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Veröffentlicht am 29.12.2020

Interessante Geschichte mit Startschwierigkeiten

Dark
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Worum geht’s?
Als die Tochter von Gaunerin Sneak spurlos verschwindet, bittet diese ihre ehemalige Mitgefangene Blair Harbour um Hilfe. Blair, ehemalige Ärztin und zu unrecht verurteilte Mörderin, kann ...

Worum geht’s?
Als die Tochter von Gaunerin Sneak spurlos verschwindet, bittet diese ihre ehemalige Mitgefangene Blair Harbour um Hilfe. Blair, ehemalige Ärztin und zu unrecht verurteilte Mörderin, kann da nur schwer Nein sagen und findet sich schon bald inmitten von kriminellen Machenschaften und obskuren Gestalten wieder – und gefährdet dabei mitunter nicht nur ihr Leben, sondern auch ihre gerade wiedergewonnene Freiheit.


Meine Meinung
Zu Beginn bin ich irgendwie nicht so richtig mit der Geschichte und ihren Protagonisten warm geworden. Das ist mir auch schon bei einer anderen Reihe der Autorin aufgefallen, aber sowohl da als auch hier lohnt es sich auf jeden Fall, sich durch die manchmal ein wenig zähen Anfänge durchzukämpfen.

Die Charaktere waren insgesamt ziemlich interessant angelegt, auch wenn mich die Zahl der auftretenden Personen zunächst fast ein wenig erschlagen hat. Erst nach einigen Kapiteln kristallisierte sich dann deutlicher heraus, um wen es denn eigentlich hauptsächlich gehen sollte. Besonders spannend finde ich an den Büchern von Candice Fox, dass ihre Protagonisten keine klassischen Helden sind und teilweise auch über den Rand von Grauzonen hinweg agieren. Mitunter macht es das ein wenig schwierig, Sympathien für einzelne Charaktere aufzubauen und ihr Verhalten zu beurteilen – aber auch das hat irgendwo einen gewissen Reiz.

Ein wenig schade fand ich, dass der Aufbau dieser Geschichte bei mir keine wirkliche Spannung im Sinne eines klassischen Thrills hat aufkommen lassen. Natürlich war ich sehr gespannt darauf, wie sich die Handlung entwickeln wird und was das für die verschiedenen Charaktere bedeutet, aber insgesamt hatte ich beim Lesen nicht das Gefühl, einen Thriller in der Hand zu halten.


Fazit
Auch wenn ich mich zunächst ein wenig durchbeißen musste, um in die Geschichte hineinzufinden gefallen mir die Bücher von Candice Fox wirklich gut. Einen wirklichen Thriller hat man mit Dark meiner Meinung nach zwar nicht vor sich, wer aber Lust auf vielseitige Charaktere und interessant verwobene Handlungsstränge hat, dem kann ich dieses Buch auf jeden Fall trotzdem empfehlen.

Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.12.2020

Ausführlich recherchiert – authentisch erzählt

Der Turm aus Licht
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Worum geht’s?
Im Zentrum dieser Geschichte steht der Bau des Freiburger Münsters, der nicht nur die Obrigkeiten der Stadt, sondern auch so ziemlich alle ihre Bewohner beschäftigt. Denn im Schatten des ...

Worum geht’s?
Im Zentrum dieser Geschichte steht der Bau des Freiburger Münsters, der nicht nur die Obrigkeiten der Stadt, sondern auch so ziemlich alle ihre Bewohner beschäftigt. Denn im Schatten des schönsten Turms auf Erden lebten die unterschiedlichsten Charaktere, deren Lebensgeschichten mal mehr und mal weniger eng mit dem berühmtesten Bauwerk der Stadt verwoben waren.


Meine Meinung
Dieses Hörbuch ist sicherlich das umfangreichste, welches ich dieses Jahr gehört habe. Die Masse an Inhalt mag zunächst ziemlich überwältigend wirken, dabei merkt man dann aber auch relativ schnell, dass sich das Zuhören wirklich lohnt.

