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Veröffentlicht am 31.08.2025

Selbstzweifel, Magie und eine Prise Herbstgefühle

Rewitched
3

Was gibt es Schlimmeres, als am dreißigsten Geburtstag eine Hexenprüfung ablegen zu müssen, von der man a) nichts wusste und b) auf die man gänzlich unvorbereitet ist? Richtig, nichts. Dementsprechend ...

Was gibt es Schlimmeres, als am dreißigsten Geburtstag eine Hexenprüfung ablegen zu müssen, von der man a) nichts wusste und b) auf die man gänzlich unvorbereitet ist? Richtig, nichts. Dementsprechend gering ist Belles Erwartungshaltung an ihre Leistung, und natürlich kommt es, wie es kommen muss – sie fällt durch. Somit bleibt ihr nur noch eine Chance, ihre Magie zu behalten: Sie muss sechs Prüfungen bestehen, die ihr vom Hexenzirkel auferlegt werden. Dabei geht natürlich nicht alles glatt, und neben den Prüfungen tun sich auch noch andere Rätsel auf, die es zu lösen gilt.

Rewitched lockt mit einem herbstlichen Cover und einer süßen kleinen Katze, die über jedes Kapitel wacht. Ich habe das Buch im Rahmen der Leserunde gelesen und mir hat die Aufmachung des Buchs sehr gut gefallen – das Cover ist einfach wunderschön, und auch die Farben machen mich glücklich. Das Buch ist in der dritten Person geschrieben. Bereits die Leseprobe liest sich flüssig, und das setzt sich durch das gesamte Buch fort. Ich wollte das Buch zu keinem Zeitpunkt weglegen.
Die Geschichte hat sich definitiv anders entwickelt als erwartet – man sollte also keine allzu festgefahrene Erwartungshaltung haben. Neben gemütlichen Herbstgefühlen gab es auch eine Portion Spannung und Mystery, die das Buch zu einem Pageturner gemacht haben.

Alle Charaktere sind liebevoll beschrieben und bringen ihre eigenen kleinen Eigenarten mit, was der Geschichte ihren Charme verleiht und sie für mich magisch gemacht hat. Mir war unsere Protagonistin Belle sympathisch, auch wenn es an ein paar Stellen Unstimmigkeiten gab und mir hier und da der Fokus fehlte.
Das Love Interest hat für mich eine Nebenrolle in der Geschichte eingenommen, und meiner Meinung nach wäre die Geschichte auch gut ohne die Romanze ausgekommen. Dies war ein Teil des Buchs, der für mich nicht ganz glaubwürdig war.
Dafür fand ich die Beziehung zwischen Belle und ihrer Mutter sowie ihrer besten Freundin absolut bezaubernd, und Belles Chef Christopher hätte ich gerne höchstpersönlich auf den Mond geschossen – hier hat die Autorin definitiv den richtigen Ton getroffen.

Insgesamt hat mir der Plot sehr gut gefallen, auch wenn er nicht unbedingt dem entsprochen hat, was ich erwartet hatte. Die Geschichte dreht sich um Selbstvertrauen, Mut, Familie, Zusammenhalt und Freundschaft – alles Themen, die ich gerne mag und die meiner Meinung nach auch gut umgesetzt wurden.
Zusammenfassend hätte ich mir etwas mehr Charakterentwicklung gewünscht, und an ein paar Stellen gab es mir zu viel „tell" und zu wenig „show". Das erste Drittel der Geschichte hätte meiner Meinung nach etwas kürzer sein können, dafür hätte etwas mehr Zeit in den Mittel- und Schlussteil fließen können. Nichtsdestotrotz hat mich die Handlung abgeholt, und ich habe richtig mitgefiebert.

Rewitched ist ein stimmungsvolles Buch mit einem mystischen Magiesystem, das zum Verweilen einlädt. Auch wenn ich nachträglich ein paar Kritikpunkte am Plot habe, würde ich das Buch trotzdem wieder lesen. Ich fand es unterhaltsam, charmant und war richtig im Lesefluss. Das Buch ist etwas für alle, die Lust auf ein bisschen Nervenkitzel gepaart mit gemütlichen Elementen haben – und damit ein perfekter Herbst-Read.

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  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 21.08.2025

Dieser Geschichte kann man nicht entkommen!

Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.
0

Robyn liebt True-Crime-Podcasts und hat eine kleine Obsession mit dem Hotel Ambrosia, das auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegt. Aufgrund einer Krankheit kann sie ihre Wohnung nicht verlassen und ...

Robyn liebt True-Crime-Podcasts und hat eine kleine Obsession mit dem Hotel Ambrosia, das auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegt. Aufgrund einer Krankheit kann sie ihre Wohnung nicht verlassen und ist körperlich eingeschränkt, weshalb sie liebend gerne das Geschehen im Hotel gegenüber durch ihr Opernglas beobachtet und dadurch ein bisschen lebt. Als sie dabei eines Tages ein Verbrechen beobachtet, gerät ihr sonst so geordnetes Leben aus den Fugen. Da sie selbst keine Nachforschungen anstellen und helfen kann, schickt sie A.J. los, der ihr ein zweites Paar Augen und Ohren ist. Von nichts auf hundert gleicht ihr Leben einer True-Crime-Podcast-Folge, und schon bald weiß Robyn nicht mehr, was echt und was Einbildung ist und vor allem, wem sie trauen kann.

Das Cover hat mich direkt überzeugt, und das Innenleben stand dem Äußeren in nichts nach. Das Buch ist unheimlich liebevoll gestaltet – Zeichnungen, Notizen, Handy-Nachrichten und Mail-Verläufe wurden als stilistische Mittel perfekt eingesetzt und haben das Buch zu einem wahren Erlebnis gemacht. Der Schreibstil und die kurzen Kapitel haben dafür gesorgt, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin.

Die Charaktere fand ich richtig gut ausgearbeitet und hatte auch den Eindruck, dass sie sich selbst treu geblieben sind. Robyn lebt aufgrund ihrer Krankheit sehr eingeschränkt und muss auf sich acht geben. Gepflegt wird sie von ihrer Tante, die sich aufopferungsvoll um sie kümmert. Der Blick aus ihrem Fenster, das Hotel gegenüber sowie seine Bewohner ist für sie alles, und das spürt man. Ihre Beobachtungen lassen sie regelrecht aufblühen, genauso wie True-Crime-Podcast-Folgen. Man konnte ihre Handlungen und Gedanken gut nachvollziehen und hat über das ganze Buch hinweg mit ihr mitgefiebert. Manchmal hat sie mich mit ihren Reaktionen wahnsinnig gemacht, aber das gehört ja auch irgendwo dazu.
A.J. ist in einigen Hinsichten das komplette Gegenteil zu Robyn, und trotzdem funktionieren die beiden wunderbar miteinander. Er ist mindestens kleinkriminell, mutig und generell ein Freigeist mit dem Herz am rechten Fleck. Dass er nicht so behütet aufgewachsen ist wie Robyn, wird schnell klar, und ich glaube, gerade deshalb entwickelt sich zwischen den beiden eine tolle Dynamik.

Auch die anderen Charaktere machen Spaß zu lesen und ergeben in Summe ein rundes Bild. Besonders spannend fand ich zu lesen, was Robyn sich über die Leute im Hotel gegenüber ausgemalt hat und wie es in Realität wirklich aussieht. Auch den Einblick in ihr Krankheitsbild fand ich unheimlich spannend und wichtig.

Die Handlung war für mich fesselnd und hat einen richtigen Sog erzeugt. Ich konnte das Buch kaum weglegen und habe mitgerätselt wie ein Weltmeister. Dabei habe ich alle paar Kapitel meine Theorien über den Haufen geworfen und neue geschmiedet, wobei ich erst am Ende auf den richtigen Trichter gekommen bin. Ich fand den Spannungsaufbau klasse und wurde immer wieder überrascht – genau das, was ich mir von so einem Thriller wünsche. Auch das Ende fand ich super und bleibe damit wunschlos glücklich zurück.

Das Buch hatte alles, was ich von einem guten Thriller erwarte: eine tolle Handlung, fesselnde Erzählweise, wilde Verstrickungen, Plottwists und Nervenkitzel vom Feinsten. Klare Leseempfehlung - aber gegebenenfalls vorher die Inhaltsinformationen bezüglich triggernder Inhalte lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.08.2025

Erebos 3 - a blast from the past!

