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Veröffentlicht am 09.11.2021

Das Böse ist überall

Teufelsnetz
3

Nachdem mich „Hexenjäger“, das Debüt von Max Seeck im vergangenen Jahr vollkommen begeistert hat, war ich sehr gespannt auf eine Fortsetzung der Reihe rund um die Kommissarin Jessica Niemi und ihren Partner ...

Nachdem mich „Hexenjäger“, das Debüt von Max Seeck im vergangenen Jahr vollkommen begeistert hat, war ich sehr gespannt auf eine Fortsetzung der Reihe rund um die Kommissarin Jessica Niemi und ihren Partner Jussuf.
Um es gleich vorweg zu nehmen: „Teufelsnetz“ steht dem Erstling in nichts nach, das Buch ist mindestens genau so spannend und rasant wie sein Vorgänger.
Angeknüpft wird an die Ereignisse aus dem ersten Band, man kann das Buch jedoch auch ohne Vorkenntnisse lesen, da alles Relevante erklärt wird. Etwas hat sich jedoch verändert. Erne, der ehemalige Chef und gleichzeitig eine Art Ziehvater für Jessica, ist nicht mehr im Team und wird von allen schrecklich vermisst. An seine Stelle ist nun Helena Lappi (Hellu) getreten, die im Team nicht besonders gut ankommt. Die neue Chefin ist unsympathisch und versucht zudem mit allen Mitteln Jessica loszuwerden.
Im aktuellen Fall geht es um zwei Blogger die vermisst werden. Wenig später wird der Tod einer der beiden in den sozialen Medien verkündet. Ein Fake? Eine weitere Tote, gekleidet wie ein Manga-Mädchen taucht auf. Die Ermittler vermuten einen Zusammenhang mit den beiden Vermissten.
Doch dies ist erst der Anfang, denn es geht um weit mehr als den Umgang mit sozialen Medien. Prostitution, Menschenhandel, Drogen; Max Seeck zieht alle Register. Schon allein der Prolog hat eine verstörende Wirkung. Und dies setzt sich im gesamten Buch fort. Es ist November in Helsinki und genau so ist auch die Stimmung: düster und kalt und das Böse ist überall.

Wie schon im Vorgänger sind die Kapitel größtenteils sehr kurzgehalten. Ständig wechseln die Perspektiven zwischen den Protagonisten. Zudem ist das Buch äußerst temporeich, es passiert ständig etwas und man mag mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören. Wenn ein Buch die Bezeichnung Pageturner verdient, dann ist es dieses. Zahlreiche Wendungen und Überraschungen machen die Handlung unglaublich spannend.
Nachdem im ersten Band das Ende etwas unzufriedenstellend war, ist dieses Mal der Ausgang der Story wesentlich besser gelungen. Dazu noch ein kleiner Cliffhanger am Ende, der jetzt schon die Neugier auf eine Fortsetzung weckt. Ich freue mich jedenfalls schon darauf.

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Veröffentlicht am 02.11.2021

Rasanter Thriller - top!

In die Fluten der Dunkelheit
0

Victor Lessard hat die Montrealer Mordkommission verlassen und arbeitet in einem Casino beim Sicherheitsdienst. Als der Investigativ-Journalist Lefebvre ermordet wird, bittet ihn jedoch seine langjährige ...

Victor Lessard hat die Montrealer Mordkommission verlassen und arbeitet in einem Casino beim Sicherheitsdienst. Als der Investigativ-Journalist Lefebvre ermordet wird, bittet ihn jedoch seine langjährige Partinerin Jacinthe Taillon um Mithilfe. Lefebvre verfolgte die Spur einer rechtsextremistischen Gruppe. Gleichzeitig erfährt Victor Ungeheuerliches über seinen Vater, Henri Lessard
Das Buch beginnt gleich sehr temporeich und man ist sofort mitten im Geschehen drin. Und dann geht es Schlag auf Schlag. Es passiert unglaublich viel und ständig ergibt sich etwas Neues. Dazu noch unglaublich viele Wendungen. Zusätzlich gibt es immer wieder Rückblicke auf relevante Ereignisse in der Vergangenheit. Man kann kaum mit dem Lesen aufhören, ein richtiger Pageturner. Auch die Kapitel sind angenehm kurz.
Man kann das Buch auch ohne Vorkenntnisse von den ersten beiden Bänden lesen. Die Figuren werden für Neulinge gut eingeführt und alles ausreichend erklärt. Wer jedoch dabei sein will, wie sich die Protagonisten entwickeln, dem empfehle ich die chronologische Reihenfolge.
Insgesamt ein rasanter Thriller, stellenweise politisch, aber auf alle Fälle super spannend. Für mich eines der Thriller-Highlights des Jahres 2021.

