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Veröffentlicht am 16.09.2025

Ich spüre dich, ich höre dein Herz

Herzlauschen
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„Herzlauschen“ von Nicole Swidler und Uli T. Swidler ist ein Liebesroman über die Magie, Musik und über tiefempfundene Liebe.

Tessa Boden ist eine gefeierte Sopranistin, die auf den größten Bühnen der ...


„Herzlauschen“ von Nicole Swidler und Uli T. Swidler ist ein Liebesroman über die Magie, Musik und über tiefempfundene Liebe.

Tessa Boden ist eine gefeierte Sopranistin, die auf den größten Bühnen der Welt singt. Trotz ihres Ruhms lebt sie ein einsames Leben aus dem Koffer. Bei einem Benefizkonzert in der Berliner Philharmonie entdeckt sie in der ersten Reihe einen geheimnisvollen Mann, der sie nicht beklatscht, sondern sie intensiv beobachtet und in seinen Skizzenblock zeichnet. Was Tessa nicht weiß: Der Mann ist ein gehörloser Bildhauer. Paul, der erst kürzlich seine geliebte Frau verloren hat und dem dadurch ein Leben weggebrochen ist.

So schön die Gefühle der beiden Protagonisten beschrieben sind, empfand ich die Geschichte doch ein bisschen kitschig. Gefallen hat mir jedoch die Darstellung der nonverbalen Kommunikation – ein stilles Lauschen, das mehr sagt als Worte. Man konnte sich in die Welt der Gehörlosen einfühlen. Paul hat einen ganz besonderen Blick entwickelt, der sicherlich nicht nur seiner Gehörlosigkeit geschuldet ist, sondern auch ein Kennzeichen seiner Kunst darstellt. Er kann Menschen erfassen, ihnen auf die Seele blicken.

Fazit: Ein Feel-Good-Roman für entspannende Lesestunden.



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Veröffentlicht am 13.09.2025

Zuhause

Spät am Tag
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„Spät am Tag“ von Kristin Vego ist ein wundervolles leises, poetisches Buch.

Nach ihrer Scheidung zieht die Schriftstellerin Johanne in ein abgelegenes Haus auf dem Land. Sie sucht Ruhe und Inspiration ...

„Spät am Tag“ von Kristin Vego ist ein wundervolles leises, poetisches Buch.

Nach ihrer Scheidung zieht die Schriftstellerin Johanne in ein abgelegenes Haus auf dem Land. Sie sucht Ruhe und Inspiration zum Schreiben. Ihr Vermieter Mikael hat ebenfalls eine gescheiterte Ehe hinter sich. Johanne und Mikael werden ein Paar. Doch Ex-Frau und Tochter leben in der Nähe und beanspruchen viel Platz in Mikaels und Johannes Leben.

Ich liebe den Schreibstil von Kristin Vego. Sie erzählt unaufgeregt und leise von Johannes Leben, deren Gefühle zu Mikael und dessen Tochter, aber auch von der Ambivalenz zu Mikaels Ex-Frau. Ihre Sprache ist sehr intensiv. Ich habe mich an vielen Stellen wiedergefunden. Es geht um Erinnerung und Verlust, um das Alter und das Alleinsein und ganz viel um die stille Kraft der Natur und die Schönheit des Augenblicks.

Von mir absolute Leseempfehlung. Ein schmales Buch, dass tief berührt.

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Veröffentlicht am 02.09.2025

Düster und brutal

Schwüre, die wir brechen
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"Schwüre, die wir brechen" ist ein spannender Kriminalroman des deutsch-schwedischen Autorenpaars Kerstin Signe Danielsson und Roman Voosen. Es ist bereits der zweite Band einer Reihe, der sich lässt ...



"Schwüre, die wir brechen" ist ein spannender Kriminalroman des deutsch-schwedischen Autorenpaars Kerstin Signe Danielsson und Roman Voosen. Es ist bereits der zweite Band einer Reihe, der sich lässt jedoch ohne Probleme unabhängig vom ersten Band lesen lässt. Ich persönlich kannte den Vorgängerband ebenfalls noch nicht.

Die beiden Ermittlern Jon Nordh und Svea Karhuu bekommen es mit einem äußerst bizarren Fall zu tun. In Malmö wird eine Leiche mit einem Krokodilkopf gefunden. Rätsel geben die Hieroglyphen der ägyptischen Götterwelt auf, die das Opfer trägt. Was will der Täter damit sagen? Lange wird auch nicht klar, wie die kursiv gesetzten Kapitel in die Geschichte passen. Das Schiffsunglück und der schlimme Missbrauch von Peter in Colonia Dignidad um den Sektengründer Paul Schäfer.

