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Veröffentlicht am 15.01.2026

Bitte mehr von Bob Oz

Minnesota
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Mit „Minnesota“ verlegt Jo Nesbø nicht nur den Schauplatz seines Krimis von Norwegen in die USA, sondern führt auch einen neuen Ermittler ein: Detective Bob Oz.
Bob ist ein Mann mit vielen Ecken und Kanten. ...

Mit „Minnesota“ verlegt Jo Nesbø nicht nur den Schauplatz seines Krimis von Norwegen in die USA, sondern führt auch einen neuen Ermittler ein: Detective Bob Oz.
Bob ist ein Mann mit vielen Ecken und Kanten. Seine kleine Tochter starb bei einem Unfall, darüber zerbrach auch seine Ehe. Seitdem versucht Bob seine Trauer im Alkohol zu ertränken oder mit exzessiver Arbeit zu kompensieren. Dabei bewegt es sich gerne auch mal über die Grenzen der Legalität hinaus, eine Waffe hingegen weigert er sich zu tragen.
Minneapolis, 2016. Ein Waffenhändler wird angeschossen und alles sieht zunächst nach einem Anschlag im Drogenmilieu aus. Doch es steckt weit mehr dahinter. Die Polizei jagt einen Mörder, der sich auf einem Rachefeldzug befindet. Dabei hinterlässt er falsche Spuren und ist ihnen immer einen Schritt voraus. Trotz seiner Suspendierung verbeißt Bob sich in den Fall und es gelingt ihm sogar sich dem Täter zu nähern.
Die Handlung wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Zu Beginn des Buches lernt man den norwegischen Autor Holger Rudi kennen, der im Jahr 2022 in Minneapolis einreist und Recherche für eine True-Crime-Story betreiben will. Dabei folgt er den Spuren von Bob Oz. Was genau ihn jedoch antreibt, bleibt zunächst noch verborgen. Diese Zeitebene ist jedoch nur der Rahmen für die eigentliche Handlung, die im Oktober des Jahres 2016 angesiedelt ist. Zu Beginn jeden Kapitels erhält man die Information, in welchem Jahr man sich befindet, sodass man nie durcheinanderkommt und die Rahmenhandlung zudem nur einen geringen Teil einnimmt.
Wie aus den Romanen von Jo Nesbø gewohnt, schwingt auch in diesem Buch ein Stück Gesellschaftskritik mit. Hier geht es in erster Linie um die Waffenpolitik der USA, Rassismus und die Migrationspolitik. Schon die Erwähnung des Namens George Floyd lässt Erinnerungen an seinen gewaltsamen Tod in Minneapolis wach werden. Parallelen aus dem richtigen Leben, die einem vor Augen führen, dass vieles leider zum Alltag in den USA gehört. Zudem kam gerade vor wenigen Tag ein weiteres Opfer hinzu, dass ebenfalls durch Polizeigewalt in Minneapolis starb. An Authentizität mangelt es also dem Buch nicht.
Der meiste Teil der Handlung wird aus der Perspektive Bobs erzählt. Aber auch die Täterperspektive lernt man schon recht früh kennen und sie ist für den Leser gut nachvollziehbar.
Insgesamt ist Jo Nesbø wieder ein sehr spannender Fall gelungen, der einen aber auch ein wenig nachdenklich zurücklässt. Leider scheint es sich bei dem Buch um einen stand-alone zu handeln, was ich überaus schade finde. Bob Oz war mir richtig ans Herz gewachsen und hat durchaus das Potential für eine Serie. Harry Hole hätte einen würdigen Nachfolger gefunden.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Ein Ende voller Wendungen

Eisnebel
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Inmitten schneebedeckter Wälder liegt Idlewood, das Winterdomizil der privilegierten Daltons. Theodora reist mit ihrem Verlobten Connor an, um dessen Familie kennenzulernen. Doch von Beginn an ist spürbar, ...

