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Veröffentlicht am 29.09.2020

Ein kreatives veganes Kochbuch, das sich von der breiten Masse abhebt!

No meat today
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Vegane Kochbücher gibt es mittlerweile viele, darunter auch viele wirklich tolle. Worin unterscheidet sich also Elisa Brunke´s "no meat today" von all diesen Büchern? -Das Werk präsentiert zunächst einmal ...

Vegane Kochbücher gibt es mittlerweile viele, darunter auch viele wirklich tolle. Worin unterscheidet sich also Elisa Brunke´s "no meat today" von all diesen Büchern? -Das Werk präsentiert zunächst einmal vegane Fleischalternativen in ihrer ganzen Bandbreite: Tofu, Tempeh, Sojaschnetzel, Sonnenblumenhack, Erbsenprotein, Lupinen, Seitan, Jackfruit, Pilze, Walnüsse ... Vor allem aber werden hier nicht nur fertig gekaufte Alternativen wie Jackfruit oder Tempeh verwendet, sondern es gibt auch entsprechende Rezepte, sodass man den Fleischersatz selbst zubereiten kann. Auch Sahneersatz wird nicht etwa fertig als Soja- oder Hafersahne gekaut, sondern aus Cashewkernen selbst hergestellt. Auch Saucen und Speck werden nicht fertig gekauft, sondern selbstgemacht. Dabei geschah dies nicht mal, um einen neuen trend zu setzen, sondern eher aus der Not heraus, da die Autorin vor vielen Jahren vegan wurde, es diese ganzen Produkte, die es heute gibt, damals aber nicht gab. So begann sie zu experimentieren, um auch als Veganerin nicht auf den gewohnten Genuss verzichten zu müssen.

Die Ideen und Rezepte kommen an - sei es, weil man sich ebenfalls schon ewig vegan ernährt und neue Rezepte und Gerichte ausprobieren möchte, sei es, weil man all die fertigen und stark verarbeiteten, in Plastik oder Dosen verpackten Ersatzprodukte der Umwelt und der eigenen Gesundheit zuliebe einschränken oder ganz vermeiden möchte.

Nach den Fleischalternativen werden die wichtigsten Gewürze vorgestellt.

Die Rezepte sind untergliedert in die Kategorien Pastaglück, Lieblingsgerichte aus aller Welt, vegan seafood, Burger und Fingerfood, Basics und Beilagen. Es finden sich Gerichte wie Rigatoni mit Kürbisbolognese, Spaghetti Carbonara mit Tofu-Speck, mac´n´cheese mit Kokos-Speck, Lasagne mit Sonnenblumenhack und Cashew-Béchamel, Tagliatelle mit Linsen-Bolognese und Cashewsahne, Bandnudeln mit Geschnetzeltem in Pilz-Sahne-Sauce, gefüllte Ananas mit Kokos-Kurkuma-Reis und Curry-Tempeh, Tomatensuppe mit Reis, Hackbällchen und Cashew-Sahne, sizilianische Arancini, Moussaka, afrikanischer Erdnuss-Süßkartoffel-Eintopf, mexican bowl, gebratenes Gemüse mit Sobanudeln, Tempeh und Erdnuss-Chili-Sauce, Kohlrouladen, Seitan-Tikka Masala mit Basmatireis, Jackfruit-Gulasch, shepherd´s pie, Burger, Flammkuchen ... hier dürfte wirklich für jeden Geschmack was dabei sein.

Die Rezepte konnten in der angegebenen Zeit und genau nach Plan zubereitet werden. Die Zubereitung ist wirklich einfach. Manche Rezepte, wie das Tikka Masala, die Paprika mit Seitan-Reis-Füllung und die Tagliatelle mit Linsen-Bolognese und Cashewsahne, haben mich absolut überzeugt und werden künftig regelmäßig auf den Tisch kommen. Oft waren diese Rezepte auch besser als vermutet! Natürlich waren aber auch Rezepte dabei, die eher durchschnittlich, selten auch mal enttäuschend waren. Das ist aber absolute Geschmackssache; man wird auch kaum ein Kochbuch finden, das durchgehend Gerichte enthält, denen man die Höchstbewertung vergeben wird ...

