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Veröffentlicht am 19.08.2025

Eden Fields II

Honigtage
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Eden Fields II

Völlig in ihre Arbeit auf der Apfelfarm vertieft, insbesondere mit den geliebten Bienen, versucht Flora Swan, den Tod ihres Verlobten Rian zu bewältigen. Als dessen bester Freund Jonathan ...

Eden Fields II

Völlig in ihre Arbeit auf der Apfelfarm vertieft, insbesondere mit den geliebten Bienen, versucht Flora Swan, den Tod ihres Verlobten Rian zu bewältigen. Als dessen bester Freund Jonathan vorschlägt, eine Filmdokumentation über die Farm zu drehen, ist Flora unschlüssig, was sie für den netten Regisseur empfindet – und findet zur gleiche
n Zeit alte Schriften von ihrer Ururgroßmutter Grace.
Eine Geschichte auf zwei Zeitebenen, wie man sie allenfalls schon gelesen hat? Mitnichten, Josephine Cantrell legt so viel Gefühl in ihre Erzählungen wie kaum jemand anderer. Egal, ob ums Jahr 1911 herum oder in der Gegenwart, beide Handlungsstränge sind mit Ruhe und Poesie ausgestattet, sodass der Roman sich fein wie ein lauer Sommerabend anfühlt. Stimmungsvoll vor der Kulisse Irlands geht es um die Krankenschwesternschülerin Grace in der Vergangenheit, sowie um den Arzt Seamie und die damals meist tödliche Tuberkulose, um Flora, ihre Bienenzucht und ihre Trauerbewältigung in der Jetztzeit. Fehlende Puzzlestücke in der Familienchronik werden gesucht, unbekannte Namen eingefügt und Zusammenhänge bis zu Flora und ihren beiden Schwestern hergestellt. Sowohl die Krankenhaus- und Pflegeszenen als auch die Liebesgeschichten sind glaubwürdig ins Geschehen eingebettet, die Entwicklung der Figuren realistisch dargestellt. Ein Hauch von Wehmut liegt über dem ganzen Roman und verleiht ihm die Stimmung, welche ich als „typisch Cantrell“ bezeichnen würde.

Irland und eine ruhige, dennoch atmosphärische Familiengeschichte auf Eden Fields in den Wicklow Mountains – auch der zweite Teil bietet angenehme Lesestunden zum Träumen.

Veröffentlicht am 18.08.2025

Melancholie der Erinnerung

Spät am Tag
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Johanne blickt zurück. Zurück auf punktuelle Momente im Leben, die zu einer Erinnerung voller Melancholie verschmelzen. In einem großen weißen Haus lässt sie die Zeit hier Revue passieren und den Leser ...

Johanne blickt zurück. Zurück auf punktuelle Momente im Leben, die zu einer Erinnerung voller Melancholie verschmelzen. In einem großen weißen Haus lässt sie die Zeit hier Revue passieren und den Leser daran teilhaben, indem sie ihre Gedanken zu Papier bringt.

In zwei größere Teile gliedert Kristin Vego ihren Roman, der einerseits Johannes Flucht aus der Stadt skizziert, den Umzug aufs Land, wo sich sprichwörtlich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen und Johanne und Mikael sich näher kommen und andererseits siebzehn Jahre später in Form eines Rückblicks diese Zeit beleuchtet. Ist Mikael vorerst nur Vermieter, entwickelt er sich zum Liebhaber und später Ehemann von Johanne, dennoch spielen auch Mikaels Ex-Frau und Tochter eine große Rolle im gemeinsamen Alltag. Irgendwie passiert kaum etwas, das Leben zieht vorüber, die einzige Konstante scheint Johannes Menstruation zu sein, die oftmals thematisiert wird, eine Metapher über Regelmäßigkeit und Vergänglichkeit gleichermaßen.

Die Autorin schreibt fließend, fast stimmungsvoll lyrisch, ein trauriger Unterton schwingt dennoch stets leise mit, sodass man der Schönheit der Landschaft kaum die positive Stimmung und Ruhe abgewinnen kann, welche Johanne hier einstmals gesucht hat. Einige Zitate aus literarischen Werken werden ins Geschehen eingebunden, am Ende des Buches gibt es Quellen und weiterführende Hinweise dazu.

Vor allem die präzise gezeichnete Stimmung ist es, die den Roman über die Liebe auszeichnet und deren Fortbestand in der Erinnerung sucht.

Veröffentlicht am 18.08.2025

Meier an der Bar

Der Barmann des Ritz
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Nach einem Aufenthalt in Amerika tritt der Österreicher Frank Meier während des Ersten Weltkriegs in die Fremdenlegion ein, überlebt die Kriegswirren und übernimmt im Jahre 1921 als französischer Staatsbürger ...

