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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.08.2025

Zart

Neben Fremden
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Rosa lebt zurückgezogen. Von ihrem Sohn hat sie lange nichts gehört, ihre einzige Freundin ist eine ehemalige Kollegin und mit den Nachbarn hat sie auch nicht viel zu tun. Der Mann, den sie geliebt hat, ...

Rosa lebt zurückgezogen. Von ihrem Sohn hat sie lange nichts gehört, ihre einzige Freundin ist eine ehemalige Kollegin und mit den Nachbarn hat sie auch nicht viel zu tun. Der Mann, den sie geliebt hat, ist vor kurzem verstorben aber auch das war nicht so einfach. Was ihr bleibt ist ein vererbter Campingbus und eine Mutter, die mit Vorwürfen ihr gegenüber recht großzügig ist.

Erzählt wird uns hier ganz nüchtern und unaufgeregt. Es passiert nicht viel aber unter der Oberfläche brodelt es gewaltig. Rosa ist an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Wie es weitergeht weiß sie noch nicht. Sie sehnt sich nach Nähe und Zugehörigkeit. Das wird uns ganz wunderbar und zart näher gebracht. Die großen Themen hier sind Trauer, Generationenkonflikte und Einsamkeit. Ganz alltägliche Dinge, doch das so schön erzählt. Rosa reflektiert, klagt an. Mit ihren Eltern hadert sie gewaltig, die Mutter schon immer sehr anstrengend gewesen, der Vater hatte außer Affären nicht viel dagegenzusetzen.

Ein Roman der leisen Zwischentöne, emphatisch und poetisch. Empfehle ich euch sehr gern weiter.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Cozy Krimi

Fischland-Verschwörung
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Kassandra und Paul ermitteln wieder auf der schönen Halbinsel Fischland-Darß. Dieses Mal geht es um Soraya. Sie ist Keramikkünstlerin und steht vermutlich im Mittelpunkt eines Diamantenschmuggels. Paul ...

Kassandra und Paul ermitteln wieder auf der schönen Halbinsel Fischland-Darß. Dieses Mal geht es um Soraya. Sie ist Keramikkünstlerin und steht vermutlich im Mittelpunkt eines Diamantenschmuggels. Paul und Kassandra beginnen zu ermitteln und auf einmal verschwindet Soraya.

Das Setting auf der wunderschönen Halbinsel ist einfach nur traumhaft schön. Davon kann ich gar nicht genug bekommen. Die Story ist auch okay. Es gibt keine dramatischen Szenen, es geht insgesamt eher ruhig voran. Die Protagonisten Kassandra und Paul sind greifbar und sympathisch. Die Sprache ist lebendig und unaufgeregt.
Die Beschreibung der Landschaft ist wunderbar bildhaft.

Für alle Leser, die Cozy-Krimis und die Ostsee lieben, eine Empfehlung. Passt ganz wunderbar zum nächsten Ostsee-Urlaub.

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Veröffentlicht am 30.08.2025

Wunderbar

Kleine Wunder in der Mitternachtskonditorei
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Yeonhwas wächst bei ihrer Großmutter auf. Als diese verstirbt, erbt sie ihre Konditorei Hwawoldang, in der koreanisches Gebäck hergestellt und verkauft wird. Zwei Bedingungen gibt es. Geöffnet wird nur ...

Yeonhwas wächst bei ihrer Großmutter auf. Als diese verstirbt, erbt sie ihre Konditorei Hwawoldang, in der koreanisches Gebäck hergestellt und verkauft wird. Zwei Bedingungen gibt es. Geöffnet wird nur zwischen 22 Uhr und Mitternacht und sie muss die Konditorei mindestens vier Wochen lang weiterführen. Bald schon merkt Yeonhwas, dass ihre Kunden eher ungewöhnlich sind. Meist sind es Verstorbene, die Botschaften an die Hinterbliebenen senden wollen. Mit Hilfe einer schwarzen Katze und dem köstlichen, koreanischen Gebäck stellt sich Yeonhwas dieser Aufgabe und bringt so ganz viel Wärme und Zauber in ihr Leben.

