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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.04.2023

Solide

Als das Böse kam
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Die 16jährige Juno lebt mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder auf einer abgelegenen Insel. Sie wächst hier (über)behütet und in für sie ganz normalen Verhältnissen auf. Doch instinktiv spürt Juno, ...

Die 16jährige Juno lebt mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder auf einer abgelegenen Insel. Sie wächst hier (über)behütet und in für sie ganz normalen Verhältnissen auf. Doch instinktiv spürt Juno, dass es da noch mehr als diese Insel geben muss, und beginnt den Eltern unangenehme Fragen zu stellen. Sie kann nicht ahnen, dass sie damit eine Lawine in Gang setzt, an deren Ende das Böse schon wartet...

Die Geschichte, die in 3 Teile gegliedert und aus der Ich-Perspektive von Juno erzählt wird, beginnt rasant und mitreißend. Man lernt die Familie näher kennen und man spürt die sich aufbauende innere Zerrissenheit Junos mit ihrer abgeschotteten Lebensweise. Die Handlung wird dank Spannung und Tempo in dem ersten Teil wunderbar vorangetrieben, was dann im zweiten Abschnitt leider fast zum erliegen kommt. Es gibt zwar ausreichende Aktionen, diese sind aus meiner Sicht nicht immer logisch, geben der Handlung aber die nötigen Impulse. Kann man darüber hinweglesen, wird man im dritten Teil dann mit einem rasanten Finale belohnt. Hier fallen dann viele Puzzleteile, wenn auch nicht alle, an ihren Platz.

Fazit: „Als das Böse kam“ ist ein solider Thriller, der eine mitreißende Story und überraschende Wendungen zu bieten hat. Auch wenn nicht alle losen Fäden verknüpft wurden, hat mich der Thriller gut unterhalten. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 3 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 29.04.2023

Lesenswerter Reihenauftakt

Das neunte Gemälde
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Lennard Lomberg, Kunstexperte mit Doktor-Titel, wird eines Tages in einen Mordfall verwickelt, in dem es für ihn nicht nur gilt einem Mörder auf die Spur zu kommen, sondern auch sich mit dem Thema Raubkunst ...

Lennard Lomberg, Kunstexperte mit Doktor-Titel, wird eines Tages in einen Mordfall verwickelt, in dem es für ihn nicht nur gilt einem Mörder auf die Spur zu kommen, sondern auch sich mit dem Thema Raubkunst auseinander zu setzen. Dabei kommt auch einiges aus der Vergangenheit seiner eigenen Familie ans Licht...

In vier Zeitebenen, die sich über die Jahre 1914, 1943, 1966 und 2016 erstrecken, entwickelt sich nun eine fesselnde, interessante und informative Geschichte, die man allerdings nicht so eben mal nebenbei lesen sollte. Stück für Stück entwirft der Autor hier einen Spannungsbogen rund um das Bild aber auch um die Familiengeschichte der Lombergs, die von Hitlerdeutschland bis in die jüngste deutsche Geschichte reicht. Und um so mehr Lomberg junior über Lomberg senior in Erfahrung bringt, desto brisanter wird auch die Jagd nach dem Bild.

Für mich sehr überzeugend, versteht es der Autor hier Kunst- und Nachkriegsgeschichte in ein mitreißendes Setting zu verpacken und Fiktion und Tatsächliches mit einander zu verbinden. Und ganz nebenbei bekommt man auch noch Wissenswertes über Fälschungen in der Kunstszene vermittelt.

Auch wenn der Hauptprotagonist in seiner Charakterisierung noch Luft nach oben hat, hier hoffe ich auf die nächsten Bände, hat mich doch die Geschichte um Raub- und Beutekunst gut unterhalten können. „Das neunte Gemälde“ ist definitiv kein Krimi der einfach gestrickten Art, aber genau das hat mit gut gefallen.

Eine Leseempfehlung kann ich aussprechen und ich bewerte diesen 1. Band um Kunstexperte Lennard Lomberg mit 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 29.04.2023

Hatte andere Erwartungen an das Buch

Der schönste Zufall meines Lebens
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Von Anfang an ist klar, dass Penny unzufrieden mit sich und der Welt ist. Sie hatte bis dato ein schwieriges Leben, denn sie war an Krebs erkrankt und hat ihre Mutter an dieselbe Krankheit verloren. Hinzu ...

Von Anfang an ist klar, dass Penny unzufrieden mit sich und der Welt ist. Sie hatte bis dato ein schwieriges Leben, denn sie war an Krebs erkrankt und hat ihre Mutter an dieselbe Krankheit verloren. Hinzu kommt, dass sie scheinbar nicht den Richtigen finden kann, und so ist Penny verständlicherweise frustriert. Während sich ihre Lebensumstände im Laufe des Romans ändern, schafft sie es, sich mit drei sehr unterschiedlichen Männern einzulassen - die alle gegensätzliche Beziehungen anbieten. Da ist zunächst Francesco, ein Kochkollege und attraktiver Italiener. Nach ihrem Umzug nach Derbyshire lässt sich Penny auf Thomas ein, der draufgängerisch und unberechenbar ist und überhaupt kein Interesse an Monogamie hat. Priyesh schließlich bietet eine wilde, aber gefühlt verzweifelte Anziehung, die offensichtlich keine Zukunft hat. Als sich die drei Männer schließlich in den letzten Kapiteln der Geschichte treffen, spitzt sich die Lage zu...

