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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.09.2025

Sehr interessant

Hermann Göring
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Andreas Molitor zeigt uns das Leben von Hermann Göring auf. Beginnend mit seiner Kindheit bis hin zum Lebensende. Wir lesen von seiner militärischen Laufbahn, seiner Rolle im 1. und 2. Weltkrieg aber auch ...

Andreas Molitor zeigt uns das Leben von Hermann Göring auf. Beginnend mit seiner Kindheit bis hin zum Lebensende. Wir lesen von seiner militärischen Laufbahn, seiner Rolle im 1. und 2. Weltkrieg aber auch von seinem Privatleben, Abstürzen, seinem Hang zum Luxus. Hier sind alte und neue Erkenntnisse zusammengefasst und für uns Leser festgehalten. Schon zeitig ließen sich kaltblütige Wesenszüge an ihm feststellen. Sein Hang zum exzentrischen Leben und zur Selbstdarstellung waren wohl auch schon lange auszumachen.

Ich lese gern historische Romane, die im 2. Weltkrieg spielen und wollte in dieses Thema gern noch etwas tiefer einsteigen. Daher war dieses Buch genau das richtige für mich. Der zweite Mann hinter Hitler war maßgeblich an Massenvernichtungen und Kriegsverbrechen beteiligt. Andreas Molitor fragt nach dem WARUM. Er recherchiert in der Kindheit, versucht nachzuvollziehen wie Göring aufgewachsen ist und sucht nach den Wurzeln für sein Verhalten. Leicht ist das natürlich nicht. Molitor dämonisiert Göring nicht, er sucht Gründe und sieht ihn als Mensch. Es war für mich nicht leicht dieses Buch zu lesen. Es ist kein Roman, sondern es sind Tatsachen. Das muss man schon aushalten. Ich fand es sehr interessant und informativ. Es gibt eine unheimliche Fülle an Informationen und man muss schon sehr genau und in Ruhe lesen um alles aufnehmen zu können. Aber: es lohnt sich sehr!

Eine eindringliche, gut recherchierte Biografie, die Göring in seiner vollen Ambivalenz zeigt. Geeignet für alle Leser, die sich für die NS- Zeit interessieren aber auch für Machthaber und Selbstdarsteller.

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Interessant

Medulla
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Drei Paare, sechs Menschen, unterschiedliche Lebenswege und Wertvorstellungen. Die drei Paare sind lose befreundet, teilweise arbeiten sie zusammen. Siv ist Anfang 40 und will keine Kinder. Dann wird sie ...

Drei Paare, sechs Menschen, unterschiedliche Lebenswege und Wertvorstellungen. Die drei Paare sind lose befreundet, teilweise arbeiten sie zusammen. Siv ist Anfang 40 und will keine Kinder. Dann wird sie schwanger. Ihr Mann Jan hätte gern das Kind. Wer darf hier eigentlich entscheiden ob sie das Kind bekommt oder nicht? Leyla wollte immer Kinder haben, dann ist sie schwanger und alles wird anders. Will sie überhaupt den Weg gehen, den sie mit David zusammen eingeschlagen hat? Dann gibt es noch Esther und Jacob. Esther ist ebenfalls schwanger, permanent genervt von Jacob. Sie kann sich nicht auf das Kind freuen, stößt Jacob immer weiter von sich weg.

Ein eindrucksvoller, sehr fordernder Roman, der bestimmt sehr polarisieren wird. Er lässt sich ganz wunderbar lesen, ich war sofort mitten drin. Die Sprache ist teilweise wunderbar poetisch, manchmal ist man so nah an den Personen dran, dass es fast weh tut. Moralisch außerordentlich komplex sind die Themen hier. Wer darf über das heranwachsende Kind entscheiden? Drei Frauen, die über sich und ihre Körper selbst bestimmen wollen. Doch in welcher Intensität ist das noch in Ordnung? Ist es okay zu betrügen, doch dann auf Kosten des eigenen Mannes zu leben? Wie weit kann man gehen? Verena Güntner bricht mit Konventionen, fordert die Leserschaft auf sich auch Gedanken abseits der „normalen“ Lebensweise zu machen. Und ja, am Ende geht es darum das Beste aus dem eigenen Leben zu machen. Wir alle haben unterschiedliche Werte und Grenzen. Das sollte toleriert werden.

Ein sehr wichtiges, aufwühlendes Buch, das ich euch sehr gern empfehle. Es bleibt definitiv im Kopf!

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Veröffentlicht am 26.09.2025

Spannend

Daughter of No Worlds (War of Lost Hearts 1)
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Tisaanah wird seit ihrer Kindheit als Sklavin gefangen gehalten. Das System, in dem sie gefangen ist, ist grausam. Sie träumt von Freiheit und als sich die Chance bietet, flieht sie. Sie bricht auf zum ...

Tisaanah wird seit ihrer Kindheit als Sklavin gefangen gehalten. Das System, in dem sie gefangen ist, ist grausam. Sie träumt von Freiheit und als sich die Chance bietet, flieht sie. Sie bricht auf zum Orden der Magier und hofft dort aufgenommen zu werden. Zuerst soll sie sich von Max ausbilden lassen. Er lebt eher zurückgezogen und will nicht viel mit dem Orden zu tun haben. Doch er hat keine Wahl und nimmt die Herausforderung an. Tisaanah gerät schon bald in eine Welt, in der Korruption und Intrigen herrschen. Wird sie da bestehen können oder wird sie benutzt um sich in den Schlachten Vorteile zu verschaffen?