Erebos 3
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Erebos ist zurück und stürzt Nick damit zum dritten Mal in ein Abenteuer, für das er sich definitiv nicht freiwillig gemeldet hat. Schnell ist klar: Es geht um Leben oder Tod, doch bis Nick die Hinweise ...

Erebos ist zurück und stürzt Nick damit zum dritten Mal in ein Abenteuer, für das er sich definitiv nicht freiwillig gemeldet hat. Schnell ist klar: Es geht um Leben oder Tod, doch bis Nick die Hinweise zusammengefügt hat, ist es fast zu spät.

Ich liebe Ursula Poznanski. Erebos war das erste Buch, das ich vor über zehn Jahren von der Autorin gelesen habe, und seitdem habe ich nicht aufgehört, ihre Bücher in die Hand zu nehmen. Kein Wunder also, dass ich bei Erebos 3 wieder zugreifen musste, und was soll ich sagen – das Buch hat mich sofort wieder gepackt. Man taucht in eine altbekannte Welt ab, kämpft zusammen mit Nick gegen das Gefühl, einfach nichts ausrichten zu können, und fiebert bis zum bitteren Ende mit. Nervenkitzel pur.

Der Schreibstil war wie immer klar und flüssig. Ich habe das Buch in einem Rutsch fertiggelesen, was sicher auch an den kurzen Kapiteln liegt, und bin fast ein bisschen traurig, dass ich mir nicht mehr Zeit gelassen habe. Das Cover passt zu den ersten beiden Bänden und reiht sich damit perfekt ins Regal ein.

Man merkt, dass Nick über die Bücher hinweg älter geworden ist, was schön ist. Im Kern ist er dennoch derselbe und hat nichts an Improvisationstalent, Risikobereitschaft oder seinem Gerechtigkeitssinn eingebüßt. Manchmal hat er mich damit ein bisschen wahnsinnig gemacht, aber das macht auch irgendwo die Spannung aus.
Auch Victor hat einen erneuten Auftritt, und es hat mir richtig gut gefallen, wie die beiden zusammengearbeitet haben. Abgesehen davon tauchen noch ein paar weitere alte Gesichter auf, aber auch eine Menge neue, und da man im Spiel sowieso nie weiß, wer wer ist, macht es das unheimlich spannend.

Die Geschichte wird definitiv vom Plot getrieben, aber genau das macht den Reiz von Erebos aus. Das Spiel dirigiert Nick durch sein Leben, und beim Lesen hat man mindestens genauso viel Frust und ist genauso angespannt wie Nick selbst – auf die beste Art und Weise. Ich war – wieder einmal – nicht in der Lage, den Plot und die Wendungen zu erahnen, aber das erhöht in diesem Fall nur den Spaß beim Lesen.

Ich fand es ein bisschen schade, dass Erebos sich selbst nicht weiterentwickelt hat und Elemente wie KI keine Rolle gespielt haben. Das hätte meiner Meinung nach gut in die Geschichte gepasst und dem Ganzen ein Update verpasst. Nichtsdestotrotz habe ich die Handlung geliebt.

Erebos ist wie nach Hause kommen. Die Atmosphäre, das Setting, die Spannung – ich habe von der ersten Minute an mitgefiebert. Wer die ersten Bände geliebt hat, wird auch diesen hier lieben, und wer den ersten Band nicht kennt, dem kann ich einen Ausflug in die Welt von Erebos nur empfehlen. Es ist einfach ein unheimlich fesselnder Thriller, den man nicht weglegen kann.

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Veröffentlicht am 26.07.2025

To-Do Listen, Selbstfindung und Küchenexperimente

Today I’ll Fall For Him (3)
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Lina ist perfekt – oder zumindest legt sie alles daran, dieses Image aufrechtzuerhalten. Die Geschichte verspricht ab Seite eins, turbulent zu werden, und die Erwartungen werden nicht enttäuscht. Der dritte ...

Lina ist perfekt – oder zumindest legt sie alles daran, dieses Image aufrechtzuerhalten. Die Geschichte verspricht ab Seite eins, turbulent zu werden, und die Erwartungen werden nicht enttäuscht. Der dritte Band der Today-Reihe ist der perfekte Abschluss und bringt neben einer neuen Geschichte auch altgeliebte Elemente aus den ersten beiden Büchern zurück.

