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Veröffentlicht am 19.12.2019

Berührende Erzählung über die Entstehung von Stille Nacht

Stille Nacht
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Inhalt & Meinung:



Das Lied Stille Nacht kennt wohl jeder. Es ist DAS Lied, das zu Weihnachten unbedingt dazu hört und bei dem ich am Hl. Abend noch immer Gänsehaut bekomme. Es wurde in 320 Sprachen ...

Inhalt & Meinung:



Das Lied Stille Nacht kennt wohl jeder. Es ist DAS Lied, das zu Weihnachten unbedingt dazu hört und bei dem ich am Hl. Abend noch immer Gänsehaut bekomme. Es wurde in 320 Sprachen und Dialekte übersetzt und gesungen. 2011 wurde es von der UNESCO als immatrielles Kulturerbe Österreichs anerkannt.


In diesem kleinen Büchlein, das knapp 160 Seiten umfasst, kann man sich über die Geschichte dieses Liedes informieren. Titus Müller schreibt berührend über die damalige Zeit, das kleine Dorf, in dem Joseph Mohr - der Dichter von Stille Nacht - als Hilfspfarrer gearbeitet hat und über dessen Einwohner.


Es erzählt, dass Joseph Mohr ein uneheliches Kind war und erst wenige Monate vor dessen Tod seinen Großvater fand. In der wenigen Zeit konnte ihm der Mann doch noch einiges von seinem Vater erzählen und als er starb, bekam Joseph die alte Gitarre seines Vaters.


Auch lesen wir von einer Familie, in der nicht alles rund läuft. Der Vater ging fremd, die Mutter hat das herausgefunden und zweifelt nun an ihrem Leben, an ihrer Familie ...


Selbst von der Liebschaft des Vaters lesen wir. Die Frau hat ebenfalls ein Kind und kämpft ums Überleben.


Und dann, nach dem Weihnachtsgottesdienst 1818 sangen Joseph Mohr und Franz Gruber (der Komponist der Melodie) gemeinsam Stille Nacht und berührten damit alle Menschen, die es hörten.


Mir hat die Erzählung sehr gut gefallen. Es gab mir Einblicke in das Leben von damals und wie das Lied entstanden ist. Ich hätte mir nur gewünscht, mehr über die Gefühle oder die Beweggründe von Joseph Mohr zu erfahren, als er das Lied schrieb. Genauso kam die Komposition der Melodie zu kurz, was eigentlich nur am Rande erwähnt wurde.


Fazit:


Trotzdem eine berührende Erzählung über die Entstehung des Liedes Stille Nacht.

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Veröffentlicht am 08.12.2019

Wenn Mauern bröckeln ...

Sinking Ships
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Inhalt:

Carla lässt keine Schwächen zu, sie darf keine Schwächen haben, zu viel steht auf dem Spiel. Sie kümmert sich alleine um ihre zwei Brüder. Ihr Vater ist im Gefängnis und ihre Mutter ist tot. Als ...

Inhalt:

Carla lässt keine Schwächen zu, sie darf keine Schwächen haben, zu viel steht auf dem Spiel. Sie kümmert sich alleine um ihre zwei Brüder. Ihr Vater ist im Gefängnis und ihre Mutter ist tot. Als Kind musste sie dabei zusehen, wie ihre Mutter ertrank. Davon kommt auch ihre panische Angst vor Wasser. Und Männer lässt sie auch nicht an sich ran, schon gar nicht den nervigen Bruder Mitchel ihrer besten Freundin.
Doch als sie bei einer Party unglücklicherweise in den Pool fällt, rettet gerade Mitchel sie in letzter Sekunde vor dem Ertrinken. Und irgendwie schafft er es, dass ihre Mauern zu bröckeln beginnen ...

Meinung:

Schon der erste Teil der Fletcher-University-Reihe Burning Bridges hat mir gut gefallen (Rezension). Also war klar, dass ich auch das zweite Buch von Tami Fischer lesen werde. Noch dazu ist es in einer meiner Lieblingsfarben gehalten und sieht richtig hübsch aus.

Carla ist kein einfacher Charakter. Ich muss sogar zugeben, dass sie mir anfangs etwas auf die Nerven ging. Teilweise reagierte sie mir zu zickig oder zu schroff. Doch mit der Zeit habe ich sie doch lieb gewonnen. Sie hat definitiv ihre Gründe, warum sie ihre Mauern hochgezogen hat und niemanden an sich heranlässt - nicht einmal ihre besten Freundinnen.

Umso schöner ist es zu lesen, wie Mitchel es langsam aber sicher schafft, diese Mauern bröckeln zu lassen. Wie Carla ihm immer mehr vertraut und sich ihm öffnet. Allzu viel Zeit können sie aber leider nicht miteinander verbringen, weil sie das Leben rundherum komplett einspannt. Carla kümmert sich um ihre Brüder, studiert, arbeitet in einer Bar und hilft im Frisörsalon ihrer Tante aus - uff, wie sie das schafft, wurde mir im ganzen Buch nicht klar ...