Inmitten schneebedeckter Wälder liegt Idlewood, das Winterdomizil der privilegierten Daltons. Theodora reist mit ihrem Verlobten Connor an, um dessen Familie kennenzulernen. Doch von Beginn an ist spürbar, dass Theo nicht willkommen ist. Sie erhält anonyme, bedrohliche Nachrichten, die sie auffordern sich von Connor fernzuhalten. Zudem wird Theo das Gefühl nicht los, schon einmal auf Idlewood gewesen zu sein.
Das wunderschön gestaltete Cover vermittelt zwar den Eindruck von heimeliger Wärme inmitten einer idyllischen Winterlandschaft, doch der Schein trügt. Hinter der Fassade des luxuriösen Anwesens liegen wohlgehütete Geheimnisse. Aber nicht nur die Daltons haben etwas zu verbergen. Auch die Vergangenheit von Theo spielt eine größere Rolle. An ihre Kindheit kann Theo sich nur bruchstückhaft erinnern, doch je länger sie sich auf Idlewood aufhält, desto mehr kommen die Erinnerungen zu Tage. Trotz allem konnte ich mich mit der Protagonistin Theo nicht so richtig anfreunden. Ich hatte ständig das Gefühl, dass sie nicht die ganze Wahrheit erzählt, sondern sie noch andere ungenannte Beweggründe antreiben. Dennoch sind die gesamten Figuren interessant und gut gezeichnet.
Die Autorin versteht es bestens die eiskalte Atmosphäre des Winters, aber auch innerhalb der Familie zu beschreiben. Anfänglich hat mir etwas die Spannung gefehlt, doch je mehr Details aus der Vergangenheit ans Licht kommen, desto spannender wird es. Gegen Ende wird das Buch zu einem richtigen Pageturner. Es gibt unglaublich viele Wendungen und Überraschungen und die Ereignisse überschlagen sich kurz vor dem Schluss.
Insgesamt ein Thriller, der etwas braucht bis er so richtig Fahrt aufnimmt. Je tiefer man in die Geschichte eindringt, desto spannender wird. Das Ende ist dafür dann unglaublich ereignisreich und eine Wendung jagt die nächste.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Spannend und atmosphärisch dicht

Rostiges Grab
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„Rostiges Grab“ ist bereits der dritte Fall der schwedischen Krimireihe rund um Kommissarin Leonore Asker von der „Abteilung für hoffnungslose Fälle“.
Asker steht kurz vor einer Beförderung und der damit ...

„Rostiges Grab“ ist bereits der dritte Fall der schwedischen Krimireihe rund um Kommissarin Leonore Asker von der „Abteilung für hoffnungslose Fälle“.
Asker steht kurz vor einer Beförderung und der damit verbundenen Chance die Abteilung verlassen zu können. Da wird ihr der Fall des Graumädchens zugespielt. Vor 10 Jahren wurde in einem sumpfigen Waldgebiet, dem Rostskogen, eine junge Frau ermordet. Der Toten fehlte ein Finger. Das gleiche Merkmal wie bei einer 2000 Jahre alten Moorleiche, dem Graumädchen. Doch nun taucht der Finger plötzlich wieder auf und der Fall gewinnt erneut an Bedeutung.
Obwohl ich die beiden ersten Bände der Leonore Asker-Reihe nicht kannte, kam ich gut in die Geschichte rein. Es gibt zwar immer wieder Verweise auf Figuren aus den Vorgängerbänden, doch die machen eher neugierig auf die Vorgeschichte der Protagonisten.
Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, hauptsächlich aus Askers und der ihres Jugendfreundes Martin Hill. Da beide in diesem Fall wenig gemeinsam agieren, weiß man als Leser immer ein bisschen mehr und kann so über das Geheimnis des mystischen Rostskogens und den Mord miträtseln.
Das Spannungsniveau liegt hoch und es passiert auch ständig etwas. Dem Autor gelingt es perfekt die düstere und unheimliche Atmosphäre des Rostskogens und seiner seltsamen, fast gruseligen Bewohner einzufangen. Dazu gibt es immer wieder Passagen die mit dem Mythos des Graumädchens verbunden sind.
Dank des flüssigen Erzählstils, ist man praktisch an das Buch gefesselt. Es gibt immer wieder Wendungen und Überraschungen, doch den größten Cliffhanger gibt es am Ende des Buches. Hier lässt Anders de la Motte seine Leser verblüfft zurück und weckt zugleich die Vorfreude auf einen weiteren Band.

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Veröffentlicht am 14.12.2025

Die Wartezeit hat sich gelohnt

Der Kuckucksjunge
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Vier Jahre ist es her, dass „Der Kastanienmann“, der erste Fall für Kommissarin Naia Thulin und Mark Hess, erschienen ist. Ein Buch, das mich total begeisterte. Und nicht nur mich, der Thriller war so ...

Vier Jahre ist es her, dass „Der Kastanienmann“, der erste Fall für Kommissarin Naia Thulin und Mark Hess, erschienen ist. Ein Buch, das mich total begeisterte. Und nicht nur mich, der Thriller war so erfolgreich, dass bei Netflix eine ganze Serie daraus entstand. Nun geht es also endlich weiter.

