Profilbild von bookworm72

bookworm72

Lesejury Star
offline

bookworm72 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit bookworm72 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.09.2025

Wie schützen wir unsere Kinder vor Gefahren im Netz?

Wir verlieren unsere Kinder!
0

Unsere früher analoge Welt hat sich durch die Erfindung des Internets in kürzester Zeit enorm verändert: So gut wie jedem Menschen steht heutzutage das Wissen der Welt zur Verfügung und soziale Netzwerke ...

Unsere früher analoge Welt hat sich durch die Erfindung des Internets in kürzester Zeit enorm verändert: So gut wie jedem Menschen steht heutzutage das Wissen der Welt zur Verfügung und soziale Netzwerke ermöglichen nicht nur blitzschnelle Kommunikation, sondern auch einen weltweiten Austausch von Meinungen und Erfahrungen und bieten zudem vielfältige Unterhaltung. Die Entwicklungen des Netzes prägen unseren gesamten Alltag, sowohl das Berufsleben als auch unsere Freizeit. Zweifelsohne hat die Digitalisierung in vielerlei Hinsicht unser Leben erleichtert und bereichert, gleichzeitig stellen uns diese Entwicklungen vor eine Menge Herausforderungen. Die Verbreitung von Falschinformationen macht es notwendig, dass wir das im Netz Gesehene / Gehörte / Gelesene kritischer als früher hinterfragen müssen. Wir werden von den Netzwerken nicht nur miteinander verbunden, sondern auch kontrolliert und manipuliert und laufen zudem die Gefahr, uns in virtuellen Welten zu verlieren. Dabei sind es nicht nur schöne und lustige Dinge, die einem dort begegnen. Es sind leider auch Hass, Intoleranz, Grausamkeit und Brutalität, die man im Netz zu sehen bekommt. Immer öfters werden damit auch Kinder und Jugendliche konfrontiert. Diese stehen im Fokus der Autorin Silke Müller. In ihrem Buch beschreibt die erfahrene Schulleiterin und Digitalbotschafterin anhand von konkreten Beispielen Gefahren im Netz, denen die Kinder in ihrem Alltag ausgesetzt sind. Sie zeigt auf, welch schlimme Auswirkungen das haben kann. Und sie macht uns, erwachsenen Lesern, klar, dass wir nicht genug tun, um das zu verhindern. Dass sich viele von uns zu wenig oder sogar gar nicht dafür interessieren, was ihre Kinder im Internet machen. Das Buch ist ein Weckruf, die junge Generation zu beschützen und aufzufangen, indem man sie auf den Umgang mit sozialen Netzwerken entsprechend vorbereitet, sie für mögliche Gefahren sensibilisiert und „eine digitale Ethik als Gewissenskompass“ etabliert. Die Voraussetzung dafür ist, dass die Erwachsenen selbst die nötige Medienkompetenz erlangen und den Kindern von Anfang an die richtigen moralischen Werte vorleben, und zwar nicht nur im realen Leben, sondern auch im Netz.

Es war für mich keine einfache Lektüre. Ich gestehe, die angeführten Beispiele haben mich schockiert und zum Nachdenken gebracht. Ich habe zwar immer versucht, meine Kinder im Geiste der Menschlichkeit und Toleranz zu erziehen und ich bin mir sicher, dass sie sehr gut den Unterschied zwischen Gut und Böse erkennen und sich in ihrem Leben von Gewissen und Empathie leiten lassen werden. Und doch habe ich was meine eigene Medienkompetenz angeht recht wenig getan. Das Buch von Frau Müller hat mir bewusst gemacht, dass man die Augen nicht verschließen, sondern handeln muss. Hoffentlich wird es viele weitere Leser ähnlich aufrütteln und dazu bewegen, ab sofort mehr darauf zu achten, was ihre Kinder im Netz tun und alles zu unternehmen, damit sie gegen die Herausforderungen der digitalen Welt gewappnet sind. Die praktischen Tipps der Autorin können dabei sicherlich hilfreich sein. Und ja, jeder von uns sollte sich an die eigene Nase fassen und überlegen, welche Werte er den Kindern vorlebt. Denn Silke Müller hat recht: Sie werden eines Tages die Verantwortung für diese Welt übernehmen. Und nur wenn sie von uns lernen, wie wichtig Mitmenschlichkeit, gegenseitiger Respekt und Sinn für Gemeinschaft sind, wird dies eine glückliche Welt sein.

Fazit: Ein kluges und wichtiges Buch, das ich vor allem allen Eltern ans Herz legen möchte!

Veröffentlicht am 10.07.2025

Spannender Pageturner

One Perfect Couple
0

Die Virologin Lyla Santiago lebt mit ihrem Freund, dem jungen Schauspieler Nico, in London. Bei beiden läuft es beruflich nicht gut. Lylas Arbeitsvertrag läuft bald aus und Nico träumt seit langem vergeblich ...

