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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.03.2026

Eine explosive Mischung aus Manipulation, Machtspielchen und Begehren

Ultramarin
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Lou ist seit der Schule eng mit den Geschwistern Raf und Sophie befreundet und die drei fahren jeden Sommer zusammen in den Urlaub. Dieses Mal kommt allerdings statt Sophie nur ihre Freundin Nora mit, ...

Lou ist seit der Schule eng mit den Geschwistern Raf und Sophie befreundet und die drei fahren jeden Sommer zusammen in den Urlaub. Dieses Mal kommt allerdings statt Sophie nur ihre Freundin Nora mit, die sofort zwischen den beiden besten Freunden steht. Es folgt ein spannender psychologischer Thriller über Manipulation, Machtspielchen und Begehren.

Ich habe das Buch wirklich verschlungen und an einem Tag gelesen, weil es von Anfang spannend war. Durch die zwei verschieden Zeitstränge wird nochmal extra Spannung aufgebaut und man versteht nach und nach die Dynamiken zwischen den Charakteren besser.
Auch der Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen und erinnerte mich teilweise an Sally Rooney, da die wörtliche Rede weggelassen wurde. Dadurch fühlt es sich noch viel mehr so an, als ob wir wirklich im Kopf von Lou sind. Der Schreibstil ist sehr fließend und atmosphärisch und die Naturbeschreibungen teilen sehr zu der Stimmung bei.

Ich muss aber sagen, ich habe selten einen Charakter so sehr gehasst wie Raf und manche Seiten waren deshalb wirklich schwer zu lesen, vor allem da wir alles nur aus der Sicht von Lou mitbekommen. Auch Lou war als Charakter teilweise schwer zu ertragen, da er sich so leicht manipulieren und schlecht behandeln lässt. Man wird wirklich wütend beim Lesen. Doch das Buch stellt sehr realistisch da, wie eine emotional und körperlich missbräuchliche Beziehung funktioniert und auch, dass dies genauso in queeren Beziehungsformen vorkommt. Generell hat mir gut gefallen, wie das Buch mit dem Thema Queerness umgegangen ist.
Ich hätte mir nur noch mehr Einblick in Lous Leben gewünscht bevor er Raf kennengelernt hat, um noch ein bisschen besser zu verstehen, warum er sich so behandeln lässt, was im Buch nur kurz angeschnitten wird.

Ich würde es allen empfehlen, die Lust auf diese Art psychologischen Thriller haben, allerdings ist es wirklich gerade zum Ende hin keine leichte Kost. Für einen Debütroman ist es sehr beeindruckend und ich werde auf jeden Fall nach den künftigen Büchern der Autorin Ausschau halten!

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Langsam und poetisch

Tage des Lichts
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Der Roman erzählt sechs prägende Tage aus dem Leben von Ivy in ihren verschiedenen Lebensphasen. Es geht um Liebe, Familie, Verlust, Identität, Spiritualität und Erwachsenwerden.

Nachdem ich die ersten ...

Der Roman erzählt sechs prägende Tage aus dem Leben von Ivy in ihren verschiedenen Lebensphasen. Es geht um Liebe, Familie, Verlust, Identität, Spiritualität und Erwachsenwerden.

Nachdem ich die ersten 100 Seiten ein bisschen mit dem Buch zu kämpfen hatte, da ich irgendwie nicht richtig zu den Charakteren fand, hat es mir dann doch gut gefallen, sobald Ivy erwachsen war. Die Familiendynamiken sind wirklich interessant beschrieben und auch die Beziehung zwischen Frances und Ivy hat mich berührt.
Der Schreibstil ist wirklich sehr schön, total poetisch und atmosphärisch mit vielen bildlichen Beschreibungen und Metaphern, aber dadurch ist der Roman vom Tempo her relativ langsam, denn es geht wirklich viel um Ivys Gefühle und Gedanken. Leider war der Roman für mich dadurch doch an einigen Stellen etwas langatmig. Außerdem wurde ich ein bisschen von der Spiritualität und der christlichen Symbolik überrascht und wurde damit nicht so ganz abgeholt.


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Veröffentlicht am 01.03.2026

Zeitlos, existenziell und philosophisch

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Der Roman handelt von einem Mädchen, das zusammen mit 39 Frauen aus unerkannten Gründen gefangen gehalten wird - ohne Kontakt zur Außenwelt.

Das Buch geht vor allem den existenziellen Fragen auf den ...

