Cover-Bild Hermann Göring
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32,00
inkl. MwSt
  • Verlag: C.H.Beck
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Sachbücher / Geschichte
  • Seitenzahl: 411
  • Ersterscheinung: 14.11.2025
  • ISBN: 9783406836404
Andreas Molitor

Hermann Göring

Macht und Exzess. Eine Biografie
Der Mann hinter Hitler - Die neue Biografie über eine der schillerndsten Figuren des NS-Regimes

Hermann Göring (1893 - 1946), Reichsminister für Luftfahrt und zweiter Mann hinter Hitler, hat wie keine andere NS-Größe Ämter und Machtbefugnisse angehäuft. Andreas Molitor erzählt das Leben eines Machthungrigen, der Gegner kaltblütig ausschaltete, am Holocaust mitwirkte und von Hitler kaltgestellt ein bizarres Luxusleben führte.

Durch Hermann Görings Leben zieht sich wie ein roter Faden das Streben nach Macht und Geltung, von der Kindheit bis zur Verurteilung beim Nürnberger Kriegsverbrechertribunal und dem Selbstmord in der Gefängniszelle. Seine Grenzen findet Görings Machthunger nur bei Adolf Hitler. Ihm ist er devot ergeben. Nachdem Göring als Oberbefehlshaber der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg versagt hat und Hitler ihm seine Gunst entzieht, zieht sich Göring auf seinen Landsitz Carinhall zurück, wo ihm Kunstraub, Jagdleidenschaft und dekadenter Luxus weit wichtiger sind als die Angriffe alliierter Bomber. Der pompöse Lebensstil hat zu beschönigenden Deutungen der Rolle Görings im Nationalsozialismus verführt. Andreas Molitor zeigt, dass der selbsternannte «Mann der Tat» mit der «Entjudung der deutschen Wirtschaft» den wirtschaftlichen und sozialen Niedergang der deutschen Juden besiegelt und bei der Vorbereitung des Holocaust eine Hauptrolle gespielt hat.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.11.2025

Informativ und spannend: Idealfall einer Biografie

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Braucht es wirklich noch eine weitere Biografie über einen Naziverbrecher? Wurde nicht längst alles gesagt, analysiert und geschrieben?
Andreas Molitor, Diplom-Volkswirt und Journalist unter anderem für ...

Braucht es wirklich noch eine weitere Biografie über einen Naziverbrecher? Wurde nicht längst alles gesagt, analysiert und geschrieben?
Andreas Molitor, Diplom-Volkswirt und Journalist unter anderem für die ZEIT, findet das schon und geht in der Einleitung und im Schlusswort kurz auf seine persönliche Motivation dazu ein, eine Biografie ganz auf der Höhe der Zeit zum Reichsminister für Luftfahrt zu schreiben.

Auch ich finde nach dem Lesen, dass es sehr wohl lohnenswert ist, sich das Leben und den Werdegang einer der schlimmsten Kriegsverbrecher des Zweiten Weltkrieges genauer anzuschauen. Zudem liest sich die Biografie wie ein echter Pageturner und beleuchtet den historischen Kontext der Lebensspanne Görings und ordnet sie ein.

Die Biografie ist chronologisch aufgebaut, von kleineren Zeitsprüngen, die die extremen Schwankungen in Görings Leben (vom Fliegerass des ersten Weltkrieges zum morphiumabhängigen Arbeitslosen) verdeutlichen sollen, einmal abgesehen.
Besonders die Kindheits- und Jugendjahre Görings betrachtet Molitor aus psychologischer Sicht, recherchiert dafür Quellen und nimmt Bezug auf andere Biografien und Analysen und ordnet sie neu ein. Vor allem die Texte der amerikanischen Psychologen Gustave M. Gilbert und Douglas M. Kelley, die während der Nürnberger Prozesse viel Zeit mit dem Angeklagten Göring verbrachten, dienen ihm als Ausgangslage.


Zudem hat Molitor als Diplom-Volkswirt ein besonderes Augenmerk auf die wirtschaftliche Situation des Dritten Reiches, die Göring als Reichsminister für Luftfahrt und mit weitreichenden Machtbefugnissen entscheidend beeinflusste.

