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Veröffentlicht am 20.04.2026

Verborgene Wahrheit

Das letzte Buch von Marceau Miller
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„Das letzte Buch von Marceau Miller“ ist zweifellos ein spannender Thriller, der bei mir allerdings sehr gemischte Gefühle auslöst. Zwischen Gänsehaut, Abscheu und Skepsis bin ich hin- und hergerissen.

Der ...



„Das letzte Buch von Marceau Miller“ ist zweifellos ein spannender Thriller, der bei mir allerdings sehr gemischte Gefühle auslöst. Zwischen Gänsehaut, Abscheu und Skepsis bin ich hin- und hergerissen.

Der Bestsellerautor und Abenteurer Marceau Miller wird tot am Fuß einer Felswand aufgefunden. Ein Kletterunfall. Seine Frau Sarah glaubt nicht daran. Vor zwanzig Jahren ist schon seine geliebte Schwester in den Bergen verschwunden und bisher gibt es keine Spur von ihr. Die Geschwister verband seit ihrer Kindheit ein schwerer Verlust. Der Vater ist der beiden mit seinem Sportflugzeug über den Genfersee abgestürzt. Marceau hatte viele Geheimnisse, die er mit niemanden teilte. Aber er hat diese in seinem letzten Manuskript niedergeschrieben. Nur ist das Manuskript nirgends aufzufinden.

Der Autor schreibt atmosphärisch dicht, manchmal etwas zu blumig, aber das ist okay, wenn es dabei ums Schwärmen geht, über die Schönheiten der Natur. Bin selber ein Naturfreak und kann das gut nachempfinden. Mit Sarah habe ich jedoch ein Problem. Mir ist sie zu zerstörerisch. Sie tobt wie eine Furie durch den Roman. Und für ihre Kinder, die ja auch unter dem Tod des Vaters leiden, hat sie keinen Nerv. Ihren kopflosen Handlungen stand ich oft mit Unverständnis gegenüber. Es fiel mir schwer, zu ihr eine Verbindung aufzubauen.

Ein interessanter Kniff ist sicherlich, dass der Autor seine eigene Geschichte schreibt. Und im Prolog sogar seinen Tod protokolliert. Für mich als neugierige Leserin stellt sich die Frage, wer steckt hinter diesem Pseudonym. Im Netz habe ich nur folgenden Hinweis gefunden: ‚Marceau Miller, vermutlich 1978 geboren, ist möglicherweise Schriftsteller und Drehbuchautor. Dies ist jedoch das erste Mal, dass er einen Roman unter diesem Namen geschrieben hat. Er lebt in Frankreich und kehrt regelmäßig an den Genfersee zurück, eine Region, die ihn stark fasziniert.‘

Fazit: Spannend, jedoch nicht in allen Teilen nachvollziehbar.

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Ballaststoffe: Unterschätzte Alleskönner

Mein Ballaststoff-Masterplan
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Die TV-Ärztin Viola Andresen, bekannt aus den Ernährungs-Docs, legt mit Mein Ballaststoff Masterplan einen praxisnahen, wissenschaftlich fundierten Ratgeber vor, der zeigt, wie essenziell Ballaststoffe ...



Die TV-Ärztin Viola Andresen, bekannt aus den Ernährungs-Docs, legt mit Mein Ballaststoff Masterplan einen praxisnahen, wissenschaftlich fundierten Ratgeber vor, der zeigt, wie essenziell Ballaststoffe für Gesundheit, Wohlbefinden und Gewichtskontrolle sind.

30 Gramm am Tag, lautet die Faustformel für Ballaststoffe, besser sind sogar 40 Gramm. Aber wie ist das mit unserer Ernährung zu erreichen? Offensichtlich muss man da schon an ein paar Stellschrauben des täglichen Ernährungsplan drehen. Meine eigene Bilanz sah offen gestanden nicht unbedingt erfolgreich aus. Ich habe das anhand einer Ernährungsapp überprüft. Aber zum Glück gibt uns die Autorin Werkzeuge und Tipps an die Hand.

Empfohlen werden für Erwachsene mindestens 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag, besser sogar 40 Gramm. Dr. Andresens Masterplan im vorderen Cover zeigt uns wie wir in 3 Wochen unser Ziel von 30 Gramm erreichen können. Im hinteren Cover geht es dann um 40 Gramm und mehr.

