Spannendes Jugendbuch mit etwas schwächelndem Ende
Missing Page - Tödliche WorteWorum geht’s?
Nachwuchsautorin Antonia Roth kann ihr Glück kaum fassen, als sie einen der heiß begehrten Plätze in einem exklusiven Schreibseminar des berühmten Autors Richard Erwin Giffard ergattern kann. ...
Worum geht’s?
Nachwuchsautorin Antonia Roth kann ihr Glück kaum fassen, als sie einen der heiß begehrten Plätze in einem exklusiven Schreibseminar des berühmten Autors Richard Erwin Giffard ergattern kann. Auf Giffard Manor angekommen schlägt ihre Begeisterung dann jedoch schnell um – denn aus einem simplen Schreibkurs wird ein erbitterter Kampf um das Erbe ihres Gastgebers, den nicht alle der Anwesenden unbeschadet überstehen werden.
Meine Meinung
YA-Krimis standen bisher ehrlicherweise eher weniger auf meiner Leseliste, auch wenn ich durchaus schon einige begeisterte Stimmen über das Genre und auch über dieses Buch im Speziellen gehört habe.
Einstieg und Schreibstil haben mir auch ehrlicherweise überraschend gut gefallen, denn beim Lesen war man wirklich direkt drin in der Geschichte und wollte definitiv wissen, was überhaupt passieren würde. Das erste Drittel der Handlung war dabei für meinen Geschmack fast schon etwas zu harmlos, da man zwar durchaus die ein oder andere mysteriöse Situation erlebt, real aber eigentlich noch überhaupt nichts passiert ist. Langeweile kam dabei zwar nicht direkt auf, ein bisschen mehr Spannung hätte es für mich persönlich aber trotzdem geben dürfen.
Mit dem Fund der Leiche nahm die Geschichte dann definitiv an Tempo auf, auch wenn man als Leser ehrlicherweise ziemlich im Dunkeln darüber gelassen wurde, was tatsächlich passiert sein könnte. Das Geschehen durch die Brille der jugendlichen Protagonisten zu sehen, hat diesen Eindruck bei mir noch verstärkt, auch wenn ich diese Darstellung ehrlicherweise authentischer fand, als das bei einer professionellen, aber unglaubwürdigen Ermittlung der Fall gewesen wäre.
Die Ermittlungen an sich wurden für mich dann ganz ehrlich etwas wirr, da die meisten bahnbrechenden Erkenntnisse recht plötzlich und vor allem in Antonias Kopf zustande kamen. Die Schlussfolgerungen waren dabei teilweise einfach ein wenig an den Haaren herbeigezogen, was für die Auflösung und den großen Plottwist aber vermutlich auch nicht ganz vermeidbar war.
Auch mit den Charakteren habe ich mich nur teilweise anfreunden können, da ich die Auflösung und vor allem die Zusammenhänge zwar wirklich spannend verknüpft fand, die Darstellung der Figuren aber insgesamt leider ein wenig oberflächlich geblieben ist. Gerade zu Beginn konnte ich auch noch nicht unbedingt alle auftretenden Charaktere klar auseinanderhalten, was zwar mit der Zeit besser wurde, mir aber insgesamt nicht ganz so gut gefallen hat, wie ich es mir gewünscht hätte.
Insgesamt hatte ich beim Lesen trotzdem viel Spaß und habe mich nicht gelangweilt, weshalb ich durchaus geneigt wäre, das Genre etwas genauer im Auge zu behalten. Wirkliche Tiefe darf man dabei aber nicht unbedingt erwarten, dafür war die Menge der Figuren und Ereignisse dann doch etwas zu groß.
Fazit
Auch wenn mir persönlich das Ende etwas zu hektisch und die Auflösung dann leicht an den Haaren herbeigezogen war, fand ich das Buch insgesamt wirklich angenehm zu lesen. Der Spannungsbogen war für mich nicht ganz umwerfend, für das Genre aber total angemessen, von daher bin ich schon wirklich gespannt auf weitere Bücher der Autorin.
Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.