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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.10.2019

etwas langatmig zu Beginn

Lovely Curse, Band 1: Erbin der Finsternis
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Das Cover ist wunderschön gestaltet und sehr haptisch. 
Es paßt sehr gut zur Geschichte und zum Genre. 

Sehr schade war, daß der Klappentext bereits viel vorwegnahm. Vor allem, weil einiges davon erst ...

Das Cover ist wunderschön gestaltet und sehr haptisch. 
Es paßt sehr gut zur Geschichte und zum Genre. 

Sehr schade war, daß der Klappentext bereits viel vorwegnahm. Vor allem, weil einiges davon erst sehr spät in die Handlung eingebaut wird. 
Auch konnte mich die Handlung nicht so fesseln, wie ich es mir erhofft hatte.  

Aria, 16, muß nach dem Unfalltod ihrer Eltern von N.Y. mitten ins texanische Nirgendwo ziehen, in/ an einen Ort, der Littlecreek heißt. Hier lebt ihre Tante Suzan auf einer Pferderanch. Nun muß sie sich in ihren dortigen Alltag zurechtfinden. 
Der Neubeginn in der Schule fällt ihr ebenfalls sehr schwer, da sie gemobbt und als Freak empfunden wird. 
Dieser Teil war für mich viel zu ausschweifend, zuviel Drama und langatmig. 

Doch es gibt- wie sollte es anders sein?- auch Lichtblicke. Hier in Form von Simon, "der Goldjunge". Footballer, attraktiv und der erste, der freundlich zu Aria ist. 
Dann ist da noch Dean, der Bad Boy, der sich ebenso für Aria interessiert. 
Und natürlich bleibt es nicht (nur) bei der Dreiecksgeschichte. 
Die Verbindung zu den Todesboten/ apocalyptischen Reitern kristallisiert sich erst sehr spät heraus, sodaß vieles offen bleibt (was für eine Buchreihe nicht ganz verkehrt ist!). 

Aria als Ich-Erzählerin ist trotz ihres Verlustes eine sehr starke, sympathische Hauptprotagonistin. 
Auch Dean, Simon und Noemi werden als Figuren detalliert vorgestellt. 
Interessant für mich war, daß Aria sich mit Düften, Kerzengießen usw. beschäftigt- das war mal etwas ganz anderes als das übliche ;) 

Das Buch hat jede Menge Potential, das hier im 1. Teil jedoch nicht zum tragen kommt. Hauptsächlich dreht es sich um den Highschoolalltag von Aria. Ich hoffe daher auf eine deutliche Steigerung im 2. Teil. 
Die Ansätze zum Ende hin gefielen mir jedoch sehr, sodaß ich mit Spannung den 2. Teil erwarte.

Veröffentlicht am 09.10.2019

blaße Hauptdarstellerin

Die Dame hinter dem Vorhang
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Dame Edith Sitwell, die bekannte, erfolgreiche Autorin, hatte eine sehr schwierige Kindheit. 
Auch deshalb war die Beziehung zu ihrer Assistentin Jane etwas ganz besonderes, eine Beziehung, die das Hauptthema ...

Dame Edith Sitwell, die bekannte, erfolgreiche Autorin, hatte eine sehr schwierige Kindheit. 
Auch deshalb war die Beziehung zu ihrer Assistentin Jane etwas ganz besonderes, eine Beziehung, die das Hauptthema dieses Romans bildet. 
Zumal Jane auf ein eigenes, selbstbestimmtes Leben verzichtete und ihr stets aufopferungsvoll zur Seite stand. Sie begleitete Edith auf Reisen und erfuhr so den Genuss von Luxus und Kultur.  

Sie machte sich mit den schillernsten und aufregendsten Personen bekannt, darunter viele Künstler und Schriftsteller.  
Zugleich wurde hier auch die damalige Epoche gut eingefangen- die leidvolle Zeit des 1. Weltkrieges, aber auch die 20er Jahre mit all ihren Vergnügungen.  

Der Roman gewährt einen kleinen Einblick in das Leben der Edith Sitwell und als Leserin möchte man noch mehr über diese sehr unangepasste "Dame" erfahren. Leider fehlt es den Hauptprotagonisten an Tiefe, sie bleiben beide etwas blaß. 

Autorin Veronika Peters ist es gelungen, das Leben der sehr umstrittenen und exzentrischen Edith Sitwell in einem Roman aus der Sicht ihrer persönlichen Betreuerin Jane, die dann zu ihrer Vertrauten wird, erzählen zu lassen. Dabei schwankt "Dame" Edith' provokantes Verhalten zwischen Tragik und Komik. Ein Werk, das gut unterhält.

Veröffentlicht am 09.10.2019

Eve... die letzte Frau?

Eve of Man (I)
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Eve ist das erste Mädchen, das seit 50 Jahren geboren wurde. Auf ihren Schultern ruht nun die gesamte Schicksalslast aller Menschen. In einem luxuriösen Gefängnis wird sie auf ihre besondere Rolle vorbereitet ...