Meine Liebe zu „Today I’ll Fall For Him“ hat bereits mit dem Cover angefangen, denn es ist gelb und ich liebe Gelb. Die Illustrationen auf dem Cover sind süß gestaltet und das ganze Buch fügt sich perfekt in die Reihe ein. Auch der Schreibstil von Bianca Wege konnte mich wieder überzeugen. Die Geschichte liest sich flüssig und ist mit Humor gespickt, was nicht zuletzt an den tollen Charakteren liegt.

Mit Lina konnte ich schnell eine Verbindung aufbauen, denn wer hat nicht schon einmal gehofft, dass eine gute To-Do-Liste sämtliche Probleme löst? Lina ist abgeklärt, taff und möchte sich beweisen. Fehler sind für sie ein absolutes Tabu, und anstatt sich ihren Problemen zu stellen und Hilfe von anderen anzunehmen, versucht sie ihren Weg ganz allein zu gehen.
Riven hat selbst genug Probleme, hat im Gegensatz zu Lina jedoch nicht den strukturierten Ansatz gewählt, und genau deshalb ist es auch so unterhaltsam, die beiden zusammen zu erleben. Er lebt mehr in den Tag hinein, setzt sich weniger Regeln und mag das Risiko, hat das Herz aber dennoch am rechten Fleck.

Auch wenn der Deal zwischen Riven und Lina für mich etwas aus dem Nichts kam, habe ich es geliebt, dass die beiden sich über eine To-Do-Liste näherkommen. Die geheimen Treffen, die teils absolut fraglichen Aufgaben, die dazu gedacht sind, den anderen auf die Palme zu bringen – eine absolut fantastische Idee. Ich fand es schön, wie die beiden über die Geschichte hinweg ihre verwundbare Seite miteinander geteilt haben und sich gegenseitig darin bestärkt haben, mal einen Schritt aus ihrer Komfortzone zu machen. Insgesamt war die Geschichte absolut wholesome und super süß, weshalb das Buch viel zu früh zu Ende war. Neben der Liebesgeschichte hat mir auch besonders gut gefallen, wie Lina sich nach und nach den anderen Today-Charakteren geöffnet und ihren Platz unter ihnen gefunden hat. Es ging nicht nur um die Liebesgeschichte, sondern auch darum, neue Verbindungen einzugehen, Freundschaften zuzulassen und sich auf etwas einzulassen, das im ersten Moment vielleicht nicht ganz in der eigenen Wohlfühlzone liegt (und natürlich ums Kochen lernen!). Die Geschichte erinnert einen daran, den eigenen Perfektionismus zu hinterfragen und Selbstsicherheit und Wertgefühl nicht nur in den eigenen Achievements, sondern in erster Linie in sich selbst zu finden. Für mich gab es in der Handlung wenig Twists und Turns, die ich nicht erahnt habe, aber das hat dem Buch meiner Meinung nach keinen Abschlag getan.

Ich habe das Buch geliebt. Für mich war es ein absoluter Wohlfühl-Read, der seinen wohlverdienten Platz in meinem Bücherregal gefunden hat! Ein bisschen bin ich traurig, dass die Reihe jetzt vorbei ist, aber ich bin schon gespannt, was Bianca Wege als Nächstes zaubert. Lina, Riven und alle anderen haben auf jeden Fall ihren Platz in meinem Herzen gefunden, und die Hoffnung auf einen Spin-off stirbt ja bekanntlich zuletzt. Definitiv eine Leseempfehlung für jeden, der sich nach einer herzerwärmenden Geschichte sehnt und Humor zu schätzen weiß.

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Veröffentlicht am 18.07.2025

Gaming, Dev-Life und ganz viel Capybara-Liebe

Novel Haven - Levels of Love
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Ein Buch über die Gaming Branche und Spielentwicklung in Indie-Studios, mit Capybaras und Studio Ghibli Anspielungen, wer kann da schon widerstehen? Ich jedenfalls nicht und darüber bin ich in Retrospektive ...

Ein Buch über die Gaming Branche und Spielentwicklung in Indie-Studios, mit Capybaras und Studio Ghibli Anspielungen, wer kann da schon widerstehen? Ich jedenfalls nicht und darüber bin ich in Retrospektive mehr als nur froh, denn „Novel Haven – Levels of Love“ hat mich absolut überzeugt.