Auch ich als alter veganer Hase konnte hier noch Dinge entdecken, lernen verbessern. So empfielt der Hersteller meines Lieblings-Sonnenblumenhack beispielsweise, dieses in die fertige Tomatensauce zu geben und ca. 10 Minuten mitköcheln zu lassen. Nun habe ich die von Elisa Brunke empfohlene Zubereitungsart ausprobiert - und bin absolut begeistert, da mein Sonnenblumenhack so schön kross wird und dem Original viel, viel näher kommt als die bisherige, vom Hersteller empfohlene Zubereitungsart! Ich werde dieses Hack nie wieder anders zubereiten ... Auch geräuchertes Paprika-Gewürz habe ich erst dank dieses Buches kennengelernt - liebte es aber auf Anhieb, sodass es mir nicht mehr ausgehen wird! Die mac´n´cheese schmecken gerade durch dieses Gewürz so unfassbar gut!

Die hochwertigen, ganzseitigen Fotos sind wunderschön anzusehen und machen sofort viel Lust auf´s Nachkochen und Genießen.

Empfehlenswert ist es sicher, bei manchen Gerichten etwas zu experimentieren und sie noch mehr an den persönlichen Geschmack anzupassen. So schmeckten mir die Cashewkerne in der Linsenbolognese und in der Lasagne sehr gut; die mac´n´cheese waren mir mit dieser Sauce aus Cashewkernen und Wasser aber viel zu wässrig. Ich habe die Sauce mal mit etwas Hafersahne ergänzt, mal komplett damit zubereitet und finde sie so noch leckerer und wirklich perfekt. Fertig gekaufter Sahneersatz passt aber nicht so gut zum Konzept dieses Buches ...

Was ich bei den Rezepten vermisse, sind Nährwertangaben sowie Zubereitungszeiten, die man auf den ersten Blick eindeutig erfassen kann. Ich liebe die Ideen und Rezepte wirklich, und vielleicht (bzw. sogar sicher) gewöhnt man sich im Laufe der Zeit an die Rezepte und denkt an alles und plant entsprechend. Zumindest für die Anfangszeit und wenn man vielleicht nur ab und an zu diesem Kochbuch greift, eine entsprechende Routine sich also nicht so leicht einstellen kann, sind die fehlenden Zubereitungszeitenüberblicke aber ein Problem. Mir ist es leider mehr als ein Mal passiert, dass ich bspw. mittags ein bestimmtes Rezept kochen wollte, mich schon darauf gefreut hatte ... und dann feststellen musste, dass ich dieses Rezept nicht kochen kann, da die Cashewkerne ja mindestens 4 Stunden lang eingeweicht werden müssen und ich das vergessen hatte ... Und da viele Rezepte Cashewkerne benötigen, kann das sehr oft passieren. Längst nicht immer ist man in der glücklichen Lage, dass man dann spontan umdisponieren und bspw. statt mittags einfach abends kochen kann. Wenn man das Essen für abends eingeplant hatte, kann man es für den betreffenden Tag total vergessen - und das ist dann sehr ärgerlich und schade.

Trotz dieser Kritikpunkte mag ich das Buch aber. Die Rezepte sind kreativ, neu, anders, maximal gesund, meist sehr lecker, die Palette ist breit gefächert ... Das Buch ist perfekt für alle, die vegan kochen, neue Dinge ausprobieren und entdecken, verarbeitete Produkte vermeiden wollen. Wenn man ein paar Dinge beachtet, dann bereitet einem "no meat today" viel Freude.

Veröffentlicht am 18.09.2020

Nette Unterhaltung für zwischendurch

Willkommen im Flanagans (Das Hotel unserer Träume 1)
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London beim Anbruch der 60er Jahre: Eine junge Schwedin erbt das Hotel ihres Vaters, muss ihre Heimat Fjällbacka verlassen und künftig in London leben, arbeiten - und kämpfen. Nicht nur, dass sie als Frau ...

London beim Anbruch der 60er Jahre: Eine junge Schwedin erbt das Hotel ihres Vaters, muss ihre Heimat Fjällbacka verlassen und künftig in London leben, arbeiten - und kämpfen. Nicht nur, dass sie als Frau nur schwer akzeptiert wird - Ihre Tante und ihre Cousins wollen unbedingt ihre Anteile haben und greifen zu allen Mitteln, um Linda zu ruinieren ...


Dieser Reihenauftakt liest sich angenehm flüssig. Es geht unterhaltsam, auch spannend und dramatisch zu.


Es ist zugleich Familiensaga, die Geschichte dieses Hotels, es geht um Liebe, Freundschaft, Intrigen, die Entwicklungen der damaligen Zeit, die Probleme, mit denen sich Frauen konfrontiert sahen. Die upstairs-downstairs-Thematik hat mich auch sehr an Downton Abbey erinnert; sie gefiel mir.


Kritikpunkt ist vor allem auch das Ende, das einfach allzu überstürzt daherkommt. Viele Ereignisse werden dort nur kurz angesprochen, ohne näher ausgeführt zu werden; sie kommen zu kurz.


Es ist wahrlich keine hochtrabende Literatur, die Geschichte hallt auch nicht allzu lange nach - man kann sie lesen, muss sie aber nicht lesen. Ich werde sie dennoch weiter verfolgen. Ich möchte erfahren, wie es mit und für Linda weitergeht. Hat einer der Cousins wirklich die Seiten gewechselt? Oder darf man dem teilweisen Frieden nicht trauen? Und wie geht es mit Elinor und Emma weiter? Auch ihre Geschichte berührt und interessiert mich sehr.


Insgesamt ein nettes Buch für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 12.09.2020

Ich könnte diese Reihe ewig weiterlesen ...

Meridian Princess 2. Die Zeiterben von London
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Band 2 der Zeiterben-Trilogie, und mit ihr erleben wir Jades zweites Schuljahr an der Clockmakers Academy. Ein Jahr, in dem noch mehr passiert als während Jades erstem Jahr in London: sie erkundet ihre ...

Band 2 der Zeiterben-Trilogie, und mit ihr erleben wir Jades zweites Schuljahr an der Clockmakers Academy. Ein Jahr, in dem noch mehr passiert als während Jades erstem Jahr in London: sie erkundet ihre Wurzeln. Sie hat sowohl für Mat als auch für Henry Gefühle. Henry und dessen Schwester Lucy verhalten sich sehr merkwürdig. Führen sie Dunkles im Schilde? Stecken sie mit Dornfinger und Chronos unter einer Decke? Denn diese beiden wollen mit aller Macht verhindern, dass Jade alle Uhrzeiger findet und die Unwelt auf ewig von der Menschenwelt getrennt ist, sie unwiederbringlich an Macht verlieren. Mehr noch: sie wollen Jades Tod! Und so gerät Jade auch während ihres zweiten Schuljahres mehr als ein Mal in große Gefahr ...

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Ich bin nicht der größte Fantasy-Fan bzw. extrem wählerisch, wenn es um dieses Genre geht. Die Bücher von Anja Ukpai gehören aber zu den Werken, die ich wirklich liebe. Auch die Zeiterben-Trilogie gefällt mir so gut, dass ich diese Reihe regelrecht verschlinge.

Anja Ukpais Stil ist immer absolut leicht und flüssig lesbar, dabei aber unglaublich bildhaft und atmosphärisch. Ab der ersten Seite ist man wieder mitten in dieser Geschichte, in London (das mich persönlich übrigens stets an das viktorianische London erinnert), wohnt mit Jade und Orla im Black Swan, frühstückt, beobachtet vom Turmzimmer aus den Clockmakers Market, plaudert mit Mr. Darwy, besucht Mat und die Henders ... es ist eine Geschichte, die man nicht lediglich liest, sondern wirklich lebt und erlebt!

