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Veröffentlicht am 17.08.2022

Krimi mit Potential nach oben

Lügentod – Wenn die Wahrheit stirbt: Thriller
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Anlässlich des Todes seines Jugendfreundes Johannes kehrt Hugo nach 11 Jahren in den Staaten zurück in seine Heimatstadt Karlsdorf. Hier trifft er auf seine Jugendliebe Becca, mit der er damals große Pläne ...

Anlässlich des Todes seines Jugendfreundes Johannes kehrt Hugo nach 11 Jahren in den Staaten zurück in seine Heimatstadt Karlsdorf. Hier trifft er auf seine Jugendliebe Becca, mit der er damals große Pläne hatte. Beide erinnern sich noch gut an die Zeit damals, als sie noch jung waren und kurz vor dem Abitur standen. Gemeinsam mit Johannes und seinem Zwillingsbruder Lucas bildeten die vier eine feste Clique. Eine aufregende Zeit in der in Karlsdorf mehrere Menschen ermordet wurden und die vier Freunde auf eigene Faust ermittelten. Damals wurden auch so manche Fehler und Sünden begangen. Und genau diese Schuld lastet noch heute auf Hugos Schultern und er muss sich seiner Vergangenheit stellen.
Das Buch beginnt mit der Rückkehr Hugos und dem Wiedersehen mit Becca. Schon nach wenigen Seiten geht es dann zurück in die Vergangenheit vor elf Jahren. So erfährt man nach und nach, was damals tatsächlich passierte und was es mit den „schlimmen Dingen“ auf sich hat. In diesem Abschnitt lernt man die Figuren erst richtig kennen, denn zuvor im Jetzt weiß man so gut wie nichts über sie. Erzählt wird das ganze hauptsächlich aus der Perspektive von Becca und Hugo, den beiden Protagonisten. Erst kurz vor dem Ende wechselt das Buch wieder in die Gegenwart und es hier gibt dann die eine Auflösung zu allem.
Der Schluss war nicht unbedingt unerwartet, mit etwas Kombinationsgabe und bei genauem Lesen findet man schon heraus, um was es eigentlich geht. Auf jeden Fall lässt sich das Buch zügig lesen, die kurzen Kapitel sind sehr angenehm.
Insgesamt ist die Stimmung in dem Buch recht düster, worauf aber schon das Cover einstimmt. Der bedrohlich dunkle Himmel spiegelt die Atmosphäre perfekt wider. Auch die einsame Waldhütte spielt in dem Buch eine tragende Rolle, das Cover ist perfekt gelungen.
Insgesamt kann man das Buch eher als Krimi denn als Thriller bezeichnen, mir hat da wirklich „Thrill“ gefehlt. Die Idee dazu ist recht originell, aber der große Wurf war es meines Erachtens nicht, dazu erschien mir manches unlogisch und nicht so ganz durchdacht.

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Veröffentlicht am 04.08.2022

Ein Mix aus Märchen und Thriller

Als das Böse kam
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Die 16jährige Juno lebt mit ihrem jüngeren Bruder Boy und ihren Eltern abgeschottet vom Rest der Welt auf einer einsamen Insel. Selbst wenn einmal die Woche Onkel Ole die Post bringt, müssen sich die Kinder ...