Dass irgendwann auch etwas Drama in die Geschichte gehört, war klar und so habe ich das ganze Buch nur darauf gewartet. Als es dann kam, war es eigentlich ziemlich vorhersehbar gewesen. Ich bin nur froh, dass es nicht allzu lang gedauert hat, da ich es nicht mag, wenn zwei Liebende getrennt sein müssen ...

Der Schluss war mir dann fast ein bisschen zu kurz. Da hätte noch gut ein Epilog gepasst, um ein paar Fragen bzw Erzählstränge so richtig zu beenden. ... aber vielleicht passiert das ja noch im dritten Band, der aber natürlich wieder von anderen Charakteren handelt.

Burning Bridges war spannender, mit seinen Thrillerelementen hat es sich von der breiten Masse der New Adult Romane abgehoben. Sinking Ships hat zwar auch seine Besonderheiten, aber es hebt sich nicht ganz so ab. Wobei man aber schon sagen muss, dass Tami Fischer auf jeden Fall ein Talent zum Schreiben und zum Geschichten erzählen hat.

Fazit:

Solide New Adult Geschichte, die zeigt, dass man auch Hilfe annehmen kann/soll.

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Veröffentlicht am 07.12.2019

Wenn Tränen töten können

Novembers Tränen
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Inhalt:

Die 16jährige November ist ein Winterkind. Sie wohnt seit ihrer Kindheit gemeinsam mit anderen Winterkindern im strengen Kloster des Winterordens. Sie hat ganz besondere Fähigkeiten: Ihre Tränen ...

Inhalt:

Die 16jährige November ist ein Winterkind. Sie wohnt seit ihrer Kindheit gemeinsam mit anderen Winterkindern im strengen Kloster des Winterordens. Sie hat ganz besondere Fähigkeiten: Ihre Tränen können todkranke Menschen heilen, aber sie können auch töten. Deshalb hat November schon seit vielen Jahren nicht mehr geweint. Doch an ihrem 17. Geburtstag wird alles anders. Der düstere Alpha kommt ins Kloster und will das Mädchen unter seine Fittiche nehmen. Und auch der fesche aber mysteriöse neue Schüler Romeo hat ein Interesse an ihr. Schnell gerät November in einen Strudel aus Halbwahrheiten, verwirrenden Gefühlen und lange vergessen geglaubte Figuren aus ihrer Vergangenheit ...

Meinung:

Schon seit dem Erscheinungsdatum wollte ich das Buch lesen. Ich fand die Kraft der Tränen von November faszinierend und wollte mehr darüber wissen.

Zunächst lernen wir das Leben im Kloster des Winterordens kennen. Die Schwestern dort führen ein strenges Regime, aber den dort untergebrachten Kindern geht es gut. Sie führen ein behütetes Leben und warten darauf, dass ihre Fähigkeiten sich zeigen. November hat dort nicht nur Holly, ihre beste Freundin, sondern auch sonst einige Freunde.

Ich mag Geschichten, die in einer Schule oder einem Internat spielen. Gerne lese ich über den Alltag der Protagonisten, über ihre Probleme usw. So hat mir auch dieser Teil des Buches sehr gefallen. Hier lesen wir auch etwas über die Welt, in der die Geschichte spielt bzw darüber, wie die Welt so geworden ist.

Dann kommt der Alpha ins Kloster und damit beginnt der spannende Teil. Denn er will etwas von November, das sie ihm eigentlich nicht geben will und es gelingt ihr zu fliehen. Nun zeigen der Alpha und seine Männer ihr richtiges Gesicht und es beginnt eine Jagd durchs halbe Land. Zu dem Zeitpunkt ist man schon so in der Geschichte gefangen, dass man richtig mitfiebert.

Auch sehr gelungen finde ich die kleine Liebesgeschichte, die natürlich auch mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Diese ist zwar sehr wichtig für das weitere Geschehen und trotzdem überlagert sie nicht alles.

Zwischendurch gibt es zwar - meiner Meinung nach - einen kleinen Durchhänger, aber insgesamt war das Buch wirklich spannend und schön zu lesen.

Fazit:

Gutes Fantasybuch mit gelungener Welt, Spannung und einer schönen Liebesgeschichte.

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Veröffentlicht am 06.12.2019

Frauen, die plötzlich verschwinden

Der Keller
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Inhalt:

Hannah und Heiko sind glücklich verheiratet und erwarten voller Freude ihr erstes Kind. Da erreicht die junge Frau der Hilferuf ihres Vaters. Ihrer Mutter geht es nicht gut, sie hat sogar versucht, ...

Inhalt:

Hannah und Heiko sind glücklich verheiratet und erwarten voller Freude ihr erstes Kind. Da erreicht die junge Frau der Hilferuf ihres Vaters. Ihrer Mutter geht es nicht gut, sie hat sogar versucht, sich das Leben zu nehmen. Trotz ihrer Flugangst begibt sich Hannah in die Toskana, um zu ihrer Mutter zu eilen. Während des Flugs lernt sie einen netten Mann kennen, der ihr sehr sympathisch ist. Da sie erst sehr spät landen, nimmt sie die Einladung an, zu seinem Palazzo zu fahren, um dort zu essen und zu schlafen. Seither gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihr. Ihre Familie ist verzweifelt.
Und es ist nicht die einzige junge Frau, die plötzlich verschwindet...