Die Vertonung dieser Geschichte hat mir sehr gefallen, da man der Sprecherin auch über lange Zeit hinweg wirklich gut zuhören kann. Die häufigen Perspektivwechsel waren für mich zunächst ein wenig gewöhnungsbedürftig, dadurch erhält man gleichzeitig aber auch ein sehr breites Bild verschiedener Figuren und deren Schicksale.

Was man dabei natürlich nicht unterschätzen darf, ist die erforderliche Aufmerksamkeit des Hörers. Die vielen Handlungsstränge und die unterschiedlich detailliert erzählten Perspektiven waren neben der Gesamtlänge der Geschichte weitere Aspekte, die dieses Hörbuch zwar sehr interessant, dabei aber nicht gerade zu einer Nebenher – Lektüre gemacht hat.

Insgesamt hat man mit Der Turm aus Licht ein ganz schönes Stück Arbeit vor sich, welches Ausdauer und Interesse an der Thematik erfordert. Die historische Recherche ist aber wirklich beeindruckend und ermöglicht so eine ausgesprochen authentisch wirkende Erzählung, die viele interessante Hörstunden bietet.


Fazit
Auch wenn die Länge dieses Hörbuchs auf den ersten Blick ein wenig abschreckend wirken kann, das Durchhalten lohnt sich. Wer Lust auf eine historisch gut recherchierte Geschichte mit Einblicken in abwechslungsreiche Einzelschicksale hat, dem kann ich Der Turm aus Licht auf jeden Fall empfehlen.

Dafür vergebe ich viereinhalb Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.12.2020

Eine Achterbahn der Situationskomik

Sauer macht listig
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Worum geht’s?
Nach 22 Ehejahren eröffnet zu bekommen, dass der eigene Ehemann eine Affäre mit einer wesentlich jüngeren Frau hat – das trifft Elenor völlig unvorbereitet. Ohne ein abgeschlossenes Studium ...

Worum geht’s?
Nach 22 Ehejahren eröffnet zu bekommen, dass der eigene Ehemann eine Affäre mit einer wesentlich jüngeren Frau hat – das trifft Elenor völlig unvorbereitet. Ohne ein abgeschlossenes Studium oder einen Beruf steht sie wenig unabhängig da, doch kampflos in einer unglücklichen Ehe versauern, dass sieht sie erst recht nicht ein. Voller Tatendrang stürzt sie sich also in eine mitunter ganz schön skurrile Phase der Selbstfindung und entdeckt dabei Seiten an sich, die sie Jahre zuvor nicht für existent gehalten hätte.


Meine Meinung
Schon das Wortspiel im Titel verspricht eine Geschichte mit viel Augenzwinkern und einem ordentlichen Rachefeldzug. Prinzipiell bekommt man auch genau das in diesem Buch geliefert, ob die inhaltliche Umsetzung dieser Richtung dann allerdings auch jedem Hörer zusagt, steht noch mal auf einem anderen Blatt.

Gut gefallen hat mir zunächst einmal die Sprecherin. Die Intonation hat größtenteils stimmig und natürlich gewirkt, und auch die einzelnen Charaktere ließen sich durch individuelle Sprachmuster besser auseinanderhalten.

So ein wenig meine Probleme hatte ich dann aber tatsächlich mit den Figuren. Insbesondere Elenor kam mir an einiger Stelle ein wenig arg sprunghaft vor, auch wenn ich aufgrund ihrer Ausgangssituation natürlich nicht mit einer vollkommen in sich ruhenden und daher ausschließlich logisch handelnden Persönlichkeit gerechnet habe. Nichtsdestotrotz konnte ich da gedanklich nicht immer anknüpfen und blieb dementsprechend auch hin und wieder mal ein wenig verwirrt zurück.

Auch die Handlung an sich war mir an mancher Stelle nicht greifbar genug, was aber vermutlich zu einem großen Teil einfach daran lag, dass ich nicht wirklich zur Zielgruppe dieser Geschichte gehöre. Wer aber Lust auf einen unterhaltsamen Selbstfindungstrip der Protagonistin hat, der wird an diesem Hörbuch definitiv seine Freude haben.