Dieses Buch hat mich so überrascht. Zart, einfühlsam und poetisch werden uns die Geschichten der Verstorbenen erzählt. Sie haben alle noch Botschaften für lieb gewordene Menschen. Konnten sich nicht verabschieden, konnten sich nicht so mitteilen, wie sie es eigentlich wollten. Es geht um Abschied, Trauer, Loslassen und den inneren Frieden. Magisch, fast märchenhaft wirkte dieses Buch auf mich. So wärmend wie eine Tasse Tee an einem kalten Herbsttag. So herzerwährmend wie eine Umarmung eines lieben Menschen. So melancholisch wie ein verregneter Sommertag.

Ein leiser, eindringlicher Roman voller Wärme. Sehnsucht und Tiefe, der tröstet, nachdenklich macht und dabei einfach so voller Wärme und Liebe ist. Lest unbedingt dieses Buch!!!

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Veröffentlicht am 28.08.2025

Venezuela

Der Traum des Jaguars
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Die stumme Bettlerin Teresa findet auf den Stufen einer Kirche ein Baby – Antonio – und rettet damit sein Leben. Von einem Leben als Straßenkind bis zur Karriere als herausragender Chirurg in Venezuela ...

Die stumme Bettlerin Teresa findet auf den Stufen einer Kirche ein Baby – Antonio – und rettet damit sein Leben. Von einem Leben als Straßenkind bis zur Karriere als herausragender Chirurg in Venezuela spannt sich seine Geschichte. Er verliebt sich in Ana Maria, die erste Ärztin in ihrer Region. Sie ist eine starke und selbstbestimmte Frau. Das Paar ist beruflich sehr stark eingebunden, hat wenig Zeit füreinander. Beide bekommen zusammen eine Tochter, Venezuela. Auch sie wächst zu einer starken, charismatischen Frau heran und hat noch ganz andere Pläne.

Eine Geschichte , die sich über mehrere Generationen zieht, eng verbunden mit der Geschichte von Venezuela. Hier passiert unheimlich viel und erzählt wird in einem rasanten Tempo. Unheimlich spannend war für mich gerade die Entwicklung von Antonio und Ana Maria. Gerade Antonio hat es nicht leicht gehabt, dafür Glück und eine unglaubliche Willenskraft und Disziplin. Sinnlich, bildhaft und manchmal schon fast etwas magisch war für mich das Leseerlebnis, mit diesen starken Protagonisten. Es geht um Verlust, gesellschaftlichen Umbruch und Identität.

Ein lebendiger Roman mit südamerikanischem Flair und einer beeindruckenden Familiengeschichte, den ich euch sehr gern empfehle.

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Veröffentlicht am 27.08.2025

Bewegend

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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Der etwa dreijähriger Hardy kommt 1945 in ein katholisches Kinderheim. Von seiner Vergangenheit weiß niemand etwas, es interessiert aber auch keinen. Mit Zucht und Ordnung wird er erzogen, beim kleinsten ...

Der etwa dreijähriger Hardy kommt 1945 in ein katholisches Kinderheim. Von seiner Vergangenheit weiß niemand etwas, es interessiert aber auch keinen. Mit Zucht und Ordnung wird er erzogen, beim kleinsten Vergehen hagelte es Strafen. Verständnis und Zuneigung gibt es nicht. Er freundet sich mit der sechs Jahre älteren Margret an. Sie passt auf ihn auf, so gut sie kann. Später findet ihre Tante sie und holt sie zu sich. Die Kinder werden getrennt, doch finden später wieder zusammen.

Dieser Roman hat mich komplett auseinandergenommen. Am Ende liefen mir nur so die Tränen, so sehr hat mich die Geschichte um diese Menschen berührt. Emotional, tiefgründig und schonungslos wird hier erzählt, ohne jemals kitschig zu werden. Es gibt verschiedene Zeitebenen, die uns über mehrere Jahre an der Geschichte teilhaben lassen. Geschickt führt uns die Autorin durch die unterschiedlichen Handlungsstränge. Da war immer klar wo man gerade ist. Das Buch lässt sich super lesen. Ich wollte immer unbedingt wissen wie es weitergeht und wollte gar nicht mehr aufhören. Die Themen sind natürlich hart. Da sollte man vielleicht vorher die Triggerwarnung lesen. Hier geht es nicht nur um die Geschichte von Hardy und Margret im Heim in der Nachkriegszeit, sondern auch um vererbte Traumatas und die Folgen von Schweigen innerhalb der Familie. Das wurde eindrucksvoll anhand der Tochter, Enkelin und Urenkelin dargestellt.

Ein so bewegender Roman. Für alle Leser, die diese Thematik interessiert, ein MUSS!

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