Solider Ostsee-Krimi mit Charme, aber Luft nach oben
Stralsund ermittelt - Tote Dichter schreiben nicht„Stralsund ermittelt – Tote Dichter schreiben nicht“ punktet vor allem mit seiner Atmosphäre und einem originellen Ermittlertrio. Die Ostseekulisse ist lebendig beschrieben, Sommer, Meer und Stralsund-Flair ...
„Stralsund ermittelt – Tote Dichter schreiben nicht“ punktet vor allem mit seiner Atmosphäre und einem originellen Ermittlertrio. Die Ostseekulisse ist lebendig beschrieben, Sommer, Meer und Stralsund-Flair sorgen schnell für Urlaubsstimmung. Besonders die Idee, eine Psychotherapeutin, eine Hackerin und einen Gärtner ermitteln zu lassen, ist erfrischend und hebt den Roman von klassischen Krimis ab.
Der Einstieg gelingt spannend: Ein Mord, eine geheimnisvolle Datei und der rätselhafte „Club der toten Dichter“ wecken Neugier. Auch der Ausflug nach Bornholm bringt Abwechslung und Tempo in die Handlung. Der humorvolle Ton lockert die Geschichte angenehm auf, ohne ins Alberne abzurutschen.
Allerdings verliert sich der Krimi stellenweise etwas. Die Ermittlungen wirken nicht immer stringent, einige Wendungen sind vorhersehbar, und die Spannung hält nicht durchgehend an. Zudem bleiben manche Figuren – trotz guter Grundidee – emotional etwas blass, sodass man nicht immer richtig mitfiebert.
Insgesamt ein unterhaltsamer, leichter Ostsee-Krimi mit sympathischen Figuren und schöner Kulisse, der vor allem Fans humorvoller Regionalkrimis gefallen dürfte. Für ein echtes Highlight fehlt es jedoch an Tiefgang und durchgehender Spannung.