Fazit
Grundsätzlich ist Sauer macht listig eine durchaus nette Geschichte, bei der man einfach mal abschalten und zuhören kann. Viel Humor und der ein oder andere skurrile Charakter sind hier ebenfalls enthalten, was das Hörerlebnis insgesamt wirklich angenehm macht. Allerdings gehe ich stark davon aus, dass ich eher weniger zur Zielgruppe gehöre und mich die Geschichte daher nicht vollkommen ansprechen konnte.

Von mir gibt es dafür dreieinhalb Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.12.2020

Blutig und spannungsgeladen

Jigsaw Man - Im Zeichen des Killers
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Worum geht’s?
Nach einem Jahr im Innendienst fällt es DI Anjelica Henley unvermutet schwer, auf die Straße zurückzukehren. Viel Eingewöhnungszeit bleibt ihr jedoch nicht, denn schon bald werden in London ...

Worum geht’s?
Nach einem Jahr im Innendienst fällt es DI Anjelica Henley unvermutet schwer, auf die Straße zurückzukehren. Viel Eingewöhnungszeit bleibt ihr jedoch nicht, denn schon bald werden in London Leichenteile gefunden und ihr voller Einsatz ist gefragt. Denn obwohl der Jigsaw – Killer längst in einem Hochsicherheitsgefängnis sitzt, weisen die Körperteile der Opfer die selben Kennzeichnungen auf, die auch Peter Olivier bei seinen Morden verwendete – und dieses Detail wurde nie mit der Öffentlichkeit geteilt.


Meine Meinung
Der Einstieg ist mir zunächst wirklich schwerer gefallen, als ich nach dem Klappentext vermutet hätte. Für meinen Geschmack war das Setting zu Anfang etwas zu verschwommen und nicht ganz so klar definiert, wie ich es gebraucht hätte um gut in die Geschichte hineinzufinden.

Ganz besonders schwierig fand ich, dass man als Leser immer nur mit kleinen Brocken der Hintergrundgeschichte gefüttert wird. So habe ich mich kaum zurechtgefunden und musste zweimal nachschauen, ob ich es wirklich mit dem ersten Band einer Reihe zu tun hatte und nicht unwissentlich in eine bereits begonnene Serie eingestiegen bin.

Im Laufe der Zeit wurde das etwas besser, da hatte man dann allerdings auch schon bedeutend mehr Informationen und konnte insbesondere die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander besser zuordnen. Mit den Namen habe ich mich tatsächlich zunächst auch echt schwergetan. Irgendwie haben die Charaktere dazu nicht schnell genug an Farbe gewonnen, um mir wirklich im Gedächtnis zu bleiben – was bei meiner ohnehin schon vorhandenen Verwirrung nicht ganz so toll war.

Was mir dann allerdings wirklich gut gefallen hat, war der langsame aber stetige Spannungsaufbau und die Spur der Hinweise, die keine zu überstürzte Hinführung zum Täter initiiert haben. Insgesamt kamen mir die Beschreibungen der Polizeiarbeit hier sehr authentisch vor, insbesondere was zeitliche Abläufe betrifft. An dieser Stelle konnte man die berufliche Erfahrung der Autorin wirklich erkennen, was ich wirklich klasse zu lesen fand.

Zum Ende hin hat die Geschichte dann noch einmal richtig an Fahrt aufgenommen, was mir an der Stelle aber tatsächlich nicht zu viel wurde. Als Abschluss der Handlung dieses Buches lässt es so ein paar Möglichkeiten offen, ohne dem Leser dabei das Gefühl zu geben, mit einer unfertigen Geschichte zurückgelassen zu werden.


