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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.09.2026

Bedrückend zu lesen und trotzdem gelungen

Solitaire (deutsche Ausgabe)
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Worum geht’s?
Eigentlich könnte Victoria Springs Leben perfekt sein – wenn sie das bloß auch so sehen würde. Abgesehen von ihrem Blog interessieren sie nur sehr wenige Dinge im Leben wirklich, egal wie ...

Worum geht’s?
Eigentlich könnte Victoria Springs Leben perfekt sein – wenn sie das bloß auch so sehen würde. Abgesehen von ihrem Blog interessieren sie nur sehr wenige Dinge im Leben wirklich, egal wie sehr Freunde und Familie sich auch bemühen, sie aus ihrem Schneckenhaus hervor zu locken. Als dann jedoch Michael an Toris Schule wechselt, wendet sich das Blatt – denn er ist fest entschlossen, Tori nicht einfach ihrer düsteren Stimmung zu überlassen, sondern ihr Freund zu werden.


Meine Meinung
Seit der Heartstopper-Reihe gehört Alice Oseman fest auf meine Leseliste, auch wenn ich noch längst nicht alle ihre Werke gelesen habe. Bei diesem Buch bin ich auch ehrlicherweise ein wenig froh, es nicht als ersten Berührungspunkt mit ihr gelesen zu haben, denn auch wenn ich die Geschichte grundsätzlich gelungen finde, war sie auch recht bedrückend zu lesen und daher kein wirkliches Wohlfühlbuch für mich.

Tori war mir als Protagonistin ehrlicherweise nicht greifbar genug, auch wenn ihre depressiven Tendenzen eigentlich eine Menge Mitleid bei mir hätten auslösen sollen. In gewisser Weise war sie der Prototyp eines Teenagers, der von seinen Emotionen und Wahrnehmungen erdrückt wird, gleichzeitig wirkte genau das aber auch zu aufgesetzt auf mich, was es mir dann wiederum schwer gemacht hat, wirkliche Sympathie für Tori zu entwickeln.

Im Verlauf der Handlung hat mich diese eher düstere Stimmung leider auch ein wenig runter gezogen, was mir persönlich selten bei Büchern passiert und in der Theorie eigentlich ein Zeichen dafür sein sollte, dass mich eine Geschichte besonders abholen kann. Das war hier leider nicht so ganz der Fall, auch wenn mich der Handlungsstrang um die Solitaire Gruppierung tatsächlich interessiert hat. Ganz überraschend wurde jedoch auch dieser Teil der Handlung nicht umgesetzt, was ich wirklich ein bisschen schade fand, zumal die Idee wirklich Potenzial hatte.

Insgesamt habe ich daher schon Geschichten der Autorin gelesen, die mich deutlich mehr begeistert haben, was für mich allerdings nicht bedeutet, dass ich ihre restlichen Bücher nicht mehr lesen wollen würde. Vor ein paar Jahren wäre mein Urteil vermutlich noch anders ausgefallen, von daher lasse ich mich einfach überraschen, wie mir die nächste Geschichte gefallen wird.


Fazit
Grundidee und Erzählstil der Geschichte fand ich persönlich gar nicht schlecht, beim Lesen wollte der Funke aber leider dann doch nicht so ganz überspringen. Nichtsdestotrotz finde ich das Buch an sich gelungen, denn ich kann mir sehr gut vorstellen, dass mich diese Art zu Erzählen vor ein paar Jahren noch deutlich mehr überzeugt hätte und ich somit einfach ein wenig aus der Zielgruppe herausgewachsen bin.

Dafür gibt es dreieinhalb Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 06.09.2026

Historische Persönlichkeit im Porträt

Dschingis Khan
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Worum geht’s?
Als Dschingis Khan wurde er berüchtigt, doch die Lebensgeschichte des jungen Mannes auf dem Weg zu einer unbeschreiblichen Macht blieb dabei immer im Verborgenen. Hier wird seine Geschichte ...

Worum geht’s?
Als Dschingis Khan wurde er berüchtigt, doch die Lebensgeschichte des jungen Mannes auf dem Weg zu einer unbeschreiblichen Macht blieb dabei immer im Verborgenen. Hier wird seine Geschichte erzählt – auch abseits seiner Eroberungszüge.