Die Virologin Lyla Santiago lebt mit ihrem Freund, dem jungen Schauspieler Nico, in London. Bei beiden läuft es beruflich nicht gut. Lylas Arbeitsvertrag läuft bald aus und Nico träumt seit langem vergeblich von einem Karrieredurchbruch. Als man ihm anbietet, an einer neuen Reality-Show für Paare teilzunehmen, wittert er dies als seine große Chance und überredet Lyla, mitzumachen. Sie reisen mit vier anderen Paaren nach Indonesien, wo sie auf einer traumhaften Insel mitten im Indischen Ozean gegeneinander antreten sollen. Doch bereits der Beginn des Abenteuers gestaltet sich problematisch. Als dann ein verheerender Sturm losbricht, ist es endgültig vorbei mit dem Paradies. Und dann stellt sich heraus, dass die Gruppe nicht nur gegen die Naturkräfte kämpfen muss, denn auf der Insel lauert noch eine ganz andere Gefahr...

Ich bin ein großer Fan von Ruth Ware und bewundere ihr Talent, Spannung aufzubauen und eine düstere, beklemmende Atmosphäre zu erzeugen. Auch in diesem Roman ist ihr das wieder gelungen. Die Geschichte hatte mich schnell fesselt und ab einem gewissen Punkt war es wie ein Sog: Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, sah die Insel vor meinem inneren Auge, spürte förmlich die Angst und die Verzweiflung der Protagonisten. Die facettenreichen Charaktere fand ich recht überzeugend und Lyla, die so gar nichts von einem Glamour Girl hat, aber eine sehr nette, bodenständige und kluge Frau ist, wuchs mir schnell ans Herz. Der Roman wartet mit überraschenden Twists auf, bleibt bis zum Ende spannend und auch der Schluss ist durchaus gelungen. Besonders interessant ist der psychologische Aspekt der Handlung: Wie verhalten sich unterschiedliche Menschen, wenn sie eine Zeitlang auf einem engen Raum unter extremen Bedingungen zusammen auskommen müssen? Man wird an manchen Stellen zum Nachdenken gebracht. So habe ich mich selbst tatsächlich einige Male gefragt, wie ich mich in einer bestimmten Situation verhalten würde...

Alles in allem wurde ich perfekt unterhalten und kann „One Perfect Couple“ allen Psychothriller-Fans wärmstens empfehlen.

Veröffentlicht am 10.06.2025

Ein düsteres Familiengeheimnis

Die unsichtbare Hand
0

Olivia Dumont hat einen besonderen Beruf: Sie ist Ghostwriterin und dazu noch eine richtig begabte. Allerdings fiel sie durch ihre mutige Kritik an einem skrupellosen und frauenfeindlichen Kollegen in ...

Olivia Dumont hat einen besonderen Beruf: Sie ist Ghostwriterin und dazu noch eine richtig begabte. Allerdings fiel sie durch ihre mutige Kritik an einem skrupellosen und frauenfeindlichen Kollegen in Ungnade und bekommt schon länger keine Aufträge. Wie aus heiterem Himmel erhält sie eines Tages doch ein Angebot: Sie soll ein Buch für Vincent Taylor schreiben, der selber ein berühmter Bestsellerautor ist. Olivia ist hin- und hergerissen, denn es handelt sich um ihren Vater, zu dem sie aber seit vielen Jahren keinen Kontakt hat. Sie hat sich als junge Frau von ihm losgesagt, durch eine Heirat ihren Namen geändert und bis dato geheim gehalten, dass sie verwandt sind. Da sie aber in finanziellen Schwierigkeiten steckt, willigt Olivia notgedrungen ein und fährt nach Ojai, wo sie aufgewachsen ist und wo ihr Vater immer noch lebt. Es wird eine Reise in die Vergangenheit ihrer Familie sein, die im Sommer 1975 von einer furchtbaren Tragödie erschüttert wurde...

Ich habe die ersten zwei Bücher von Julie Clark regelrecht verschlungen, fand sie extrem spannend und großartig geschrieben und so war meine Erwartung an ihren neuen Roman sehr hoch. Ich gestehe, ich bin nach der Lektüre etwas enttäuscht. „Die unsichtbare Hand“ ist zweifelsohne ein gutes Buch mit einem originellen Plot und interessanten Charakteren, doch es war für mich kein Pageturner wie „Der Plan“ und „Der Tausch“. Ich vermisste die Raffinesse und auch die Spannung hielt sich in Grenzen. Stellenweise wurde es sogar etwas langatmig. Nichtsdestotrotz ist der Roman durchaus lesenswert und die sehr einfühlsam von der Autorin erzählte Geschichte (bzw. Geschichten, denn die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen und die Ereignisse werden aus verschiedenen Perspektiven geschildert) ging mir unter die Haut.

Sehr gelungen fand ich die graphische Gestaltung, besonders das Cover, das neugierig auf den Inhalt macht und Spannung aufkommen lässt.