Ein Stalker verunsichert Kopenhagen. Er verfolgt seine Opfer, schickt ihnen Bilder und Nachrichten in Form von Abzählreimen aufs Handy. „Hab dich“ ist die finale Nachricht, bevor er sein Opfer tötet. Zunächst sind es nur Frauen, die dem Täter zum Opfer fallen, doch dann stirbt der erste Mann.

Wow! Was für ein Buch. Die knapp 700 Seiten sind zwar anfänglich beeindruckend, aber ich möchte keine einzige davon missen. Der Schreibstil ist so fesselnd, dass man wirklich das Buch kaum aus der Hand legen mag. Allein die Konstruktion der Handlung ist genial. Wechselnde Perspektiven und authentisch gezeichnete Figuren runden das Ganze ab. Man nimmt teil am Privatleben der Ermittler, aber in einer Dosis, die nicht stört, sondern die ganze Geschichte lebendiger macht. Aber nicht nur die Charaktere sind vielschichtig, sondern die gesamte Handlung. Thulin und Hess sind als Ermittler ein tolles Team. Nur privat läuft es nicht ganz so perfekt. Thulin hatte eigentlich gehofft, nicht mehr mit dem Kollegen aus dem Kastanienmann-Fall zusammenarbeiten zu müssen, doch nun kam es doch wieder anders.
Das Thema Stalking allein ist schon ein gruseliges Thema und löst beklemmende Gefühle aus. Aber hier leidet man richtig mit den Figuren. Was die Tätersuche angeht, so tappt man praktisch bis zum Ende im Dunklen. Es bleibt also bis zuletzt extrem spannend.
Das Cover lehnt sich nicht nur an den Vorgängerband an, sondern passt auch gut zum Inhalt und ist sehr ansprechend.
„Der Kuckucksjunge“ ist ein superspannender Thriller, der perfekt konstruiert ist. Das perfekte Buch für lange Winterabende. Die vier Jahre Wartezeit haben sich auf alle Fälle gelohnt.

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Veröffentlicht am 01.12.2025

Intensiver Thriller mit überraschendem Ende

Safe Space
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Im Hochsicherheitsgefängnis Weyer in der Nähe Kölns tritt Anna Salomon ihre neue Stelle als forensische Psychologin an. Hier bekommt sie es mit Schwerverbrechern wie Serienkillern und Psychopathen zu tun. ...

Im Hochsicherheitsgefängnis Weyer in der Nähe Kölns tritt Anna Salomon ihre neue Stelle als forensische Psychologin an. Hier bekommt sie es mit Schwerverbrechern wie Serienkillern und Psychopathen zu tun. Keine einfache Aufgabe für eine junge Frau von Mitte 20. Doch Anna hat ihre Gründe warum sie ausgerechnet in diesem Gefängnis tätig sein will. Sie sucht Antworten, um sich von ihrem Trauma zu befreien. Doch jemand hat Anna schon längst im Visier…

SAFE SPACE ist ein rasanter Thriller, der aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Protagonistin ist natürlich Anna und man erlebt mit ihr die beklemmende und düstere Atmosphäre, die in dem Gefängnis herrscht. Anna ist umgeben von Schwerverbrechern, von denen manche hochgradig manipulativ sind. Ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel. Auch Leon nimmt eine größere Rolle ein, auch wenn man ihn anfänglich noch nicht ganz einordnen kann. Seine Geschichte, insbesondere die seiner Kindheit hat mich emotional stark berührt. Und schließlich gibt es noch die Tagebucheinträge von Annas Schwester Sina, die in der Vergangenheit liegen. Der ständige Perspektivwechseln zwischen den dreien hat mir bestens gefallen. Zuerst sind es nur lose Fäden, doch nach und nach erfährt man immer mehr, bis sich schließlich ein Gesamtbild formt.
Es gibt einige Wendungen, doch die größte überraschende Wendung hat sich die Autorin bis zum Schluss aufgehoben. Mit diesem Ausgang hatte ich absolut nicht gerechnet.
Erzählt wird die Handlung auf sehr spannende Weise, der Schreibstil ist flüssig und die Spannung baut sich permanent auf.
Nach HAPPY END ist SAFE SPACE ist Sarah Bestgen ein weiterer genialer und spannender Thriller gelungen. Die beklemmende Atmosphäre wurde perfekt vermittelt und auch die Einblicke in die Tiefen mancher kranken Seele waren intensiv erzählt. Am meisten konnte mich das überraschende Ende überzeugen. Bitte mehr davon!

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