Bedrückend zu lesen und trotzdem gelungen
Solitaire (deutsche Ausgabe)Worum geht’s?
Eigentlich könnte Victoria Springs Leben perfekt sein – wenn sie das bloß auch so sehen würde. Abgesehen von ihrem Blog interessieren sie nur sehr wenige Dinge im Leben wirklich, egal wie ...
Worum geht’s?
Eigentlich könnte Victoria Springs Leben perfekt sein – wenn sie das bloß auch so sehen würde. Abgesehen von ihrem Blog interessieren sie nur sehr wenige Dinge im Leben wirklich, egal wie sehr Freunde und Familie sich auch bemühen, sie aus ihrem Schneckenhaus hervor zu locken. Als dann jedoch Michael an Toris Schule wechselt, wendet sich das Blatt – denn er ist fest entschlossen, Tori nicht einfach ihrer düsteren Stimmung zu überlassen, sondern ihr Freund zu werden.
Meine Meinung
Seit der Heartstopper-Reihe gehört Alice Oseman fest auf meine Leseliste, auch wenn ich noch längst nicht alle ihre Werke gelesen habe. Bei diesem Buch bin ich auch ehrlicherweise ein wenig froh, es nicht als ersten Berührungspunkt mit ihr gelesen zu haben, denn auch wenn ich die Geschichte grundsätzlich gelungen finde, war sie auch recht bedrückend zu lesen und daher kein wirkliches Wohlfühlbuch für mich.
Tori war mir als Protagonistin ehrlicherweise nicht greifbar genug, auch wenn ihre depressiven Tendenzen eigentlich eine Menge Mitleid bei mir hätten auslösen sollen. In gewisser Weise war sie der Prototyp eines Teenagers, der von seinen Emotionen und Wahrnehmungen erdrückt wird, gleichzeitig wirkte genau das aber auch zu aufgesetzt auf mich, was es mir dann wiederum schwer gemacht hat, wirkliche Sympathie für Tori zu entwickeln.
Im Verlauf der Handlung hat mich diese eher düstere Stimmung leider auch ein wenig runter gezogen, was mir persönlich selten bei Büchern passiert und in der Theorie eigentlich ein Zeichen dafür sein sollte, dass mich eine Geschichte besonders abholen kann. Das war hier leider nicht so ganz der Fall, auch wenn mich der Handlungsstrang um die Solitaire Gruppierung tatsächlich interessiert hat. Ganz überraschend wurde jedoch auch dieser Teil der Handlung nicht umgesetzt, was ich wirklich ein bisschen schade fand, zumal die Idee wirklich Potenzial hatte.
Insgesamt habe ich daher schon Geschichten der Autorin gelesen, die mich deutlich mehr begeistert haben, was für mich allerdings nicht bedeutet, dass ich ihre restlichen Bücher nicht mehr lesen wollen würde. Vor ein paar Jahren wäre mein Urteil vermutlich noch anders ausgefallen, von daher lasse ich mich einfach überraschen, wie mir die nächste Geschichte gefallen wird.
Fazit
Grundidee und Erzählstil der Geschichte fand ich persönlich gar nicht schlecht, beim Lesen wollte der Funke aber leider dann doch nicht so ganz überspringen. Nichtsdestotrotz finde ich das Buch an sich gelungen, denn ich kann mir sehr gut vorstellen, dass mich diese Art zu Erzählen vor ein paar Jahren noch deutlich mehr überzeugt hätte und ich somit einfach ein wenig aus der Zielgruppe herausgewachsen bin.
Dafür gibt es dreieinhalb Bücherstapel von mir.