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Veröffentlicht am 20.03.2022

Horrorthriller vom Feinsten

DAS EULENTOR
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Eulentor ist ein Horror/Mystery-Thriller vom Feinsten. Das Buch erschien bereits 13 Jahre zuvor bei einem anderen Verlag, wurde jetzt aber vom Autor überarbeitet und erweitert.
Basishandlung ist nach wie ...

Eulentor ist ein Horror/Mystery-Thriller vom Feinsten. Das Buch erschien bereits 13 Jahre zuvor bei einem anderen Verlag, wurde jetzt aber vom Autor überarbeitet und erweitert.
Basishandlung ist nach wie vor eine Expedition von Alexander Berger, der im Jahr 1911 mit ein einer kleinen Gruppe nach Spitzbergen und dann weiter Richtung Nordpol reist. Doch die Umstände sind widrig und mehrere Mitreisende müssen ihr Leben lassen. Die Expedition scheitert, doch kurz vor Abbruch entdeckt die Gruppe einen Schacht. Ein Schacht, der senkrecht in die Erde führt und scheinbar endlos zu sein scheint. Wer zu tief in den Schacht steigt, kehrt nicht als derselbe zurück wie zuvor…
Erweitert wurde die Handlung um einen Erzählstrang, der in der heutigen Zeit spielt und in dem die junge Neele die Hauptfigur ist. Auch sie begibt sich auf den Spuren Bergers in die Arktis und muss ziemlich früh feststellen, dass das Grauen noch immer existent ist. Erzählt wird immer abwechselnd auf den zwei Zeitebenen, dem Damals und dem Jetzt. Die Erweiterung um den Erzählstrang mit Neele ist eine echte Bereicherung und sorgt für noch mehr Spannung in dem Buch.
Andreas Gruber hat einen ausgezeichneten Schreibstil, der an das Buch fesselt. Er versteht es wie kaum ein anderer der modernen Autoren, den lovecraftschen Horror wieder heraufzubeschwören. Die Beschreibungen sind so perfekt, dass man praktisch mitten im Geschehen ist. Ständig passiert etwas und es kommt garantiert keine Langeweile auf. Auch das Ende fand ich sehr gelungen und authentisch.
Insgesamt ein geniales Werk. Perfekt für jeden der Grusel, Horror und Thrill liebt.

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Veröffentlicht am 10.03.2022

Mörderische Geheimnisse

Das Loft
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Bereits die spannende Jan-Römer-Reihe konnte mich begeistern und wurde dann durch die Born-Trilogie getoppt. Nun also der erste Stand-alone von Linus Geschke. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Tatsächlich ...

Bereits die spannende Jan-Römer-Reihe konnte mich begeistern und wurde dann durch die Born-Trilogie getoppt. Nun also der erste Stand-alone von Linus Geschke. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Tatsächlich hat sich der Autor mit „Das Loft“ nochmals gesteigert.

Sarah und Marc sind ein Paar Anfang 30 und leben in einem schicken Loft in Hamburg. Auch Henning, Marcs bester Freund, den er schon seit Kindheitstagen kennt lebt in dem Loft. Drei Jahre geht alles gut, doch dann geschieht das Unfassbare. Henning wird ermordet und alles weist auf Sarah und Marc als Täter hin. Doch wer der beiden war es? Oder gar beide zusammen? Die Polizei erfährt bei den Vernehmungen der beiden Hauptverdächtigen zwei unterschiedliche Geschichten und steht vor einem Rätsel. Zudem ist auch die Leiche verschwunden…

