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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.03.2024

Konnte mich nicht so sehr überzeugen

Happy Hour
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"Happy Hour" von Marlowe Granados präsentiert sich mit einem einladenden Cover und verspricht einen Einblick in das aufregende Leben zweier Protagonistinnen in New York. Leider konnte mich der Roman insgesamt ...

"Happy Hour" von Marlowe Granados präsentiert sich mit einem einladenden Cover und verspricht einen Einblick in das aufregende Leben zweier Protagonistinnen in New York. Leider konnte mich der Roman insgesamt nicht überzeugen.

Der Schreibstil, der in einer Art Tagebuchform gehalten ist, hat es mir schwer gemacht, mich in die Geschichte hineinzuversetzen. Obwohl die Handlung über einen Zeitraum von mehreren Monaten verläuft und die Protagonistinnen Isa und Gala währenddessen viele Erlebnisse in New York durchmachen, konnte ich mich einfach nicht mit ihnen identifizieren.

Der vermeintliche Upper East Side Vibe, den ich mir aufgrund des Settings und des Covers erhofft hatte, blieb leider aus. Ich habe das Gefühl vermisst, in eine glamouröse und fesselnde Welt wie bei "Gossip Girl" einzutauchen. Die Charaktere und ihre Erlebnisse konnten mich nicht packen oder fesseln.

Trotzdem muss ich zugeben, dass das Buch sicherlich seinen Leserinnen und Lesern gefallen kann, vor allem denen, die sich für Geschichten über das Leben in New York interessieren. Leider gehöre ich jedoch nicht zu diesen Lesern und kann "Happy Hour" daher nur mit drei Sternen bewerten.

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Veröffentlicht am 26.03.2024

intelligente Romcom

Alles gut
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"Alles gut" von Cecilia Rabess verdient definitiv vier Sterne! Das Cover ist einfach ein Blickfang. Diese zermatschte Erdbeere auf gelbem Hintergrund zieht einen sofort in den Bann und ich wäre garantiert ...

"Alles gut" von Cecilia Rabess verdient definitiv vier Sterne! Das Cover ist einfach ein Blickfang. Diese zermatschte Erdbeere auf gelbem Hintergrund zieht einen sofort in den Bann und ich wäre garantiert nicht daran vorbeigelaufen.

Die Geschichte von Jess, einer schwarzen Frau, die in einer von Männern dominierten Umgebung bei Goldmann und Sachs arbeitet, ist erfrischend anders. Ihre Begegnungen mit Josh, den sie (zunächst) nicht ausstehen kann, bringen eine fesselnde Dynamik in die Handlung. Es ist faszinierend zu sehen, wie Jess sich in einer Welt behauptet, die für jemanden wie sie nicht immer einfach ist, während Josh von seinem reichen Hintergrund und seiner privilegierten Position als Mann und Weißer profitiert.

Die Charaktere sind unglaublich gut ausgearbeitet. Jess und Josh sind beide komplex und vielschichtig, und ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte ist beeindruckend. Es war eine wahre Freude, ihre Entwicklung mitzuverfolgen und zu sehen, wie sie miteinander interagieren.

Der Eichborn-Verlag liefert wieder einmal eine großartige Leistung. Nach "Cleopatra und Frankenstein" bin ich froh, dass sie mit "Alles gut" ein weiteres Highlight präsentieren. Dies ist definitiv keine typische 08/15 Romcom, sondern eine intelligente und fesselnde Geschichte, die mich von Anfang bis Ende gefesselt hat. Ich kann es kaum erwarten, mehr von Cecilia Rabess zu lesen und bin gespannt auf weitere Veröffentlichungen von Eichborn.

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Veröffentlicht am 25.03.2024

Bücher über Bücher

Die Vermesserin der Worte
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"Die Vermesserin der Worte" von Katharina Seck entführt den Leser in eine Welt voller Bücher, Magie und zwischenmenschlicher Verbindungen. Die Geschichte von Ida, einer jungen Autorin, die mit einer Schaffenskrise ...

"Die Vermesserin der Worte" von Katharina Seck entführt den Leser in eine Welt voller Bücher, Magie und zwischenmenschlicher Verbindungen. Die Geschichte von Ida, einer jungen Autorin, die mit einer Schaffenskrise kämpft, und ihrer ungewöhnlichen Beziehung zu einer eigenartigen alten Dame, hat mich von Anfang an gefesselt.

Katharina Secks Schreibstil ist einnehmend und fließend, was es schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen. Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet und ihre Beziehungen zueinander werden auf einfühlsame Weise dargestellt. Besonders berührend fand ich die gemeinsame Liebe zur Literatur, die Ida und die alte Dame verbindet.

