Profilbild von brenda_wolf

brenda_wolf

Lesejury Star
online

brenda_wolf ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit brenda_wolf über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.05.2026

Wellen

Die Ozeanschwimmerin
0


‚Die Ozeanschwimmerin‘ ist ein emotional kraftvoller Roman über Trauer, Selbstfindung und Heilung, der Mut macht und inspiriert.

Im Zentrum steht Sophie, die nach dem tragischen Verlust ihres Mannes ...


‚Die Ozeanschwimmerin‘ ist ein emotional kraftvoller Roman über Trauer, Selbstfindung und Heilung, der Mut macht und inspiriert.

Im Zentrum steht Sophie, die nach dem tragischen Verlust ihres Mannes und ihres Sohnes bei einem Bootsunglück in eine tiefe seelische Leere fällt. Nur im Wasser spürt sie noch einen Funken Leben. Sie bewirbt sich auf zureden ihres Chefs um das Sabbatical Jahr, das ihre Firma jährlich für einen seiner Mitarbeit ausschreibt. Sie will die Ocean’s Seven Challenge meistern – sieben der härtesten Meerengen der Welt innerhalb eines Jahres durchschwimmen.

Charlotte Tarnowski nimmt uns mit auf eine spannende Reise. Sie schreibt sprachgewaltig und mitreißend und zu keiner Sekunde langweilig. Wir spüren das Meer, die heftigen Wellen, die Kraft die es erfordert unbeirrbar gegen Strömungen und Elemente anzukämpfen. Sophies eisernen Willen, es zu schaffen, aber auch ihre Trauer um ihren verstorbenen Mann und ihren Sohn sind absolut authentisch beschrieben. Ich habe meine eigene Trauer an verschiedenen Stellen wieder erkannt, denn auch mein geliebter Mann ist im vorigen Jahr verstorben.

Die Protagonisten sind glaubhaft gezeichnet. So unterschiedlich die Charaktere auch sind. Jeder von ihnen kämpft mit eigenen Problemen und doch werden sie mit der Zeit ein unschlagbares Team.

Die Autorin zeigt, dass es sich lohnt weiter zu schwimmen, in jeder Lebenssituation. Auch wenn die Wellen hochschlagen und man glaubt unterzugehen.

Charlotte Tarnowski schreibt hier unter einem neuen Pseudonym. So ist ‚Die Ozeanschwimmerin‘ praktisch ihr Debüt in der Sparte ernsthafter Roman. Eigentlich heißt die Autorin Carin Müller. Als Charlotte McGregor mit ihren Schottlandromanen war sie mir bereits bekannt. Weitere Pseudonyme sind Charlotte Taylor und C.C. Ravenmiller. Die Autorin schreibt sehr vielfältig, so steht jedes Pseudonym für eine andere Sparte.

Fazit: Meine absolute Leseempfehlung. Ein Lese-Highlight 2026.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.05.2026

Brennpunkt Côte d’Azur

Léon und die Frau im blauen Kleid
0


Das starke Setting der Côte d’Azur bietet den perfekten Rahmen für Commissaire Léon de Cavallier. Denn hier lebt die High Society und auch der adlige Commissaire zählt zu den Reichen und Schönen. ‚Léon ...


Das starke Setting der Côte d’Azur bietet den perfekten Rahmen für Commissaire Léon de Cavallier. Denn hier lebt die High Society und auch der adlige Commissaire zählt zu den Reichen und Schönen. ‚Léon und die Frau im blauen Kleid’ bildet den Auftakt zu einer neuen Krimireihe.

Dem egozentrischen Commissaire Léon de Cavallier wird die toughe Ermittlerin aus der Pariser Banlieue Nadia Bentaleb als neue Kollegin zur Seite gestellt. Die Gegensätze zwischen den beiden könnten nicht größer sein. Und doch müssen sie gemeinsam ermitteln. Ihr erster Fall ist die Leiche einer jungen Frau in einem blauen Kleid, die an die Strandpromenade von Nizza gespült wurde.

Alexander Oetker hat mit Commissaire Léon de Cavallier und Nadia Bentaleb ein tolles Ermittlerpaar geschaffen. Der adlige Snob mit seinem Ferrari und seinen Luxusallüren ging mir anfangs gewaltig gegen den Strich. Eigentlich möchte man ihm den Mittelfinger zeigen. Nadia hingegen mochte ich sofort. Sie bringt einschlägige Erfahrungen in sensiblen Vierteln mit und hat selbst einen Migrationshintergrund.

Das Côte d’Azur-Feeling hat der Autor bildhaft vor meinen Augen entstehen lassen. Ich spürte sie Sonne auf der Haut, sah die Luxusyachten, Palmen, die elegant gekleideten Menschen, die mondänen Restaurants. Alexander Oetkers Sprache ist leicht und gut lesbar. Die Dynamik zwischen beiden Hauptprotagonisten sorgt für Spannung, Reibung und Humor.

Ganz ehrlich, mich hat der Krimi total begeistert. Ein außergewöhnlicher Krimi, spannend bis zum Schluss. Ich freue mich bereits auf den nächsten Fall mit diesen Top-Ermittlern.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.05.2026

Die Tote im Liegestuhl

Vier Minuten Stille - Und dann kam der Sturm
0



Mit »Vier Minuten Stille« legt die Autorin Chris Warnat ist bereits den zweiten Band der Wase-Rahini-Reihe vor.

Auf einem Festival lernt Rahel Josh kennen, im nächsten Moment wird sie von einem Mann ...