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Veröffentlicht am 01.11.2021

Getrennte Wege

Der rote Raum
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Es ist bereits der neunte Fall für Ingrid Nyström und Stina Forss. Wobei man von einem UND gar nicht mehr sprechen darf, denn Stina hat das Team und Växjö verlassen. Sie ermittelt in einem Locked-Room-mystery ...

Es ist bereits der neunte Fall für Ingrid Nyström und Stina Forss. Wobei man von einem UND gar nicht mehr sprechen darf, denn Stina hat das Team und Växjö verlassen. Sie ermittelt in einem Locked-Room-mystery nördlich des Polarkreises. Zu einer Zeit, in der die Sonne nie untergeht, denn es ist kurz nach Mittsommer. Ein Automechaniker wurde in einem geschlossenen Raum ermordet. Wie konnte der Täter aus dem abgeriegelten Raum entkommen?
Gleichzeitig haben Ingrid und ihr Team einen nicht minder rätselhaften Mord zu klären. Ein Mann wurde in einer Wohnanlage ermordet. Zudem wurde sein Herz entnommen und durch einen seltenen Stein ersetzt. Die Ermittlung laufen auf Hochtouren, kommen zunächst aber nur schleppend voran. Neu im Team ist die junge Sara, die die Männerwelt im Team gehörig aufmischt. Hugo und Lasse legen sich beide mächtig ins Zeug um der jungen Frau zu imponieren. Doch Sara ist tough genug und findet bald ihren Platz im Team.
Die Handlung springt ständig zwischen den beiden Fällen und den Ermittlerinnen hin und her. Und natürlich fragt man sich die ganze Zeit, ob und wann sich die beiden Handlungsstränge kreuzen werden. Dazu gibt es noch einen dritten Handlungsstrang, den man dem Ganzen zunächst überhaupt nicht zuordnen kann. Durch den ständigen Wechsel der Erzählperspektive kommt immerhin etwas mehr Spannung auf, ansonsten fand ich den mittleren Teil etwas langatmig. Beide Protagonistinnen haben mit den Dämonen ihrer Vergangenheit zu kämpfen und dies zieht sich durch das ganze Buch. Wurde in den vergangenen Bänden oftmals ein geschichtliches Thema miteingeflochten, so ist es dieses Mal eher eine Wissensergänzung. Man lernt etwas über das Volk der Samen und ihre Traditionen, aber auch modernere Wissenslücken über red rooms, die im Darknet zu finden sind werden geschlossen.
Das Ende wirkt etwas konstruiert und war so nicht vorhersehbar. Durch eine plötzliche Wendung liegen die Dinge auf einmal glasklar vor einem. Insgesamt war es dennoch ein spannender Fall mit einer etwas zähen Mitte. Ich freue mich auf eine Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 15.10.2021

Spannende Fortsetzung

Stadt des Zorns
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Nachdem ich „Raum der Angst“, den ersten Escape-Room-Thriller von Marc Meller mit Begeisterung gelesen hatte, war ich sehr gespannt auf das neue Werk. „Stadt des Zorns“ setzt die Ereignisse aus dem Erstling ...

Nachdem ich „Raum der Angst“, den ersten Escape-Room-Thriller von Marc Meller mit Begeisterung gelesen hatte, war ich sehr gespannt auf das neue Werk. „Stadt des Zorns“ setzt die Ereignisse aus dem Erstling fort. Zwar sind beide Geschichten in sich geschlossen und man kann sie auch ohne Vorkenntnisse lesen. doch da in „Stadt des Zorns“ sehr viel gespoilert wird, empfiehlt es sich die Bücher in der chronologischen Reihenfolge zu lesen, um sich den Lesespaß nicht zu verderben.

