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Veröffentlicht am 30.04.2026

Queeres Jugendbuch ohne große Charakterentwicklung

Could it be Love?
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Worum geht’s?
In Bonnies Leben spielt Musik die Hauptrolle, insbesondere seit sie irgendwie mit dem Tod ihres Vaters klarkommen muss. Als sie dann jedoch plötzlich und immer wieder in verschiedenen Realitäten ...

Worum geht’s?
In Bonnies Leben spielt Musik die Hauptrolle, insbesondere seit sie irgendwie mit dem Tod ihres Vaters klarkommen muss. Als sie dann jedoch plötzlich und immer wieder in verschiedenen Realitäten aufwacht und den Menschen begegnet, die sie sich nie anzusprechen getraut hätte, steht ihre ganze Welt plötzlich Kopf – und nicht nur einmal muss sie sich fragen, was gewesen wäre, wenn sie sich in ihrem Leben je anders entschieden hätte, als sie es bisher getan hat.


Meine Meinung
Die Idee dieser Geschichte finde ich unglaublich interessant und grundsätzlich auch wirklich gut umgesetzt, auch wenn ich ehrlich sagen muss, dass ich schlussendlich doch mit ein paar mehr Fragen zurückgeblieben bin, als mir lieb gewesen wäre.

Zu Beginn bin ich noch relativ schnell in einen sehr angenehmen Lesefluss gekommen und wollte definitiv wissen, was es mit den Realitätssprüngen auf sich hat. Je weiter die Geschichte dann jedoch fortschritt, desto schwerer habe ich mich leider mit ihr getan.

Protagonistin Bonnie war dabei ein Punkt, bei dem in meinen Augen einiges an Potenzial liegengeblieben ist. Grundsätzlich hat mich ihre Geschichte zwar interessiert, ihre Emotionen und Eindrücke waren mir aber leider stellenweise zu platt geschildert, was es vor allem auf emotionaler Ebene eher schwer gemacht hat, vollkommen mit ihr mitzufühlen. Auch ihre Charakterentwicklung kam in meinen Augen leider etwas zu kurz, was mich angesichts des Potenzial der Realitätssprünge wirklich überrascht hat.

Auch die Sprünge in die unterschiedlichen Realitäten kamen mir mit der Zeit leider etwas repetitiv vor, primär weil die ersten Eindrücke und Reaktionen von Bonnie häufig fast identisch waren. Grundsätzlich fand ich die Frage nach dem „was wäre wenn?“ zwar unglaublich spannend, so radikal anders waren die Figuren in anderen Realitäten meiner Meinung nach aber nicht, weshalb ich ehrlicherweise ein wenig Dynamik und Entwicklung vermisst habe.


Fazit
Die Grundidee und die Figuren haben mir hier grundsätzlich wirklich gut gefallen, hundertprozentig begeistert bin ich nach dem Lesen allerdings leider trotzdem nicht. Für mich persönlich hat es insbesondere Protagonistin Bonnie dafür leider etwas an Charakterentwicklung gefehlt, weshalb meine Begeisterung für die Geschichte schlussendlich doch einen kleinen Dämpfer bekommen hat.

Dafür gibt es noch knappe vier Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 25.04.2026

Rückenschmerzen geht es an den Kragen

Die Faszienlüge
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Meine Meinung
Dass das Thema Faszien absolut im Trend liegt und viel diskutiert wird, lässt sich definitiv nicht von der Hand weisen. Auch wenn ich persönlich medizinisch definitiv nicht in allen Bereichen ...

Meine Meinung
Dass das Thema Faszien absolut im Trend liegt und viel diskutiert wird, lässt sich definitiv nicht von der Hand weisen. Auch wenn ich persönlich medizinisch definitiv nicht in allen Bereichen up to date bin, ist das Thema auch an mir nicht vorübergegangen – von daher war ich sehr froh, mich hier einmal fundiert informieren zu können.