Insgesamt ist dieser zweite Band noch temporeicher, spannender, düsterer, mysteriöser als sein Vorgänger. Anja Ukpai findet hier die gelungene Mischung - wenn der Band nur aus den gerade genannten Elementen bestehen würde, wäre es mir vielleicht zu viel geworden, hätte er mich jedenfalls nicht so sehr begeistern können. So aber ist dieser Band sehr lebendig und ausgewogen, denn es gibt immer wieder auch Dialoge, Szenen, Kulissen, die wunderschön und harmonisch und ruhig sind und die man einfach nur genießen kann.

Es ist eine Reihe, die mich immer wieder an Harry Potter erinnert (jedoch nicht im negativen Sinne, denn Anja Ukpai hat eine unfassbare Fantasie und hat mit dieser Trilogie eine Welt erschaffen, deren Zauber dem von Harry Potters Welt in nichts nachsteht!), dabei jedoch ganz anders ist. Es gibt gewisse Parallelen ... Brice erinnert mich an Snape, Master Gridlock erinnert mich an Dumbledore, Mats Familie erinnert mich an Rons Familie, Jades Elternhaus erinnert mich an Harrys Elternhaus; da ist diese Akademie, da ist der Unterricht in Gestaltwandeln etc ...Aber es gibt auch ganz andere Dinge, etwa den Timeless Sleeper, die Schattenkluft, die Meridianlinie, ...

Auch abgesehen davon wird dem Leser hier niemals auch nur ansatzweise langweilig, denn Anja Ukpai versteht es, den Leser immer wieder mit neuen, völlig unerwarteten und unvorhersehbaren Wendungen zu überraschen.

Der Epilog sorgt dafür, dass man den dritten und letzten Band am liebsten sofort in Händen halten und loslesen möchte. Und er scheint noch eine Steigerung gegenüber diesem Band zu sein - man darf also höchst gespannt sein!

Von mir also eine absolute Empfehlung für eine großartige Reihe, die wirklich atmosphärisch und magisch ist und definitiv zu meinen absoluten Highlights des Lesejahres 2020 zählt! Ich spreche aus Erfahrung, wenn ich sage, dass man die Bücher dieser Autorin definitiv auch dann lieben und verschlingen wird, wenn Fantasy eigentlich überhaupt nicht das bevorzugte Genre ist, und dass man wirklich was verpasst, wenn man es nicht tut ...

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Veröffentlicht am 30.07.2020

Mysteriöse, unheilvolle Grundstimmung und ein Ende, das leider in jeder Hinsicht viel zerstört ...

Ich will dein Leben
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Cornwall, Mitte der 80er Jahre: Tamsyn ist ein Mädchen, das aus einfachen Verhältnissen stammt und schon einige Schicksalsschläge erleben musste. Der Vater ist tot, sie lebt mit ihrer Mutter, ihrem Bruder ...

Cornwall, Mitte der 80er Jahre: Tamsyn ist ein Mädchen, das aus einfachen Verhältnissen stammt und schon einige Schicksalsschläge erleben musste. Der Vater ist tot, sie lebt mit ihrer Mutter, ihrem Bruder und ihrem kranken Großvater zusammen. An Geld fehlt es ebenso sehr wie an Perspektiven. Mit dem imposanten, aber auch mysteriösen und unheilvollen weißen Haus auf den Klippen verbindet sie Kindheitserinnerungen an die Zeit mit ihrem Vater. Oft sucht sie diesen Ort auf, reist zurück in der Zeit, erkundet das Haus und die Umgebung.

Im Sommer 1986 ziehen die Davenports, eine steinreiche und berühmte Londoner Familie, jedenfalls für die Wochenenden und Ferien dort ein. Tamsyn ist fasziniert von dem attraktiven Schriftsteller Max Davenport, seiner unnahbaren Frau Eleanor sowie der Tochter Edie, die der Mutter in Nichts nachsteht. Edie ist in jeder Hinsicht viel weiter entwickelt als Tamsyn. Tamsyn kann sich nicht mehr von Edie lösen, möchte so viel Zeit wie möglich mit ihr verbringen, auch so sein wie sie.

Die Davenports sind für Tamsyn die perfekte Familie; sie haben, sind und verkörpern alles, was Tamsyn jemals begehrt hat. Eine Obsession beginnt. Oder gilt diese tatsächlich dem Haus? Oder der Familie UND dem Haus? Grenzen verschwimmen, weder Tamsyn noch der Leser können noch zwischen Wahn und Wirklichkeit unterscheiden.

Die heile Welt der Davenports ist nur eine Fassade; dahinter verbergen sich Dramen, dunkle Geheimnisse und Abgründe. Edie wird ein Teil der Davenports. Nicht nur der Sonnenseiten, sondern auch und gerade der Schattenseiten, des Unheils, das sich zusammenbraut wie ein schweres Gewitter am Himmel ...

Der Stil der Autorin ist nicht schlecht, das Buch liest sich durchgehend angenehm flüssig.

Erzählt wird auf zwei Zeitebenen, nämlich größtenteils durch eine Rückblende zum Sommer 1986 sowie in der Gegenwart. Lesefluss, Tempo und Spannung wurden dadurch erhöht, wenngleich mir der Vergangenheitsstrang eindeutig besser gefiel. Der Gegenwartsstrang kommt nur sehr vorsichtig dosiert zum Einsatz und dient dazu, die Auflösung der Geschichte vorzubereiten und diese Auflösung dann schließlich zu präsentieren. Zugutehalten muss man diesem Strang aber, dass er gut gestaltet wurde, den Leser zu einer falschen Fährte führt, sodass er bei der Auflösung überrascht ist, wenn er erfährt, um welche Konstellation es sich hier handelt.

Die Grundstimmung ist mysteriös und unheilvoll. Dies gefiel mir sehr gut, wenngleich ich stellenweise dachte, dass die Atmosphäre ruhig noch dichter hätte sein können.

Erzählt wird eher ruhig, die Erreignisse überschlagen sich nicht. Unter der Oberfläche und psychologisch passiert jedoch von Anfang an so viel! Man ahnt schnell, dass diese Geschichte nicht gut enden kann, ja: dramatisch enden muss.

Die Handlung ist gut aufgebaut, das große Drama bleibt lange aus. Nur langsam spitzt sich alles immer mehr zu. Psychologisch gewinnt die Geschichte weiter an Tiefe. Das große Ganze ist bis zur letzten Seite nicht vorhersehbar. So gewinnt das Buch enorm an Spannung, kann der Leser sich viele eigene Gedanken machen und seiner Fantasie freien Lauf lassen und ist sehr gespannt auf die Auflösung.

Die ist dann leider auch (wie der letzte Abschnitt insgesamt) die große Schwachstelle dieses Werkes: Dieser Abschnitt war viel zu vollgepackt. Dazu wurden all diese Dinge total überstürzt, der Leser wird regelrecht vor vollendete Tatsachen gestellt. Es wirkt alles etwas zurechtgebogen. Dieses Ende ist viel zu konstruiert, unglaubwürdig.

Zudem fand ich die Auflösung beim ersten Lesen auch sehr verwirrend. Mir war nicht alles ganz klar, weshalb ich diese Passagen erneut lesen musste. Das passiert mir auch eher selten ...

Es ist ein Buch, das durch seine Grundstimmung und psychologische Aspekte besticht. Es ist ein Buch, das man gerade an dunklen Herbst- und Winterabenden gerne liest, wenn man düstere, mysteriöse, unheilvolle Atmosphäre und Geschichten und Cornwall mag, das aber leider am Ende nicht überzeugt und insgesamt hinter seinem Potenzial zurückbleibt.

