Queeres Jugendbuch ohne große Charakterentwicklung
Could it be Love?Worum geht’s?
In Bonnies Leben spielt Musik die Hauptrolle, insbesondere seit sie irgendwie mit dem Tod ihres Vaters klarkommen muss. Als sie dann jedoch plötzlich und immer wieder in verschiedenen Realitäten ...
Worum geht’s?
In Bonnies Leben spielt Musik die Hauptrolle, insbesondere seit sie irgendwie mit dem Tod ihres Vaters klarkommen muss. Als sie dann jedoch plötzlich und immer wieder in verschiedenen Realitäten aufwacht und den Menschen begegnet, die sie sich nie anzusprechen getraut hätte, steht ihre ganze Welt plötzlich Kopf – und nicht nur einmal muss sie sich fragen, was gewesen wäre, wenn sie sich in ihrem Leben je anders entschieden hätte, als sie es bisher getan hat.
Meine Meinung
Die Idee dieser Geschichte finde ich unglaublich interessant und grundsätzlich auch wirklich gut umgesetzt, auch wenn ich ehrlich sagen muss, dass ich schlussendlich doch mit ein paar mehr Fragen zurückgeblieben bin, als mir lieb gewesen wäre.
Zu Beginn bin ich noch relativ schnell in einen sehr angenehmen Lesefluss gekommen und wollte definitiv wissen, was es mit den Realitätssprüngen auf sich hat. Je weiter die Geschichte dann jedoch fortschritt, desto schwerer habe ich mich leider mit ihr getan.
Protagonistin Bonnie war dabei ein Punkt, bei dem in meinen Augen einiges an Potenzial liegengeblieben ist. Grundsätzlich hat mich ihre Geschichte zwar interessiert, ihre Emotionen und Eindrücke waren mir aber leider stellenweise zu platt geschildert, was es vor allem auf emotionaler Ebene eher schwer gemacht hat, vollkommen mit ihr mitzufühlen. Auch ihre Charakterentwicklung kam in meinen Augen leider etwas zu kurz, was mich angesichts des Potenzial der Realitätssprünge wirklich überrascht hat.
Auch die Sprünge in die unterschiedlichen Realitäten kamen mir mit der Zeit leider etwas repetitiv vor, primär weil die ersten Eindrücke und Reaktionen von Bonnie häufig fast identisch waren. Grundsätzlich fand ich die Frage nach dem „was wäre wenn?“ zwar unglaublich spannend, so radikal anders waren die Figuren in anderen Realitäten meiner Meinung nach aber nicht, weshalb ich ehrlicherweise ein wenig Dynamik und Entwicklung vermisst habe.
Fazit
Die Grundidee und die Figuren haben mir hier grundsätzlich wirklich gut gefallen, hundertprozentig begeistert bin ich nach dem Lesen allerdings leider trotzdem nicht. Für mich persönlich hat es insbesondere Protagonistin Bonnie dafür leider etwas an Charakterentwicklung gefehlt, weshalb meine Begeisterung für die Geschichte schlussendlich doch einen kleinen Dämpfer bekommen hat.
Dafür gibt es noch knappe vier Bücherstapel von mir.