Durch die schrittweise Heranführung an medizinische Zusammenhänge hat man es hier auch als absoluter Laie relativ leicht, den Ausführungen zu folgen und das Thema inhaltlich zu durchdringen. Für meinen Geschmack waren die Erklärungen stellenweise sogar etwas zu ausführlich, wer sich jedoch für Medizin und den menschlichen Körper im Allgemeinen interessiert, dem dürfte dieser Aufbau auf jeden Fall zusagen.

Inhaltlich fand ich die Argumentation hier definitiv schlüssig, auch wenn ich zuvor noch keine besonders ausgeprägte eigene Meinung zum Thema Faszien und Faszienequipment hatte. Der Übungsteil mit 30 Übungen gegen Verspannungen hat mich daher am meisten angesprochen, insbesondere weil sich der Großteil davon relativ leicht auch zuhause durchführen lässt. Ein kleines Manko war für mich daher lediglich, dass die Ausstattung der meisten Privatwohnungen eben nicht alle Übungen zulassen, ganz verdorben hat mir das das Buch allerdings nicht.


Fazit
Auch als Nicht-Mediziner kann man hier einiges mitnehmen und jede Menge lernen, insbesondere dann, wenn man sich für den menschlichen Bewegungsapparat und evidenzbasierte Übungen gegen Verspannungen interessiert. Dass nicht alle Übungen tatsächlich alltagstauglich waren, fand ich zwar durchaus schade, insgesamt halte ich das Buch aber definitiv für eine sehr gelungene Herangehensweise an die Themen Schmerz und Verspannungen.

Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 24.04.2026

Nette Lovestory für zwischendurch

The Paradise Problem – Wenn das Herz den perfekten Plan durchkreuzt
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Worum geht’s?
Eigentlich hat Liam Weston Anna Green nur geheiratet, um eine günstige Wohnung auf dem Campus beziehen zu können – blöd nur, dass die beiden dann irgendwie vergessen haben, sich auch wieder ...

Worum geht’s?
Eigentlich hat Liam Weston Anna Green nur geheiratet, um eine günstige Wohnung auf dem Campus beziehen zu können – blöd nur, dass die beiden dann irgendwie vergessen haben, sich auch wieder rechtskräftig scheiden zu lassen. Fünf Jahre später kommt das Liam jedoch wie gerufen, denn ausgerechnet zur Hochzeit seiner kleinen Schwester muss er eine funktionierende Ehe vorweisen – denn sonst ist nicht nur sein Millionenerbe in Gefahr, sondern auch das seiner Geschwister, die er um jeden Preis beschützen möchte.


Meine Meinung
Auch wenn es sicherlich literarisch wertvollere Bücher gibt, mochte ich diese Geschichte wirklich gerne und wurde sehr nett unterhalten. Eine gewisse Vorhersehbarkeit lies sich dabei zwar nicht vermeiden, meiner Meinung nach war aber gerade das auch ein Punkt, der durch Verlässlichkeit für Unterhaltung gesorgt hat.

Zu Beginn des Buches habe ich zwar ehrlicherweise etwas gebraucht, um mich in dem eher unwichtigen Vorgeplänkel wirklich zu motivieren, die Geschichte weiter zu verfolgen, sobald es aber um den eigentlichen Konflikt ging, war ich definitiv mit Interesse dabei.

Anna und West waren eine wirklich interessante Mischung, die ich auf den ersten Blick zwar gar nicht für ein Traumpaar gehalten, mit der Zeit aber definitiv ein bisschen ins Herz geschlossen habe. Anna war dabei für meinen Geschmack manchmal ein bisschen zu sehr drüber, ihre Haltung gegenüber Wests Familie fand ich aber dafür umso beeindruckender. Gestört hat mich eigentlich lediglich, dass sie für ihr Alter und die große Verantwortung, die sie tragen muss manchmal etwas zu kopflos und naiv durch die Welt geht, was es mir schwer gemacht hat, sie wirklich ernst zu nehmen.