Mit »Vier Minuten Stille« legt die Autorin Chris Warnat ist bereits den zweiten Band der Wase-Rahini-Reihe vor.

Auf einem Festival lernt Rahel Josh kennen, im nächsten Moment wird sie von einem Mann bedroht. Er schien mal Teil ihres Lebens gewesen zu sein. Sie flieht, bevor auch die heranziehende Gewitterfront am Horizont hereinbricht.

Jahre später wird Rahel in ihrem Garten tot aufgefunden, nackt in einem roten Liegestuhl, von einer dünnen Schneedecke bedeckt. Auf den Kopf trägt sie eine enganliegende Mütze. Und ihre Tochter Louca ist verschwunden. Die Frage ist, haben beide Ereignisse miteinander zu tun?

Die Autorin schreibt sehr detailgetreu, was die Spannung etwas ausbremst. Den Ermittler Wase Rahimi hat sie authentisch gezeichnet, auch seine Kollegin Emma Paulsen stand mir deutlich vor Augen. Verwirrend fand ich eine Szene in der von einem anderen Fall gesprochen wurde. Ich habe sogar zurückgeblättert, weil ich dachte, ich hätte was überlesen. Ich hatte mitunter das Gefühl, mit fehlt es an Vorwissen. Da wäre es vielleicht gut gewesen, den 1. Band zu kennen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.05.2026

Nervenkitzel auf Isländisch

Home Before Dark
0



Ein Island-Krimi mit vielen überraschenden Wendungen.

1967: Die vierzehnjährige Marsibil hat einen heimlichen Brieffreund. Sie gibt sich ihm gegenüber als ihre ältere Schwester Stina aus. Ein Treffen ...



Ein Island-Krimi mit vielen überraschenden Wendungen.

1967: Die vierzehnjährige Marsibil hat einen heimlichen Brieffreund. Sie gibt sich ihm gegenüber als ihre ältere Schwester Stina aus. Ein Treffen wird vereinbart, an dem Marsibil jedoch nicht erscheint. Stattdessen verschwindet an diesem Abend ihre Schwester Stina spurlos. Nur eine Blutbefleckte Jacke wird aufgefunden. Zehn Jahre später erhält Marsibil erneut einen Brief von diesem Jungen. Marsibil ist in Panik. Sie muss die Wahrheit ans Licht bringen, denn der Mörder ist immer noch auf freiem Fuß.

Eva Björg Ægisdóttir schreibt atmosphärisch dicht, die Stimmung ist oft düster und bedrückend. Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, 1967 und 1977, und nutzt wechselnde Perspektiven, um die psychologische Spannung stetig zu steigern. In diesem Thriller geht es um Schuld und um ein altes Familiengeheimnis. Es gibt viele überraschende Wendungen und ich hatte tatsächlich wechselnde Personen in Verdacht. Die Auflösung des Falls hat mich umgehauen. Damit hatte ich nicht gerechnet. Leider hat der Roman auch einige unnötige Längen. Begeistert hat mich die authentische Beschreibung der Protagonisten und das isländische Flair.

Fazit: Wer Island und spannende Thriller liebt, ist damit gut beraten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.05.2026

Aktiv Leben mit Rheuma

Rheuma ist weiblich
0



„Rheuma ist weiblich“ von Dr. med. Anna Maier ist ein gut lesbares, informatives Sachbuch, das die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei rheumatischen Erkrankungen sichtbar macht.

Die zentrale These: ...



„Rheuma ist weiblich“ von Dr. med. Anna Maier ist ein gut lesbares, informatives Sachbuch, das die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei rheumatischen Erkrankungen sichtbar macht.

Die zentrale These: Rheuma betrifft Frauen häufiger, anders – und wird dennoch oft zu spät erkannt oder falsch eingeordnet. Genau hier setzt Maier an und verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit eindrücklichen Fallbeispielen aus ihrer Praxis.

Noch immer ist die medizinische Forschung und Diagnostik hauptsächlich auf Männer ausgerichtet. Symptome bei Frauen werden häufig verharmlost. Doch Frauen reagieren schon rein immunologisch anders, Hormone beeinflussen Krankheitsverläufe nicht unerheblich.
Die Kapitel sind logisch aufgebaut:
• Grundlagen des Immunsystems
• Geschlechtsspezifische Unterschiede
• Typische rheumatische Erkrankungen
• Diagnostik & Therapie
• Alltag, Psyche und Lebensqualität
Die Autorin verrät, das Schmerz nie nur eine „körperliche Sache“ ist. Er ist oft ein vielschichtiges Signal, das nach Aufmerksamkeit ruft. Tatsächlich wirken Medikamente bei Frauen anders.

Rheuma-Doc Anna schreibt angenehm lesbar, sie erklärt komplexe Zusammenhänge auch für Laien verständlich. Erstaunt hat mich, wie viele verschiedene Erkrankungen sich unter den Begriff Rheuma versammeln. Die Autorin weist daraufhin, dass man mit Ernährung und Bewegung selbst viel für seine Gesundheit erreichen kann. Auch beim Thema Rheuma ist die mündige und eigenverantwortliche Patientin gefragt. Wichtig ist es, sich von den Beschwerden nicht mental runterziehen zu lassen und trotz Erkrankung aktiv zu bleiben.

Fazit: „Rheuma ist weiblich“ von Dr. med. Anna Maier ist ein faktenreiches mutmachendes Sachbuch, dass sich speziell an Frauen richtet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere