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Veröffentlicht am 28.10.2025

Ein solides saisonales Kochbuch

Was kocht Hanna
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Ich kannte Hanna Reder noch nicht; umso gespannter war ich auf ihr erstes Kochbuch. Es geht um saisonales Kochen. Es finden sich unter den etwa 80 Rezepten zwar auch ein paar Rezepte mit Fisch und Fleisch, ...

Ich kannte Hanna Reder noch nicht; umso gespannter war ich auf ihr erstes Kochbuch. Es geht um saisonales Kochen. Es finden sich unter den etwa 80 Rezepten zwar auch ein paar Rezepte mit Fisch und Fleisch, aber Gemüse spielt klar die Hauptrolle. Als Vegetarierin, die immer gerne neue Rezepte entdeckt, waren die Erwartungen an dieses Buch hoch.

Es gibt wie üblich ein Vorwort, Hanna erläutert ihre Kochphilosophie ... dann folgen die Rezepte.

Man findet ein paar Rezepte für Pickles, Chutneys und dergleichen, Granola, Sirup, süße Saucen, auch süße Rezepte (etwa Rhabarber-Erdbeer-Crumble, Waldmeister-Panna-Cotta, no-bake-cheesecake mit Holunderbeerensaft, Schokomousse mit Macadamianüssen, italienischer Apfelkuchen, Windbeutel, Pekannuss-Karamell-Kuchen, Nougatmousse) ... den Schwerpunkt bilden natürlich die saisonalen Rezepte, die von Frühling bis Winter geordnet sind.

Im Frühling gibt es etwa Rezepte mit Spargel, Bärlauch, Rhabarber, Waldmeister, im Sommer mit Zucchini, Tomaten, Mais, im Herbst mit Pilzen, Kürbis, im Winter mit Grünkohl, Schwarzkohl, Rotkohl, Möhren, Rosenkohl ...

Das Buch ist sehr hochwertig aufgemacht, voller wunderschöner Fotos, was die Arbeit mit dem Buch zu einer wahren Freude macht.

Hanna Reder sieht ihre Rezepte nicht als starre Anleitungen, die streng befolgt werden müssen, sondern als Einladung zum Experimentieren. Genau das haben wir getan. Uns sprachen natürlich nicht alle Rezepte an, viele auch nur teilweise. Der Vorteil an Hannas Rezepten ist der, dass sie mitunter aus mehreren Komponenten/Teilen bestehen, die zusammengesetzt werden. So kann man sich den Teil rauspicken, der dem persönlichen Geschmack entspricht, wenn nicht das ganze Rezept dem persönlichen Geschmack entspricht und/oder wenn gerade nicht alle Zutaten Saison haben und verfügbar sind. So gibt es bspw. gerade keinen Rhabarber für das Porridge mit Rhabarber. -Wir haben einfach erst mal nur das Porridge getestet. Auch ist im Rezept eine Anleitung für Hafercrunch enthalten. Der passt etwa sehr gut in einen Naturjoghurt. Auch den haben wir also schon getestet; das komplette Rezept folgt dann, sobald es wieder Rhabarber gibt. Das Frühlingscurry trifft auch nicht ganz unseren Geschmack - enthält aber auch ein Rezept für Naan, das wir sofort getestet haben, als wir ein indisches Curry gekocht haben. Die Blätterteigschnecken füllt Hanna mit Pilzen - wir werden sie mit Maronen füllen, da wir diese lieben.

Doch nicht alle Rezepte konnten überzeugen. Von dem Naan waren wir bspw. enttäuscht - das machen wir schon lange und oft, und da gibt es in anderen Kochbüchern wirklich deutlich bessere Rezepte.

Die Zutaten und Anleitungen bei den Rezepten sind allesamt sehr übersichtlich und klar verständlich, so einfach und strukturiert wie möglich gehalten. Auch hierdurch macht die Arbeit mit diesem Buch Freude. Nährwertangaben pro Portion fehlen leider, das wäre ideal gewesen.