Die 16jährige Juno lebt mit ihrem jüngeren Bruder Boy und ihren Eltern abgeschottet vom Rest der Welt auf einer einsamen Insel. Selbst wenn einmal die Woche Onkel Ole die Post bringt, müssen sich die Kinder verstecken. Doch dieses Mal findet Juno zu spät in ihr Versteck und wird von Ole gesehen. Ein Ereignis mit fatalen Folgen…
Das Buch beginnt sehr spannend, denn das Leben der vierköpfigen Familie ist so verschieden von dem, was wir als Alltag kennen. Fast als wäre die Zeit stehen geblieben. Es gibt keine moderne Technik, ein Tag ist so monoton wie der andere Die Mutter unterrichtet die Kinder, diese fangen Fische und zwischendurch wird noch Kuchen gebacken. Die einzige Abwechslung bieten die sonntäglichen Gesellschaftsspiele mit der Familie. Natürlich fragt man sich die ganze Zeit warum die Familie so lebt und was dazu geführt hat. Hier schleichen sich schon die ersten Logikfehler ein und ich hatte ein wenig den Eindruck, dass das Ganze nicht zu Ende gedacht wurde. Kann so ein Leben über Jahre funktionieren? Insgesamt ist die Atmosphäre auf der Insel recht düster und es gelten die Regeln der Eltern.
Doch mit der ersten großen Wendung löst sich das Rätsel und alles erscheint in einem neuen Licht.
Das Ganze wird aus der Perspektive Junos erzählt. Diese ist in einem Alter, in dem man die Dinge nicht mehr als gegeben nimmt, sondern hinterfragt. Seltsam fand ich hier, dass sie mit 16 Jahren immer noch in ihrem Märchenbuch liest. Man muss sich bei dem Buch eben auf Dinge einlassen, die etwas merkwürdig erscheinen. Angefangen mit dem zuckenden Finger Junos, denn Immer wenn Juno lügt (was ja eigentlich nach den Regeln streng verboten ist) beginnt ihr Finger zu zucken und verrät sie. Dies erinnerte mich stark an Pinocchios Nase, die immer bei Lügen ein Stück länger wurde.

Insgesamt also eher eine Mixtur aus Märchen und Thriller. Zwar erscheint Einiges zu konstruiert, aber lesenswert ist das Buch auf jeden Fall

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Veröffentlicht am 26.07.2022

Mehr Jugendthriller als Thriller

Tief in den Wäldern
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Auf dem kanadischen Cold Creek Highway verschwinden seit Jahren immer wieder junge Frauen, die meisten davon sind indigener Herkunft. Große Plakate entlang des Highways sollen mahnen und warnen und auch ...

Auf dem kanadischen Cold Creek Highway verschwinden seit Jahren immer wieder junge Frauen, die meisten davon sind indigener Herkunft. Große Plakate entlang des Highways sollen mahnen und warnen und auch gleichzeitig eine Erinnerung an die jungen hübschen Frauen darstellen.
Die bildet die Basis der Geschichte von Hailey und Beth, zweier unterschiedlicher junger Frauen. Hailey ist noch nicht ganz volljährig und lebt seit dem Tod ihres Vaters bei ihrer Tante und deren Partner Vaughn. Dieser ist Polizist, aber eher einer von der üblen Sorte. Dies ist auch der Grund warum Hailey in die Wälder Kanadas flüchtet und sich allein durchschlägt. Ganz anders ist Beth, ein Großstadtkind. Ihre Schwester wurde ebenfalls ein Opfer der Highway-Killers und dies führt Beth nach Cold Creek.
Die Handlung wird abwechselnd aus der Perspektive von Beth und Hailey erzählt und startet aus verschiedenen Zeiten und Orten. Deren Erzählungen nähern sich jedoch immer mehr an, bis sie sich schließlich verbinden.
Der Beginn des Buches ist sehr rasant und die Spannung baut sich schnell auf. Doch nach und nach flacht das Ganze immer mehr ab und wird stellenweise langatmig. Die Stimmung ist recht düster gehalten, fast immer geschehen nur negative Dinge, eine echte Bereicherung war hier ein Hund namens Wolf. Die Beschreibungen der Landschaft und der Menschen, die dort leben waren hingegen sehr gelungen und man konnte sich alles bildhaft vorstellen.
Insgesamt empfand ich das Buch eher als Abenteuerroman oder als Jugendthriller, da die Protagonisten meist um die 20 Jahre alt sind und auch die Handlung nicht besonders viel Tiefgang besitzt.
Der Roman basiert traurigerweise tatsächlich auf der Tatsache, dass entlang des Cold Creek Highways viele junge Frauen seit Jahren verschwinden und er deshalb auch „Highway of Tears“ genannt wird. Dass die Autorin sich dieses Themas angenommen hat, verdient meiner Meinung nach Anerkennung und ich kann das Buch daher empfehlen. Wer jedoch einen spannenden Thriller sucht, dem sei von diesem Buch abzuraten.

