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Veröffentlicht am 14.12.2025

Die Wartezeit hat sich gelohnt

Der Kuckucksjunge
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Vier Jahre ist es her, dass „Der Kastanienmann“, der erste Fall für Kommissarin Naia Thulin und Mark Hess, erschienen ist. Ein Buch, das mich total begeisterte. Und nicht nur mich, der Thriller war so ...

Vier Jahre ist es her, dass „Der Kastanienmann“, der erste Fall für Kommissarin Naia Thulin und Mark Hess, erschienen ist. Ein Buch, das mich total begeisterte. Und nicht nur mich, der Thriller war so erfolgreich, dass bei Netflix eine ganze Serie daraus entstand. Nun geht es also endlich weiter.

Ein Stalker verunsichert Kopenhagen. Er verfolgt seine Opfer, schickt ihnen Bilder und Nachrichten in Form von Abzählreimen aufs Handy. „Hab dich“ ist die finale Nachricht, bevor er sein Opfer tötet. Zunächst sind es nur Frauen, die dem Täter zum Opfer fallen, doch dann stirbt der erste Mann.

Wow! Was für ein Buch. Die knapp 700 Seiten sind zwar anfänglich beeindruckend, aber ich möchte keine einzige davon missen. Der Schreibstil ist so fesselnd, dass man wirklich das Buch kaum aus der Hand legen mag. Allein die Konstruktion der Handlung ist genial. Wechselnde Perspektiven und authentisch gezeichnete Figuren runden das Ganze ab. Man nimmt teil am Privatleben der Ermittler, aber in einer Dosis, die nicht stört, sondern die ganze Geschichte lebendiger macht. Aber nicht nur die Charaktere sind vielschichtig, sondern die gesamte Handlung. Thulin und Hess sind als Ermittler ein tolles Team. Nur privat läuft es nicht ganz so perfekt. Thulin hatte eigentlich gehofft, nicht mehr mit dem Kollegen aus dem Kastanienmann-Fall zusammenarbeiten zu müssen, doch nun kam es doch wieder anders.
Das Thema Stalking allein ist schon ein gruseliges Thema und löst beklemmende Gefühle aus. Aber hier leidet man richtig mit den Figuren. Was die Tätersuche angeht, so tappt man praktisch bis zum Ende im Dunklen. Es bleibt also bis zuletzt extrem spannend.
Das Cover lehnt sich nicht nur an den Vorgängerband an, sondern passt auch gut zum Inhalt und ist sehr ansprechend.
„Der Kuckucksjunge“ ist ein superspannender Thriller, der perfekt konstruiert ist. Das perfekte Buch für lange Winterabende. Die vier Jahre Wartezeit haben sich auf alle Fälle gelohnt.

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Veröffentlicht am 01.12.2025

Intensiver Thriller mit überraschendem Ende

Safe Space
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Im Hochsicherheitsgefängnis Weyer in der Nähe Kölns tritt Anna Salomon ihre neue Stelle als forensische Psychologin an. Hier bekommt sie es mit Schwerverbrechern wie Serienkillern und Psychopathen zu tun. ...

Im Hochsicherheitsgefängnis Weyer in der Nähe Kölns tritt Anna Salomon ihre neue Stelle als forensische Psychologin an. Hier bekommt sie es mit Schwerverbrechern wie Serienkillern und Psychopathen zu tun. Keine einfache Aufgabe für eine junge Frau von Mitte 20. Doch Anna hat ihre Gründe warum sie ausgerechnet in diesem Gefängnis tätig sein will. Sie sucht Antworten, um sich von ihrem Trauma zu befreien. Doch jemand hat Anna schon längst im Visier…