Fazit
Auch wenn ich zunächst ein paar Schwierigkeiten mit dem Einstieg in dieses Buch hatte, hat mir die Geschichte und ihr Aufbau an sich gut gefallen. Ob mich dieser erste Band jetzt wirklich so begeistert, dass ich eine ganze Reihe mit den Charakteren lesen wollen würde – da bin ich mir noch nicht so sicher. Wer aber eine spannende Geschichte mit einigen ziemlich blutigen Szenen sucht, dem kann ich Jigsaw Man da wirklich empfehlen.

Von mir gibt es dafür vier Bücherstapel.

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Veröffentlicht am 17.12.2020

Grundsätzlich spannend, zum Ende hin aber relativ schwach

Ohne Schuld
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Worum geht’s?
Kate Linville ist noch nicht einmal richtig in ihrer neuen Heimat angekommen, als sie auch schon mitten in ihren nächsten Fall hinein stolpert. Ein bewaffneter Täter verfolgt am helllichten ...

Worum geht’s?
Kate Linville ist noch nicht einmal richtig in ihrer neuen Heimat angekommen, als sie auch schon mitten in ihren nächsten Fall hinein stolpert. Ein bewaffneter Täter verfolgt am helllichten Tag eine Frau durch einen Zug und droht, sie zu erschießen. Geistesgegenwärtig bringt Kate sich und das Opfer aus der Schusslinie – und ist somit schon in den Fall verstrickt, bevor er überhaupt zum wirklichen Fall wird. Doch erst kurze Zeit später wird die wirkliche Brisanz der Situation deutlich, denn mit der selben Waffe wird zwei Tage später eine weitere Frau angegriffen und schwer verletzt – und mit schwer verletzt scheint sich der Täter nicht zufrieden geben zu wollen.


Meine Meinung
Diese Geschichte bietet zunächst einmal so ziemlich alles, was ein guter Kriminalroman meiner Meinung nach haben muss. Auch die Umsetzung als Hörbuch hat mir gut gefallen, insbesondere mit Claudia Michelsen als Sprecherin.

Schon der Einstieg ist spannend gewählt und wirft eine Menge Fragen auf, deren Beantwortung teils lange auf sich warten lässt. Als Hörer hat man so wirklich viel Zeit, um sich mögliche Zusammenhänge zu erschließen und Spekulationen anzustellen, was die Spannung und das Interesse am weiteren Verlauf der Handlung hoch hält.

An der Konstellation der Protagonisten ist dieses Mal ganz interessant, dass Kate zur Abwechslung mal nicht diejenige ist, die ohne offizielle Befugnisse ermittelt. Stattdessen wird Caleb durch eine Suspendierung außer Gefecht gesetzt und tritt daher erst relativ spät in der Geschichte selbst in Erscheinung.

Ab diesem Zeitpunkt nahm leider auch die Spannung relativ rapide ab, da fast alle Fragen geklärt waren und man einfach nur noch auf das Ende des Showdowns warten konnte. So richtig mitreißen konnte mich das ehrlich gesagt nicht mehr, und dieses Ausschleichen der Handlung hat sich für mich sehr in die Länge gezogen angefühlt. Auch der Ausblick am Schluss der Geschichte hat da die Stimmung für mich nicht mehr retten können, insbesondere weil ich mit der Lösung so nicht ganz glücklich war.

Dreiviertel des Buches haben mir wirklich gut gefallen, weshalb mein Gesamteindruck eigentlich ziemlich positiv ist. Einzig das Ende hat mir das Hörbuch so ein wenig versaut, sonst wäre meine Bewertung sicherlich ein Stück begeisterter ausgefallen.


Fazit
Anfang und Mittelteil dieser Geschichte sind wirklich stark und spannend erzählt, konnten mich packen und die Handlung wirklich interessant gestalten. Zum Ende hin wurde es dann allerdings schon ein wenig arg dünn, und insbesondere der Schluss hat mich irgendwie ein wenig unzufrieden zurückgelassen. Wer mit solch einem Erzählmuster nichts anfangen kann, dem würde ich von dieser Geschichte vielleicht eher abraten.

Von mir gibt es dafür trotzdem vier Bücherstapel.

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