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Veröffentlicht am 07.05.2023

hinter der Maske

Die einzige Frau im Raum
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Die Autorin Marie Benedict legt mit "Die einzige Frau im Raum" einen weiteren Band ihrer Reihe um erfolgreiche und mutige Frauen in einer von Männer dominierten Welt vor.

Das Cover ist sehr ansprechend, ...

Die Autorin Marie Benedict legt mit "Die einzige Frau im Raum" einen weiteren Band ihrer Reihe um erfolgreiche und mutige Frauen in einer von Männer dominierten Welt vor.

Das Cover ist sehr ansprechend, besonders die Farbgestaltung. Eine Schwarz-Weiß-Photographie- vermeintlich Hedy- mit einem grünlichen Filter versehen, dazu im starken Kontrast der Titel in Gelb.

Protagonistin ist Hedwig Eva Maria Kiesler, eine berühmte junge, jüdische Schauspielerin am Wiener Theater der Dreißigerjahre.
Sehr jung und naiv heiratet sie auf Anraten ihres Vaters den Waffenhändler Friedrich Mandl, der mit seinen Verbindungen in die höchsten Nazikreise auch Informationen über Hitlers Pläne hatte. Als ihr bewußt wird, daß sie nur als (weiteres) Schmuckstück neben ihrem Mann glänzen soll und welche Bedrohung von Hitler ausgeht, entscheidet sie sich zur Flucht.

Auch in Hollywood wird sie als Hedy Lamarr erfolgreich. Doch neben ihrem Erfolg auf der Leinwand erfindet sie auch ein wichtiges System, das den Krieg beenden könnte. Doch da sie eine Frau und noch dazu "nur" Schauspielerin ist, wird dieses System als nicht relevant abgelehnt!

Der Schreibstil ist flüssig und die Handlung wie gewohnt äußerst spannend. Allerdings ist das Buch mit 280 Seiten zu kurz, um Hedy Lamarr gerecht zu werden.

Der Abschnitt ihres Lebens mit Fritz Mandl erschien mir zu gewichtig, im Gegensatz zu ihrem Kampf, ein Torpedosystem zu erfinden, vorzustellen und vom Krieg bedroht, ja verfolgt zu sein. Zudem hatte Hedy zuvor Jamesie, ein Flüchtlingskind aus Europa, adoptiert. Auch das eher eine Randnotiz.
Hier hätte ich mir mehr (inhaltliche) Tiefe gewünscht.
So endet das Buch bereits 1942, Hedy starb jedoch erst im Jahr 2000. Sicherlich gäbe es noch einiges aufzuzeigen.

Fazit: Der Autorin gelingt es wie gewohnt, einen (hier zu) kurzen Ausschnitt aus dem Leben Hedy Lamarrs mit der Realität und Fiktion in der Romanbiographie verschmelzen zu lassen.

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Veröffentlicht am 07.05.2023

Grace- Superfrau!

Die unglaubliche Grace Adams
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Das Cover spricht mich zwar nicht an, paßt aber mit seinen schrillen Farben (Chaos) gut zur Handlung. Der Untertitel (oberhalb des Titels)
"Grace kann alles. Außer ruhig bleiben".

Grace, 45 und Übersetzerin, ...

Das Cover spricht mich zwar nicht an, paßt aber mit seinen schrillen Farben (Chaos) gut zur Handlung. Der Untertitel (oberhalb des Titels)
"Grace kann alles. Außer ruhig bleiben".

Grace, 45 und Übersetzerin, lebt unfreiwillig von Mann und Teenietochter getrennt- und möchte nun beide zu Lottes 16. überraschen. Auch, wenn sie nicht eingeladen wurde.

Und so macht sie sich am heißesten Tag des Jahres auf den Weg. Läßt ihr Auto einfach im Stau stehen, läuft sich in neuen Sneakers die Fersen blutig, gibt einer Obdachlosen ihre letzten 20 Pfund....und lernt einiges über sich.