Mir gefällt es, dass Hanna Reder Gemüsesorten verwendet, die wir immer im Garten anbauen, diese aber nicht auf langweilige Art und Weise verwendet, sondern ganz neu zubereitet, sodass sich ganz neue Geschmackserlebnisse bieten. So werden die Radieschen bspw. gebacken. Auch werden Semmelknödel mal mit Haselnüssen verfeinert. Aber natürlich sind nicht alle Rezepte neu und eine Entdeckung - sowas wie Nudeln mit Kürbissauce und Räuchertofu, um ein Beispiel zu nennen, hat man eben gefühlt schon 1000x gesehen. -Allerdings ist es dennoch ein leckeres Herbstgericht und einer unserer Favoriten im Buch.

Weniger gut gefällt mir, dass für die Waldmeister-Panna-Cotta Gelatine verwendet und auch keine Alternative für Vegetarier aufgezeigt wird. Das wäre wünschenswert gewesen. Das gilt auch für den no-bake-cheesecake mit Holunderbeerensaft. Und: Nachdem sonst bei keinem Rezept mit Sahne und Co gegeizt wurde (ganz im Gegenteil ... ), ist mir auch nicht ganz klar, weshalb ausgerechnet die Schokomousse plötzlich vegan sein muss und mit Seidentofu zubereitet wird. -Hier werden wir das Rezept aber ebenso wie das für die Panna-Cotta einfach als Anregung verstehen und die mousse nach einem anderen Rezept zubereiten.

Abschließend lässt sich sagen, dass in diesem Kochbuch jeder Rezepte nach seinem Geschmack finden wird. Es ist offen gestanden nicht das beste saisonale Kochbuch, das ich bisher kennengelernt habe; ich liebe Gemüsekochbücher und habe schon viele. Was kocht Hanna ist kein absoluter Favorit und wird das vermutlich auch nicht werden. Dennoch finde ich das Buch nicht schlecht und werde es sicher auch immer wieder mal benutzen. Sirups und Saucen, Porridge mit Rhabarber, Waldmeister-Panna-Cotta, Tomatengalette, Blätterteigschnecken mit Maronen, Schokomousse, Apfelkuchen, Nougatmousse ... werden wir sicher ab und an wieder zubereiten.

Ich würde es denen empfehlen, die ein saisonales Kochbuch suchen, mehr Gemüse essen wollen oder sich schon vegetarisch ernähren, die bekannte Gemüsesorten mal auf andere Art und Weise zubereiten wollen und neue Geschmackserlebnisse haben wollen. Viele Rezepte sind auch für Menschen geeignet, die erst mit dem Kochen beginnen, sodass es auch ein gutes Kochbuch für den Einstieg ist.

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Veröffentlicht am 26.10.2025

DAS Lesehighlight 2025!

Cassandra Morgan, Band 1 - Der goldene Schlüssel
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Cassandra Morgans Mutter verschwand vor sieben Jahren. Sie musste damals nach Faerie reisen, um etwas zu erledigen - doch sie kehrte niemals zurück. Cassandra ließ sie in einem Internat zurück. Als Cassandras ...

Cassandra Morgans Mutter verschwand vor sieben Jahren. Sie musste damals nach Faerie reisen, um etwas zu erledigen - doch sie kehrte niemals zurück. Cassandra ließ sie in einem Internat zurück. Als Cassandras Mutter nach sieben Jahren offiziell für tot erklärt wird und das Internat kein Geld mehr bekommt, muss sie es verlassen.
Sie wohnt fortan bei ihrer Tante in Hartwood Hall. Und dieser Umzug verändert erneut alles für Cassandra: sie erfährt, dass die Morgans ein altehrwürdiges Hexengeschlecht sind; dass ihre Tante eine sogenannte Haghexe ist - die mächtigste Hexe Englands, die das Dorf und ganz England vor dem Hag und dem, was dahinter liegt, beschützt. Der Hag ist der älteste und größte Wald in ganz England. Der Hag bildet auch die Grenze zwischen England und Faerie. Wenn man ihn durchquert, gelangt man nach Faerie. Doch das Böse kommt aus Faerie, und so muss man sich vom Hag fernhalten, denn kaum jemand kommt wieder heraus, wenn er den Hag erst betreten hat ...
So ist die wichtigste Regel, an die Cassandra sich zu halten hat, die, dass sie den Hag niemals alleine betreten darf.
Cassandra weiß nicht, was mit ihrer Mutter geschah, aber sie spürt, dass sie noch lebt; dass sie sich in Faerie befindet, und dass sie durch den Hag und nach Faerie muss, um ihre Mutter zu finden.
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Schon das wunderschöne Cover hat dazu geführt, dass wir uns in dieses Buch verliebt haben. Der Klappentext klang so gut, dass wir es unbedingt lesen wollten - und wir wurden nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil!
Der Inhalt ist genauso wunderschön wie das Cover.
Die Kinder, die das Buch vor mir gelesen haben, waren absolut begeistert - und auch ich als Erwachsene habe diesen ersten Band geliebt und beschlossen, dass ich die komplette Reihe lesen möchte.
Es ist natürlich perfekt für die Zielgruppe, zum Vorlesen oder Selberlesen; aber auch Erwachsene haben definitiv ihre Freude daran. Die Länge der Kapitel ist für Kinder ideal, um bspw. abends vor dem Einschlafen noch etwas zu lesen.
Jede einzelne Seite ist schön und liebevoll illustriert.
McKennas Stil ist wundervoll, lässt sich sehr gut lesen, ist so bildhaft und extrem atmosphärisch!
Cassandra ist eine Protagonistin, die die Zielgruppe lieben wird. Überhaupt sind alle Figuren so gelungen! Viele davon, etwa die Haushälterin oder Kater Montague, schließt man sofort ins Herz.
Dieses Mädchen, diese Hexenfamilie, Hartwood Hall, der Hag ... ziehen einen sofort in ihren Bann.
Es ist eine Geschichte, so magisch, schön und spannend, dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen kann, weil man diese Welt nicht mehr verlassen möchte und auch unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht.
Das Buch passt perfekt in den Herbst bzw. jetzt in die Zeit um Halloween, doch bekommen die Kinder dabei nie Angst, da alles absolut alters- und zielgruppengerecht ist. Ich würde es sogar als regelrechte Wohlfühlgeschichte (für jedes Alter) bezeichnen.
Es gibt so viele wundervolle Schauplätze, und McKenna besticht durch ihre Kreativität und Ideen und Schöpfungen, die man so noch nicht gelesen hat.
Hier und da fühlten wir uns ganz leicht an Harry Potter erinnert, durch die Hexen, die Zauberhüte, die Prüfungen, Cassandras Tante, das Fliegen auf dem Besen usw. -aber das im positiven Sinne! Cassandra Morgan ist nie auch nur ansatzweise ein Abklatsch, da die Autorin wie gesagt so viele eigene, ganz neue und wundervolle Ideen und Wesen hat und einführt.
Das Ende ist offener als von uns erwartet bzw. die Geschichte ist am Ende dieses Auftaktbandes noch nicht so weit fortgeschritten wie erwartet - Cassandras Mutter wurde noch nicht gefunden, ja, Cassandra hat sich für unseren Geschmack noch nicht mal so richtig auf die Reise und die Suche nach ihr gemacht (erst mal muss sie ja Dinge lernen und eine richtige Hexe werden, denn nur mit dem notwendigen Wissen und den notwendigen Fähigkeiten kann sie sich durch den Hag und nach Faerie wagen ...). Stört uns diesmal aber überhaupt nicht, da dieser erste Band so toll und die ganze Vorgeschichte notwendig war, der zweite Band zudem schon im März 2026 erscheint und die Reihe auf fünf Bände angelegt ist, die im englischen Original schon weitestgehend erschienen sind.
Wir sind absolut begeistert - das war für uns DAS Lesehighlight in diesem Jahr und wird kaum noch zu übertreffen sein.
Das ist ziemlich sicher eine Reihe, die man unbedingt im Regal stehen haben möchte und immer wieder lesen möchte und wird. Wir sind sehr froh, dass wir sie entdeckt haben.
Unbedingte Leseempfehlung für alle, die England, Hexen, Magie lieben, Harry Potter mögen, eine herrlich atmosphärische, bezaubernde und altersgerechte Geschichte suchen und einfach ein paar richtig tolle Lesestunden haben wollen.
Die Zielgruppe wird dieses Buch und diese Reihe sowieso lieben - aber auch Erwachsene werden Cassandra Morgan lieben.
Unbedingt lesen!

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.10.2025

Gänsehaut ist garantiert!

Gänsehaut in Hovenäset 1. Flammenrad
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"Flammenrad" ist der Auftakt einer Trilogie für junge Leser im Alter von 11-13 Jahren. Empfohlen wird es für junge Krimifans - aber ich würde es eher und passender als Thriller, Grusel, Spuk bezeichnen. ...

"Flammenrad" ist der Auftakt einer Trilogie für junge Leser im Alter von 11-13 Jahren. Empfohlen wird es für junge Krimifans - aber ich würde es eher und passender als Thriller, Grusel, Spuk bezeichnen. Krimielemente sind vorhanden - ebenso aber auch schon Horror-Elemente.
Alle drei Bände spielen in Schweden, am Meer. Es geht um drei Freunde, und jeder von ihnen wird in einem der Bände im Mittelpunkt stehen.
In diesem ersten Band geht es vor allem um Heidi. Ihre Eltern haben sich getrennt, ihre Mutter ist nach Deutschland gezogen. Ihr Vater und seine neue Partnerin bekommen ein Baby, und gemeinsam wohnen sie in einem Haus.
Doch es passieren seltsame Dinge: unter dem Dielenboden findet man einen alten Kinderschuh und eine alte Rassel; Regen und Gewitter wollen gar nicht mehr verschwinden; Heidi ist sich sicher, dass nachts ständig jemand im Haus ist, ganz nah; ihre Oma ist ganz verändert und hat große Angst; die schwangere Jennifer wird immer müder.
Irgendwann keimt in den Kindern der Verdacht, dass es vielleicht Bill ist, der kürzlich mit seinem Riesenrad nach Hovenäset kam und im Gästezimmer von Heidis Haus wohnt. Denn all diese Dinge geschehen erst, seit er da ist. Und dann erfährt Heidi von ihrer Oma, dass vor langer Zeit etwas Schreckliches geschah und es sich wiederholen wird, wenn sie Bill nicht aufhalten und dafür sorgen, dass er schnellstmöglich mit seinem Riesenrad verschwindet. Doch das ist gar nicht so einfach, da die Erwachsenen Heidi und ihrer Oma keinen Glauben schenken ...
Wird es Heidi und ihren Freunden gelingen, Bill aufzuhalten und ihre Familie vor dem großen Unglück zu bewahren?
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Eigentlich hat das Buch 5 Sterne verdient, und eigentlich würde ich die auch von Herzen gerne vergeben - dass ich es nicht tue, liegt an ein paar Kritikpunkten, die dazu führten, dass "Flammenrad" doch leider nicht hundertprozentig überzeugen konnte.
Kristina Ohlsson´s Schreibstil ist toll, der liest sich richtig gut! Sowohl für die Zielgruppe als auch für Erwachsene. Die Geschichte ist richtig atmosphärisch, sie besticht durch ihre mysteriöse und unheilvolle Grundstimmung - und ständig geschehen Dinge, die alles noch mysteriöser machen. Auch Erwachsene können sich noch herrlich gruseln bei dieser Geschichte.
Schnell entsteht eine extreme Sogwirkung, der man sich kaum entziehen kann, sodass man das Buch kaum noch aus der Hand legen kann, weil man unbedingt wissen möchte, wie alles weitergeht und endet. "Flammenrad" ist richtig spannend.
Ganz nebenbei geht es auch um Scheidung, Trennung von der Mutter, das Gefühl, sich vernachlässigt und unerwünscht zu fühlen, die Demenz der Großmutter ... das alles hat die Autorin stimmig eingewoben. Man hatte nie das Gefühl, dass es störend ist oder dass die Autorin zu viele Themen reinpacken wollte.
Auch die Figuren sind gelungen. Und das Buch passt auch perfekt in die kalte und dunkle Jahreszeit, gerade jetzt auch vor Halloween.
Ich muss aber sagen, dass es stellenweise einfach etwas too much war für die Zielgruppe (ich denke da an die Särge, das Anzünden, das Ertränken ...).
Natürlich kommt es immer auf das jeweilige Kind an - aber ich würde allen Erwachsenen raten, das Buch vorab zu lesen und individuell zu entscheiden, ob bzw. wann es einem Kind überlassen wird. Oder es gemeinsam zu lesen. Wir haben es tagsüber zusammen gelesen, auch, um immer wieder über das Gelesene zu reden, was ich auch aus anderen Gründen wichtig finde.
Was mir ebenfalls nicht gefallen hat, ist die Tatsache, dass es auch um Angst und Aberglaube geht, genauer: dass, wenn das, was der Aberglaube vorgibt, befolgt wird, die Gefahr gebannt ist. Angst, Aberglaube und Abhängigkeit werden also bestärkt. Finde ich nicht gut. Menschen aller Altersklassen sollten davon wegkommen, statt noch darin bestärkt zu werden. Und gerade bei Kindern finde ich das dann auch wirklich problematisch.
Weiterhin gab es ein paar Logik-Widersprüche. Auch wurden Dinge, die nicht stimmig waren, nicht aufgelöst, es gab keine Erklärung, keine Auflösung, und so blieben auch sie unklar.
Schließlich waren wir mit dem Ende alles andere als glücklich. Es ist zu offen und lässt den Leser leider zudem mit einem Gefühl der Beklemmung zurück. Das empfand schon ich als Erwachsene so, und ich denke, dass die Zielgruppe noch mehr daran zu knabbern hat. Das Kind, mit dem ich das Buch gelesen habe, war auch enttäuscht und unruhig und hätte sich ein anderes, positiveres, endgültigeres Ende gewünscht.
Daher leider keine Höchstbewertung - dennoch ist "Flammenrad" ein toller Auftakt; wir wollen und werden die Reihe definitiv weiterlesen.
Wir würden es allen Kindern, die Spannung, Grusel, Spuk, Gefahr, Geheimnisse, Geschichten über Freunde, Rätsel, die sie lösen müssen, mögen und auf der Suche nach einem schaurigen und düsteren Buch für kalte und dunkle Herbst- und Winterabende sind, empfehlen - wenn das jeweilige Kind wirklich schon bereit für diese Lektüre ist und man gegebenenfalls zusammen liest und darüber spricht.
Und es ist definitiv ein Buch, bei dem auch Erwachsene auf ihre Kosten kommen. Ich habe mich keine Sekunde gelangweilt, sondern "Flammenrad" sehr gerne gelesen.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Tolle Fortsetzung

