Wie schützen wir unsere Kinder vor Gefahren im Netz?
Wir verlieren unsere Kinder!Unsere früher analoge Welt hat sich durch die Erfindung des Internets in kürzester Zeit enorm verändert: So gut wie jedem Menschen steht heutzutage das Wissen der Welt zur Verfügung und soziale Netzwerke ...
Unsere früher analoge Welt hat sich durch die Erfindung des Internets in kürzester Zeit enorm verändert: So gut wie jedem Menschen steht heutzutage das Wissen der Welt zur Verfügung und soziale Netzwerke ermöglichen nicht nur blitzschnelle Kommunikation, sondern auch einen weltweiten Austausch von Meinungen und Erfahrungen und bieten zudem vielfältige Unterhaltung. Die Entwicklungen des Netzes prägen unseren gesamten Alltag, sowohl das Berufsleben als auch unsere Freizeit. Zweifelsohne hat die Digitalisierung in vielerlei Hinsicht unser Leben erleichtert und bereichert, gleichzeitig stellen uns diese Entwicklungen vor eine Menge Herausforderungen. Die Verbreitung von Falschinformationen macht es notwendig, dass wir das im Netz Gesehene / Gehörte / Gelesene kritischer als früher hinterfragen müssen. Wir werden von den Netzwerken nicht nur miteinander verbunden, sondern auch kontrolliert und manipuliert und laufen zudem die Gefahr, uns in virtuellen Welten zu verlieren. Dabei sind es nicht nur schöne und lustige Dinge, die einem dort begegnen. Es sind leider auch Hass, Intoleranz, Grausamkeit und Brutalität, die man im Netz zu sehen bekommt. Immer öfters werden damit auch Kinder und Jugendliche konfrontiert. Diese stehen im Fokus der Autorin Silke Müller. In ihrem Buch beschreibt die erfahrene Schulleiterin und Digitalbotschafterin anhand von konkreten Beispielen Gefahren im Netz, denen die Kinder in ihrem Alltag ausgesetzt sind. Sie zeigt auf, welch schlimme Auswirkungen das haben kann. Und sie macht uns, erwachsenen Lesern, klar, dass wir nicht genug tun, um das zu verhindern. Dass sich viele von uns zu wenig oder sogar gar nicht dafür interessieren, was ihre Kinder im Internet machen. Das Buch ist ein Weckruf, die junge Generation zu beschützen und aufzufangen, indem man sie auf den Umgang mit sozialen Netzwerken entsprechend vorbereitet, sie für mögliche Gefahren sensibilisiert und „eine digitale Ethik als Gewissenskompass“ etabliert. Die Voraussetzung dafür ist, dass die Erwachsenen selbst die nötige Medienkompetenz erlangen und den Kindern von Anfang an die richtigen moralischen Werte vorleben, und zwar nicht nur im realen Leben, sondern auch im Netz.
Es war für mich keine einfache Lektüre. Ich gestehe, die angeführten Beispiele haben mich schockiert und zum Nachdenken gebracht. Ich habe zwar immer versucht, meine Kinder im Geiste der Menschlichkeit und Toleranz zu erziehen und ich bin mir sicher, dass sie sehr gut den Unterschied zwischen Gut und Böse erkennen und sich in ihrem Leben von Gewissen und Empathie leiten lassen werden. Und doch habe ich was meine eigene Medienkompetenz angeht recht wenig getan. Das Buch von Frau Müller hat mir bewusst gemacht, dass man die Augen nicht verschließen, sondern handeln muss. Hoffentlich wird es viele weitere Leser ähnlich aufrütteln und dazu bewegen, ab sofort mehr darauf zu achten, was ihre Kinder im Netz tun und alles zu unternehmen, damit sie gegen die Herausforderungen der digitalen Welt gewappnet sind. Die praktischen Tipps der Autorin können dabei sicherlich hilfreich sein. Und ja, jeder von uns sollte sich an die eigene Nase fassen und überlegen, welche Werte er den Kindern vorlebt. Denn Silke Müller hat recht: Sie werden eines Tages die Verantwortung für diese Welt übernehmen. Und nur wenn sie von uns lernen, wie wichtig Mitmenschlichkeit, gegenseitiger Respekt und Sinn für Gemeinschaft sind, wird dies eine glückliche Welt sein.
Fazit: Ein kluges und wichtiges Buch, das ich vor allem allen Eltern ans Herz legen möchte!