SAFE SPACE ist ein rasanter Thriller, der aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Protagonistin ist natürlich Anna und man erlebt mit ihr die beklemmende und düstere Atmosphäre, die in dem Gefängnis herrscht. Anna ist umgeben von Schwerverbrechern, von denen manche hochgradig manipulativ sind. Ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel. Auch Leon nimmt eine größere Rolle ein, auch wenn man ihn anfänglich noch nicht ganz einordnen kann. Seine Geschichte, insbesondere die seiner Kindheit hat mich emotional stark berührt. Und schließlich gibt es noch die Tagebucheinträge von Annas Schwester Sina, die in der Vergangenheit liegen. Der ständige Perspektivwechseln zwischen den dreien hat mir bestens gefallen. Zuerst sind es nur lose Fäden, doch nach und nach erfährt man immer mehr, bis sich schließlich ein Gesamtbild formt.
Es gibt einige Wendungen, doch die größte überraschende Wendung hat sich die Autorin bis zum Schluss aufgehoben. Mit diesem Ausgang hatte ich absolut nicht gerechnet.
Erzählt wird die Handlung auf sehr spannende Weise, der Schreibstil ist flüssig und die Spannung baut sich permanent auf.
Nach HAPPY END ist SAFE SPACE ist Sarah Bestgen ein weiterer genialer und spannender Thriller gelungen. Die beklemmende Atmosphäre wurde perfekt vermittelt und auch die Einblicke in die Tiefen mancher kranken Seele waren intensiv erzählt. Am meisten konnte mich das überraschende Ende überzeugen. Bitte mehr davon!

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Veröffentlicht am 29.11.2025

Das Highlight der Reihe

Verstummte Narben: Thriller
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Mit nur einem Nachthemd bekleidet wird auf einem Friedhof eine tote Frau gefunden. Unter der Toten findet sich das Foto einer anderen Frau mit weit geöffneten Augen, dazu noch ein Datum in drei Tagen. ...

Mit nur einem Nachthemd bekleidet wird auf einem Friedhof eine tote Frau gefunden. Unter der Toten findet sich das Foto einer anderen Frau mit weit geöffneten Augen, dazu noch ein Datum in drei Tagen. Bei der Obduktion entdeckt Rechtsmedizinerin Julia Schwarz drei parallele Kratzer über dem Hüftknochen. Das Markenzeichen eines Serienkillers, der auch ihren Bruder Michael getötet hat. Doch der Täter sitzt schon seit Jahren im Gefängnis. Kriminalkommissar Florian Kessler ermittelt unter Zeitdruck und sucht auch nach Antworten bei dem inhaftierten Mörder. Doch der will nur mit Julia sprechen.
Es ist der mittlerweile 10. Fall für die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz wird auch gleichzeitig zu ihrem persönlichsten Fall. Mittlerweile zum Markenzeichen von Catherine Shepherd geworden ist der Prolog, der sofort unheimliche Spannung aufkommen lässt und einen sofort in den Bann zieht. Einmal mit dem Lesen begonnen, fällt es einem schwer das Buch wieder aus der Hand zu legen. Der Autorin gelingt es immer wieder ihre Leser auf falsche Fährten zu locken. Man rätselt und kombiniert und ist dennoch so gut wie chancenlos den Täter zu entlarven. Gerade in diesem Thriller hat sich Catherine Shepherd noch einmal selbst übertroffen. Der Plot ist wirklich genial und voller Wendungen und Überraschungen. Die Figuren sind wie gewohnt sehr lebendig und das ermittelnde Duo Julia und Florian sehr sympathisch. Deren Privatleben nimmt wie immer nur einen kleinen Raum ein, denn die Ermittlungen sind sehr intensiv und lassen wenig Spielraum für Privates. Dennoch freue ich mich wie sich die Beziehung der beiden von Buch zu Buch weiterentwickelt.
Ein genial konstruierter Thriller mit vielen Gänsehautmomenten. Hochspannung vom Feinsten und absolut empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Gelungener Abschluss der Trilogie

Dann ruhest auch du (Ein Fall für Maya Topelius 3)
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In einer Schlossruine auf Öland wird die Leiche einer Journalistin entdeckt. Die Frau wurde regelrecht hingerichtet. Schnell wird ein Zusammenhang zu einem weiteren Toten erkennbar, der auf die gleiche ...

In einer Schlossruine auf Öland wird die Leiche einer Journalistin entdeckt. Die Frau wurde regelrecht hingerichtet. Schnell wird ein Zusammenhang zu einem weiteren Toten erkennbar, der auf die gleiche Art ermordet wurde. Maya Topelius wollte eigentlich nur ihre Eltern besuchen, nimmt aber nun gemeinsam mit ihrem Kollegen Pär die Ermittlungen auf. Erste Spuren führen die beiden in die rechte Szene.