Meine Meinung
Der Stil dieser Grapic Novel hat mir wirklich gut gefallen, auch wenn ich die Geschichte ehrlicherweise nicht ganz so verstanden habe, wie ich es mir eigentlich gewünscht hätte. Grund dafür war vermutlich mein mangelndes Vorwissen über die Lebensgeschichte von Dschingis Khan, weshalb ich mir nicht sicher war, ob die Erzählung wirklich den groben Tatsachen entsprochen hat, oder eben nicht. Die abschließende Einordnung der Autorin fand ich daher zwar grundsätzlich hilfreich, gleichzeitig aber ehrlicherweise auch nicht aufschlussreich genug, um meinen Eindruck zu entkräften.

Inhaltlich gab es meiner Meinung nach nicht besonders viel Auffälliges, man bekommt die Lebensgeschichte von Dschingis Khan durch einen alternden Mönch erzählt, dessen Relevanz für die Geschichte ich allerdings ehrlicherweise nicht verstanden habe. Als dramaturgisches Element war das zwar nett platziert, wirklich mitgefiebert habe ich allerdings zugegebenermaßen nicht, weder hinsichtlich der Kindheit und Jugend, noch des Erwachsenenlebens des Protagonisten, was mich schlussendlich vor allem ein wenig ernüchtert zurück lässt.


Fazit
Die Gestaltung dieser Graphic Novel war auf jeden Fall ein großer Pluspunkt für mich, zumal ich die Idee zu dieser Reihe ausgesprochen interessant finde. Inhaltlich habe ich mich ehrlicherweise ein wenig verloren gefühlt, dem Konzept und vor allem der Gestaltung dieses Buches hat das aber keinen Abbruch getan.

Dafür gibt es knappe dreieinhalb Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 06.09.2026

Zirkusmagie vor historischer Kulisse

Wir waren Artisten
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Worum geht’s?
Die junge Bertha hat alles im Sinn, nur nicht das Heiraten. Als sie sich dann in den Zirkusartisten Baptiste verliebt, ist ihre Familie jedoch alles andere als begeistert – und sie steht ...

Worum geht’s?
Die junge Bertha hat alles im Sinn, nur nicht das Heiraten. Als sie sich dann in den Zirkusartisten Baptiste verliebt, ist ihre Familie jedoch alles andere als begeistert – und sie steht innerhalb kürzester Zeit vor einer Entscheidung, die ihr Leben für immer verändern wird.


Meine Meinung
Familiengeschichten und ich sind bisher immer eine etwas hoffnungslose Mischung gewesen, auch wenn ich wirklich bemüht bin, das langsam zu ändern. Das Thema Zirkus kam mir dabei sehr vielversprechend vor, da ich mir diese Kulisse definitiv magisch vorstelle und somit gewillt war, meine Abneigung dem Genre gegenüber hinten an zu stellen.

Tatsächlich hat mich dieses Buch insgesamt sehr positiv überrascht, auch wenn ich nach dem Lesen sicherlich noch immer kein absoluter Fan des Genres bin. Nichtsdestotrotz mochte ich Schreibstil und Setting sehr gerne, was es mir trotz der ein oder anderen Länge im Handlungsbogen relativ leicht gemacht hat, die Geschichte zu beenden.

Die wechselnden Perspektiven haben der Handlung eine gewisse Dynamik verliehen, was ich persönlich gut gelungen fand. Protagonistin Bertha war mir grundsätzlich sympathisch und als Figur mit eigenen Wünschen und Träumen authentisch dargestellt, auch wenn ich persönlich weder zu ihr, noch zu einem der anderen Charaktere eine wirklich tiefe Bindung aufbauen konnte. Nichtsdestotrotz habe ich sie aber gerne begleitet und wollte definitiv herausfinden, ob sie ihr Happy End bekommen würde.

Auch das Setting im Zirkus hat mir beim Lesen wirklich Spaß gemacht, wobei mich außerdem sehr positiv überrascht hat, wie wenig verklärt das Showgeschäft dargestellt wurde. Die familiären Bezüge der Autorin waren ein sehr netter Einschub an dieser Stelle, weshalb ich die Licht- und Schattenseiten des Zirkuslebens wirklich interessiert verfolgt habe und mir daher überraschenderweise wirklich vorstellen kann, auch die restlichen Bände der geplanten Reihe zu lesen.