Neun Monate sind vergangen seitdem Hannah Preuss aus Schloss Marienburg entkommen konnte. Noch immer hat sie die schrecklichen Erlebnisse nicht ganz verarbeitet. War es im ersten Band noch ein Haus voller Angsträume und tödlicher Fallen, so ist es dieses Mal eine ganze Stadt, die Janus, der Gegenspieler präpariert hat. Das bizarre Spiel beginnt in den Katakomben Kölns. Hier trifft Hannah auf eine Gruppe von Umweltaktivisten. Gemeinsam müssen sie die tödlichen Rätsel lösen und versuchen sie zu überleben. Auch wieder mit dabei ist Hauptkommissar Bernd Kappler vom LKA Niedersachsen, der seit dem ersten Buch zu einem väterlichen Freund Hannahs wurde.
Das Buch ist wie der Vorgänger wieder extrem spannend und man mag es kaum aus der Hand legen. Die Spannung ist schon von Beginn des Buches an vorhanden. Dazu trägt auch der ständige Wechsel der Perspektiven zwischen Hannah mit der Gruppe und dem draußen agierendenKommissar Bernd Kappler bei. Dieser setzt alle Hebel in Bewegung um Hannah zu retten. In den Escape-Rooms steht natürlich Hannah im Vordergrund, während man über die Einzelnen der Gruppe zwar einiges erfährt, aber der Fokus liegt eindeutig auf Hannah, Kappler und natürlich Janus.
Die Liste der Grausamkeiten und schrecklichen Todesarten war in Band eins ja schon fast ausgereizt. Was sollte da jetzt eigentlich noch kommen? Doch Marc Meller hat es tatsächlich geschafft und einige Überraschungen parat. Das Buch ist also mindestens genauso spannend und rundum gelungen wie „Raum der Angst“.
Insgesamt also eine würdige und gut konstruierte Fortsetzung des ersten Bandes. Viel Spannung und Unterhaltung sind garantiert. Nur zu empfehlen!

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Veröffentlicht am 26.09.2021

Justizthriller der etwas anderen Art

Pirlo - Gegen alle Regeln
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Viele Jahre in einer renommierten Kanzlei und dann der Rauswurf. Rechtsanwalt Dr. Anton Pirlo ist erst mal ganz unten und suhlt sich im Selbstmitleid. Doch der Zustand währt nicht lange. Marlene von Späth ...

Viele Jahre in einer renommierten Kanzlei und dann der Rauswurf. Rechtsanwalt Dr. Anton Pirlo ist erst mal ganz unten und suhlt sich im Selbstmitleid. Doch der Zustand währt nicht lange. Marlene von Späth bittet Pirlo sie zu verteidigen. Sie wird verdächtigt ihren Mann zu Hause mit einem Messer getötet haben, sie selbst bestreitet die Tat. Kurzum gründet Pirlo bei sich zu Hause eine Wohnzimmerkanzlei. Unterstützung bei der Aufklärung und Verteidigung des Falles erhält Pirlo von der jungen Anwältin Sophie Mahler.
„Pirlo - Gegen alle Regeln“ unterscheidet sich ganz klar von den anderen Justizthrillern. Zum einen ist es die Sprache, die einem sofort ins Auge sticht. Viele kurze Sätze, die mich ein wenig an Don Winslow erinnerten, aber auch Sätze die im Grenzbereich des Vulgären liegen. Zudem ist die Herkunft und Familiengeschichte des Strafverteidigers Pirlo an sich selbst schon eine spannende Geschichte. Stück für Stück erfährt man etwas über die Identität von ihm, aber längst noch nicht alles.
Für die Klärung des Falles bewegt sich Pirlo an der Grenze des Legalen. Seine Mandantin steht ihm dabei nicht gerade hilfreich zur Seite. Und so sind einige Tricks notwendig, um ans Ziel zu gelangen.
Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen. Einmal während der Prozesstage, aber auch die Zeit davor, in der die beiden Anwälte alle Register ziehen, um den Fall zu gewinnen. Denn Pirlo hat Druck von seiner Familie, die dringend Geld benötigt.
Richtig warm werden konnte ich mit dem Protagonisten Pirlo nicht wirklich. Seine Familiengeschichte fand ich dafür umso spannender. Sophie Mahler hingegen habe ich sofort ins Herz geschlossen, sie ist einfach eine sympathische junge Frau, die sich gegen ihre eigene Familie behaupten muss.
Weiter geht es mit einem Folgeband, der im August 22 erscheinen soll. Ich bin schon jetzt neugierig auf den Fall, aber auch darauf mehr über Pirlo selbst zu erfahren.

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