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Veröffentlicht am 16.09.2020

Spiel mit tödlichem Ausgang

Raum der Angst
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Sieben Probanden nehmen an einem wissenschaftlichen Experiment teil. Die Gruppe soll in sieben Räumen, in sieben Escape-Rooms die Lösungen finden, die den Schlüssel zum Ausgang bilden. Schon gleich am ...

Sieben Probanden nehmen an einem wissenschaftlichen Experiment teil. Die Gruppe soll in sieben Räumen, in sieben Escape-Rooms die Lösungen finden, die den Schlüssel zum Ausgang bilden. Schon gleich am Anfang stoßen die Sieben dabei unerwartet auf eine achte Person, die Psychologiestudentin Hannah. Sie wurde entführt und kann sich kaum an die Ereignisse davor erinnern. Gemeinsam versucht die Gruppe die einzelnen Räume zu knacken. Doch kaum ist der erste Raum gelöst, stirbt einer der Teilnehmer. Schnell wird allen klar, dass hier etwas nicht stimmen kann und dies ein Spiel mit tödlichem Ausgang ist…

Was für ein spannendes Buch! Ich war von Beginn an gefesselt von der Idee, aber auch von der Erzählweise. Die Figuren werden sehr gut eingeführt und man behält von Anfang an den Überblick über die Gruppe. Nichts ist so wie es scheint und das Buch steckt voller überraschender Wendungen. Die Perspektiven wechseln zwischen den Probanden in dem Gebäude und denen draußen, wie z.B. der Polizei, die fieberhaft auf der Suche nach den vermissten Teilnehmern ist. In einem rasanten Tempo wird der Plot vorangetrieben und ständig passiert etwas, mit dem man nicht gerechnet hat. Lediglich das Ende hat mich etwas unzufrieden zurückgelassen, da hier doch einige Fragen offengeblieben sind. Dennoch verdient das Buch die volle Punktzahl.

Marc Meller ist das Pseudonym eines bekannten Roman- und Drehbuchautors. Wer jetzt neugierig geworden ist, um wen es sich dabei handelt, sollte sich vor allem in den sozialen Netzwerken umschauen, hier wird man eigentlich recht schnell fündig.

Insgesamt bietet das Buch alles, was einen guten Thriller ausmacht. Hohe Spannung, jede Menge Überraschungen mit Gänsehautmomenten und dennoch unterhaltsam. Für mich ein echter Pageturner!

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Veröffentlicht am 16.09.2020

Spannend, aber kein klassischer Krimi

Ihr Königreich
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Os, ein kleiner Ort in den norwegischen Bergen. Hier wachsen die beiden Brüder Roy und Carl auf einem Berghof auf. Nach dem plötzlichen Unfalltod der Eltern kümmert sich der um ein Jahr ältere Roy um seinen ...

Os, ein kleiner Ort in den norwegischen Bergen. Hier wachsen die beiden Brüder Roy und Carl auf einem Berghof auf. Nach dem plötzlichen Unfalltod der Eltern kümmert sich der um ein Jahr ältere Roy um seinen Bruder. Doch während Carl schon bald sein Glück im Ausland sucht, bleibt Roy seinem Heimatort treu. 15 Jahre später, Roy ist bereits in den 30ern und führt eine Tankstelle, kehrt Carl nach Os zurück. Mit dabei hat er seine exotische Ehefrau Shannon und einen großen Plan. Ein Hotelprojekt soll gemeinsam mit den Bewohnern finanziert werden und er will damit den ganzen Ort reich machen. Doch Carls Rückkehr sorgt nicht nur für Freude, sondern auch für Unruhe, denn streng gehütete Geheimnisse drohen nun wieder ans Licht zu dringen…

„ihr Königreich“ gehört weder zur Reihe um Harry Hole, noch zur „Blood on snow“ Serie. Es ist ein Stand-Alone-Roman, betitelt als Kriminalroman. Was die Spannung in dem Buch anbelangt, so kann der Roman allemal mit einem Krimi mithalten. Und doch ist es kein Kriminalroman im klassischen Sinn, bei dem die Guten die Bösen jagen. Vielmehr handelt es sich dabei um eine Art Familiendrama, aber eben auch sehr spannend erzählt. Natürlich passieren auch einige Verbrechen, aber es ist einfach fern vom mainstream. Nach und nach erfährt man Dinge aus der Vergangenheit, die zum einen erschütternd sind, aber auch erklären, warum die beiden Brüder zu denen wurden, was sie heute sind. Roy beschützt sein ganzes Leben lang seinen jüngeren Bruder Carl. Doch wie weit geht Bruderliebe? Was ist man bereit dafür zu tun? Die Erinnerungen der beiden an die Vergangenheit werden Schicht für Schicht aufgedeckt und Nesbø kehrt dabei stets zum „Jetzt“ zurück.