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Veröffentlicht am 29.06.2020

... eine Trilogie, die nicht nur eingefleischte Fantasy-Fans mögen!

Das Buch der gelöschten Wörter - Zwischen den Seiten
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Band 2 der Trilogie von Mary E. Garner: Immer noch muss das Buch der gelöschten Wörter bereinigt werden; wird gerätselt, was es mit der Demenz von Hope´s Mutter auf sich hat; kämpft Hope an der Seite von ...

Band 2 der Trilogie von Mary E. Garner: Immer noch muss das Buch der gelöschten Wörter bereinigt werden; wird gerätselt, was es mit der Demenz von Hope´s Mutter auf sich hat; kämpft Hope an der Seite von Rufus und Co. und versucht, sowohl die Bücherwelten als auch die reale Welt zu retten und den Bösewicht Quan Surt zu stoppen; und immer noch ist klar, dass es in den eigenen Reihen des Bundes einen Verräter geben muss, doch tappen Hope und ihre Freunde nach wie vor im Dunkeln bezüglich dessen Person. Die Zeit drängt und die Mission wird immer gefährlicher ...


Nachdem mir der erste Band trotz einiger Kritikpunkte sehr gut gefallen hat, war ich richtig gespannt auf die Fortsetzung. Ohne Kritikpunkte bleibt auch die leider nicht - dennoch bleibt genug Begeisterung für Vorfreude auf Band 3!

Es ging los mit einem sehr mysteriösen und spannenden Prolog. So waren die Erwartungen an diesen Band gleich sehr hoch. -Und hiermit sind wir auch schon beim ersten Kritikpunkt: Diesen Prolog hätte man eigentlich nicht gebraucht. Ich glaube, er sollte lediglich dazu dienen, gleich mysteriös und sehr fesselnd und spannend in diesen Band einzusteigen. Für den Rest dieses Bandes und auch dieser Reihe ist er nämlich irrelevant. Er tauchte erst im letzten Abschnitt an einer einzigen Stelle kurz wieder auf - und ohne den Austausch in der Leserunde hat man sicher das Gefühl, dass der Prolog nie wieder erwähnt wird. Seine Auflösung ist nämlich so unscheinbar und leise, dass er fast schon untergeht im ganzen Rest. -Widersprüchlich ist diese Auflösung noch dazu. Das fand ich sehr unbefriedigend.

Auch mehrere andere Szenen, etwa die mit Ezra, hätte es nach jetzigem Stand nicht gebraucht, weil sie nicht mehr relevant werden. Dadurch wirken sie überflüssig und störend. Es bleibt abzuwarten, ob sie doch noch eine Bedeutung für den 3. Band bekommen werden, oder ob es bei dieser Bewertung bleibt.

Nach wie vor fällt auf, dass längst nicht alle Figuren gelungen sind. Wirklich komplex und tiefgründig sind nur wenige; die meisten bleiben oberflächlich, flach, grau, viele -v.a. bspw. Christian- sind auch ziemlich vorhersehbar. Wieder andere (Oliver!) sind sehr überzeichnet, wirken dadurch sehr übertrieben und nervig. Schließlich gibt es auch Figuren, die letztlich keinerlei Bedeutung für die Handlung haben und bei denen man sich fragt, warum die Autorin sie überhaupt hineingeschrieben hat.

Die Handlung an sich ist nur glücklicherweise nur teilweise vorhersehbar. So darf man darauf gespannt sein, was in Dublin und sonst überall passieren wird, ob und wie sie Quan Surt endgültig besiegen können, in welche Gefahren sie auf dem Weg dorthin noch geraten werden. - da ist schon viel klarer, mit wem Hope am Ende zusammenkommen wird!

Die einzelnen Bücherwelten sind wie immer absolute Geschmackssache - ich persönlich liebe Avonlea, Anne und Green Gables! Die Szenen, die dort spielten, waren für mich das absolute Highlight in diesem Band. Avonlea und Green Gables hätten ruhig noch viel mehr Raum einnehmen dürfen!
Denn unter´m Strich setzt sich leider fort, was es schon bei Band 1 zu bemängeln gab: das Potenzial wurde längst nicht ausgeschöpft, die einzelnen Geschichten und Welten werden nicht lebendig genug, sind zu sehr und auch viel zu kurz Kulisse.