Sehr interessiert habe ich die Einordnung Molitors zum Thema Göring als morphiumsüchtiger Junkie gelesen, wobei er vor allem auf Norman Ohlers „Der totale Rausch“ eingeht. Molitor kritisiert Ohlers Darstellung als nicht faktenbasiet und in seinem Detailreichtum für fiktiv ausgeschmückt. Görings Drogensucht wird oft übertrieben und vereinfacht als Hintergrund und Auslöser für seinen Wahnsinn herangezogen. Dabei wurde die Legende von Göring als Morphinist hauptsächlich von seinen Widersachern in Umlauf gebracht.

Mein persönlicher Grund, die Biografie zu lesen, war übrigens meine vorangegangene Lektüre von Bettina Görings Biografie „Der gute Onkel“, in der sie von ihrer Auseinandersetzung mit ihrem dunklen Familienerbe erzählt, was ich als sehr bereichernd und sehr lesenswert empfand. Ergänzend dazu wollte ich mehr über das Leben des „guten Onkels“ lesen. Auch Molitor geht kurz auf Bettina Görings Buch ein und vergleicht ihre Erinnerungen mit den real vorliegenden Fakten.

Für mich war diese Biografie von Andreas Molitor so wie ich mir eine Biografie im Idealfall wünsche. Sehr informativ und mit einer Zusammenfassung und vor allem Auswertung und Einordnung von vorhandenen Quellen und Dokumenten, dabei aber gleichermaßen spannend zu lesen und nie langweilig.

Wenn ich eine Biografie über einen der führenden Agitatoren der Nazizeit lese, lege ich außerdem besonders Wert auf eine entsprechende Benennung und Einordnung seiner Verbrechen und seiner Schuld. Das findet hier meiner Meinung nach in sehr gelungener Form statt.

Von mir gibt es für diese neue Biografie über Hermann Göring eine große Leseempfehlung für alle, die sich für deutsche Geschichte interessieren. Ich habe das Buch teilweise als Hörbuch gehört, das vereinzelt mit Original Audioaufnahmen veredelt wurde, würde hier aber auf Grund der Abbildungen und des reichhaltigen Anhangs explizit das Hardcover empfehlen.

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Sehr interessant

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Andreas Molitor zeigt uns das Leben von Hermann Göring auf. Beginnend mit seiner Kindheit bis hin zum Lebensende. Wir lesen von seiner militärischen Laufbahn, seiner Rolle im 1. und 2. Weltkrieg aber auch ...

Andreas Molitor zeigt uns das Leben von Hermann Göring auf. Beginnend mit seiner Kindheit bis hin zum Lebensende. Wir lesen von seiner militärischen Laufbahn, seiner Rolle im 1. und 2. Weltkrieg aber auch von seinem Privatleben, Abstürzen, seinem Hang zum Luxus. Hier sind alte und neue Erkenntnisse zusammengefasst und für uns Leser festgehalten. Schon zeitig ließen sich kaltblütige Wesenszüge an ihm feststellen. Sein Hang zum exzentrischen Leben und zur Selbstdarstellung waren wohl auch schon lange auszumachen.

Ich lese gern historische Romane, die im 2. Weltkrieg spielen und wollte in dieses Thema gern noch etwas tiefer einsteigen. Daher war dieses Buch genau das richtige für mich. Der zweite Mann hinter Hitler war maßgeblich an Massenvernichtungen und Kriegsverbrechen beteiligt. Andreas Molitor fragt nach dem WARUM. Er recherchiert in der Kindheit, versucht nachzuvollziehen wie Göring aufgewachsen ist und sucht nach den Wurzeln für sein Verhalten. Leicht ist das natürlich nicht. Molitor dämonisiert Göring nicht, er sucht Gründe und sieht ihn als Mensch. Es war für mich nicht leicht dieses Buch zu lesen. Es ist kein Roman, sondern es sind Tatsachen. Das muss man schon aushalten. Ich fand es sehr interessant und informativ. Es gibt eine unheimliche Fülle an Informationen und man muss schon sehr genau und in Ruhe lesen um alles aufnehmen zu können. Aber: es lohnt sich sehr!

Eine eindringliche, gut recherchierte Biografie, die Göring in seiner vollen Ambivalenz zeigt. Geeignet für alle Leser, die sich für die NS- Zeit interessieren aber auch für Machthaber und Selbstdarsteller.

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