Aber weshalb Ballaststoffe? Wofür sind die gut? Studien zeigen, dass ein Mangel an Ballaststoffen ein Risikofaktor für Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck, Herzinfarkt und andere Beschwerden ist. Die Verdauung leidet, Hämorrhoiden und Verstopfung können die Folge sein. Neuesten Untersuchungen zufolge wirken Ballaststoffe sogar auf unsere Psyche und können unsere Stimmung aufhellen und Depressionen lindern.

Ballaststoffe stecken vor allen in Pflanzen. Besonders empfehlenswert sind Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen), Vollkornprodukte (Haferflocken, Brot), Nüsse/Samen (Leinsamen, Chiasamen) sowie Gemüse (Karotten, Kohl) und Obst.

Das Buch wird durch einen wunderschön gestalten Rezeptteil ergänzt, mit ansprechendem Foto auf der einen Seite, auf der gegenüberliegenden Seite findet sich das ausführlich beschriebene Rezept. Es sind erstaunlich einfache Rezepte, die wirklich jedermann/frau zubereiten kann. Und die Fotos machen tatsächlich Lust darauf loszulegen.

Fazit: Ein rundum gelungener Gesundheitsratgeber: informativ, motivierend und alltagstauglich.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Funkenflug

Du musst mich vergessen
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Die Autorin Rosie Walsh ist mir mit ihrem Roman ‚Ohne ein einziges Wort‘, das mich vor Jahren stark berührt hatte, in Erinnerung geblieben. Und nun liegt ihr neuer vielversprechender Roman ‚Du musst ...



Die Autorin Rosie Walsh ist mir mit ihrem Roman ‚Ohne ein einziges Wort‘, das mich vor Jahren stark berührt hatte, in Erinnerung geblieben. Und nun liegt ihr neuer vielversprechender Roman ‚Du musst mich vergessen‘ vor.

Zwischen Carry und Johan hat es gefunkt. Es ist definitiv die große Liebe, Sie sind ein perfektes Paar. Sie träumen von einer gemeinsamen Zukunft. Doch nur wenige Stunden nach ihrer romantischen Hochzeit auf Koh Samui, einer Insel in Thailand, wird Johan von einer Truppe bewaffneter Polizisten am Strand festgenommen und weggebracht.

Mittlerweile sind zwölf Jahren ins Land gezogen. Carry ist mit Robin verheiratet und Mutter eines sechsjährigen Zwillingspärchen, die als Frühchen zur Welt kamen. Carry plant ihren beruflichen Wiedereinstieg als Chirurgin. Von Johan hatte sie nie wieder was gehört. Zufällig stößt sie bei einer Internetrecherche auf ein Foto und erkennt darauf Johan. Es stellt sich heraus, Johan wurde begnadigt und lebt nun schon seit 6 Jahren in Schweden.

Die Autorin schreibt flüssig und gut lesbar. Die Protagonisten sind authentisch gezeichnet. Ich mochte die vernünftige und ambitionierte Chirurgin Carry und den leichtfüßig daherkommenden Johan, in den ich mich als Leserin glatt verlieben konnte. Auch die Nebenfiguren empfand ich als glaubwürdig. Warum mich diesmal das Buch nicht so stark berührte, ist schwer zu sagen. Denn eigentlich hat alles gepasst. Alles war vorhanden, große Emotionen, Spannung, Wärme, Schmerz und echte Glücksmomente. Vielleicht war mir das Ende zu konstruiert, zu bemüht?

Trotzdem kann ich das Buch uneingeschränkt empfehlen.


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Veröffentlicht am 10.04.2026

Frauenpower

Ein guter Blick fürs Böse
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Wer mit einem Killer verheiratet war, hat einen guten Blick fürs Böse. Ist das wirklich so?
Elizabeth Arnott beweist in Ein guter Blick fürs Böse ein beeindruckendes Gespür für subtile Spannung.

Die ...



Wer mit einem Killer verheiratet war, hat einen guten Blick fürs Böse. Ist das wirklich so?
Elizabeth Arnott beweist in Ein guter Blick fürs Böse ein beeindruckendes Gespür für subtile Spannung.