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Veröffentlicht am 17.07.2022

Eines der besten Werke von Winkelmann

Das Letzte, was du hörst
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Die Thriller von Andreas Winkelmann sind für mich immer etwas Besonderes und ich freue mich jedes Mal auf dieses kleine Highlight im Jahr.
In seinem neuesten Werk geht es um Frauen, die Selbstmord begehen ...

Die Thriller von Andreas Winkelmann sind für mich immer etwas Besonderes und ich freue mich jedes Mal auf dieses kleine Highlight im Jahr.
In seinem neuesten Werk geht es um Frauen, die Selbstmord begehen und dabei gleichzeitig einen Podcast hörten. „Hörgefühlt“, so lautet der Name des Podcasts, hinter dem die samtige Stimme des „Lebensberaters“ Marc Maria Hagen steckt. Hat er etwas mit den Selbstmorden zu tun?
Das Buch ist unglaublich spannend geschrieben und wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Zudem gibt es noch einen Erzählstrang „Davor“, der zunächst noch keinen Bezug zu dem Rest der Geschichte hat. Temporeich geht es durch das Buch und schon nach wenigen Seiten ist man praktisch an das Buch gefesselt. Das Spannungsniveau liegt unglaublich hoch und gerade zum Ende hin gibt es unglaublich viele Wendungen und immer wieder Cliffhanger. Der Plot ist sehr raffiniert geschrieben und das Ende hat mich völlig überrascht.
Besonders gut gefallen haben mir die beiden Protagonistinnen Roya Mayer und Carola Barreis. Kommissarin Barreis ist zwar schon etwas älter, doch ich mag ihre herbe Art und auch ihren Humor. Andreas Winkelmann schreibt zwar meistens Stand-alones, doch hier wünsche ich mir direkt, dass es noch einen weiteren Band mit Carola Barreis gibt.
Insgesamt wieder ein sehr spannender Thriller, der alles aufweist, was ein Thrillerherz höherschlagen lässt: Tempo, Spannung und eine raffinierte Konstruktion der Handlung mit einem verblüffenden Ende. Für mich eines der besten Werke von Andreas Winkelmann.

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Veröffentlicht am 10.07.2022

Sensationell gut

Der Bewunderer: Thriller
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Auch in dem siebten Fall für die LKA-Spezialermittlerin Laura Kern stimmt wieder alles. Hohe Spannung, rasant und perfekt erzählt.
Dieses Mal geht es um eine tote Frau, die in ein Gemälde inszeniert wurde. ...

Auch in dem siebten Fall für die LKA-Spezialermittlerin Laura Kern stimmt wieder alles. Hohe Spannung, rasant und perfekt erzählt.
Dieses Mal geht es um eine tote Frau, die in ein Gemälde inszeniert wurde. Was zunächst bizarr erscheint, bleibt leider kein Einzelfall. Weitere Frauen werden tot aufgefunden, die ebenfalls in ein Bild hineindrapiert wurden.
Kaum begonnen, geht es schon Schlag auf Schlag los. Das Tempo ist hoch und ständig passiert etwas. Dazu setzt ein zweiter Erzählstrang aus Sicht des Täters ein. Dieser beginnt 21 Jahre zu vor und nähert sich immer mehr dem Jetzt an. Dabei erfährt man so manches über den Täter und kann herrlich miträtseln, wer sich dahinter verbergen könnte. Wer Catherine Shepherd kennt, weiß natürlich, dass dabei auch die eine oder andere falsche Fährte gelegt ist. Das Ende dann doch wieder überraschend und auch sehr schlüssig, es bleiben keine Fragen offen.
Insgesamt fühlte ich mich während des ganzen Buches perfekt und spannend unterhalten und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Einer der besten Thriller aus der Laura-Kern-Reihe. Unbedingt lesen!

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