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Veröffentlicht am 10.09.2022

Der wilde Tanz der Roaring Twenties

Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein wilder Tanz (Polizeiärztin Magda Fuchs-Serie 3)
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Auch der dritte und letzte Teil der Polizeiärztin Magda Fuchs-Reihe entführt uns LeserInnen wieder ins Berlin der 1920er Jahre.

Neben dem neuen Fall, um eine erst verletzt aus dem Hafenbecken geborgene ...

Auch der dritte und letzte Teil der Polizeiärztin Magda Fuchs-Reihe entführt uns LeserInnen wieder ins Berlin der 1920er Jahre.

Neben dem neuen Fall, um eine erst verletzt aus dem Hafenbecken geborgene und später tot aufgefundene Holländerin, den Magda und Kuno zu enträtseln versuchen, sind wieder die altbekannten Charaktere aber auch einige neue, interessante Persönlichkeiten mit von der Partie. Aber auch die historischen Begebenheiten, wie der erstarkende Nationalsozialismus und das ausgelassene Leben im Berlin jener Zeit, setzen den Rahmen für den „wilden Tanz“ aller beteiligten.

Die sich wandelnden gesellschaftlichen Begebenheiten, werden gut anhand der Hauptfiguren dargestellt. Die Frauen emanzipieren sich, gehen einer Arbeit nach und setzen ihre Interessen gegenüber ihren Ehemännern durch. Auch wenn noch lange nicht alles eitel Sonnenschein ist, ist ein Anfang gemacht und die Frauen erkämpfen sich immer mehr Rechte. Dass und das Setting des Berlin der Roaring Twenties passen hier wunderbar zur Handlung und ergeben so einen Roman der mich wieder gut unterhalten hat.

Von mir gibt es folgerichtig auch eine Leseempfehlung, allerdings mit dem Hinweis zum besseren Verständnis aller Hintergründe die Vorgängerbände gelesen zu haben, und 4 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 10.09.2022

Peter Grant x2

Gestatten: Peter Grant
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Im Mittelpunkt steht Peter Grant, ein junger Police Constabler, der eine Begabung für alles Magische hat. Sein Vorgesetzter DI Thomas Nightingale, der letzte Zauberer Englands, nimmt Peter kurzerhand unter ...

Im Mittelpunkt steht Peter Grant, ein junger Police Constabler, der eine Begabung für alles Magische hat. Sein Vorgesetzter DI Thomas Nightingale, der letzte Zauberer Englands, nimmt Peter kurzerhand unter seine Fittiche und lehrt ihm die Zaubersprüche. Alles andere als einfach für Peter, muss er ja auch noch seine eigentliche Polizeiarbeit auf die Reihe bekommen. Doch dank der Hilfe von Constable Lesley May, dem Hund Toby mit seinem Gespür für Magie und der rätselhaften Wirtschafterin Molly kann Peter sowohl die beiden Fälle hier lösen als auch seine Hausaufgaben in Sachen lateinische Zaubersprüche unter einen Hut bringen.

Dass diese Buchreihe für die jugendlichen Leser angedacht ist, merkt man schon an den Figuren und des phantasievoll beschriebenen Londons und seiner Umgebung. Der Erzählstil ist passend und die Charakterisierung der einzelnen Figuren, egal ob Haupt- oder Nebenfigur, ist liebevoll und detailreich.

Es ist ein unterhaltsames Hörbuch, das ich als Alternative zum Print weiterempfehlen kann.

Veröffentlicht am 10.09.2022

Mitreißender, vielschichtiger zweiter Einsatz für Rebecca Connolly

Das Grab in den Highlands
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Als auf dem Schlachtfeld von Culloden eine Leiche gefunden wird, weiß Rebecca, dass es eine große Story gibt. Hat der Mord etwas mit dem Film zu tun, in dem die Ereignisse der Schlacht von 1745 nachgestellt ...

Als auf dem Schlachtfeld von Culloden eine Leiche gefunden wird, weiß Rebecca, dass es eine große Story gibt. Hat der Mord etwas mit dem Film zu tun, in dem die Ereignisse der Schlacht von 1745 nachgestellt werden, oder mit dem nationalistischen Bund, der sich gegen seine Darstellung im Film wehrt, oder mit etwas ganz anderem? Rebecca ist entschlossen, das herauszufinden, muss aber ihre Zeit zwischen dieser Aufgabe und den Protesten gegen die Unterbringung eines Sexualstraftäters in der Gemeinde aufteilen, die von Mo Burke angeführt werden, der Matriarchin der bekanntesten lokalen Verbrecherfamilie, deren Sohn sich für Rebecca interessiert.

Der Roman wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, hauptsächlich aus der Sicht von Rebecca und der ermittelnden DCI Val Leach, aber auch Nolan Burke bekommt die eine oder andere Szene, und es gibt einige Kapitel aus der Sicht eines namenlosen Opfers eines sexuellen Übergriffs.

Der Autor hat verschiedene Erzählstränge u. a. die Morde, den Umgang mit Sexualstraftätern und die Aktivitäten gefährlicher Rechtspopulisten zu einem interessanten und fesselnden Kriminalroman zusammengefügt. Die einzelnen Charaktere, ob Haupt- oder Nebenfiguren waren facettenreich und lebensnah gezeichnet und das Setting rund um Culloden/Inverness bilden einen guten Rahmen für die Geschichte. Die Art und Weise, wie am Ende alle Fäden verknüpft wurden und zu einem überraschenden Schluss führten, hat mir gut gefallen.

