habe "Starfish" in einem Rutsch gelesen. Das Buch ist so wichtig und gleichermaßen schön wie traurig.
Trotz des dem jungen Lesepublikum angepassten Umfangs gelingt Lisa Fipps eine ganz ausgezeichnete und tiefgehende Figurenzeichnung. Selbst Nebenfiguren agieren nicht blass oder austauschbar. Das Personal in ihrem Roman ist lebendig und dessen Gefühle nicht nur nachvollziehbar, sondern regelrecht spürbar.
Das Ende gibt Hoffnung. Es ist jedoch nicht alles "Friede, Freude, Eierkuchen", was ich sehr zu schätzen weiß, da dies dem Thema nicht gerecht werden würde.
Ein großes Learning aus dem Buch ist es, dass Ellie mitgeben wird, dass sie zwar zu sich stehen soll, aber nicht, indem sie andere Menschen schlecht behandelt, weil diese sie schlecht behandeln.
Man kann sich vorstellen, wie es mit Ellie, ihrer Familie, ihren Freunden und ihrem Umfeld weitergeht, aber natürlich haben sich weder Vorurteile noch Mobber in Luft aufgelöst.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Ein Buch, welches mich zwiegespalten zurücklässt

Die Spur der Vertrauten
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Zwar hatte ich schon viel Gutes von der Autorin und ihrer Spiegelreisenden-Tetralogie gehört, aber gelesen hatte ich bislang nichts von ihr.
Nun konnte ich mir ein eigenes Bild von ihrem eigenen und besonderen ...

Zwar hatte ich schon viel Gutes von der Autorin und ihrer Spiegelreisenden-Tetralogie gehört, aber gelesen hatte ich bislang nichts von ihr.
Nun konnte ich mir ein eigenes Bild von ihrem eigenen und besonderen Stil machen, denn ich griff zu „Die Spur der Vertrauten“, einer Dystopie mit einer sehr interessanten Grundidee.
Die Autorin lässt die Geschichte in einer Welt spielen, in der das „Wir“ über allem steht. Jeder Mensch besitzt einen Instinkt, um dem Allgemeinwohl zu dienen. Individualität existiert nicht.

Gerade für den Jugendbuchbereich finde ich die Sprache von Christelle Davros außergewöhnlich und teilweise nicht einfach zugänglich. Unabhängig davon, bietet das Buch auch inhaltlich einen Stoff, der meiner Meinung nach eher geeignet ist für (junge) Erwachsene denn für (ältere) Jugendliche.

Die gezeichnete Welt ist sehr komplex und als dystopisches Bild mit Retroeinflüssen äußerst ungewöhnlich. Tatsächlich kann ich mich nicht erinnern, bereits ein ähnliches Setting in einem anderen Buch kennengelernt zu haben. Am ehesten wecken die Schilderungen Erinnerungen an dystopische Filme der 60er oder 70er, wo Dinge modern waren, die heute retro sind.
Beeindruckt haben mich wie bereits erwähnt Christelle Davros Sprache, aber auch ihr Vermögen starke Gefühle beim Lesen zu erzeugen, obwohl mich die Figuren tatsächlich nicht für sich gewinnen konnten.
Schwachpunkte hingegen waren für mich, dass ich eben keine Verbindung zu dem Personal des Buches aufbauen konnte und mich die Geschichte passagenweise verloren hat.
Zum einen führt die Autorin wirklich gut in das Geschehen ein, ohne sich erklären zu müssen, zum anderen hat das Buch jedoch für mich verloren, weil das Ende mich doch recht ratlos zurückgelassen hat.

Ein Buch, zu dem ich weder zuraten noch davon abraten kann.
Vielen Pluspunkten stehen für mich auch deutliche Minuspunkte gegenüber.
Klar ist jedoch, dass Christelle Davros mich durch ihre Idee und ihre Sprache derart überzeugt hat, dass ich ihre Spiegelreisenden-Tetralogie in Angriff nehmen möchte.

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Veröffentlicht am 30.12.2025

Sehr gelungene graphische Adaption der Warrior Cats Serie

Warrior Cats - Die Prophezeiungen beginnen
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Mit "Warrior Cats - Die Prophezeiungen beginnen" liegt der erste Band der Adaption in Form einer Graphic Novel der Warrior Cats Bände 1 und 2 vor.
Das Autorinnen-Duo Natalie Riess und Sara Goetter erzählt ...

Mit "Warrior Cats - Die Prophezeiungen beginnen" liegt der erste Band der Adaption in Form einer Graphic Novel der Warrior Cats Bände 1 und 2 vor.
Das Autorinnen-Duo Natalie Riess und Sara Goetter erzählt darin die erste Hälfte von Erin Hunters Bestseller "In die Wildnis" nach, welcher den Auftakt einer inzwischen acht abgeschlossenen Staffeln umfassenden Reihe bildet.

Die Lesenden werden hier eingeführt in das Leben von Sammy, der sein Leben als Hauskatze aufgibt, um fortan als Clankatze in der Wildnis zu leben, wo er sich dem DonnerClan anschließt und den Namen Feuerpfote erhält.

Ich habe das Autorinnenteam Erin Hunter von jeher bewundert, wie vielseitig und gekonnt Themen aus der Menschenwelt in die Welt von wildlebenden Katzen adaptiert werden.

Themen wie Clankämpfe/Kriege sind leider immer aktuell und so sollte man nicht zu zart besaitet sein, wenn man in die Welt der Clankatzen eintauchen will. In den Geschichten wird viel gekämpft, selbst Morde geschehen.
Natalie Riess und Sara Goetter sparen diese Szenen natürlich nicht aus, denn sie bilden ein zentrales, Platz einnehmendes Thema in den Büchern der Reihe.

Neben dem Inhalt ist die haptische Umsetzung eine Erwähnung wert, denn das Buch ist von guter schwerer Qualität und wird zudem mit einer wunderschönen und großformatigen Charakterkarte von Feuerherz (vorher Feuerpfote, vorher Sammy) geliefert.
Sehr witzig ist außerdem die Vorstellung von Natalie Riess und Sara Goetter am Ende des Buches, wo sie sich selbst - ebenfalls in Form einer Graphic Novel - als Katzen präsentieren und davon erzählen, wie der Weg der Umsetzung der Romane der Warrior Cats zur vorliegenden Graphic Novel war.

"Die Prophezeiungen beginnen" ist ein großartiger und bildgewaltiger Auftakt der Warrior Cats als Graphic Novel. Sowie eine mehr als gelungene Ergänzung zum Auftaktband "In die Wildnis".
Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass sowohl der Text als auch der Inhalt insgesamt im Vergleich zum Roman stark gekürzt sind. Deswegen sehe ich die Adaption vielmehr als Ergänzung denn als Ersatz für den zugrunde liegenden Roman an.

Ich bin schon sehr gespannt auf den Folgeband, der die Geschichte des Romans zu Ende erzählen wird. Die vorliegende Graphic Novel löst verständlicherweise nicht alle Fragen, die sich im Laufe der ersten Hälfte von "In die Wildnis" ergeben haben.

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