Der Autor schafft es den Leser von Beginn an ans Buch zu binden. Dies geschieht zum einen durch die Erzählweise, aber auch durch eingestreute Bemerkungen und fiese cliffhanger, die sofort die Neugier wecken. Erzählt wird die Geschichte aus ständig wechselnden Perspektiven. Hauptsächlich wechseln sich hier Marc und Sarah ab. Dazu kommt noch die Sicht der Polizei. Schon von Beginn an wird klar, dass man hier nicht nur eine Wahrheit erfährt. Allein schon das Kennenlernen von Marc und Sarah, ein und dieselbe Situation, geschildert einmal aus Marcs und einmal aus Sarahs Sicht zeigen auf, wie unterschiedlich etwas wahrgenommen werden kann. Aber erzählen uns die beiden auch die Wahrheit? Und sind verschwiegene Wahrheiten auch Lügen? Wem darf man glauben? Als Leser*in hat man hier eine harte Nuss zu knacken.
Das Ermittlerteam besteht aus Bianca Rakow, die gerade von München nach Hamburg gewechselt hat und ihrem etwas älteren Kollegen Peter Höger. Da sich Höger bei einer Beförderung übergangen fühlt, müssen sich die beiden erst zusammenraufen, bevor aus ihnen ein gutes Team wird. Da beide nicht unbedingt im Vordergrund stehen, waren mir die beiden nur mäßig sympathisch.
Und so folgt man gebannt den Geschichten von Marc und Sarah und deckt nach und nach so manches Geheimnis aus deren Vergangenheit auf. Dabei baut sich eine ungeheure Spannung auf und man fiebert förmlich der Auflösung entgegen.
Das Ende war für mich vollkommen überraschend. Genial gelöst und ein perfekter Abschluss für das Buch. Bitte mehr davon!

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Veröffentlicht am 04.03.2022

Grandioser Abschluss einer spannenden Serie

Violas Versteck (Tom-Babylon-Serie 4)
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„Violas Versteck“ ist bereits der vierte und wahrscheinlich finale Fall für den LKA-Ermittler Tom Babylon und die Psychologin Sita Johans.
Nie hat Tom die Suche nach seiner kleinen Schwester aufgegeben. ...

„Violas Versteck“ ist bereits der vierte und wahrscheinlich finale Fall für den LKA-Ermittler Tom Babylon und die Psychologin Sita Johans.
Nie hat Tom die Suche nach seiner kleinen Schwester aufgegeben. Seit über 23 Jahren versucht er Viola, die im Alter von 10 Jahren plötzlich verschwand, zu finden. Doch nun endlich ein Hinweis. Ein Foto im Keller seiner Eltern, das Viola als erwachsene Frau zeigt. All die Behauptungen, Viola sei längst tot sind Geschichte. Tom, getrieben von Schuldgefühlen, nimmt erneut die Spur auf. Doch Tom ist nicht der Einzige, der auf der Suche nach Viola ist…

Seit dem ersten Fall, „Schlüssel 17“, der 2018 erschienen ist, bin ich ein begeisterter Leser der Reihe. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Suche nach Viola durch die vier Bände. Vier Jahre habe ich bei der Suche mitgefiebert und Toms oft eigenwillige Grenzgänge miterlebt. Viele Geheimnisse wurden gelüftet und so manches Rätsel gelöst. Doch Viola blieb verschwunden und trat immer nur als die imaginäre Stimme in Toms Kopf auf. Im Laufe der Jahre sind mir die beiden Protagonisten Tom und Sita richtig ans Herz gewachsen. Ob dies nun wirklich das Ende der Reihe ist?

Die Fälle selbst sind zwar immer in sich geschlossen und es wird auch ausreichend erklärt um die Handlung zu verstehen, dennoch nimmt das Buch immer wieder Bezug auf die Ereignisse aus den Vorgängerbänden. Daher empfehle ich die Reihe am besten in ihrer chronologischen Reihenfolge zu lesen, um auch wirklich die Hintergründe und Zusammenhänge zu verstehen. Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, die zudem zeitversetzt sind. Der ständige Wechsel der Perspektive macht das Ganze unglaublich spannend und trotz der über 600 Seiten fliegt man nur so durch das Buch. Besonders fasziniert war ich von den Erlebnissen Sitas, die auf den bekannten Antagonisten Dr. Walter Bruckmann trifft, der sich in einer psychiatrischen Anstalt in Bayern befindet.
Zum Ende hin gibt es dann auch ausreichend Erklärungen und Auflösungen für all die Fragen, die sich im Laufe der Jahre aufgebaut haben. Ein Stück deutscher Zeitgeschichte, das geschickt in die Handlung eingewoben wurde, auch wenn dies so mancher gerne vergessen möchte.
Insgesamt ein grandioser Abschluss einer der besten und spannendsten Serien, die die deutsche Thriller-Szene zu bieten hat.

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Veröffentlicht am 20.02.2022

Durchhalten lohnt sich

Wir
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Stinke, Rute, Taja, Schnappi und Nessi. Das ist DIE Mädchenclique überhaupt. Alle um die 16 Jahre alt und gerade mit der Schule fertig. Das Leben könnte nicht schöner sein, wäre da nicht eine von ihnen ...