Fazit
Mit Familiengeschichte tue ich mich zwar vermutlich auch nach diesem Buch noch immer etwas schwer, als Positivbeispiel mit nur kleinen Schwächen konnte mich diese Geschichte aber definitiv überzeugen. Das Zirkussetting macht dabei wirklich Freude beim Lesen, weshalb ich jetzt tatsächlich neugierig auf einen weiteren Band der Geschichte wäre.

Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 06.09.2026

Mythologie, Macht und Rätsel

Loki − Her Twisted Heart
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Worum geht’s?
Harlow hasst nur eine Sache mehr als das Leben bei den göttlichen Kriegerinnen von Artemis: Die Götter selbst. Als ihr Lager jedoch von mystischen Kreaturen angegriffen und ihre beste Freundin ...

Worum geht’s?
Harlow hasst nur eine Sache mehr als das Leben bei den göttlichen Kriegerinnen von Artemis: Die Götter selbst. Als ihr Lager jedoch von mystischen Kreaturen angegriffen und ihre beste Freundin schwer verletzt wird, bleibt ihr keine andere Wahl, als Loki, den Gott des Chaos aufzusuchen und um Hilfe zu bitten – ohne zu ahnen, was das für ihr Leben und ihr Herz bedeutet.


Meine Meinung
Als riesiger Mythologie-Fan musste dieses Buch definitiv auf meiner Leseliste landen, insbesondere da ich Teil eins und zwei direkt hintereinander weg lesen wollte und das zum Glück auch tun konnte. Mit dem Ende bin ich persönlich zwar nicht ganz glücklich, Spaß beim Lesen hatte ich aber insgesamt trotzdem.

Schreibstil und Einstieg in die Geschichte haben mir sehr gut gefallen, da die Welt und das Leben bei den Agrai zwar recht langsam vorgestellt wurden, ich mich aber trotzdem nicht gelangweilt habe. Irritiert hat mich zu Beginn (und ehrlicherweise auch am Schluss noch immer) eigentlich nur die Tatsache, dass Protagonistin Harlow so einen modernen Namen hatte, während sämtliche andere Figuren immerhin als halbwegs antike Charaktere durchgegangen sind.

Abgesehen davon fand ich Harlow als Figur aber ziemlich sympathisch, natürlich hat sie auch einige Klischees einer auserwählten Protagonistin erfüllt, dabei war sie aber nicht ganz abgehoben und hat zumindest größtenteils noch rationale Entscheidungen getroffen. Ihre Reise mit Loki hat mir beim Lesen wirklich Spaß gemacht, da ich das Konzept von Abyssos und den Mix unterschiedlicher Mythologien in der Praxis total interessant fand und mehr über diese Welt erfahren wollte. Die Logik des Settings hat dabei zwar weniger eine Rolle gespielt als die Reise an sich, meine Begeisterung und vor allem meine Vorfreude auf Band zwei waren jedoch trotzdem geweckt.

Auch die Entwicklung des Deals zwischen Loki und Harlow war für mich zumindest glaubwürdig und rein von der Entwicklung ihrer Gefühle her eigentlich auch recht authentisch dargestellt. Der Wandel von Hass zu Liebe ging mir zwar in Relation zur Länge der Ereignisse (eigentlich waren das nur wenige Tage) zwar etwas zu schnell, auf die Länge des Buches gesehen war der Handlungsbogen aber angemessen gestreckt um diese Entwicklung auch tragen zu können.

Auf Band zwei bin ich daher direkt gespannt, da mir das Ende zwar nicht so richtig überraschend vorkam, meine Neugierde aber natürlich trotzdem geweckt hat. Die Figuren wiederzutreffen wird definitiv spannend, weshalb ich direkt weiterlesen und mehr über die Götter und ihre Motive erfahren will.


Fazit
Für mich hat sich diese Geschichte auf jeden Fall gelohnt, weshalb ich schon sehr gespannt auf Band zwei bin. Die Welt der Götter und insbesondere die Hintergründe des zentralen Konflikts in diesem Buch hatten in meinen Augen definitiv noch ein bisschen mehr Potenzial, gelangweilt habe ich mich beim Lesen aber auch so auf gar keinen Fall.

Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.08.2026

Durchwachsene Romantic Suspense

Indigo Ridge | Die Edens 1 |
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Worum geht’s?
Als frisch gebackene Polizeichefin von Qunicy möchte Winslow eigentlich bloß ihr neues Leben beginnen und endlich zur Ruhe kommen. Leider hat sie die Rechnung ohne Griffin Eden gemacht, der ...

Worum geht’s?
Als frisch gebackene Polizeichefin von Qunicy möchte Winslow eigentlich bloß ihr neues Leben beginnen und endlich zur Ruhe kommen. Leider hat sie die Rechnung ohne Griffin Eden gemacht, der ganz unabsichtlich nicht nur ihr Herz, sondern auch jeden ihrer so sorgsam gefassten Pläne durcheinander bringt. Als dann jedoch plötzlich eine Leiche auftaucht, ist es schlagartig vorbei mit der Idylle – denn im Gegensatz zu ihren Kollegen glaubt Winslow nicht an einen Suizid, sondern vermutet ein viel dunkleres Geheimnis hinter den mysteriösen Todesfällen der letzten Jahre.


Meine Meinung
Kleinstadt-Romanzen sind für mich tatsächlich immer eine Fifty-fifty-Chance auf einen absoluten Lesehit oder einen richtigen Flop. Die erste Hälfte dieser Geschichte hat mich definitiv begeistert, bis zum Schluss konnte sich diese Begeisterung bei mir dann aber leider nicht halten, was meinen Gesamteindruck etwas wackelig erscheinen lässt.

Schreibstil und Setting haben mir wirklich gut gefallen, ich war gerne in Quincy unterwegs und wollte definitiv mehr über die Figuren und vor allem über die Familie Eden wissen. Die Kombination aus Kleinstadt-Setting und Großfamilie ist dabei zwar definitiv keine Neuerfindung, hin und wieder ist das aber einfach genau mein Ding.

Auch Protagonistin Winslow fand ich ganz nett, wobei ich mir ehrlicherweise deutlich mehr Tiefe bei ihrer Figur gewünscht hätte. Wirklich zur Geltung gekommen sind ihre Stärke und Durchsetzungsfähigkeit in meinen Augen leider nicht, auch wenn sie auf dem Papier genau so war, wie ich mir eine starke und vor allem erwachsene Protagonistin eigentlich vorstelle. Sehr irritiert haben mich außerdem die ständigen Wortspiele mit ihrem Namen, die nach ein paar Kapiteln zwar verschwanden, bei mir aber trotzdem einen sehr seltsamen Eindruck hinterlassen haben.

Nicht ganz so überzeugt war ich dann leider von der zweiten Hälfte der Geschichte, auch wenn ich durch das erste Drittel des Buches regelrecht geflogen bin. Mit der Zeit ließ die Spannung bei mir merklich nach, was es mir stellenweise wirklich schwer gemacht hat, aufmerksam dabei zu bleiben. Grund dafür war meiner Meinung nach vor allem die Tatsache, dass mir der Kriminalfall zu konstruiert vorkam und gleichzeitig nicht genug Aufmerksamkeit erfahren hat. Die Kombination aus Ermittlungen und Liebesgeschichte stört mich zwar grundsätzlich nicht, da außer Winslow niemand an einen Mord geglaubt hat, sie aber gleichzeitig in ihrer Rolle als frisch gebackene Polizeichefin davon völlig unbehelligt agieren konnte, kamen mir die Ereignisse leider nicht wirklich geschickt konstruiert vor. Bei der Kürze und dem Fokus des Buches ist das sicherlich keine allzu große Überraschung, verschenktes Potenzial sehe ich in der Umsetzung aber leider trotzdem.


Fazit
Diese Geschichte hatte auf jeden Fall Potenzial und konnte mich über weite Teile hinweg auch durchaus gut unterhalten. Für die Kombination aus Todesermittlung und Liebesgeschichte bin ich grundsätzlich zwar zu haben, hier ist der Funke für mich aber schlussendlich nicht so übergesprungen, wie es für ein wirklich begeistertes Leseerlebnis der Fall hätte sein müssen.

Dafür gibt es dreieinhalb Bücherstapel von mir.