Was mich wirklich aufgeregt und die Lesefreude geschmälert hat, ist neben den Logikfehlern eindeutig Hope´s Naivität. Es ist mir unbegreiflich, wie eine erwachsene Frau so wenig intelligent sein kann.Sie wohnt bspw. ihr Leben lang in London, war mehrere Jahre lang mit diesem Christian zusammen. -Und dann haben die scheinbar niemals telefoniert, haben keine Handynummern? Sie wusste nicht mal, wo er wohnt? Sie weiß nicht, wo Camden liegt?

Ihr hätte schon lange, lange zuvor dämmern müssen, dass mit Christian irgendwas überhaupt nicht stimmt. Dass es komisch ist, dass er ausgerechnet jetzt wieder auftauchte. Dass er heimlich zu ihrer Mutter in´s Heim schleicht (sie hatte ihn sogar beobachtet!), was mit ihrem Zustand zu tun haben könnte. Dass er was im Schilde führt. -Doch sie ist bis zuletzt so unfassbar naiv, ahnt nichts, sieht den netten Christian, der ihre Mutter im Heim besucht, will mit ihm befreundet sein, betritt ein abgelegenes Gebäude, in dem er sich befindet, ganz alleine, obwohl sie unmittelbar zuvor unmissverständlich erkennen musste, dass sie nichts über ihn wusste und er sie komplett getäuscht hat, er unberechenbar ist ... Schwer zu glauben, schwer zu ertragen. Viele Dinge wirken einfach extrem unrealistisch, unglaubwürdig, regelrecht an den Haaren herbeigezogen.

Die Verfolgungsjagd, die Szenen in diesem abgelegenen Gebäude sowie im Pflegeheim bringen viel Spannung und Dramatik. Aber da sie zugleich sehr an den gerade genannten Schwächen leiden, können sie letztlich nicht wirklich überzeugen.

Das ist der Fehler, den die Autorin gemacht hat - sie hat nicht zwischen den beiden Welten getrennt. Ja, es handelt sich um ein Werk des Genres Fantasy, ja, es gibt diese Bücherwelten. Da kann man durchaus auch freier schreiben. Aber: Es gibt in diesem Werk eben auch die reale Welt. Und bei Szenen, die in der realen Welt spielen, sollte man als Autor eben schon auf den Aufbau, auf Logik, Realitätsnähe, Glaubwürdigkeit usw. achten.


Kommen wir zum Fazit - und das fällt überraschend gut aus. Natürlich fallen die Kritikpunkte in´s Gewicht, schmälern den Gesamteindruck, wirken störend, verringern etwas das Leseerlebnis und verhindern, dass man dieser Reihe die Höchstbewertung geben kann. Dennoch: Ich, die ich nun wirklich kein eingefleischter Fantasy-Fan bin, habe Gefallen an dieser Reihe gefunden. Die Bände lesen sich absolut flüssig und angenehm, man verschlingt sie in einem Rutsch. Es gibt neben der Kritik eben auch nette Lesestunden, den Zauber der Bücherwelten, liebenswerte Figuren wie Portia Gateway, aufkeimende Gefühle, Freundschaft, Abenteuer, Spannung, Gefahr ... und manchmal auch gute Dialoge. Wirkliche Längen sucht man vergebens.

Meine Vorfreude auf Band 3 ist ungebrochen - ich bin wirklich gespannt, was in diesem finalen Band alles passieren und wie das alles enden wird! Was für ein Glück, dass dieser schon Ende August erscheint.

-Und wenn jemand, der viel lieber bspw. historische Romane als Fantasy liest, diese Reihe ganz gerne liest, dann kann sie so schlecht doch gar nicht sein, oder?

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