Stinke, Rute, Taja, Schnappi und Nessi. Das ist DIE Mädchenclique überhaupt. Alle um die 16 Jahre alt und gerade mit der Schule fertig. Das Leben könnte nicht schöner sein, wäre da nicht eine von ihnen verschwunden. Taja ist weg. Und das bereits seit einer Woche. Doch dann ein Lebenszeichen. „KMT“, mehr gibt die Nachricht nicht her, die Taja an ihre Freundinnen verschickt hat. Die Mädchen machen sich auf die Suche…

Gute elf Jahre ist es her als das legendäre „Du“ von Zoran Drvenkar erschienen ist. Ein Buch das ich damals wirklich gefeiert habe, denn die Erzähltechnik war für mich ganz neu und das Ganze ein richtiges Leseerlebnis. Auch damals spielten die fünf Mädchen eine große Rolle, nur die Perspektiven waren ein wenig anders. Für uns sind die Jahre vergangen, bei den Mädchen nicht. Sie sind weiterhin 16 Jahre alt, unzertrennlich, unantastbar und niemand kann ihnen was: süße Schlampen halt…
Anfänglich konnte mich das Buch nicht sehr begeistern. Auf den ersten 100 Seiten werden die Figuren der Mädchen eingeführt und man versteht ungefähr wie sie ticken. Dazu kommen noch jede Menge anderer Charaktere, mit denen ich zuerst nichts anzufangen wusste. Erst mit dem Auffinden von Taja nimmt die Geschichte so richtig an Fahrt auf. Und was für eine! Durchhalten beim Lesen lohnt sich hier also auf jeden Fall. Denn ab jetzt geht es sehr temporeich und spannend weiter. Und je tiefer man in die Handlung eindringt, desto spannender wird es. Die Perspektiven wechseln ständig und so erlebt man ein und dieselbe Szene mehr als einmal, nur eben aus verschiedenen Sichtweisen. Hilfreich ist hier, dass der Beginn des Kapitels mit dem entsprechenden Namen des Erzählers gekennzeichnet ist und diese Information auch nochmal bei den Seitenzahlen zu finden ist. Erst am Ende des Buches erkennt man, wie genial die Handlung überhaupt konstruiert ist.
Lesen lässt sich das Buch im Übrigen auch ohne Vorkenntnisse von „Du“, es ist nur ein weiterer spannender Thriller mit den fünf Mädchen.
Ein unterhaltsamer und rasanter Thriller, nicht nur für die Jugend, sondern auch für Erwachsene.

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Veröffentlicht am 14.02.2022

Sieben starke Stories

Eifersucht
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Den meisten Menschen ist Jo Nesbo als der Autor der grandiosen Harry-Hole-Reihe bekannt. Mit „Eifersucht“ glaubte ich einen Stand-alone Kriminalroman in den Händen zu halten. Doch weit gefehlt. Das Buch ...

Den meisten Menschen ist Jo Nesbo als der Autor der grandiosen Harry-Hole-Reihe bekannt. Mit „Eifersucht“ glaubte ich einen Stand-alone Kriminalroman in den Händen zu halten. Doch weit gefehlt. Das Buch beinhaltet sieben Kurzgeschichten unterschiedlicher Länge, die alle eines gemeinsam haben, das Thema Eifersucht.
Eifersucht ist ein Gefühl, das wir alle kennen. Diese Emotion kann Menschen sogar soweit verändern, dass sie bereit sind dafür zu morden. Die Geschichten in dem Buch sind alle unabhängig voneinander lesbar, die meisten davon aus der Ich-Perspektive erzählt. Auch die Länge der Geschichten fand ich sehr angenehm. Lediglich die titelgebende Geschichte „Eifersucht“ ist etwas länger geraten. Die Stories sind spannend und kurzweilig und überraschen zum Ende hin mit einer unerwarteten Wendung. Sprachlich konnte ich sofort den mir bekannten Jo Nesbo wiederfinden, der es auch versteht in seinen Geschichten immer ein bisschen Sozialkritik unterzubringen.
Insgesamt ein spannendes und kurzweiliges Buch, das auf den ersten Blick nur unterhaltsam und spannend ist. Erst wenn man ein wenig über das Gelesene nachdenkt, merkt man auch den Tiefgang der Handlung. Man erkennt, was Eifersucht aus einem Menschen machen kann und wie weit er dann bereit ist zu gehen, um dieses Gefühl zu bekämpfen.

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