Der Schreibstil ist ganz wunderbar atmosphärisch, herrlich düster und bildhaft. Es liest sich leicht, so dass man schon recht schnell einen Zugang in diese grausame Welt findet. Die Geschichte an sich ist schon recht heftig. Da gibt’s aber auch eine Triggerwarnung. Für mich persönlich war es absolut in Ordnung. Die Beziehung zwischen Max und Tisaanah entwickelt sich ganz langsam. Am Anfang konnte er nichts mit ihr anfangen aber nach und nach freunden sie sich immer weiter an und kommen sich ganz langsam näher. Magie gibt’s hier auch ordentlich. Auch das war genau richtig, nicht überladen. Tisaanah ist eine starke Protagonistin. Es macht Spaß, sie bei ihrer Entwicklung zu begleiten.

Insgesamt ein atmosphärischer, epischer Fantasy-Roman, an dem alle Fantasy-Leser große Freude haben werden.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Besonders

Die Assistentin
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Charlotte arbeitet als Assistentin in der Verlagsbranche. Ihr Chef ist schwierig, hat sehr hohe Erwartungen an seine Mitarbeiter. Nebenbei macht sie Musik. Das braucht sie zum abschalten. Auch privat könnte ...

Charlotte arbeitet als Assistentin in der Verlagsbranche. Ihr Chef ist schwierig, hat sehr hohe Erwartungen an seine Mitarbeiter. Nebenbei macht sie Musik. Das braucht sie zum abschalten. Auch privat könnte es bei Charlotte besser laufen. Der Mann, den sie neu kennengelernt hat, meldet sich nicht mehr. Ihre Eltern können sie auch nicht verstehen. Als der Chef immer mehr schräger wird und Charlotte schon körperliche Symptome hat, wird es Zeit zu handeln oder lieber doch nicht und durchhalten und auf gute Tage vom Chef hoffen?

Ja dieses Buch spaltet die Leserschaft. Die Vorgänger von Caro Wahl sind ganz anders. Ich bin sehr großer Fan von „Windstärke 17“. Die Bücher kann man einfach nicht miteinander vergleichen. In diesem Buch gibts viele Andeutungen wie es weitergeht, viele Wiederholungen und der Schreibstil ist anfangs gewöhnungsbedürftig. Richtig toll fand ich wie die Machtstrukturen der Arbeitswelt dargestellt wurden. Auch die Zerrissenheit von Charlotte war toll. Ist es schon zu viel? Halte ich das noch aus? Was muss eigentlich noch passieren? Sie will Aufmerksamkeit von ihm, will gelobt werden. Langsam schleichen sich körperliche Symptome ein, werden ignoriert. Andere Assistentinnen schaffen das nicht. Da ist Charlotte wieder stolz. Traurig und schmerzhaft ist Charlottes Weg. Ich hätte sie gern mal geschüttelt oder einfach in den Arm genommen. Man muss sich schon einlassen auf diesen besonderen, fast experimentellen Schreibstil. Wird aber belohnt mit einer Geschichte um eine junge Frau, die ihren Weg sucht und dabei leider ganz schön unter die Räder kommt. Von mir gibt’s eine Empfehlung.

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Veröffentlicht am 20.09.2025

Familiengeschichte

Das Flüstern der Marsch
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Mona reist in die Marsch zu ihren Großeltern. Opa Karl wird seinen 80. Geburtstag groß feiern und die ganze Familie wird zusammenkommen. Als Mona ankommt, ist Oma Annemie verschwunden. Opa Karl scheint ...

Mona reist in die Marsch zu ihren Großeltern. Opa Karl wird seinen 80. Geburtstag groß feiern und die ganze Familie wird zusammenkommen. Als Mona ankommt, ist Oma Annemie verschwunden. Opa Karl scheint sich keine Sorgen zu machen, Mona aber schon. Später treffen die anderen Familienmitglieder ein. Monas Mutter Sabine und deren Brüder Sven und Stefan. Stefan kommt mit seiner Familie, Frau Janne und ihren drei kleinen Kindern. Janne ist am Ende ihrer Kräfte und muss sich jetzt auch noch um die Feierlichkeiten vom Opa kümmern.

Ein ruhiger Familienroman, der ganz klar und bildreich erzählt wird. Es gibt unterschiedliche Zeitstränge und Perspektiven. Im Mittelpunkt steht hier das schweigen. Wie das „Flüstern der Marsch“ wird geschwiegen, werden Geheimnisse gut gehütet und Scham und Schuld ausgehalten. Die Kinder wissen kaum etwas über die Vergangenheit der Eltern. Als Leser erfahren wir Stück für Stück was in der Vergangenheit geschehen ist und warum Annemie plötzlich spurlos verschwunden scheint. Auch die Familienmitglieder können die Geheimnisse lüften und ganz plötzlich ergibt ihr ganzes Leben ein Bild. Sehr berührt hat mich hier auch Janne, so als Nebengeschichte. Da hätte ich auch gern zum Ende hin noch mehr erfahren.

Insgesamt ein ruhiger, melancholischer Familienroman, der bestimmt sehr viele Leserherzen höher schlagen lässt.

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