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annamichalea

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.07.2021

Schami malt mit Worten. Wunderbar.

Mein Sternzeichen ist der Regenbogen
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Zuerst einmal habe ich mich sehr über die Kontinuität im Coverdesign gefreut. Ich liebe Rafik Schamis Buch Märchen aus Malula, besonders die Hanser Ausgabe. Das Cover da hat etwas Berühendes. Hier werden ...

Zuerst einmal habe ich mich sehr über die Kontinuität im Coverdesign gefreut. Ich liebe Rafik Schamis Buch Märchen aus Malula, besonders die Hanser Ausgabe. Das Cover da hat etwas Berühendes. Hier werden ähnliche Motive und Farben verwendet. Leider ist der Titel für mich etwas zu dominant in den Fokus gerückt, aber das stört mich nicht so sehr, dass ich dafür einen Stern abziehen würde.
Bereits am Anfang des Buches musste ich innehalten und einen Satz wiederholen, auch laut. Ihn mir quasi auf der Zunge zergehen lassen, das trifft es genauer. Schami schreibt: Und wirklich log Oskar das Blaue vom Himmel herunter und Wolken in den klaren Sonnentag hinein.
Erst einmal innehalten und dann merkt der Leser, ja ich habe diese Redewendung, das Blaue vom Himmel lügen, schon so oft vernommen, aber nie zu Ende gedacht. Klar, wenn das Blaue weg ist können Wolken kommen etc.
Schon hier, bei einem einzigen Satz, merkt man wie intensiv dieses Buch ist.
Wenn man es denn auch so liest. Satz für Satz, Bild für Bild.

Veröffentlicht am 13.07.2021

Fundgrube mit Überraschung

The Comfort Book – Gedanken, die mir Hoffnung machen
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Schon der Untertitel, der passenderweise oben auf dem Cover steht, sagt schon viel über das Buch aus. Gedanken, die mir Hoffnung machen. Hier zeigt sich schon, dass das Buch kein Lebenshilfeleitfaden ist, ...

Schon der Untertitel, der passenderweise oben auf dem Cover steht, sagt schon viel über das Buch aus. Gedanken, die mir Hoffnung machen. Hier zeigt sich schon, dass das Buch kein Lebenshilfeleitfaden ist, der dem Leser übergestülpt wird, sondern ein Angebot des Autors in dem er uns zeigt, welche Gedanken oder Texte er hilfreich, interessant oder lesenswert findet.

Im Vorwort schreibt er quasi, dass es keine Gebrauchsanleitung für das Buch gibt. Keinen roten Faden oder eine Stichwortsuche zu einem Problem. Der rote Faden ist bildlich gesehen ein Verbundensein, so stellt er nachträglich fest. Diese Verbundenheit wird auch in dem Buch bildlich übernommen, in dem die geschwungenen Linien des Covers ( Lebensweg?) sporadisch im Buch wieder auftauchen. Ein schönes Detail.

Zwei grosse Fragen tauchten bei mir auf.
1.Warum eine Sammlung in Buchform, es gibt doch das Internet mit vielen ähnlichen Seiten.
2. Ein britischer Autor? Zitiert er nicht nur britische oder amerikanische Personen oder für deutsche Leser kulturell eher unbekannte Zusammenhänge, wie oft in amerikanischen Ratgebern?

Meine Gedanken zur ersten Frage:
Ein Buch per se hat für viele eine Ausstrahlung, die man nicht unterschätzen darf. Hier ist das Lesen und Stöbern eine Angelegenheit zwischen Buch und Leser, man hat die Seite in der Hand und blättert um. Meist distanziert von der Welt und ohne die Möglichkeit nebenbei abgelenkt zu werden von Mails etc. Dazu gibt das Buch eine immer gleiche Grundlage, auf die man zurückgreifen kann ohne online Lesezeichen und andere computerbedingte Speichermöglichkeiten. Direkt mit einem Stift markieren, ein Eselsohr machen, der Autor spricht sogar von Rausreissen einer Seite, wenn man es denn mag. Es ist mein Buch, das ich in der Hand habe und nicht eine Seite im Internet.
Meine Gedanken zur zweiten Frage:
Beim Stöbern fand ich mein Vorurteil hinsichtlich eher amerikanisch/britischer Zusammenhänge total platt gemacht. Mit dem Kapitel "Wahrheit und Mut und Karl Heinrich Ulrichs" wurde ich erstens eines Besseren belehrt und zweitens muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich noch nie von diesem deutschen Juristen gehört hatte, der schon im 19. Jahrhundert öffentlich für die rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen eintrat.

Ein Fazit noch. Für dieses Buch eine Rezension so früh nach dem Erscheinen zu schreiben kann nur an der Oberfläche kratzen. Es wächst mit dem Lesen.

Veröffentlicht am 13.07.2021

Vermutlich eher was für jüngere Leser

Die Morgenröte – Sie nehmen dir dein Leben
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Schon bei dem Verfassen des Leseeindrucks hatte ich so meine Schwierigkeiten mit dem Coverbild und dem Titel. Meiner Meinung nach hat das Umschlagbild keinerlei Bezug zu dem Buch, vielleicht auch nur für ...

