Verstörend, absurd und satirisch
Yesteryear"Yesteryear" hat mich wirklich komplett in seinen Bann gezogen und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen, sodass ich es innerhalb von 2 Tagen durchgelesen habe. Es hat sich angefühlt, wie eine Mischung ...
"Yesteryear" hat mich wirklich komplett in seinen Bann gezogen und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen, sodass ich es innerhalb von 2 Tagen durchgelesen habe. Es hat sich angefühlt, wie eine Mischung aus einem verstörenden Albtraum und einer absurden Realityshow.
Ich finde die Idee eine "Tradwife"-Influencerin mit der Realität des Lebens einer Hausfrau auf einer Farm im 19. Jahrhundert zu konfrontieren absolut genial und die Umsetzung hat mir auch gut gefallen, obwohl es doch sehr anders war, als ich erwartet habe.
Im Prinzip ist es eine Satire, die aufzeigen soll, wie heuchlerisch viele der fundamentalen christlichen Influencer sind. Es ist stellenweise sehr verstörend und beklemmend, aber auch absurd witzig und behandelt viele aktuelle gesellschaftlichen Themen wie die Internetphänomene "Manosphere" und "Tradwife", sowie Missbrauch von Kindern bei sogenannten "Familienvlogs", generell der Kontrast zwischen Schein vs. Realität in den sozialen Medien, das Leben in strengen christlichen Regeln und vor allem das Patriarchat.
Natalie ist wahrscheinlich eine der unsympathischsten Protagonisten, die ich je erlebt habe und es war teilweise sehr schwierig Mitleid mit ihr zu haben, da man sie und ihre Gedanken so sehr hasst. Trotzdem ist sie super geschrieben, denn sie ist absolut komplex und wirkt realistisch.
Ich hätte das Buch perfekt gefunden, wenn es ein bisschen mehr Zeit im 19. Jahrhundert verbracht hätte, denn das kam mir ein bisschen zu kurz und die Teile in der Gegenwart haben sich manchmal ein bisschen gezogen. Auch das Ende hat mich nicht zu 100 Prozent überzeugt.
Insgesamt aber ein super spannendes Buch, über das man viel nachdenken und diskutieren kann und ich würde es jedem weiterempfehlen!