Die Handlung spielt in Kalifornien im Jahre 1966: Margo, Bev und Elsie sind keine gewöhnlichen Freundinnen. Ihre Männer waren eiskalte Serienmörder. Von den Taten ihrer Männer hatten sie während ihrer Ehen nichts geahnt. Und nun, Jahre später, schlägt das Böse erneut zu und mehrere Frauen werden brutal ermordet aufgefunden. Die drei Frauen setzen alles daran, den Täter zur Strecke zu bringen.

Die Autorin Elizabeth Arnott schreibt gut lesbar, in einem atmosphärisch unaufgeregten Stil. Die Spannung ist eher subtil. Wer gerne psychologische Krimis liest, kommt hier auf seine Kosten. Die drei Freundinnen sind glaubwürdig gezeichnet. Sie sind grundverschiedene Charaktere. Jede mit einem anderen Hintergrund, den wir im Lauf der Geschichte erfahren. Doch gemeinsam sind sie stark. Sie beißen sich hartnäckig in ihre Ermittlungen fest. Jede auf die der ihr eigenen Art. Das Kalifornien der 60iger Jahre ist spürbar, aber auch das traditionelle Frauenbild dieser Zeit.

Leider konnte mich der Roman nicht zu hundert Prozent fesseln, da er einige Längen aufweist. Doch insgesamt ist es ein gut lesbarer Krimi, der auf psychologische Spannung setzt.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Die Diagnose

Mit anderen Augen
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‚Mut fängt damit an, sich zu zeigen und zuzulassen, dass man gesehen wird.‘ Zitat von Brene Brown

Die australische Autorin Tara Jane spricht in ihrem Roman ‚Mit anderen Augen‘ ein interessantes Phänomen ...


‚Mut fängt damit an, sich zu zeigen und zuzulassen, dass man gesehen wird.‘ Zitat von Brene Brown

Die australische Autorin Tara Jane spricht in ihrem Roman ‚Mit anderen Augen‘ ein interessantes Phänomen an, nämlich die Unsichtbarkeit der Frauen um die 50.

Eigentlich könnte Tilda mit ihrem Leben zufrieden sein. Sie ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau und Mutter von erwachsenen Zwillingstöchtern. Doch dann ist was Ungeheuerliches ist passiert. Tilda Finch stellt eines Morgens fest, der kleine Finger der rechten Hand ist weg. Und das ist erst der Anfang. Es folgen auch das linke Ohr und die Nase. Von ihrer Ärztin bekommt sie die Diagnose: Unsichtbarkeit. Die Krankheit würde bei Frauen ab einem gewissen Alter häufig auftreten, sei aber noch nicht erforscht und auch nicht heilbar.

Tilda kann und will sich damit nicht zufriedengeben. Sie nimmt den Kampf mit dieser Krankheit auf und lernt andere Frauen mit dem gleichen Schicksal kennen. Tilda wird sich bewusst, dass irgendwas in ihrem Leben fehlt. Sie stellt sich die Fragen: Wie sehe ich mich selbst und die Welt, die mich umgibt? Habe ich mich aus dem Blick verloren? Und wenn ja, wie kann ich dann von den anderen erwarten, dass sie mich sehen?

Mit gefällt ihre Tochter Holly, die sagt, sie will keinen Plan B, denn wenn man den hat, kriegt man ihn am Ende auch. Holly hat immer an ihren eigenen Wert geglaubt. Und auch Tildas Therapeutin Selma Nester sagt zu ihr: Die Meinung, die wir selbst von uns haben, muss das Wertvollste sein.

Wir müssen wissen, wer wir sind, und das auch ausrücken, emotional, intellektuell, spirituell und auch körperlich, sofern wir das möchten.

Jane Taras ‚Mit anderen Augen‘ ist ein rundum gelungener und lebenskluger Roman. Er inspiriert Frauen sich selbst zu finden, den Mut und die Kraft aufzubringen, das eigene Leben neu zu betrachten. Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Ich habe mich mit Tilda identifizieren können. Mich hat die Lektüre zum Nachdenken und Weiterdenken gebracht. Ein Buch das ich uneingeschränkt empfehlen möchte.



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