Machtmissbrauch und Machtverlust
Die LiebeshungrigenDer Roman gibt Einblicke hinter die Kulisse der Reichen und Mächtigen. Die zentrale Hauptfigur ist der Ex-präsident Lehmann, der nach der gescheiterten Wiederwahl langsam in den Alkoholismus stürzt und ...
Der Roman gibt Einblicke hinter die Kulisse der Reichen und Mächtigen. Die zentrale Hauptfigur ist der Ex-präsident Lehmann, der nach der gescheiterten Wiederwahl langsam in den Alkoholismus stürzt und sich nicht mit dem Machtverlust und seinem Karriereende abfinden kann. Nach und nach wechselt die Erzählperspektive immer mehr auch zu anderen Figuren um ihn herum, wie seiner Ex-Frau, seiner Tochter, seiner zweiten Ehefrau und einem Regisseur.
Der Roman ist schonungslos ehrlich, realistisch und authentisch. Das Thema Macht wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet: Wie verändert man sich durch Macht, Geld und Einfluss? Ist es überhaupt möglich seine Ideale in so einer Position zu behalten? Was für Folgen hat ein plötzlicher Machtverlust? Was für Macht haben Männer über Frauen und umgekehrt? Was macht ein Machtgefälle mit einer Beziehung?
Der Schreibstil ist klar und wirkt eher analytisch bzw. distanziert, trotzdem geht er sehr nah.
Lehmann ist ein sehr unsympathischer Protagonist, für den ich wirklich kaum Mitgefühl aufbringen konnte, aber es war trotzdem faszinierend in den Kopf einer solchen Figur zu schauen. Besonders gefallen haben mir aber die komplexen Frauenfiguren, die alle aus unterschiedlichen Generationen und Hintergründen kamen und ein interessantes Abbild davon zeichnen, wie sie alle vom Patriarchat geprägt wurden und wie sie mit mächtigen Männern umgehen.