Alles in allem wird es nicht mein Lieblingsbuch der Autorin werden, aber ich kann es allen empfehlen, die Bücher über düstere Familiengeheimnisse mögen – sie werden vermutlich auf ihre Kosten kommen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.05.2025

Spannend und berührend

Herbstvergessene
0

Seit zehn Jahren hatte Maja Sternberg so gut wie keinen Kontakt zu ihrer Mutter Lilli. Das Verhältnis zwischen den beiden war schon immer angespannt. Doch als plötzlich die Nachricht von Lillis Tod kommt ...

Seit zehn Jahren hatte Maja Sternberg so gut wie keinen Kontakt zu ihrer Mutter Lilli. Das Verhältnis zwischen den beiden war schon immer angespannt. Doch als plötzlich die Nachricht von Lillis Tod kommt ist Maja tief betroffen. Sie reist nach Wien, wo die Mutter gelebt hat, um sich um ihren Nachlass zu kümmern und die Beerdigung zu organisieren. Laut der Wiener Polizei war Lillis Tod ein Selbstmord, doch die Tochter kann das nicht glauben. Ein altes Foto weckt ihre Neugier und führt Maja auf die Spur eines dunklen Familiengeheimnisses...

Als mir eine Bekannte diesen Roman mit einer besonderen Empfehlung überreicht hatte dachte ich mir nichts dabei und lies das Buch mit dem eher unscheinbaren Cover erstmal eine ganze Weile liegen. Doch irgendwann wurde ich neugierig und fing doch an zu lesen. Zum Glück! Anja Jonuleits Schreibstil hat mir auf Anhieb gefallen und die Geschichte erwies sich als richtig spannend! Nicht nur das, sie hat mich auch sehr berührt, was größtenteils an der großen Einfühlsamkeit liegt, mit der die Autorin die Schicksale ihrer Protagonisten schildert. Sie schafft es auch wunderbar, die Handlung in der Gegenwart mit den Rückblenden aus der Vergangenheit zu verknüpfen. Die letzteren fand ich besonders interessant und ergreifend, denn sie versetzen uns in die düstere Zeit der Naziregimes. Anja Jonuleit gelingt es sehr gut, die Atmosphäre des Angst und der ständigen Bedrohung zu erzeugen. Wie konnte mir diese begnadete Erzählerin bis dato unbekannt bleiben? Ich habe die Lektüre sehr genossen und bin richtig begeistert! Der beste Beweis: Die weiteren Romane Anja Jonuleits stehen bereits in meinem Regal und ich freue mich schon sehr darauf, sie demnächst zu lesen!

Fazit: Ein toll geschriebener Roman und eine fesselnde Geschichte, die unter die Haut geht. Bitte unbedingt lesen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.05.2025

Packend!

Allein gegen die Lüge
0

Aus heiterem Himmel bekommt der Student Matt Pine eine furchtbare Nachricht: Seine Eltern, sein kleiner Bruder und seine Schwester, die gerade noch einen Urlaub in Mexiko machten, wurden dort in ihrer ...

Aus heiterem Himmel bekommt der Student Matt Pine eine furchtbare Nachricht: Seine Eltern, sein kleiner Bruder und seine Schwester, die gerade noch einen Urlaub in Mexiko machten, wurden dort in ihrer Ferienwohnung tot aufgefunden. Als Todesursache wird eine defekte Gasleitung vermutet. Das FBI will die Umstände der Tragödie trotzdem genauer unter die Lupe nehmen, denn die Familie Pine ist der amerikanischen Öffentlichkeit durchaus bekannt: Matts älterer Bruder Danny sitzt seit Jahren wegen Mordes an seiner Freundin im Gefängnis und eine populäre True-Crime-Serie stellt seine Verurteilung als Justizfehler dar. Hängt der alte Mordfall mit dem Tod der Familie Pine zusammen? Ob er will oder nicht wird Matt in die Sache hineingezogen und schwebt schon bald selbst in Todesgefahr...

Alex Finlay liefert mit seinem Buch einen Thriller ganz nach meinem Geschmack: Fesselnd von dem ersten Satz an bis zum überraschenden Ende, mit rasantem Tempo und glaubwürdigen Charakteren. Keine Effekthascherei, grausame bzw. blutige Szenen. Der Autor hat das nicht nötig. Er schafft es, das Grauen auch mit leisen Tönen darzustellen und eine beklemmende Atmosphäre zu erzeugen. Durchweg gut und spannend geschrieben; der Perspektivenwechsel sorgt für Abwechslung und beleuchtet die Ereignisse aus verschiedenen Winkeln. Interessant fand ich auch den psychologischen Aspekt: den Umgang mit der Schuld, vor allem wenn es um die vermeintliche Schuld eines geliebten Familienangehörigen geht.

Fazit: Ein Pageturner, den man am liebsten nicht aus der Hand legen möchte! Eine klare Leseempfehlung für alle Thriller-Fans!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere