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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.01.2026

Wichtiges Thema mit etwas Luft nach oben bei der Umsetzung

Da, wo ich dich sehen kann
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Worum geht’s?
Seit ihr Vater ihre Mutter umgebracht hat, ist im Leben der neunjährigen Maja nichts mehr so, wie es einmal war. Zwischen einem neuen Zuhause, einer neuen Schule und ihrem eigenen Gefühlschaos ...

Worum geht’s?
Seit ihr Vater ihre Mutter umgebracht hat, ist im Leben der neunjährigen Maja nichts mehr so, wie es einmal war. Zwischen einem neuen Zuhause, einer neuen Schule und ihrem eigenen Gefühlschaos ist sie völlig verloren – bis ihre Patentante Liv ihr die Sterne zeigt und Maja zum ersten Mal seit sehr langer Zeit etwas entdeckt, was sie sich nicht ganz so verloren fühlen lässt.


Meine Meinung
Das Thema Femizid hat immer wieder traurige Aktualität, was das Buch an sich zu einer wirklich wichtigen Lektüre macht. Die Umsetzung an sich hat mich auch wirklich berührt, ich wollte die Geschichte kaum aus der Hand legen und haben vor allem mit Maja sehr mitfühlen können.

Der Schreibstil war grundsätzlich sehr angenehm zu lesen, auch wenn er mir stellenweise ein wenig platt vorkam. Das war für mich vermutlich auch der Hauptgrund dafür, dass ich vor allem Majas Kapitel nicht ganz passend für eine Neunjährige fand, da mir die Ausdrucksweisen der Figuren insgesamt ein wenig zu ähnlich waren.

Die wechselnden Perspektiven haben mir wiederum sehr gut gefallen, da ich gerade diesen Punkt für eine der großen Stärken dieses Buches halte. Durch den langsamen Aufbau der unterschiedlichen Sichtweisen, Wissensstände und Bewältigungsstrategien fand ich die Tragödie wirklich authentisch aufgebaut, auch wenn es sicherlich Figuren gab, die weniger gut gelungen waren als andere.

Auch die Unterbrechungen der Erzählung durch Gerichtsgutachten oder Zeitungsartikel fand ich ansprechend, da sie durchaus spannende Einblicke „hinter die Kulissen“ eines solchen Prozesses erlaubt und gleichzeitig die reale Komponente der Geschichte betont haben. Insgesamt hatte ich so immer auch die realen Bezüge vor Augen, was mich nie ganz in die Fiktionsschiene hat abdriften lassen.


Fazit
Diese Geschichte hat mich auf jeden Fall sehr berührt, auch wenn es durchaus Stellen gab, die in meinen Augen noch etwas Luft nach oben bei der Umsetzung hatten. Nichtsdestotrotz finde ich das Thema unglaublich wichtig und insgesamt wirklich gut umgesetzt, weshalb das Buch definitiv jedem ans Herz legen möchte, der sich emotional in der Lage sieht, sich mit dem Thema Femizid auseinanderzusetzen.

Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 22.01.2026

Ansprechender Rundumschlag zum Thema ADHS

Dein ADHS Buddy
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Meine Meinung
Auch wenn ich selbst, zumindest was Sachbücher angeht, nicht ganz auf dem neuesten Stand bin, finde ich das Thema ADHS grundsätzlich spannend. Die Umsetzung dieses Buches hat mich von der ...

Meine Meinung
Auch wenn ich selbst, zumindest was Sachbücher angeht, nicht ganz auf dem neuesten Stand bin, finde ich das Thema ADHS grundsätzlich spannend. Die Umsetzung dieses Buches hat mich von der Aufmachung her sehr angesprochen, und da ich die Kombination aus informativen Abschnitten und Tools zum besseren Umgang mit der eigenen Neurodivergenz spannend fand, war ich wirklich neugierig auf diese Mischung.

Gleich vorab, ich stimme mit der Haltung der Autorin zum Thema Selbstdiagnose absolut nicht überein, denn ich halte so eine wichtige medizinische Einordnung wie die Diagnose von ADHS oder Autismus für die Aufgabe eines Psychiaters und nicht für ein Label, dass man sich, wie es hier suggeriert wird, einfach im Alleingang verpassen sollte.

Was ich in diesem Zuge allerdings gelungen fand, war der insgesamt sehr wertschätzenden Ton, der weder Neurodivergenz, noch die damit einhergehende Symptomatik stigmatisiert, sondern im gesamten Buch vor allem das Potenzial und die Stärken neurodivergenter Gehirne betont. Für ADHSler ist das sicherlich ein großer Pluspunkt, aber auch in Hinblick auf Nichtbetroffene halte ich es für angebracht, einen wertschätzenderen und vorverurteilungsfreien Tonfall anzuschlagen, wenn man über diese Thematik spricht.

Die Textabschnitte des ersten Teiles fand ich insgesamt sehr informativ und quellentechnisch gut belegt, was mir persönlich insbesondere bei Ratgebern durchaus wichtig ist. Auch wenn man sich mit der Thematik bisher noch nie auseinandergesetzt hat, erfährt man hier mehr über die Denkmuster und Verhaltensweisen eines neurodivergenten Gehirns, was für Betroffene wie Nichtbetroffene gleichermaßen spannend und informativ aufbereitet ist.

Der zweite Teil, der die Planerseiten beinhaltet, war in meinen Augen auch für Nichts-ADHSler interessant, da die Planungsmethoden auch so nützlich sein können. Über den QR-Code kann man sich sogar bei Bedarf einige der Seiten als zusätzliche Exemplare herunterladen, was ich als Angebot sehr nett finde und was vielleicht zusätzlich motiviert, das Workbook auch über das Ausfüllen hinaus noch zu benutzen.


Fazit
Auch wenn ich nicht mit allen Aussagen der Autorin zu einhundert Prozent übereinstimme, fand ich das Buch insgesamt fundiert geschrieben und somit wirklich gelungen. Die Mischung aus Informationstexten und Planerseiten hat mir gut gefallen, weshalb ich das Buch insbesondere für neurodivergente Menschen für eine wirkliche Bereicherung halte.

Dafür gibt es viereinhalb Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 21.01.2026

Spannende Geschichte vor wunderschönem Setting

Kings & Thieves (Band 1) - Die Letzte der Sturmkrallen
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Worum geht’s?
Seit dem Tod ihrer Freunde ist für Lina nichts mehr so, wie es einmal war. Als Gefangene der Schwarzkraniche muss sie nicht nur als Auftragsdiebin arbeiten, sondern auch mit ihren Schuldgefühlen ...

Worum geht’s?
Seit dem Tod ihrer Freunde ist für Lina nichts mehr so, wie es einmal war. Als Gefangene der Schwarzkraniche muss sie nicht nur als Auftragsdiebin arbeiten, sondern auch mit ihren Schuldgefühlen kämpfen. Als sie dann einen wertvollen Wandteppich stehlen muss, verärgert sie damit seinen mächtigen Besitzer – den sagenumwobenen Spielmann, der alles daran setzt, um Lina in einem tödlichen Spiel zu besiegen.


Meine Meinung
Auch wenn ich wirklich gerne etwas anderes von mir behaupten würde, ist mein Bücherregal noch lange nicht so divers, wie es eigentlich sein müsste. Asiatisch inspirierte Settings sind dabei leider auch eher Mangelware, was mich aufgrund meiner Faszination für Mythen, Sagen und Legenden daher definitiv dazu bewogen hat, mit dieser Reihe zu beginnen.

Im Nachhinein betrachtet hätte ich das schon viel früher tun sollen, denn diese Geschichte hat mich von Beginn an mitgerissen. Der Einstieg war spannend und hat mich trotz der eigentlich sehr spärlichen Informationen unglaublich neugierig auf den weiteren Verlauf der Handlung gemacht. Erst nach und nach erfährt man mehr über das Setting und das Worldbuilding, was mir normalerweise eigentlich zu lange gedauert hätte, hier aber so gut mit den beiden Erzählsträngen verknüpft wurde, dass ich unbedingt mehr erfahren wollte und mich beim Lesen nicht gelangweilt habe.

Die Sprünge zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart haben für mich sehr gut dargestellt, warum Lina so ist wie sie ist. Natürlich war es irgendwo ein wenig fragwürdig, dass ausgerechnet eine Jugendliche die beste Auftragsmörderin eines ganzen Königreiches sein sollte, spannend fand ich ihre Figur und insbesondere ihre Entwicklung aber nichtsdestotrotz.

Auch die Begegnungen zwischen ihr und dem Spielmann fand ich sehr spannend, insbesondere weil seine Figur das Ergebnis einer Verknüpfung unterschiedlicher Mythen war und ich daher wirklich gerne wissen wollte, welche Rolle er insgesamt in der Geschichte einnehmen würde. Über ihn als Figur wollte ich schlussendlich gerne noch deutlich mehr erfahren, denn seine Handlungsanteile waren für meinen Geschmack und das Maß meines Interesses leider ein wenig zu knapp bemessen.

Nachdem ich dieses Buch beendet habe, bin ich nun schon unglaublich gespannt auf die beiden Fortsetzungen der Trilogie, die ich definitiv auf meine Leseliste für dieses Jahr setzen muss. Sowohl Lina, als auch Rui haben in meinen Augen definitiv das Potenzial dazu, sich als Protagonisten noch weiter zu entwickeln, weshalb ich definitiv unglaublich neugierig darauf bin, wie es mit ihrer Geschichte weitergeht und ob die hier angesprochenen Geheimnisse ihrer Macht in Band zwei endlich aufgelöst werden.


Fazit
Dieses Buch zählt definitiv jetzt schon zu meinen Jahreshighlight, was mich so früh im Jahr wirklich positiv überrascht hat. Das Setting und die Figuren machen auf jeden Fall Lust auf die Fortsetzungen, weshalb ich jetzt schon gespannt darauf warte, wie es im nächsten Teil mit Lina und Rui weitergeht.

Dafür vergebe ich alle fünf Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.01.2026

Hochspannung bis zum Schluss

Tage voller Zorn
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Worum geht’s?
Leo Koski ist finnischer Ministerpräsident, eine beeindruckende Position in seinen jungen Jahren. Als sich dann jedoch eine junge Frau vor dem Haus eines politischen Unterstützers anzündet, ...

Worum geht’s?
Leo Koski ist finnischer Ministerpräsident, eine beeindruckende Position in seinen jungen Jahren. Als sich dann jedoch eine junge Frau vor dem Haus eines politischen Unterstützers anzündet, droht die Regierung ins Wanken zu geraten – denn zum ersten Mal in seinem Leben stellt Leo alles und jeden um sich herum in Frage.


Meine Meinung
Dieses Buch hat mich wirklich positiv überrascht, auch wenn ich eigentlich bekennender Politthriller-Fan bin und daher natürlich auf eine mitreißende Geschichte gehofft habe. Der Erzählstil und die Plottwists haben mich aber so abgeholt, dass ich bis zum Schluss restlos begeistert war und am liebsten direkt mit Band zwei der Reihe weitergemacht hätte.

Der Erzählstil war dabei von Anfang an ziemlich rasant, was perfekt zum beschriebenen Setting und den Vorgängen in der Politik gepasst hat. Das aufgewühlte politische Klima kam meiner Meinung nach sehr gut zur Geltung, was das Szenario insgesamt für mich sehr nachvollziehbar und durchaus glaubwürdig gemacht hat, gleichzeitig lief man als Leser so aber nicht Gefahr, durch übermäßig ausschweifende wirtschaftswissenschaftliche Betrachtungen gelangweilt zu werden.

Leo Koski hat mir als Protagonist dabei wirklich gut gefallen, da man bei ihm wunderbar beobachten kann, wie seine Entwicklung von der braven Marionette hin zu einem selbstständig denkenden Menschen verläuft. Zu Beginn fand ich ihn durchaus ein wenig naiv und habe mich gefragt, wie man so überhaupt Ministerpräsident hätte werden können, im Laufe der Geschichte konnte er mich als Figur dann aber definitiv von sich überzeugen.

Auch die Kombination mit seiner politischen Gegnerin Emma Erola konnte mich überzeugen, da auch sie im Laufe der Geschichte eine durchaus interessante Entwicklung durchmacht. Zum Ende hin fand ich ihren Handlungsbogen zwar etwas schwächer, grundsätzlich habe ich ihre Figur aber trotzdem als Bereicherung für die Geschichte wahrgenommen.

Am meisten begeistert haben mich neben den Figuren dann aber definitiv die Wendungen, die ich überraschenderweise alle nicht habe kommen sehen. Die kleinen Cliffhanger am Ende der meisten Kapitel haben den Spannungsbogen durchgehend hoch gehalten, was es mir wirklich schwer gemacht hat, Pausen beim Lesen einzulegen. Abgesehen von einer Figur, deren Zielsetzung für mich nicht so glaubwürdig war, wie es die Auflösung hat suggerieren wollen, konnte mich die Geschichte jedoch immer wieder aufs Neue überraschen, weshalb Band zwei definitiv jetzt schon auf meiner Leseliste für dieses Jahr steht.


Fazit
Dieses Buch hat mich auf jeden Fall begeistern können, weshalb ich auch die Fortsetzung unbedingt lesen möchte. Wer spannende Politthriller und überraschende Wendungen mag, dem wird diese Geschichte sicherlich so zusagen, wie das bei mir der Fall war.

Dafür gibt es volle fünf Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 11.01.2026

Zäher Einstieg in eine eigentlich nette Idee

Kingmakers – Jahr 1
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Worum geht’s?
Anna und Leo sind gemeinsam aufgewachsen und beste Freunde, seit sie denken können. Nach ihrem Highschoolabschluss verändert sich ihr Leben jedoch schlagartig – denn als Erben zweier Mafiafamilien ...

Worum geht’s?
Anna und Leo sind gemeinsam aufgewachsen und beste Freunde, seit sie denken können. Nach ihrem Highschoolabschluss verändert sich ihr Leben jedoch schlagartig – denn als Erben zweier Mafiafamilien kommt für sie keine normale Universität in Frage, sondern nur das Kingmakers College. Dort sollen sie nicht nur alles lernen, was man für eine kriminelle Karriere braucht, sondern müssen auch gegeneinander bestehen – denn Kingmakers ist der gefährlichste Ort für Menschen, deren Hass aufeinander Generationen überdauert hat.


Meine Meinung
Die Idee der Geschichte klang eigentlich ganz spannend für mich, insbesondere weil Mafiageschichten für mich der Innbegriff des Dark Romance Genres sind und ich daher durchaus gespannt auf die Umsetzung war.

Gleich zu Beginn des Buches wurde ich dann jedoch etwas enttäuscht, da es fast die Hälfte der Handlung gebraucht hat, bis überhaupt wirklich etwas spannendes passiert ist. Der Einstieg war für meinen Geschmack viel zu schwerfällig, da man sowohl Anna, als auch Leo und Dean nur oberflächlich kennenlernt, dabei aber kaum weltbewegende Informationen erhält.

Erst ab der zweiten Hälfte kommt wirklich Bewegung in die Handlung, und ich war deutlich interessierter an den Geschehnissen und dem Leben in Kingmakers. Das Campusleben hat leider insgesamt deutlich weniger Platz in der Geschichte eingenommen, als ich eigentlich erwartet hätte, mein Interesse war jedoch trotzdem höher als zu Beginn des Buches.

Mit den Figuren hatte ich leider insgesamt auch eher meine Probleme, insbesondere weil ich kaum einen der Charaktere wirklich ernst nehmen konnte. Jeder wollte hier tough und edgy wirken, realistisch betrachtet ist aber niemand – abgesehen von Dean – wirklich je mit Gewalt in Berührung gekommen, was das Konzept der gefährlichen achtzehnjährigen Mafiaerben meistens eher lächerlich auf mich hat wirken lassen.

Anna und Leo mochte ich als Paar irgendwie trotzdem, auch wenn man bei beiden gemerkt hat, dass sie sich ihrer Privilegien teils überhaupt nicht bewusst waren. Im Laufe der Geschichte hatte ich aber insbesondere bei Leo wirklich das Gefühl, dass er sich als Charakter weiterentwickelt hat, was mich durchaus versöhnlicher gestimmt hat.

Seltsam fand ich bei den beiden jedoch trotzdem, wie plötzlich und in welchem Maße sich dann auf die sexuelle Komponente ihrer Beziehung fokussiert wurde. Immerhin sind beide volljährig, was immerhin beruhigend war, der Wechsel von absolut null Erfahrung hin zu vergleichsweise „professionellem“ Vorgehen hat mich dann aber doch überrascht und ehrlicherweise gerade im Epilog eher irritiert.

Auch in Hinblick auf Rechtschreib-, Logik- und Übersetzungsfehler hätte ich mir einen genaueren Blick auf die Geschichte gewünscht, da mir doch einige Stellen aufgefallen sind, die ein Lektorat eigentlich hätte ausbessern müssen. Mein generelles Lesevergnügen wurde zwar nicht maßgeblich gemindert, in Kombination mit allen anderen Kritikpunkten hatte ich so aber schlussendlich doch den Eindruck, dass dieses Buch sein volles Potenzial leider nicht ausgeschöpft hat.


Fazit
Die Geschichte an sich hat mir leider erst ab der zweiten Hälfte wirklich gefallen, zuvor habe ich mich eher quälen müssen, um überhaupt an den Punkt zu kommen, der mein Interesse halten konnte. Die Figuren und ihre Entwicklungen waren daher nur eine kleine Entschädigung dafür, dass ich mich nicht so für die Geschichte begeistern konnte, wie das eigentlich der Fall hätte sein können.

Dafür gibt es drei Bücherstapel von mir.