Lindt & Sprüngli (Lindt & Sprüngli Saga 2)
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Der zweite Band der Lindt & Sprüngli-Saga: Wir befinden uns in den Jahren 1863-1880. Im Mittelpunkt steht vor allem Rudolphe Lindt. Er hat keine Lust, die Erwartungen, die sein Vater an seine schulische ...

Der zweite Band der Lindt & Sprüngli-Saga: Wir befinden uns in den Jahren 1863-1880. Im Mittelpunkt steht vor allem Rudolphe Lindt. Er hat keine Lust, die Erwartungen, die sein Vater an seine schulische und universitäre Bildung hat, zu erfüllen, sondern will sein Leben der Schokolade widmen. Sein Ziel ist es, die beste und zartschmelzendste Schokolade herzustellen, die es je gegeben hat. Tatsächlich gelingt ihm dies mit der Methode des Conchierens, die er erfindet. Doch natürlich wollen alle anderen Schokoladenhersteller nun ebenfalls so gute Schokolade herstellen, und vor allem der Chocolatier Sprüngli will, nachdem er Lindts Schokolade gekostet hat, unbedingt hinter das Geheimnis kommen ...

Dieser zweite Band knüpft nahtlos an den ersten Band an, und auch er besticht durch seinen überaus angenehm und flüssig zu lesenden, bildhaften und atmosphärischen Schreibstil der Autorin, der einen sofort in die Schweiz dieser Zeit versetzt. Wie gewohnt wird die Geschichte im steten Wechsel aus der Sicht der verschiedenen Figuren erzählt, was sie noch spannender macht und keinerlei Längen aufkommen lässt.

Man erfährt viel über die Schokoladenherstellung und in diesem Band vor allem auch über die Familie Lindt. Lisa Graf hat sehr gut recherchiert, sodass ganz nebenbei viel Wissen vermittelt wird.

Dieser zweite Band ist einerseits ein Band, den man genießen kann, der andererseits aber auch zunehmend spannender wird und extrem spannend endet. Wird Rodolphe Lindt mit Binia sein privates Glück finden? Wird es Sprüngli gelingen, hinter das Geheimnis zu kommen? Bzw. wo und wie werden sie aufeinandertreffen, wie wird es zu einer Zusammenarbeit kommen - oder wird das Ganze ganz anders aussehen und enden?

Antworten auf alle offenen Fragen wird es im Herbst 2026 geben, wenn der finale Band der Lindt & Sprüngli-Saga erscheint.