Fazit: „Das Grab in den Highlands“ ist ein mitreißender Krimi, der mit einer vielschichtigen, intelligenten Handlung, starken, gut gezeichneten Charakteren und interessanten Einblicken in die gegenwärtige Politik Schottlands bei mir punkten konnte. Somit vergebe ich für das Buch auch gern 4 von 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 10.09.2022

Geglückter Serienstart

Finsterdorf
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Ein Dorf, in dem es nicht finsterer zugehen könnte, steht im Mittelpunkt des ersten Falles für den jungen Kriminalbeamten Thomas Radek. Und es geht gleich mit einer Entführung und Folter los, ein sehr ...

Ein Dorf, in dem es nicht finsterer zugehen könnte, steht im Mittelpunkt des ersten Falles für den jungen Kriminalbeamten Thomas Radek. Und es geht gleich mit einer Entführung und Folter los, ein sehr fulminanter Einstieg in diesen Kriminalroman. Zur Aufklärung der Vorgänge schickt man Kommissar Radek nach Schandau in dieses Finsterdorf. Dort stößt er allerdings überall auf Ablehnung und bekommt wenig bis keine Informationen, die ihm bei seinen Ermittlungen helfen könnten. Nur eins weiß Radek genau, in diesem Dorf geht Merkwürdiges um, und so sind sein kriminalistischer Spürsinn und seine Hartnäckigkeit gefragt.

Als Leser begibt man sich nun mit Radek auf Spuren-, Motiv- und Tätersuche. Dabei begegnet man nicht nur den eingeschüchterten Bewohnern sondern auch dem sehr Respekt einfordernden Baron, dem diensteifrigen Bürgermeister und nicht zuletzt dem Pfarrer, der am Ende seiner Überzeugungskraft zu stehen scheint. Eigentlich eine gute Ausgangssituation für einen spannenden und mitreißenden Krimi. Doch leider hatte ich das Gefühl, dass sich die Ermittlungen nicht richtig von der Stelle bewegten. Hier spürte man den Polizisten im Autor, der ja weiß, dass nicht jede Spur zum Täter führt. Aber in einem Krimi möchte ich dann doch einen Fortgang bei den Ermittlungen erleben und nicht ständig über vage Andeutungen und Vermutungen lesen. Diesen Aspekt hätte man meiner Meinung nach mehr raffen können. Und auch die Auflösung hätte ich mir mit mehr Dramatik gewünscht. Was mir allerdings wirklich gut gefallen hat, war die Atmosphäre in und um das Finsterdorf. Die passte wiederum sehr gut zur Geschichte und war für mich der eigentliche Pluspunkt.

Fazit: „Finsterdorf“ ist ein durchaus geglückter Serienstart, dem jedoch leider Spannung und Tempo ab und an verloren gehen. Die Story mit seinem leichten Gruselfaktor, das Setting und die Charaktere ergeben aber einen gelungenen Mix für unterhaltsame Lesestunden. Eine Leseempfehlung kann ich aussprechen und meine Bewertung sind 3 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 10.09.2022

Krimi am Puls der Zeit

Blutgrund
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Was anfänglich nach einem Raubüberfall oder eventuell einem Fall von Fremdenfeindlichkeit an einem rumänischen Wanderarbeiter aussieht, entpuppt sich im weiteren Verlauf der Ermittlungen für Chefinspektor ...

Was anfänglich nach einem Raubüberfall oder eventuell einem Fall von Fremdenfeindlichkeit an einem rumänischen Wanderarbeiter aussieht, entpuppt sich im weiteren Verlauf der Ermittlungen für Chefinspektor Thomas Radek und seinem Team vom LKA St. Pölten als sehr viel tiefgreifender als gedacht. Denn kurze Zeit später wird ein Journalist ermordet, der sich mit der Thematik rund um die Wanderarbeiter beschäftigt hatte und einem Skandal auf der Spur war.

In seinem neuen Kriminalroman „Blutgrund“ verpackt Peter Glanninger Themen wie: die Lohnsklaverei von Wanderarbeitern, die Amoralität in der Politik und die verwerflichen Praktiken in der Immobilien- und Baubranche in einem fesselnden und komplexen Krimi. Neben den fieberhaften Ermittlungen Radeks und seiner Kollegen bekommt auch der Verfassungsschutz seinen Auftritt, der die Arbeit der Polizei nicht gerade einfacher macht. Wie schon im ersten Serienteil „Finsterdorf“ spürt man ganz deutlich, dass der Autor seine Erfahrungen aus dem eigenen Polizeialltag einfließen lässt. Das zeigt sich genau dann, wenn einige Ermittlungsansätze eben keine Erfolge zeigen und der Frust des nicht von der Stelle kommen, allmählich größer wird. Aber genau das spiegelt auch ein Stück weit die Realität wieder und gibt dem Krimi seine Glaubwürdigkeit. Der flüssige Schreib- und Erzählstil sowie einzelne Spannungsmomente runden diesen Krimi gut ab.

Alles in allem hat mir dieser zweite Einsatz von Thomas Radek und seinen Mitstreitern gut gefallen. Die Geschichte ist am Puls der Zeit, denn sie zeigt Missstände auf und was aus ihnen erwachsen kann. Wer einen interessanten Krimi mit einer heute immer noch brisanten Thematik lesen möchte, dem kann ich dieses Buch empfehlen. Mich hat es gut unterhalten und somit vergebe ich gern 4 von 5 Sterne.