Ich hatte das Gefühl, dass sich die Geschichte zum Ende hin etwas in die Länge zieht. Williams' Charaktere sind zweifelsohne vielfältig. Und viele Themen ziehen sich durch Pennys Geschichte, und verleihen dem Buch schon Tiefe, nur hatte ich es bei dem Klappentext und dem Cover in dieser Art und Weise nicht erwartet. Somit ging meine Vorstellung von dem Buch in eine gänzlich andere Richtung und ich bin letztlich nicht wirklich warm geworden mit der Geschichte. Da ich das aber dem Buch so nicht anlasten kann/möchte vergebe ich alles in allem 3 von 5 Sterne und empfehle anderen Lesern durchaus einen Blick ins Buch zu wagen.

Veröffentlicht am 29.04.2023

Mitreißend und fesselnd

Todesspiel. Die Nordseite des Herzens
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Während des gesamten Buches verfolgen wir einen Serienmörder, der ganze Familien meuchelt. Dabei geschieht das immer an Orten, die von Naturkatastrophen wie Tornados oder Überschwemmungen heimgesucht ...


Während des gesamten Buches verfolgen wir einen Serienmörder, der ganze Familien meuchelt. Dabei geschieht das immer an Orten, die von Naturkatastrophen wie Tornados oder Überschwemmungen heimgesucht werden. Hinter den Auswirkungen des vom Hurrikan Katrina verwüstete New Orleans, geschieht es dann erneut...

Dieses Buch ist die Vorgeschichte der Baztán Trilogie, und hier wird Amaias Kindheit in Elizondo, einem Ort in der Gemeinde Navarra, der von den Bildern und dem Glauben der Menschen des Nordens bevölkert ist, näher beleuchtet. In Rückblenden wird deutlich, wie sehr Überzeugungen die Denkweise prägen können. Das sehen wir auch bei Dupree, der ursprünglich aus Louisiana stammt, und dem Cajun-Glauben angehört.
Wir können Amaias psychologische Entwicklung als Ermittlerin und als begabte junge Erwachsene beobachten, die in der Lage ist, Details zu lesen, die anderen völlig entgehen. Dolores Redondos Schreibstil ist dabei so bildhaft, dass ich mich mitten in der Handlung wähnte. Sie verleiht ihren Figuren eine psychologische Dichte, die zeigt, dass der menschliche Geist das größte Rätsel sein kann, das es gibt. Es geht um Psychopathie, Kindesmissbrauch, die lokale Glaubenssymbolik und die Mystik, die darüber entscheidet, ob jemand Gutes oder Böses tut.

Dieses Buch ist ein wirklich gelungener Thriller. Die Handlung, die Charaktere, der Schreib- und Erzählstil ergeben diesen mitreißenden, fesselnden und sehr unterhaltsamen Thriller. Meinen Lesegeschmack hat das Buch absolut getroffen, deshalb vergebe ich auch gern volle 5 Sterne.

Veröffentlicht am 28.04.2023

Serienstart mit Luft nach oben

Fräulein vom Amt – Die Nachricht des Mörders
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Alma, das Fräulein vom Amt, bekommt durch Zufall eine geheimnisvoll formulierte telefonische Nachricht mit, die sie im Rückblick dazu veranlassen wird, ihr auf den Grund zu gehen.

Diesen Einstieg in ...

Alma, das Fräulein vom Amt, bekommt durch Zufall eine geheimnisvoll formulierte telefonische Nachricht mit, die sie im Rückblick dazu veranlassen wird, ihr auf den Grund zu gehen.

Diesen Einstieg in die Kriminalgeschichte fand ich ganz gelungen. Auch die Beschreibungen des Arbeitsplatzes und die damit verbundene Tätigkeit war für mich interessant und neu. Hier merkt man, wie intensiv sich das Autorinnen-Duo mit diesem Umfeld beschäftigt und recherchiert haben. Überhaupt wird das Ambiente der 1920er Jahre für mein Empfinden sehr gut eingefangen. Einerseits sind die Auswirkungen des Krieges noch überall spürbar, andererseits wollen die Menschen nach vorn schauen und das Leben wieder genießen. Diese Lebensfreude transportieren auch Alma und ihre Mitbewohnerin Emmi, die sich nicht unterkriegen lassen wollen. Als Alma dann beschließt, der mysteriösen, unbeabsichtigt mitgehörten Nachricht nachzugehen, die ihr einfach keine Ruhe lässt, findet sie sich unter anderem im Baden-Badener Nachtleben wieder...

Den Autorinnen ist mit „Die Nachricht des Mörders“ ein guter Serienstart für das „Fräulein vom Amt“ gelungen. Das Flair Baden-Badens ist sehr lebendig und bildhaft beschrieben und die handelnden Figuren sind sympathisch und lebensbejahend charakterisiert. Allerdings hätten der Handlung mehr Spannungsmomente gut getan, hier ist definitiv noch Luft nach oben.

Aber alles in allem hat mir der erste Teil angenehme, kurzweilige und interessante Lesestunden bereitet. Allen Lesern, die eher einen ruhigen (Kriminal-)Roman mit gediegenem Tempo bevorzugen, kann ich dieses Buch absolut empfehlen.