Meinung:

Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich das Buch sehr schnell weggelesen habe. Es hat einen recht einfachen Schreibstil und kurze Kapitel. Es hat mich auch ganz gut unterhalten, trotzdem gibt es ein paar Minuspunkte.

Der erste Teil, in dem es um Hannah geht, gefiel mir noch richtig gut. Da wusste man auch noch nicht, was da wirklich los ist, auch wenn man ahnte, dass es nicht gut gehen würde, wenn sie mit Daniel zum Palazzo fährt. Auch hat man die Verzweiflung der Eltern und des Ehemannes deutlich gespürt und trotz besseren Wissens ständig gehofft, dass Hannah gefunden wird.

Danach lernen wir Daniel näher kennen. Wir erfahren viel über seine Kindheit, über einen hilfsbereiten Jungen, der in den Ferien bei seinem Freund die Liebe zur Jagd entdeckt. Er ist aber auch der einzige, den wir wirklich näher kennenlernen. Und es ist ziemlich unverständlich, wie dieser hilfsbereite junge Mann sich derart ändern konnte.

Seine Frau lernen wir am Rande kennen. Aber außer, dass sie sehr schön ist und sympathisch wirkt, erfahren wir nicht viel - obwohl sie auch eine Hauptprotagonistin ist. Auch hier stellt sich aber die Frage, wie sie sich so entwickeln konnte.

Die ganze Handlung, die danach kommt, wirkt konstruiert und teilweise ziemlich unrealistisch. Mehr kann ich dazu leider nicht sagen, da ich dann spoilern würde.

Fazit:

Das Buch ließ sich schnell lesen und hat mich unterhalten, aber es ist ganz sicher kein Highlight.

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Veröffentlicht am 04.12.2019

Tolle Idee, gute Umsetzung, bösartig ...

Vicious - Das Böse in uns
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Inhalt:
Victor Vale und Eli Ever teilen sich nicht nur ein Zimmer, sie sind auch beide brilliante Medizinstudenten und führen ein gemeinsames Experiment durch. Sie wollen durch ihren Tod bzw eine Nahtoderfahrung ...

Inhalt:
Victor Vale und Eli Ever teilen sich nicht nur ein Zimmer, sie sind auch beide brilliante Medizinstudenten und führen ein gemeinsames Experiment durch. Sie wollen durch ihren Tod bzw eine Nahtoderfahrung zu ungewöhnlichen Kräften kommen. Und es gelingt: Victor bekommt die Kraft, Schmerzen zu lindern bzw aufzuheben und Eli wird durch schnelle Wundheilung so gut wie unsterblich. Doch durch ihr Experiment lösen sie eine Tragödie aus, die sie zu erbitterten Feinden macht. Als Victor 10 Jahre später aus dem Gefängnis ausbricht, kennt er nur ein Ziel: sich an Eli zu rächen ...

Meinung:
Vicious war mein erstes Buch von V.E. Schwab. Schon oft habe ich gehört, dass ihre Bücher wirklich toll sein sollen und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte ist von Anfang an spannend. Natürlich darf man hier keine realistische Geschichte erwarten, es ist eher eine über Superhelden.

Die Geschehnisse werden in zwei Zeitebenen erzählt. Die erste Ebene ist die Zeit des Experiments, wie sich Victor und Eli kennenlernen, wie es zu der Idee kommt usw. Die zweite Ebene erzählt die Zeit 10 Jahre später, den Ausbruch aus dem Gefängnis, den Hass, die Rachegefühle ... Beide sind zu der Zeit nicht mehr alleine unterwegs, sondern haben Verbündete, die ebenfalls übernatürliche Fähigkeiten haben.

Die Kapitel sind kurz und machen immer Lust auf mehr. Man will wissen, wie es weitergeht, was damals passiert ist, was 10 Jahre später passiert, wie es ausgeht. Die Perspektiven wechseln zwischen den beiden Protagonisten, aber auch Nebencharakteren. So kann man sich besser in alle Beteiligten hineinversetzen und ihre Beweggründe verstehen.

Ständing fragt man sich, ob es hier eigentlich eine "gute Seite" gibt oder ob nicht doch beide Seiten böse sind? Aber auch andere Fragen begleiten uns während des Lesens. ZB ob dem Körper etwas fehlt nachdem er dem Tod getrotzt hat? Ist die Seele überhaupt noch vorhanden?

Die Autorin führt uns in Abgründe, zeigt uns Bösartigkeit und "Superhelden", die eigentlich keine Helden sind. Eine tolle Idee und gut umgesetzt! Allerdings hätte ich mit einem besser durchdachten Plan am Ende gerechnet.

Fazit:
Tolle Idee, gut umgesetzt, bösartig, zu empfehlen.