Der Schreibstil ist flüssig und locker. Es gibt angenehme Unterhaltung mit einigen Wendungen, jedoch auch tiefgründige Fragen, ein wenig Drama und Einblicke in die komplizierte Beziehung zwischen Mutter und Tochter.

Fazit: Ein großartiger Roman über eine großartige Frau. Die an ihre Grenzen stößt, aber dennoch nicht aufgibt.

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Veröffentlicht am 07.05.2023

Fokus Zukunft

Going Zero
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Das Cover ist für den Diogenes Verlag schon fast auffällig. Ein Fingerabdruck mit einigen weißen Flecken in gedeckten Farben, der Titel "Going Zero" konträr in knallrot. Es paßt jedoch sehr zum Plot.

Ein ...

Das Cover ist für den Diogenes Verlag schon fast auffällig. Ein Fingerabdruck mit einigen weißen Flecken in gedeckten Farben, der Titel "Going Zero" konträr in knallrot. Es paßt jedoch sehr zum Plot.

Ein Kooperationsprojekt vom Social-Media-Mogul Cy Baxter und der CIA, testet mit und an 10 zufällig ausgewählten Menschen eine neue Überwachungssoftware, FUSION.
Wer sich für 30 Tage unterm Radar bewegen und vor allen verstecken kann, ohne (digitale) Spuren zu hinterlassen, dem winken 3 Millionen Preisgeld.

Kaitlyn Day, unscheinbare Bibliothekarin, ist eine der Auserwählten- und überrascht immer wieder mit findigen Tricks. Wer ist sie wirklich?

Dem Autor gelingt es überzeugend, mit seiner Story zu fesseln. Durch viele Wendungen wird die Spannung lange hichgehalten.
Leider verliert die Geschichte im letzten Drittel ihren Fokus und damit die Aufmerksamkeit des Lesenden.
Allerdings wurde hier Potential für eine Fortsetzung geschaffen.

Fazit: Ein fesselndes Buch mit einigen Schwächen, das schon heute die Kluft zwischen dem "gläsernen Kunden" zu schützender Privatsphäre (infrage) stellt. Und aufzeigt, daß FUSION gar nicht mehr so fern in der Zukunft liegt.

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Veröffentlicht am 07.05.2023

Florenz und die Medici

Florentia - Im Glanz der Medici
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Das Cover wirkt sehr ansprechend. Geheimnisvoll dargestellt sind ineinander verschlungene Leiber und Hände, jedoch ohne Köpfe, sodaß unklar bleibt, um wen es sich handeln könnte. Dazu Blüten und Tuch- ...

Das Cover wirkt sehr ansprechend. Geheimnisvoll dargestellt sind ineinander verschlungene Leiber und Hände, jedoch ohne Köpfe, sodaß unklar bleibt, um wen es sich handeln könnte. Dazu Blüten und Tuch- für das Florenz ja weltberühmt war. Offenbar handelt es sich um einen Gemäldeausschnitt des Botticelli- einer der Protagonisten der Geschichte.

"Florentia - Im Glanz der Medici" der Autorin Noah Martin ist ein historischer Roman, der zur Renaissancezeit in Florenz spielt.
Aus verschiedenen Perspektiven erzählt, lernt der Lesende die einzelnen Charaktere schnell kennen. Sie sind detailliert und facettenreich dargestellt, Grundlage bildeten historische Fakten. Dabei werden Fiktion und historische Fakten gekonnt miteinander verwoben.

Neben bekannten Persönlichkeiten wie Leonardo da Vinci, den Medici spielt z.B. auch die Malerin Fioretta eine tragende Rolle. Verändert sie doch das typische Frauenbild, so unabhängig wie sie agiert. Dennoch muß auch sie sich letztlich den gesellschaftlichen Vorgaben der damaligen Zeit beugen.