Die Autoren schreiben spannend, aber doch mit einigen Längen. Insgesamt ist die Stimmung in diesem Roman eher düster. Die beiden Ermittler Kommissar Jon Nordh und seine Kollegin Svea Karhu kommen sympathisch rüber. Beide haben jedoch eigene Probleme, die in Nebenhandlungssträngen behandelt werden. Auch das restliche Ermittlerteam ist kompetent und macht einen guten Job. Die True-Crime-Podcasterin, die in diesen Fall verwickelt ist, empfand ich als authentisch gezeichnet.

Ich liebe ja Schwedenkrimis, aber so ganz konnte mich "Schwüre, die wir brechen" nicht überzeugen. Vielleicht lag es auch an diesem äußerst brutalen Vorgehen des Täters.

Fazit: Ein spannender Schwedenkrimi, düster und brutal.

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Wehret den Anfängen

Tomorrow Land
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„Tomorrow Land“ vom Autorenduo Peer Martin und Antonia Michaelis zeichnet eine fiktionales Zukunftsbild. Die dargestellte Welt wirkt erschreckend realistisch, und leider kann ich sie sich nur zu gut ...



„Tomorrow Land“ vom Autorenduo Peer Martin und Antonia Michaelis zeichnet eine fiktionales Zukunftsbild. Die dargestellte Welt wirkt erschreckend realistisch, und leider kann ich sie sich nur zu gut als mögliches Zukunftsszenario vorstellen. Es ist eine spannende Fluchtgeschichte und noch so viel mehr.
Erzählt wird die Geschichte von Hannes, der aus einem autoritären Regime flieht, nachdem ein Sturm die Mauern seines Gefängnisses zerstört. Auf seiner Flucht bekommt er Hilfe von Moa, einem nigerianischen Flüchtling. Doch das Sicherheitssystem ist beiden auf den Fersen. Das Mädchen Anna-Greta, von beiden Prinzessin genannt, ist die Tochter des obersten Sicherheitschef, sie bieten den beiden erst mal Unterschlupf, bevor sie sich mit den beiden auf den Weg nach Norwegen macht. Weitere Regimegegner schließen sich der kleinen Gruppe an.

Die Autoren greifen Themen auf, die bereits heute schon brandaktuell sind. Es geht um Widerstand und Zivilcourage in einem autoritären System, der derzeitige Rechtsruck lässt grüßen!!!, um die Ausgrenzung von Flüchtlingen, um Umweltzerstörung und die Klimakatastrophe. Die Autoren wollen mit ihrem Werk aufmerksam machen: Leute lasst es nicht so weit kommen. Wehret den Anfängen. Man kann wirklich nur hoffen, dass so eine Zukunft niemals eintreffen wird. Wann wacht die Menschheit auf. Diese Partei, die die Demokratie aushebeln will und der so viele folgen, macht mir schon jetzt Angst. Einziger Kritikpunkt, mit wurde das Ganze zu hektisch abgehandelt, es fehlte die Tiefe. Eine wirkliche Verbindung zu den Protagonisten konnte ich nicht aufbauen.

Fazit: „Tomorrow Land“ ein Buch das aufrüttelt und nachdenklich macht.

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Veröffentlicht am 21.08.2025

Influenzercosmos

Bestie
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Der Debütroman Bestie von Joana June spielt im Influenzermilieu. Eine ganz eigene Welt. Aber leider keine Welt die ich mir wünsche.

Die Influencerin Anouk sucht nach einer neuen Mitbewohnerin. Lilly ...




Der Debütroman Bestie von Joana June spielt im Influenzermilieu. Eine ganz eigene Welt. Aber leider keine Welt die ich mir wünsche.

Die Influencerin Anouk sucht nach einer neuen Mitbewohnerin. Lilly macht das Rennen. Was sie nicht weiß, Lilli heißt eigentlich Delia. Warum der falsche Name? Lilly ein und will endlich die werden, die sie immer sein wollte. Sie will sich neu erfinden und eine selbstbewusste Bühnenautorin werden. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich eine Freundschaft mit Spannungen, Geheimnissen und Intrigen.
Die Autorin schreibt sehr dicht und atmosphärisch, aber sie konnte mich dennoch nicht erreichen. Das liegt zum einen daran, dass dieser Influenzercosmos nicht meine Welt ist. Hier läuft alles über Schein und Sein, zu viel Selbstinszenierung, Beautyrituale, Schönheits-OPs und Aufstyling und zu wenig wirkliche Gefühle. Es geht um Klicks und Likes und um Reichweite. So waren mit die beiden Hauptprotagonistinnen nicht unbedingt sympathisch.

Anouk ist durchaus bewusst, dass sich ihre Bekanntschaften mit ihr ihr eigenes Ego aufpolieren wollen. Das tut sie ja auch. Sie ist immer auf der Jagd nach angesagten Menschen, will dazugehören zu den Promis. Irgendwie schon arm, wenn man danach sein Leben ausrichtet.

Fazit: Kein Roman für mich. Aber evtl. etwas für junge Menschen, die das Influenzerleben mal von innen kennenlernen möchten.

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