Florence Knapp zeigt uns in drei verschiedenen Geschichten, wie einschneidend eine banale Namensgebung für das Schicksal einer Person und ihr Umfeld sein kann.
Sie fordert den Leser dazu heraus, sich ...
Florence Knapp zeigt uns in drei verschiedenen Geschichten, wie einschneidend eine banale Namensgebung für das Schicksal einer Person und ihr Umfeld sein kann.
Sie fordert den Leser dazu heraus, sich durch die Konsequenzen des Namens zu winden und gestaltet dies auf eine herausragende Art und Weise.
Mit inneren Monologen und Bildern kann sie die Emotionen der Figuren auf den Leser übertragen und erschafft so eine unglaublich strapazierende Geschichte, geprägt von häuslicher Gewalt und damit verbundenen Traumata, die die verletzlichen Figuren untrennbar miteinander verbinden.
Die Autorin schafft es, Parallelen und Cameos zwischen den individuellen Entscheidungen aufzubauen und ermöglicht so, drei verschiedene Blickwinkel auf eine ähnliche Interaktion.
Es entstehen verschiedene Familiendynamiken und Beziehungen von toxisch zu liebenswert, die eine ganze Bandbreite an Gefühlen im Leser wecken und final in einer subtilen Hommage an jede Mutter enden.
Drei verschiedene Wege des Umgangs werden so von Entscheidung zu Entscheidung immer verschiedener und lassen gegen Ende eine große Spekulation im Raum stehen: beeinflusst ein Name eine Person in ihrem tiefsten Inneren oder nur die Wahrnehmung anderer, durch die die Person in eine Schublade gesteckt wird?
Die Definition von „Dragpath“ in einem unglaublich ausgeklügelten Debütroman!
Dieser kleine Stern ist Halla, eine Waise die, von einem schelmischen Lautenspieler begleitet, vor dem Bösen der Welt flieht und mit allerlei Leuten und Konsequenzen konfrontiert wird.
Auf ihrer Reise ...
Dieser kleine Stern ist Halla, eine Waise die, von einem schelmischen Lautenspieler begleitet, vor dem Bösen der Welt flieht und mit allerlei Leuten und Konsequenzen konfrontiert wird.
Auf ihrer Reise offenbaren sich die Gefahren, die seit sieben Jahren die Welt regieren und die ein oder andere brenzlige Situation bringt unsere tapferen Protagonisten, trotz der Eiseskälte, ins Schwitzen.
Dieser Reihenauftakt führt uns, wie üblich natürlich nicht zu einer komplett abgeschlossenen Handlung, insgesamt halte ich die Geschichte aber trotzdem für sehr gelungen.
Inhaltlich fliehen wir aus einer scheinbar aussichtslosen Situation, in der durch ein paar ungewöhnliche Helferlein eine witzige und komfortable Situation entsteht, in der sich viele spannende Gruppendynamiken und Entwicklungen einzelner Figuren heraus kristallisieren.
Meiner Meinung nach, ist die stilistische Umsetzung sehr gelungen, durch das ganze Buch hinweg begleitet uns ein extrem ausführlicher und bildlicher Schreibstil, der gewissen mythischen Situationen eine spezielle goriness entlocken kann und den Leser wirklich durchgängig beschäftigt, in dem die Spannung oben gehalten wird und sich subtil immer wieder neue Bedrohungen offenbaren.
So sind die 450 Seiten auch extrem schnell an mir vorbeigezogen und nun heißt es für mich gespannt auf den zweiten Teil warten, der hoffentlich keine 7 Jahre auf sich warten lassen wird. ^^
Wow, nachdem ich das Buch beendet hatte, musste ich erstmal ein paar Minuten aus dem Fenster starren, um meine Gedanken ein wenig sortieren zu können!!!
Ich habe ja vorher noch nie etwas von Anne gelesen ...
Wow, nachdem ich das Buch beendet hatte, musste ich erstmal ein paar Minuten aus dem Fenster starren, um meine Gedanken ein wenig sortieren zu können!!!
Ich habe ja vorher noch nie etwas von Anne gelesen und diese Geschichte konnte mich wirklich packen.
Gwen ist eine so starke Figur, die eine Vorstellung vom Leben hat, sobald sie aber nach Hause kommt, ein Ort der jedem Geborgenheit bringen soll, ist sie total verwundbar und unsicher. Für mich macht sie das umso realer, denn niemand könnte eine solide Fassade aufrecht erhalten wenn man Erlebnisse wie sie verarbeiten musste.
Henry schien für mich anfangs sehr wie ein Klischee und ich hatte ihn schon fast als eine sehr schwache Figur abgetan als er ziemlich zu Beginn der Handlung, bevor es zwischen ihm und Gwen richtig gefunkt hatte, ein paar sexualisierende Kommentare abgelassen hat.
Versteht mich nicht falsch, ich habe für guten spice an den richtigen Stellen viel übrig, für mich waren diese Andeutungen nur einfach an der falschen Stelle platziert und ein Wort wie “Weiber” geht für mich echt gar nicht- auch wenn das alleine etwas aus dem Kontext gegriffen ist, hat es sich für mich nicht erschlossen wieso die Verwendung notwenig war.
Aber auch unser Shadowdaddy entwickelt eine echt starke Persönlichkeit, am meisten hat mich dabei die Szene mit der Beobachtung der Gruppe Jugendlicher zwischen ihm und Gwen abgeholt. Während seiner Beschreibungen habe ich mich wirklich etwas leer gefühlt und konnte Gwens Emotionen sehr nachvollziehen, was einfach mal wieder zeigt wie wenig Unbetroffene über diese schweren Themen wissen, die für andere Realität sind.
Unser kleiner Boss konnte mich auf voller Länge für sich gewinnen, ich möchte gar nicht wissen in was für einem großen emotionalen Loch sie vor der Handlung gesteckt hat, ohne Schwester und Mutter, der plottwist muss sie völlig aus der Bahn geworfen haben.
Ich glaube, in dem Moment hat sie sich gefühlt als wäre ihre Identität und ihre Existenz eine Lüge und ich bin komplett überzeugt, dass man ihr das nicht vorwerfen kann.
Für mich ist sie zweifellos der MVP der Geschichte, sie hatte genau wie Gwen und Henry, dieses Leben nicht verdient.
Nun aber genug über die Figuren und noch ein paar unqualifizierte Kommentare zum Schreibstil:
=> Anne hat mich mit den verschiedenen Präsentationen von Gerichten mehrmals hungrig gemacht
=> Beschreibungen von Emotionen und Gefühlen waren so vielseitig aufgebaut und die Worte immer neu verwendet, sodass es für mich sehr verständnisvoll war
=> neben der Verwendung von “Weiber” wie bereits oben erwähnt, waren mir stellenweise englische Wörter etwas im Weg, ich habe oft nicht verstanden was sie an Mehrwert bringen sollen, es kam mir vor als wären sie eben da, um etwas schwung reinzubrigen, den konnte ich aber gar nicht mitnehmen
Das ist aber auch alles was ich zu kritisieren habe und weil ich mich hier nur auf ein paar Worte beziehe, müsste eigentlich klar sein, wie toll und vielschichtig ich die Handlung fand und wie stark mich der Schreibstil in seinen Bann gezogen hat.
Ich glaube ich kann aus dieser Geschichte nur ein weiteres Mal mitnehmen, dass viel mehr in Menschen steckt, als man von außen sehen kann und man deshalb nie vorschnell urteilen sollte!