Trotz der relativ hohen Zahl von 600 Seiten möchte ich keine einzige davon missen. Ein sehr spannendes Werk.

Lang in Erinnerung bleiben wird mir noch die Fritz-Nacht. Aber was es damit auf sich hat, müsst ihr schon selber lesen…

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Veröffentlicht am 10.09.2020

Gittes zweiter Fall

Dänische Schuld (Ein Gitte-Madsen-Krimi 2)
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Kaum ist die Bestatterin Gitte Madsen zurück in ihrer Wahlheimat, dem dänischen Ferienort Marielyst, wird sie erneut in einen Kriminalfall verwickelt. Bei einem Abendessen im angesagten Restaurant Schou´s ...

Kaum ist die Bestatterin Gitte Madsen zurück in ihrer Wahlheimat, dem dänischen Ferienort Marielyst, wird sie erneut in einen Kriminalfall verwickelt. Bei einem Abendessen im angesagten Restaurant Schou´s fällt neben ihr plötzlich ein Gast vom Stuhl. Schnell wird klar, dass die vermeintliche Pilzvergiftung in Wahrheit ein Giftmord war. Gittes Neugier ist sofort geweckt und sie nimmt ihre privaten Ermittlungen auf…
Es ist bereits der zweite Fall für die Hobbyermittlerin Gitte Madsen. Nach „Ein dänisches Verbrechen“ begibt sich die 35jährige nun auf die Suche nach dem Mörder des Giftopfers. Unterstützung erhält sie dabei vom Sohn des Opfers und selbstverständlich ermittelt auch die örtliche Polizei mit Kommissar Ole Ansgard. Doch nicht nur der Giftmord will geklärt werden, zeitglich ist Gitte immer noch auf der Suche nach ihrem Vater, der seit 18 Jahren vermisst wird.

Es ist ein Krimi mit viel Lokalkolorit und eindeutig dem Genre Cosy Crime zuzuordnen. Das Buch ist zwar spannend, allerdings nicht auf höchstem Niveau. Unbedingt erwähnenswert sind die vielen Eindrücke über Land und Leute, die nicht nur eine tolle Atmosphäre schaffen, sondern mir Dänemark ein großes Stück näher gebracht haben.
Die Protagonistin Gitte ist absolut sympathisch und ihre Beziehung zu Kommissar Ole Ansgard noch sehr ausbaufähig. Die beiden kommen sich zwar näher, aber so ganz ist der Funke noch nicht übergesprungen. Die Figuren fand ich allesamt gut gezeichnet, auch die Nebencharaktere haben ein gutes Gesicht bekommen.

Für mich war „Dänische Schuld“ ein zwar unblutiger, aber spannender und unterhaltsamer Krimi, eigentliche die ideale Urlaubslektüre. Ich bin gespannt wie es weitergeht mit der Suche nach Gittes Vater und auch wie sich die Beziehung mit Ole weiterentwickelt.

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Veröffentlicht am 30.08.2020

Die Wiederauferstehung des Jeffrey Tolliver

Die verstummte Frau
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Eine Studentin wird beim Joggen überfallen, betäubt und mehrmals vergewaltigt. Eine Zeugin ruft die Polizei. Am Tatort angekommen erklärt das Team rund um Polizeichef Jeffrey Tolliver die Frau sofort für ...