Eve ist das erste Mädchen, das seit 50 Jahren geboren wurde. Auf ihren Schultern ruht nun die gesamte Schicksalslast aller Menschen. In einem luxuriösen Gefängnis wird sie auf ihre besondere Rolle vorbereitet und noch nimmt sie ihr eigenes Schicksal als gegeben hin. Doch dann begegnet sie Bram und plötzlich sieht sie alles mit anderen Augen. 
Ist die Welt wirklich so, wie man es ihr weissmachen möchte oder ist sie nur ein Mittel zum Zweck? Fest entschlossen, ihren eigenen Weg zu gehen, will Eve die Kontrolle zurückerlangen und ausbrechen. Dazu auf Unterstützung angewiesen stellt sich die Frage- wird Bram ihr helfen und sie beide damit die Menschheit dem Untergang weihen? 

Die Thematik wurde etwas neu verpackt, kommt aber so ähnlich häufiger in Dystopien vor. Die Charaktere, sowie die gesamte dargestellte Welt, sind bildhaft und realitätsnah gehalten. 
Besonders Hauptprotagonistin Eve weckt starke Sympathien. Sie ist bezaubernd, wenn auch sehr naiv- was natürlich an ihrem besonderen Leben zuvor liegt. Ihr Weg ist spannend beschrieben und daß die Autoren zu zweit schrieben, fällt nicht auf. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. 

Dieses Buch ist besonders für Dystopie-Fans und diejenigen, die eher etwas spannendes, anregendes lesen wollen. 
4,5 *

Veröffentlicht am 09.10.2019

unerwartete Wendungen

Drei
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Noch bevor ich das neue Werk des Autors Dror Mishani "Drei“ erhalten hatte und lesen konnte, wurde ich mehrfach darum gebeten, Spoiler zu vermeiden, wenn ich von diesem Roman erzähle. So wird er auch im ...

Noch bevor ich das neue Werk des Autors Dror Mishani "Drei“ erhalten hatte und lesen konnte, wurde ich mehrfach darum gebeten, Spoiler zu vermeiden, wenn ich von diesem Roman erzähle. So wird er auch im Klappentext mit „Der Sensationsbestseller aus Israel, über den man eigentlich nichts verraten darf. Spoiler-Gefahr!“ beworben. Das hatte ich so bis dahin auch noch nicht erlebt. 

"Drei" ist treffend für die drei Abschnitte des Buches, über 3 Frauen und ihre Geschichte mit diesem einen Mann, der alles verbindet. 
So trifft man in Teil 1 auf Orna, alleinerziehend und getrennt, die sich endlich ans Online-Dating heranwagen will, um ihre Scheidung zu verarbeiten. Ihr Sohn Eran hingegen mußte dafür bereits psychologische Hilfe in Anspruch nehmen und kämpft noch sehr. Orna möchte sich mit dieser Art des Kennenlernens selbst aus ihrem Tief befreien. 
Das darauffolgende vorsichtige Herantasten wirkte sehr gehemmt und behäbig, ein Auf und Ab, Ja und Nein und dann kommt es doch ganz anders als erwartet. 

"Drei“ ist ein ruhig erzählter Roman, der vor allem durch seine extremen Wendungen an Dramatik und Spannung gewinnt. 

Der Autor selbst nennt ihn "einen Detektivroman, in dem der Detektiv erst zum Ende hin auftaucht". 
So war es ;)

Veröffentlicht am 09.10.2019

Mördersuche in Old Brittannia

Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle
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Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle“ von Autor Stuart Turton wurde in England bereits hochgelobt und gefeiert. 

Der Ich-Erzähler erwacht in einem Wald und hat keinerlei Erinnerung- weder an seinen Namen ...

Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle“ von Autor Stuart Turton wurde in England bereits hochgelobt und gefeiert. 

Der Ich-Erzähler erwacht in einem Wald und hat keinerlei Erinnerung- weder an seinen Namen noch sein vorheriges Leben. Ihm geistert jedoch der Name ANNA durch den Kopf. Plötzlich hört er den Schrei einer Frau in seiner Nähe und einen Schuß. Er glaubt, daß ihm jemand einen Gegenstand in die Manteltasche steckt- ein Kompass, der ihn zurück zum Anwesen Blackheath der Familie Hardcastle führt, wo er Hilfe sucht und auf Antworten zu seiner Person hofft. 

Sofort fesselte mich die Geschichte und der Schreibstil. 
Dieser ist im Präsens und als Ich-Erzählung dennoch sehr locker, mit britischem Humor und einigen Skurrilitäten gespickt. 
Die Stimmung ist unglaublich düster und es schwingt etwas Verhängnisvolles über der Figur, die zu Beginn noch "Dr. Bell" genannt wird. Sehr schnell nimmt Geschichte an Fahrt auf und man muß die Perspektivenwechsel, denn der Ich-Erzähler wechselt nach jedem Einschlafen beim Erwachen die Person und damit auch seinen Charakter, sehr gewissenhaft verfolgen. Aiden (so der wahre Name) hat nur 8 Tage/ Wirtswechsel Zeit, den Mörder der Gastgebertochter Evelyn zu finden, sonst erlebt er dieses Grauen weiterhin in einer Endlosschleife. 

Für mich war dieser Krimi ganz besonders und ich kann die guten Bewertungen nachvollziehen. Für jemanden, der nicht nur locker leicht den Mörder verfolgen will, sich von kuriosen Optionen und britischem (sehr schwarzem) Humor nicht anschrecken läßt- für diese Leser ist Turton´s Erstling absolut empfehlenswert.