Der Roman handelt von einem Mädchen, das zusammen mit 39 Frauen aus unerkannten Gründen gefangen gehalten wird - ohne Kontakt zur Außenwelt.

Das Buch geht vor allem den existenziellen Fragen auf den Grund: Was bedeutet es ein Mensch zu sein? Was ist der Sinn unserer Existenz? Was ist Freiheit? Was macht Gesellschaft mit uns und was Isolation?
Für mich ist der Roman deswegen tatsächlich absolut zeitlos und ich denke, man kann ihn in vielerlei Hinsicht interpretieren und wahrscheinlich immer wieder lesen. Er hat mich auf jeden Fall während des Lesens gefesselt und danach sehr zum Nachdenken angeregt. Allerdings würde ich das Buch nicht jedem empfehlen, da es mit vielen Konventionen, besonders des Sci-Fi Genres, bricht und ich es eher als existenziell philosophischen Roman beschreiben würde, was nicht jedem gefällt.

Mir persönlich erschließt sich allerdings nicht wirklich, warum der Roman im Moment als sehr feministisch beworben und mit Werken wie "Der Report der Magd" verglichen wird. Ich sehe es nicht als besonders feministisch, sondern es geht wirklich mehr darum, was es bedeutet ein Mensch zu sein.

Insgesamt für mich ein Buch, das mich sehr bewegt hat und noch lange begleiten wird!

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Langsam aber mitreißend

Alle glücklich
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Dieses Buch war mein erstes von Kira Mohn und hat mir insgesamt wirklich gut gefallen. Der Schreibstil ist angenehm und ausdrucksstark. Die Geschichte ist besonders am Anfang eher ruhig und es ...

Dieses Buch war mein erstes von Kira Mohn und hat mir insgesamt wirklich gut gefallen. Der Schreibstil ist angenehm und ausdrucksstark. Die Geschichte ist besonders am Anfang eher ruhig und es geschieht nicht viel, aber durch die (oft unausgesprochenen) Emotionen und die unterliegende Spannung ist der Roman trotzdem mitreißend und irgendwie fesselnd.

Die Charaktere der vier Familienmitglieder sind sehr gut ausgearbeitet und wirken realistisch und authentisch. Obwohl ich mich mit keinem der Protagonisten identifizieren konnte, waren die verschiedenen Perspektiven doch so gut geschrieben, dass ich mit allen mitfühlen konnte. Selbst der Vater, der am Anfang sehr distanziert wirkt und ein furchtbarer Charaktere für mich war, hat viel emotionale Tiefe.
Besonders gut hat mir die implizierte Gesellschaftskritik gefallen. Das komplexe und fragile Konstrukt der vermeintlich glücklichen Familie fällt komplett auseinander, sobald die Mutter nicht mehr die nur aufopfernde Rolle einnehmen will.
Nur das Ende fand ich ein bisschen überzogen und hätte nicht so dramatisch sein müssen, aber mir hat gefallen, dass es ein offenes Ende ist.

Insgesamt auf jeden Fall zu empfehlen!

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Witzig, absurd und unkonventionell

Schleifen
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Dieser Roman ist schwer zu bewerten, da er sehr unkonventionell in der Erzählstruktur ist und teilweise nur wie eine chaotische Mischung von philosophischen Gedankenexperimenten und absurden Kurzgeschichten ...

Dieser Roman ist schwer zu bewerten, da er sehr unkonventionell in der Erzählstruktur ist und teilweise nur wie eine chaotische Mischung von philosophischen Gedankenexperimenten und absurden Kurzgeschichten scheint, aber am Ende doch irgendwie eine zusammenhängende Geschichte ergibt. Insofern ist der Titel "Schleifen" perfekt gewählt.

Obwohl es teilweise eine eher anstrengende Lektüre war, hat es mir insgesamt doch gut gefallen, hauptsächlich wegen der Absurdität und des Humors, der mich oft zum Lachen gebracht hat. Ich musste mich erst an die Mischung von echten historischen Figuren und Ereignissen mit Erfundenen gewöhnen, aber sobald man sich auf die Absurdität und Unglaubwürdigkeit einlässt, ist das Buch sehr interessant und lustig. Besonders der sprachwissenschaftliche Aspekt hat mich begeistert.

Ich denke, dass dieses Buch nicht jeden Geschmack treffen wird, denn es ist auf jeden Fall sehr speziell und ungewöhnlich, aber ich würde es trotzdem auf jeden Fall weiter empfehlen, besonders für Leute die Interesse an Sprachwissenschaft und/ oder Philosophie haben.

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