Auch West habe ich mitunter ein wenig zwiegespalten gesehen, da er auf mich recht wankelmütig gewirkt hat und nur selten wirklich hinter seinen Entscheidungen stand. Als Charakter fand ich ihn aber insbesondere im Vergleich zum Rest seiner Familie sehr sympathisch, weshalb ich ihm das obligatorische Drama am Ende der Geschichte eigentlich gar nicht übel nehmen konnte.

Hinsichtlich der Beziehung der beiden Protagonisten hat mich dann außerdem sehr positiv überrascht, wie viel sie miteinander geredet haben, bevor es überhaupt richtig zur Sache ging. Das Buch an sich wurde dadurch zwar auch nicht unvorhersehbarer, ein kleines bisschen authentischer fand ich das Szenario so allerdings schon.


Fazit
Auch wenn es sicherlich tiefgründigere Geschichten auf diesem Planeten gibt, hat mich das Buch an sich doch sehr gut unterhalten. Für vergnügliche Lesestunden zwischendurch kann ich es daher definitiv empfehlen, den großen Überraschungseffekt sollte man dabei aber nicht unbedingt erwarten.

Dafür gibt es knappe vier Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 24.04.2026

Fake Dating mit kleinen Schwächen

The Fake Mate – Die Liebe ist eine Bestie für sich
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Worum geht’s?
So lieb wie Mackenzie ihre Großmutter auch hat, mindestens genauso nervig findet sie deren ständige Verkupplungsversuche. Um wenigstens für kurze Zeit ihre Ruhe zu haben, schlägt sie daher ...

Worum geht’s?
So lieb wie Mackenzie ihre Großmutter auch hat, mindestens genauso nervig findet sie deren ständige Verkupplungsversuche. Um wenigstens für kurze Zeit ihre Ruhe zu haben, schlägt sie daher ausgerechnet ihrem Kardiologen-Kollegen Noah vor, ihren Fake-Partner zu spielen – und ahnt dabei nicht, dass sie nicht die einzige ist, die mit dieser kleinen Notlüge Kopf und Kragen riskiert.


Meine Meinung
Fake Dating ist tatsächlich ein Trope, den ich eigentlich ganz gerne lese, Werwölfe als Element dagegen leider eher weniger. Aufgrund des Hypes um die Autorin wollte ich der Geschichte jedoch trotzdem eine Chance geben – und das hat sich auf jeden Fall mehr gelohnt, als ich vorher geglaubt hätte.

Mackenzie und Noah waren in meinen Augen ein wirklich unterhaltsam zu lesendes Paar, auch wenn es immer wieder Momente gab, in denen ich ihre Handlungen einfach nicht nachvollziehen konnte. In gewisser Weise ist das bei diesem Genre natürlich nicht überraschend, ganz grundsätzlich hätte ich mir aber insbesondere bei der Entwicklung ihrer Gefühle füreinander manchmal etwas mehr Tiefgang gewünscht.

Der Schreibstil an sich war angenehm zu lesen und grundsätzlich flüssig, was es mir relativ leicht gemacht hat, durch die Geschichte zu kommen. Gleichzeitig hatte ich leider hin und wieder das Gefühl, dass weder der Schreibstil, noch das Tempo der Geschichte über den leicht holperigen Plot hinwegtäuschen konnten. Dass vor allem die (körperliche) Beziehung der Protagonisten im Vordergrund stehen würde, war definitiv keine Überraschung, der zentrale Konflikt und vor allem dessen kurze Eskalation waren in meinen Augen aber leider nicht ganz so gut durchdacht, dass das Gesamtbild für mich hundertprozentig stimmig gewesen wäre.

Ignoriert man das allerdings, gibt es durchaus einige lustige Szenen, die zwar teils absurd, deswegen aber nicht weniger unterhaltsam zu lesen sind. Auch der Werwolf-Aspekt dürfte einige Fans finden – zu denen ich persönlich mich jedoch nicht zählen würde. Positiv überrascht hat mich daher auf jeden Fall, dass mich die Werwölfe gar nicht so sehr gestört haben, weshalb ich das Buch auch dann tatsächlich weiterempfehlen würde, wenn man vielleicht nicht so sehr auf Werwölfe oder Gestaltwandler steht.