Dieser zweite Band und generell die Saga sind definitiv allen Lesern, die historische Romane und Familiensagas lieben, zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Der perfekte Weihnachts- und Winterkrimi für alle Fans von Agatha Christie

Nächster Halt: Mord. Ein Weihnachtskrimi
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Millie´s ältere Schwester Rachel soll an der mehrtägigen Jungfernfahrt des Golden Highlanders teilnehmen und einen Artikel darüber verfassen. Millie darf sie begleiten. Ein Luxuszug, der doch an vergangene ...

Millie´s ältere Schwester Rachel soll an der mehrtägigen Jungfernfahrt des Golden Highlanders teilnehmen und einen Artikel darüber verfassen. Millie darf sie begleiten. Ein Luxuszug, der doch an vergangene Zeiten erinnert, Schnee, Weihnachten ... was gemütlich und traumhaft klingt, wird schnell zum Alptraum, denn es befindet sich ein Mörder an Bord. Eine Person wird getötet, der Funkkontakt bricht ab, die Schneemassen machen eine Weiterreise unmöglich, sodass der Zug auf freier Strecke feststeckt ...


Ich hatte letzter Jahr schon Ein Mörder auf der Gästeliste gelesen - und dieser Weihnachtskrimi für Jugendliche war wirklich großartig! Die Figuren, die Handlung, die Kulisse, die Atmosphäre ... es war wirklich unglaublich spannend, atmosphärisch und gut. Vielleicht lagen die Erwartungen diesmal deswegen so hoch.


Nächster Halt: Mord ist natürlich angelehnt an Agatha Christie´s Mord im Orientexpress. Das macht das Buch zur perfekten Lektüre für alle, die Agatha Chrsitie und klassische whodunits lieben. In Sachen Schreibstil und Atmosphäre kann Alexandra Fischer-Hunold Agatha Christie definitiv das Wasser reichen, denn ihr Schreibstil ist einfach wundervoll, und schon bald schwelgt man beim Lesen in dieser herrlichen Atmosphäre.


Man kann herrlich mitermitteln, muss Theorien aufstellen und wieder verwerfen, da andere Theorien schlüssiger scheinen - denn es gibt viele Verdächtige und ebenso viele Motive. Letztlich legt die Autorin aber doch so geschickt falsche Fährten, dass man bis zuletzt im Dunkeln tappt. Die Auflösung lässt aber wie gewohnt keine Wünsche offen, ist ebenso überraschend wie stimmig.


Millie ist eine tolle Protagonistin. Mir persönlich haben Figuren, Kulisse und Handlung bei Ein Mörder auf der Gästeliste noch besser gefallen, doch das ist absolute Geschmackssache, und objektiv betrachtet gibt es auch an Nächster Halt: Mord nichts auszusetzen.


Vielleicht habe ich deshalb diesmal ein klein wenig gebraucht, um in die Geschichte reinzukommen - doch es wurde schnell extrem atmosphärisch und extrem spannend. Das hatte mir zu Beginn etwas gefehlt.


Während ich bei Ein Mörder auf der Gästeliste das Gefühl hatte, dass dieser Weihnachtskrimi sich wirklich für jedes Alter gleichermaßen eignet, hatte ich bei Nächster Halt: Mord den Eindruck, dass dieser vielleicht etwas stärker als sein Vorgänger auf eine jugendliche Hauptzielgruppe zugeschnitten ist. Dennoch habe auch ich als erwachsene Leserin das Buch sehr gerne gelesen und mich keineswegs gelangweilt!


Alexandra Fischer-Hunold´s Stil ist zudem extrem bildhaft, sodass man während des Lesens die Handlung wie einen Film vor dem inneren Auge ablaufen sieht und sich sogar mittendrin fühlt.


Es ist ein gemütlicher, überaus atmosphärischer, winterlich-weihnachtlicher Krimi im Stile Agatha Christies, der jedoch durch moderne, junge Figuren, eine zarte Liebesgeschichte und dergleichen etwas aufgefrischt wird. Perfekt aufgebaut, sehr spannend - klare Leseempfehlung!


Nächster Halt: Mord ist ebenso wie Ein Mörder auf der Gästeliste die erste Wahl, wenn es um ebenso atmosphärische wie spannende Weihnachtskrimis geht. Beide liest man definitiv noch mal, wenn Weihnachten kurz bevorsteht und es draußen schneit!


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