Schon bei dem Verfassen des Leseeindrucks hatte ich so meine Schwierigkeiten mit dem Coverbild und dem Titel. Meiner Meinung nach hat das Umschlagbild keinerlei Bezug zu dem Buch, vielleicht auch nur für meine
Altersgruppe als Leser weit über 50 Jahre alt. Ebenso ist der Titel Die Morgenröte mit so vielen anderen Assoziationen besetzt, dass er gefühlt für mich nicht passt. So heisst eher ein Bergwerkstollen, eine sozialistische Arbeitsgruppe oder ein klassisches Musikstück.
Im Gegensatz dazu finde ich den Untertitel :" Sie nehmen dir Dein Leben" total auf den Punkt genau passend.
Offshorekonten, Influencer, YouTuber und viele andere Begriffe im Buch waren mir eher fremd, was auch dem Lesefluss nicht gut tat. Schon mal gehört, aber was das genau ist könnte ich nicht genau formulieren eher nur die Richtung was es gefühlsmässig bedeutet. Bei dem Begriff YouTuber schaute ich sogar die Schreibweise nach, weil es mir irgendwie falsch vorkam.
Als Fazit kann ich für mich sagen, ich bin zu alt für das Buch. Die sogenannten sozialen Medien sind mir zu fremd und die Sicht der Generation die im Buch eine Rolle spielt auf die Nationalsozialistische Vergangenheit kommt bei mir fast stümperhaft reduziert auf Kernpunkte an.
Hört sich vielleicht alles zu kompliziert und zu subjektiv an, aber so sehe ich das Buch.
Ich gebe drei Sterne, weil das Thema wichtig ist, andere Leserschaften vermutlich auch besser erreicht, dennoch aber Abzug für Titel und Coverdesign.

Veröffentlicht am 13.07.2021

Sach- oder eher Notizbuch?

Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen?
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John Green und ein Sachbuch. Da kommt man erst einmal ins Grübeln.

Dann nimmt man das Buch in die Hand und betrachtet das Cover. Linien die über oder doch drunter gehen. Wie ein Gordischer Knoten ist ...

John Green und ein Sachbuch. Da kommt man erst einmal ins Grübeln.

Dann nimmt man das Buch in die Hand und betrachtet das Cover. Linien die über oder doch drunter gehen. Wie ein Gordischer Knoten ist es zwar nicht, eher wie ein Wegeplan bei dem man nicht weiß, wo die Ebenen liegen.

Dann das Inhaltsverzeichnis. Bandbreite von Sonnaufgängen über Teddybären zu Hot Dog Wettessen. Sachbuch?? Hier kommt mir der Untertitel "Notizen zum Leben auf der Erde" in den Sinn. Also kein Buch, das Wissen über Sachen vermittelt, eher über und von Sachen erzählt.

Genau so findet man in dem Buch von John Green zu dem jeweiligen Kapitelthema Gedanken, eigene Erfahrungen, historisches Wissen dazwischen und er philosophiert hin und wieder auch ein wenig.
Ein Clou, dass er nach jedem Kapitel eine Bewertung abgibt in einem 5 Sterne Ranking. Eine augenzwinkernde Erinnerung an seine Tätigkeit als Rezensent?
Ein kleines Manko war für mich, dass das Buch für das amerikanische Publikum geschrieben wurde und so manche Begriffe oder Andeutungen mir unbekannt waren.
Insgesamt vergebe ich hier gerne 5 Sterne, da das Buch vom Konzept her sich sehr gut als zwar anspruchsvolle aber nicht anstrengende Lektüre für zwischendurch eignet und wirklich jeder hier ein Thema findet, das ihn interessiert.


Veröffentlicht am 04.05.2021

Stärke aus der Kraft des Wortes

Jeder Tag ist eine Schlacht, mein Herz
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Jeder Tag ist eine Schlacht, mein Herz und be legendary.
Alleine den Titel muss man schon mal sacken lassen. Noch nicht ganz greifbar deutet sich hier schon die Tiefe und Intensität des Buches an.
Doch ...

Jeder Tag ist eine Schlacht, mein Herz und be legendary.
Alleine den Titel muss man schon mal sacken lassen. Noch nicht ganz greifbar deutet sich hier schon die Tiefe und Intensität des Buches an.
Doch zunächst mal zum Cover.
Ein Hingucker, crazy, verrückt oder Aufmerksamkeit heischend? Oder ganz einfach wie Zelda ein Herz oder die Liebe malen würde.
Zelda und legendary, wer denkt da nicht an das Computerspiel? Sogar ich als Nichtgamer tue es.
Auch Zelda lebt in einer anderen Welt, die sie sich mit erschaffen hat. Nicht die Welt an sich ist anders, sondern ihr Zugang dazu. Durch Alkohol in der Schwangerschaft wurde sie behindert geboren. Sie kennt diese Krankheit und die Symptome, weiß sie auch zu benennen. Auch sich selbst kann Zelda einschätzen und benennt die Dinge, die sie zum Funktionieren braucht. Vor allem Planbarkeit und Struktur.
Als Rahmen dafür hilft ihr die Welt der Wikinger und das was sie für deren Maxime hält. Treue und Tapferkeit. So will Zelda auch ihrem Bruder Gert, dem einzigen lebenden Verwandten, beistehen, der in schlechte Gesellschaft geraten ist und öfter scheitert.
Die Wortwahl der Sprache lässt den Leser einen kleinen Einblick in Zeldas Welt erhaschen. So flimmert z B der Bildschirm nicht, er bitzelt.
Auch Zelda kommt manchmal an ihre Grenzen, so wünscht sie sich zeitweise, dass ihre an Krebs verstorbene Mutter "sie eines Tages aus der Schlacht holt" " nach Walhall".
Zelda vermittelt dem Leser eine Kraft, die alles möglich macht, wenn man es denn nur angeht.
Zurückgeblieben darf kein anderer zu ihr sagen, nur sie selbst. Und - jetzt kommt ein starker Satz - wenn ich das sage, nehme ich mir die Kraft des Wortes und ziehe Stärke daraus.
Absolut lesenswert, wiederholtes lesen lohnt sich.


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