Der erste Eindruck gilt natürlich der Aufmachung des Buchs, das nicht nur mit einem wunderschönen Cover, sondern in der Erstauflage auch mit einem Pixel-Farbschnitt und Stickern für die Innenklappe des Buchs besticht. Doch auch von Innen kann das Buch überzeugen. Seien es die niedlichen Kapitel-Überschriften mitsamt Spielhinweisen, oder die Chat-Verläufe der Charaktere, die sich nahtlos in den Rest der Geschichte einfügen, alles daran hat mich glücklich gemacht.

Auch der Schreibstil von Anabelle Stehl hat mich überzeugt. Der Roman liest sich flüssig und der Unterschied zwischen den Charakteren ist für mich klar zu erkennen. Die Geschichte wird in einem angenehmen Tempo erzählt, ohne etwas zu überstürzen oder die Handlung unnötig in die Länge zu ziehen. Besonders schön fand ich den Dual PoV, da ich als Leser Situationen aus mehreren Perspektiven erleben konnte und so die Charaktere nicht nur in sich, sondern auch durch die Augen einer zweiten Person kennenlernen konnte.

Die Protagonistin Lara habe ich ab Seite eins geliebt. Novel Haven ist ihr sicherer Hafen und das Programmieren ein Weg, ihre Vergangenheit Stück für Stück zu verarbeiten. Ihre Liebe zum Gaming, zum Programmieren, aber auch zu ihrem kleinen Studio und zu ihren Freunden kommt auf jeder Seite deutlich zur Geltung. Lara ist warmherzig, witzig und introvertiert, lässt sich von ihren Freundinnen jedoch immer wieder aus ihrem Schneckenhaus holen. Die Autorin hat den Kontrast zwischen Lara unter ihren Freunden vs. Lara unter Fremden schön herausgearbeitet und auch ihre Ängste und Zweifel waren deutlich spürbar. Als jemand, der selbst in einem männerdominierten Feld arbeitet, habe ich von Anfang an mit Lara mitgefiebert, ihr in Gedanken die Hand gehalten und jeden kleinen Erfolg mitgefeiert.
Luca ist hierbei genau die Art von Mitstreiter, von denen man sich mehr im beruflichen Umfeld wünscht. Ein Verbündeter, trotz Konkurrenz. Jemand, der dumme Kommentare nicht einfach stehen lässt und der Lara die ganze Geschichte hinweg den Rücken gestärkt hat. Obwohl auch für ihn viel auf dem Spiel steht, hat er nie den Blick fürs wesentliche verloren und genau das macht ihn so sympathisch. Bis auf Einzelfälle lässt sich das übrigens über alle Figuren des Romans sagen. Besonders schön fand ich die Balance in der Freundschaft um Lara, Nataly und Aria. Sie haben sich gegenseitig unterstützt, aber auch gefordert und genau das hat es für mich so greifbar gemacht.

Die Handlung ist nicht nur fesselnd und an so vielen Stellen wunderschön, sondern spiegelt auch die Realität in vielen Facetten wider. Seien es die Zweifel und Versagensängste einer Frau in einer männerdominierten Branche, das Dasein von Entwicklern, die sich voll und ganz in ihrem Spiel verlieren oder aber die Liebe zu Spielen generell, die die gesamte Geschichte begleitet. Als Gamer fühlt sich das Buch ein klein wenig wie nach Hause kommen an. Genau wie bei Novel Haven, dem Spiel, handelt es sich auch bei Novel Haven, dem Buch, um einen absoluten cosy Read, der mein Herz im Sturm erobert hat.
Mein einziger Kritikpunkt gilt der Auflösung des Konflikts am Ende der Geschichte, die für mich einfach eine Spur zu perfekt war. Das hat dem Buch jedoch keinen Abbruch getan. Die Liebesgeschichte war in sich sehr wholesome und für Liebhaber eines märchenwürdigen Happy Ends ist das Buch genau das richtige.

Ich habe alles an der Geschichte geliebt und bis zum Ende mitgefiebert. Schade, dass es Novel Haven, das Spiel, nicht in echt gibt, aber dafür freue ich mich schon jetzt darauf, im Herbst mit Band 2 abermals in die Welt von Novel Haven abzutauchen.

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