Eine Studentin wird beim Joggen überfallen, betäubt und mehrmals vergewaltigt. Eine Zeugin ruft die Polizei. Am Tatort angekommen erklärt das Team rund um Polizeichef Jeffrey Tolliver die Frau sofort für tot. Erst die Rechtsmedizinerin Sara Linton erkennt, dass das Opfer noch lebt. Die junge Frau bleibt zwar querschnittsgelähmt, doch sie überlebt. Anders ergeht es der Zeugin, die plötzlich verschwunden ist…
Nach eher schlampig geführten Ermittlungen wird schließlich Daryl Nesbitt als Täter verhaftet und kommt ins Gefängnis.
Acht Jahre später. Wieder wird eine junge Frau brutal ermordet und der Modus gleicht der Tat vor acht Jahren. Daryl Nesbitt sitzt immer noch im Gefängnis und beteuert seine Unschuld. Als Täter kommt er nicht in Frage. Im Gegenteil, er behauptet sogar, dass ein Serienmörder die Taten begangen habe. Als Agent Will Trent Nesbitt befragt muss er erkennen, dass der alte Fall von damals noch einmal aufgerollt werden muss, damit die Wahrheit endlich ans Licht kommt.
Seit „Belladonna“ dem Debüt von Karin Slaughter bin ich ein großer Fan dieser Serie, die von der Grant County-Reihe mit dem Team Sara Linton und Jeffrey Tolliver zur Georgia-Reihe mit Will Trent mutierte. Sara muss sich in diesem Buch mit ihrem zukünftigen Ehemann Will und ihrem Ex-Mann Jeffrey, der ermordet wurde herumschlagen.
Erzählt wird auf zwei Zeitebenen, dem „Damals“ in Grant County und dem „Jetzt“ in Atlanta. Will Trent muss alte Zeugen ausfindig machen und läuft verschwundenen Beweisen hinterher. Doch er muss diesen Fall aufklären, auch um Saras Willen und um seine zukünftige Ehe mit ihr.
Total super fand ich die Wiederauferstehung von Jeffrey Tolliver, den ich schon irgendwie vermisse. Doch mit Will an Saras Seite ist ein sehr guter Ersatz gefunden. Doch so ganz rund läuft es zwischen den beiden nicht, denn Wills Heiratsantrag ging gründlich daneben…
Die Geschichte ist zwar superspannend erzählt, besonders der stete Wechsel zwischen den beiden Zeitebenen hat mir gut gefallen. Wer Karin Slaughter kennt, weiß dass die Autorin nicht mit blutigen Details spart, wenn es darum geht eine brutale Tat zu beschreiben. Doch dieses Mal fand ich die gut 670 Seiten einfach ein bisschen zu viel und ein Hauch von Langatmigkeit hat sich eingeschlichen.
Trotzdem ein spannender Thriller, weit über dem Durchschnitt. Karin Slaughter ist weiterhin ein Garant dafür, wenn es darum geht Gänsehaut zu erzeugen. Ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 18.08.2020

Spannende Ermittlungen bei Eiseskälte

Auf kalter Spur
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Die Mordermittlerin Tracy Crosswhite kehrt mit ihrem Mann Dan und der zwei Monate alten Tochter Danielle zurück in ihren Heimatort Cedar Grove. Hier kam vor 20 Jahren ihre Schwester Sarah ums Leben, auch ...

Die Mordermittlerin Tracy Crosswhite kehrt mit ihrem Mann Dan und der zwei Monate alten Tochter Danielle zurück in ihren Heimatort Cedar Grove. Hier kam vor 20 Jahren ihre Schwester Sarah ums Leben, auch ein anderes Mädchen wurde fast zur gleichen Zeit ermordet. Beide Taten wurden nie aufgeklärt. Nun starb eine Reporterin bei einer Brandstiftung und die örtliche Polizei bittet Tracy um Mithilfe. Während dessen ist Dan als Anwalt in einer äußerst dubiosen Angelegenheit tätig. Tracy beginnt zu ermitteln und ahnt dabei nicht, dass der Täter sie schon längst im Visier hat…

Es ist bereits der 7. Fall der Tracy-Crosswhite-Reihe. Die Fälle sind in sich geschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden. Der Tod der Schwester Tracys, der nie richtig aufgeklärt werden konnte, zieht sich dabei wie ein roter Faden durch die Bände. Natürlich entwickelt sich das Privatleben der Protagonisten über die verschiedenen Fälle hinweg, doch zum Verständnis des aktuellen Falls sind diese Informationen nicht so relevant.
Tracy ist eine sehr sympathische Figur, die so manchen Mann in die Tasche stecken kann. Ich fand das Buch recht spannend geschrieben. Die Atmosphäre der eisigen, verschneiten Landschaft kam gut rüber. Manche Szenen waren jedoch zu detailliert beschrieben, daher empfand ich es stellenweise etwas langatmig. Es gibt Wendungen und falsche Fährten, diese runden die Handlung gut ab. Insgesamt ein spannender und unterhaltsamer Thriller, ich bin gespannt auf den nächsten Band.

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