Mit „Dann ruhest auch du“ legt die Autorin den dritten und gleichzeitig finalen Fall der Maya Topelius-Reihe vor. Auch das Cover macht gleich deutlich, dass es sich um einen Schwedenkrimi handelt und es fügt sich perfekt in die Reihe ein. Für mich war es der erste Fall, aber ich fand mich problemlos zurecht, da der Fall in sich geschlossen war. Lediglich zu der Hintergrundgeschichte um Mayas verschwundene Schulfreundin, die hier ihren Abschluss findet, hätte ich gerne mehr gewusst. Ein Lesen in der chronologischen Reihenfolge ist also durchaus zu empfehlen.
Maya ist eine sympathische Figur, die aber auch durchaus eigensinnig sein kann. Ihr Kollege Pär blieb im Gegensatz zu ihr leider etwas blass. Eine etwas größere Rolle hingegen spielt Clara, eine Jugendfreundin Mayas. Sie benötigt Mayas Hilfe, bis diese erkennt, dass beide Fälle miteinander verbunden sind. Überhaupt fand ich die Mischung zwischen den Ermittlungen und den privaten Problemen der Protagonisten ausgewogen und das Ganze wurde dadurch aufgelockert.
Dank des flüssigen Schreibstils und der ständig wechselnden Perspektiven fliegt man geradezu durch die Seiten. Mehrere Wendungen sorgen für den nötigen Spannungsbogen, der sich während des ganzen Buches halten kann. Auch die düstere Atmosphäre des Herbstes auf Öland wurde gut eingefangen und man konnte sich perfekt in die Szenen hineinversetzen.
Gelungen war ebenfalls die politische Thematik miteinzubinden. Ein spannendes Thema, dass auch vor der ländlichen Region nicht Halt macht.
Insgesamt ein gut konstruierter Schwedenkrimi mit interessanten Figuren, die sehr lebendig wirkten. Spannung war ausreichend vorhanden, sodass ich mich gut unterhalten fühlte. Die Autorin Sandra Åslund sollte man sich merken.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Spannender Thriller - das Ende enttäuscht leider

The Business Trip
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Die erfolgreiche Chefin eines Nachrichtensenders, Stephanie Monroe befindet sich auf einer Geschäftsreise. Mit ihr im Flieger ist auch die mittellose Jasmine, die vor ihrem gewalttätigen Freund auf der ...

Die erfolgreiche Chefin eines Nachrichtensenders, Stephanie Monroe befindet sich auf einer Geschäftsreise. Mit ihr im Flieger ist auch die mittellose Jasmine, die vor ihrem gewalttätigen Freund auf der Flucht ist und sich ein neues Leben aufbauen möchte. Beide Frauen könnten nicht unterschiedlicher sein, nur vom Alter her sind sie sich ähnlich. Nach dem Flug sind die Frauen plötzlich verschwunden. Kurz darauf erhalten Freunde der Frauen seltsame Textnachrichten. Nachrichten, die immer verstörender werden.
Der Klappentext des Buches und das dazu passende Cover hatten mich unglaublich neugierig auf das Buch gemacht. Und tatsächlich geht es auch gleich sehr spannend los. Die Schilderung der Flucht Jasmines vor ihrem Freund Glenn war so eindringlich beschrieben, dass man das Gefühl hatte mit dabei zu sein. Auch Stephanie und ihr Umfeld lernt in diesem Abschnitt kennen und kann sich ein gutes Bild machen.
Danach wechseln die Perspektiven. Arbeitskollegen und Freunde kommen zu Wort und schildern ihre Sicht auf die Dinge. Dieser Abschnitt war wie der vorhergehende auch sehr spannend geschrieben und ich flog geradezu durch die Kapitel. Natürlich rätselte ich mit und überlegte fieberhaft was mit den beiden Frauen geschehen sein könnte. Die Auflösung gibt es dann im finalen dritten Abschnitt. Dieser war wirklich voller Überraschungen und Wendungen. Allerdings waren diese Wendungen derart überzogen, dass sie auf mich unglaubwürdig wirkten. Auch das Bild, das ich anfänglich von der Protagonistin hatte, verdrehte sich so stark, wie ich es bisher noch nicht erlebt hatte.
Insgesamt ein spannend geschriebener Thriller, der sich dank des flüssigen Schreibstils der Autorin sehr gut lesen lässt. Lediglich die Auflösung des Ganzen lässt einen leicht fahlen Nachgeschmack zurück.

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