Obwohl der Roman mich stark an die Werke von Carsten Henn erinnerte, fehlte mir dennoch ein kleines, aber entscheidendes Element, das mich vollständig begeistert hätte. Vielleicht lag es daran, dass ich das Buch recht schnell durchgelesen habe, da es vergleichsweise kurz ist.

Dennoch kann ich "Die Vermesserin der Worte" jedem empfehlen, der sich für Bücher über Bücher interessiert und eine herzerwärmende Geschichte genießen möchte. Trotz des kleinen Makels hat mich dieser Roman gut unterhalten und ich freue mich darauf, mehr von Katharina Seck zu lesen.

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Veröffentlicht am 05.03.2024

gewöhnungsbedürftiger Schreibstil

wir sind pioniere
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Das Cover von "wir sind pioniere" ist gleich sehr einladend und erinnert an einen schönen Sommertag im Freibad. Kaleb Erdmann hat hier wirklich einen besonderen Roman geschaffen, der vor allem durch seinen ...

Das Cover von "wir sind pioniere" ist gleich sehr einladend und erinnert an einen schönen Sommertag im Freibad. Kaleb Erdmann hat hier wirklich einen besonderen Roman geschaffen, der vor allem durch seinen Schreibstil auffällt. Man wird lange suchen müssen, um in seinem Roman Großbuchstaben oder Satzzeichen zu finden. Inhaltlich geht es um die Beziehung zwischen Bruckner und Vero, die schwanger ist.

Leider hat das wohl als Stilmittel gedachte Fehlen von Großbuchstaben sowie Satzzeichen dazu geführt, dass ich keinen richtigen Lesefluss entwickeln konnte. Ich konnte nicht ganz nachvollziehen, wieso der Autor so schreibt, da es für die Geschichte meiner Meinung nach keinerlei Bedeutung hat. Es erschwert einfach nur die Lektüre. Soll damit gezeigt werden, dass das Leben nicht einfach ist? Schade ist, dass so nicht mal Unterschiede zwischen Bruckner und Vero gemacht werden.

Auch der Inhalt zeigt für mich einige Schwächen. So konnte ich z.B. nicht wirklich eine Beziehung zu den Protagonisten entwickeln. Mir fehlte hier einfach Tiefe. Bei der Kürze des Romans ist diese aber natürlich auch schwierig zu erreichen. Auch mit dem Konzept einer offenen Beziehung kann ich mich nicht anfreunden. Obwohl die Protagonisten in meinem Alter sind, hatte ich das Gefühl, 10 Jahre älter als sie zu sein.

"wir sind pioniere" wird mir wenn überhaupt durch seine Andersartigkeit in Erinnerung bleiben. Eine Leseempfehlung spreche ich allerdings nur für diejenigen aus, die gerne Experimentelles lesen wollen. Mich konnte dieser Roman leider nicht wirklich überzeugen.

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Veröffentlicht am 03.03.2024

bleibt in Erinnerung

Yellowface
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"Yellowface" von Rebecca F. Kuang ist eine fesselnde Geschichte, die mich durch die Höhen und Tiefen der Figurenentwicklung mitgenommen hat. Die Hauptfigur June, die das Manuskript ihrer verstorbenen Freundin ...

"Yellowface" von Rebecca F. Kuang ist eine fesselnde Geschichte, die mich durch die Höhen und Tiefen der Figurenentwicklung mitgenommen hat. Die Hauptfigur June, die das Manuskript ihrer verstorbenen Freundin Athena stiehlt und damit ihren eigenen Erfolg erzielt, ist eine komplexe Persönlichkeit, die mich gleichermaßen fasziniert und irritiert hat.

Als Asiate finde ich das Thema der kulturellen Aneignung, das in diesem Buch behandelt wird, äußerst relevant und wichtig. Kuang beleuchtet es auf eine Art und Weise, die zum Nachdenken anregt, insbesondere in Bezug auf die Frage, wie wir als Gesellschaft mit kulturellem Erbe umgehen sollten. Ich kann nicht umhin zu bemerken, dass weder Athena noch June mir besonders sympathisch waren, aber gerade das hat meine Leseerfahrung vertieft, da es eine ehrliche Darstellung von Charakteren bietet, die nicht perfekt sind.

Der Schreibstil von Kuang passt perfekt zu June's Perspektive, er ist einfach gehalten und dennoch effektiv. Obwohl ich mir vorstellen kann, dass Athena das Buch vielleicht anders geschrieben hätte, war es für mich stimmig, dass June die Protagonistin ist und daher ihren eigenen Ton setzt.

Alles in allem war "Yellowface" ein Buch, das mich emotional berührt und gleichzeitig zum Nachdenken angeregt hat. Es ist eine Geschichte über Identität, Erfolg und die Komplexität zwischenmenschlicher Beziehungen, die ich jedem empfehlen würde, der sich für diese Themen interessiert.

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