Fazit
Auch wenn ich noch immer kein Werwolf-Fan bin und auch diese Geschichte das nicht geändert hat, konnte mich das Buch an sich doch ganz gut unterhalten. Allzu große Erwartungen an Niveau und Tiefgang darf man bei diesem Genre allerdings nicht haben, andernfalls fällt der Unterhaltungsfaktor sehr wahrscheinlich deutlich geringer aus, als das bei mir der Fall war.

Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 23.04.2026

Interessantes Kinderabenteuer mit etwas schwächelndem Worldbuilding

Midwatch – Schule der unerwünschten Mädchen
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Worum geht’s?
Eigentlich sollte Maggie kochen, sticken und nähen lernen – doch für all diese Tätigkeiten fehlt ihr leider jegliches Talent. Als sie daher auf das Midwatch Institut für unerwünschte Mädchen ...

Worum geht’s?
Eigentlich sollte Maggie kochen, sticken und nähen lernen – doch für all diese Tätigkeiten fehlt ihr leider jegliches Talent. Als sie daher auf das Midwatch Institut für unerwünschte Mädchen geschickt wird, befürchtet sie schon das schlimmste – und wird dafür mit einem magischen Abenteuer überrascht, das ihre kühnsten Träume übersteigt.


Meine Meinung
Auch wenn ich die Grundidee dieser Geschichte ganz interessant fand, hat mich die Umsetzung nicht zu einhundert Prozent vom Hocker gerissen. Grund dafür waren zum einen der Schreibstil, zum anderen aber leider auch das Worldbuilding, das mich beim Lesen nicht wirklich abgeholt hat.

Zu Beginn der Handlung fand ich die Grundidee sehr charmant und insbesondere für junge Leseratten sehr ermutigend gemacht. Als Kernaussage gehe ich mit Themen wie Freundschaft, persönliche Stärken und Ermutigung auch voll mit, richtig gut gemacht war das dann schlussendlich in meinen Augen aber leider nicht.

Das vom Steampunk inspirierte Setting war für mich leider nicht ganz begeisternd, was es mir zusätzlich schwer gemacht hat, richtig in die Geschichte hineinzufinden. Normalerweise finde ich solche alternativen Welten mit realen Bezügen eigentlich total spannend, hier hat das Gesamtbild für mich aber leider nicht hundertprozentig zusammengepasst.

Auch der Schreibstil war nicht wirklich mein Fall, primär weil er sich eigentlich an junge Selbstleser richtet, dabei aber mit so vielen Wiederholungen und simplen Satzstrukturen arbeitet, dass ich mir nicht vorstellen kann, so besonders viel Spaß beim Lesen zu haben.

Von den Figuren war ich daher schon ein wenig überzeugter, auch wenn mir persönlich die Charakterentwicklung der Protagonisten nicht ganz ausgereicht hat. Als ermutigende Vorbilder für kleine Leseratten haben sie mir aber durchaus gut gefallen, weshalb ich auch für den Rest der Reihe Potenzial sehe.

Insgesamt hatte dieses Buch in meinen Augen durchaus Potenzial, hundertprozentig begeistert bin ich im Nachhinein aber leider trotzdem nicht. Junge Leseratten können hier nichtsdestotrotz einiges mitnehmen, weshalb ich nicht grundsätzlich von dieser Geschichte abraten würde.


Fazit
Auch wenn ich persönlich nicht ganz begeistert von dieser Geschichte bin, gab es durchaus vielversprechende Ansätze, die das Buch insgesamt auch lesenswert machen. Setting und Schreibstil konnten mich aber schlussendlich nicht so überzeugen, dass ich das Buch uneingeschränkt empfehlen würde.

Dafür gibt es noch knappe drei Bücherstapel von mir.