Der Schreibstil ist flüssig und trotz vieler italienischer Begrifflichkeiten oder Namen war der Roman leicht lesbar.

In "Florentia - Im Glanz der Medici" fesselt die Geschichte, in deren Mittelpunkt die reiche Bankiersfamilie de Medici steht, die sich fortwährend gegen die Machtkämpfe, Intrigen und Verrat behaupten muß.
Spannung mit Liebe, tiefer Freundschaft und Historie gemischt- für jeden Leser ist etwas dabei.

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Veröffentlicht am 07.05.2023

Ein Geschenk für jeden Lesenden

Das Bücherschiff des Monsieur Perdu
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Endlich gibt es die Fortsetzung um den sensiblen, bibliophilen Monsieur Perdu, seine Bücher (Manuskripte) und der Hilfe, die er den Menschen mit deren Unterstützung angedeihen läßt.
„Das Bücherschiff des ...

Endlich gibt es die Fortsetzung um den sensiblen, bibliophilen Monsieur Perdu, seine Bücher (Manuskripte) und der Hilfe, die er den Menschen mit deren Unterstützung angedeihen läßt.
„Das Bücherschiff des Monsieur Perdu“ ist der Nachfolgeroman zu dem überragenden Erfolg „Das Lavendelzimmer“ der Bestsellerautorin Nina George.

Das Wiedererkennen ist durch das Beibehalten der lavendelfarbenen Gestaltung gegeben- die zarte Zeichnung gibt einen Hinweis auf den sanften, leisen Inhalt.

Hauptprotagonist Jean Perdu kehrt endlich wieder auf sein Bücherschiff zurück, der literarischen Apotheke, die er vor 4 Jahren verlassen hatte.

Obwohl mit Catherine in den Bergen der Drôme in seinem neuen Leben glücklich, vermißt er es doch sehr, für jeden Menschen und jedes Seelenpein das passende Buch zu empfehlen. Und als sich die Chance bietet, greift er (nach anfänglichem Zögern) zu und reist mit Max nach Paris, zum Liegeplatz der "Pharmacie Littéraire".
Auf ihrer Reise finden beide Männer zu mehr Antworten, als sie Fragen stellten.
Und mehr Menschen (und Tiere), die gemeinsam wachsend ein Rudel bilden.

Zwischen den Kapiteln oder vereinzelt auch den Absätzen finden sich Perdus Notizen für die „Die große Enzyklopädie der kleinen Gefühle“, so zum Beispiel seine Erläuterungen zu ' Lesedurst, Übergangstaumel oder Wie man mit der Angst spricht '.

Neben vielen unerwarteten und überraschenden Wendungen der Geschichte (und des Lebens) läßt Nina George wieder die Liebe aufblühen. Zu Büchern, zu Menschen... und sie erinnert uns, daß wir zwar auch allein mit Büchern sehr glücklich sein können- noch mehr jedoch mit anderen (wohlmeinenden) Menschen. Ein leises, sanftes Buch, das doch eine große Kraft birgt.
Das ist vielleicht genau das, was unsere Gesellschaft gerade am meisten braucht.

Meinen Dank auch für dieses Lesevergnügen, das sich daran messen läßt, daß man versucht, langsam zu lesen, um möglichst lange diesen Genuß auszukosten. Ein Vorhaben, das natürlich aussichtslos und zum Scheitern verurteilt ist.

Wäre ich nicht schon zuvor durch die wunderbare Sprache und die zauberhaften (herrlich unperfekten) Protagonisten diesem Buch gnadenlos verfallen, spätestens bei der Erwähnung von " Der Eleganz des Igels" (DAS Buch überhaupt für mich!) war ich zu Tränen gerührt und verliebt in jede Zeile, jede Person und natürlich, Autorin Nina George!

Und wie Nina George selbst von einem inneren Nach-Hause-Kommen spricht, so gelang es ihr erneut, auch mich wieder Ankommen zu lassen.
Durch ihren ' Büchertrost '.

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