Nach einem Aufenthalt in Amerika tritt der Österreicher Frank Meier während des Ersten Weltkriegs in die Fremdenlegion ein, überlebt die Kriegswirren und übernimmt im Jahre 1921 als französischer Staatsbürger die Bar des legendären Hotel Ritz in Paris. Im Jahre 1940 besetzen die Deutschen die Hauptstadt und lassen sich gerne von Meier dessen großartige Kreationen servieren. Dabei muss er höllisch aufpassen, dass er seine jüdische Identität nicht preisgibt.

In eher sachlich-nüchterner Weise beschreibt Philippe Collin das Leben von Frank Meier während der deutschen Besatzung. Der getaufte Jude mit französischen Papieren verschmilzt gleichsam mit seinem Interieur an der Bar, fügt sich so unauffällig ins Geschehen, dass kaum jemand auf die Idee kommt, dass er gar nicht hier sein dürfte. Verschwiegen und loyal mixt er für jeden Wunsch den passenden Cocktail, hört aufmerksam zu und behält in allen möglichen Szenarien sein Pokerface bei. Nach bekannten Größen wie Coco Chanel und Ernest Hemingway sind es nun die Nationalsozialisten rund um Goebbels, welche hier diskutieren und feiern und im Luxus frönen als würde niemand Hunger leiden. Was mir ein wenig fehlt, sind mehr persönliche, emotionale Szenen, die den Roman noch authentischer hätten erscheinen lassen, denn auch die (fiktiven) Tagebuchauszüge von Meier sind eher informativ als gefühlsbetont. So werden beispielsweise die Ängste, die der Barmann mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgestanden hat, kaum spürbar, ebenso seine Zuneigung zu Blanche Auzello, was ich ein wenig schade finde, denn dadurch wäre das Buch doch viel lebendiger geworden.

Nichtsdestotrotz ein interessantes Portrait von Frank Meier, der von 1884 bis 1947 gelebt hat und mehr als 25 Jahre lang für die Bar des Ritz verantwortlich war.

Veröffentlicht am 18.08.2025

Die Suche

Erebos 3
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Kaum ist Spiel Nummer 2 zu Ende, schon wird Nick wieder von Erebos rekrutiert. Diesmal werden die Spieler auf die Suche geschickt, aber niemand weiß, wer oder was gesucht werden soll. Dabei läuft die Zeit ...

Kaum ist Spiel Nummer 2 zu Ende, schon wird Nick wieder von Erebos rekrutiert. Diesmal werden die Spieler auf die Suche geschickt, aber niemand weiß, wer oder was gesucht werden soll. Dabei läuft die Zeit gnadenlos, denn es geht ums Überleben.

Raffiniert und mit einer gewissen selbstgefälligen Art agiert Erebos auch diesmal wieder, wobei die Überwachung nach wie vor lückenlos stattfindet und Nick sich dem Ganzen praktisch nicht entziehen kann. Die Abwechslung zwischen realem Leben und dem Computerspiel ist bestens gelungen, der wechselseitige Einfluss aufeinander großartig dargestellt. Selbst wenn einige Ähnlichkeiten zu den Vorgängerbänden auffallen, so ist doch auch hier wieder Nervenkitzel spürbar und das Mitfiebern mit den Hordenmitgliedern, welche Nick/Sarius rekrutieren und anführen muss, stellt sich automatisch ein. Die Spannung wird stetig weiter nach oben getrieben und gipfelt in einer äußert schwierigen Situation, vor der die Suchenden schlussendlich landen.

Packend in Worte gefasst, erliegt der Leser nun zum dritten Mal einem großartigen Sog, welcher dieses Spiel und damit auch dieses Buch auslöst. Ich hatte großen Spaß und empfehle Erebos 3 daher alle jenen weiter, die Spannung suchen rund ums Thema Computerspiel und Abhängigkeit.


Veröffentlicht am 16.08.2025

Mit dem Fernglas

Die Frau in den Fluten
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Chloe Cooper arbeitet in einer Bar, führt fremde Hunde Gassi und pflegt ihre kranke Mutter. So weit, so normal, aber sie steht auch gerne an ihrem Fenster und beobachtet mit dem Fernglas, was andere Menschen ...

Chloe Cooper arbeitet in einer Bar, führt fremde Hunde Gassi und pflegt ihre kranke Mutter. So weit, so normal, aber sie steht auch gerne an ihrem Fenster und beobachtet mit dem Fernglas, was andere Menschen so treiben, neuerdings ihre frisch zugezogenen Nachbarn. Als sie eines Tages mit dem Hund ihrer Mutter am Strand entlangspaziert, wird sie Zeugin eines Unfalls zwischen einem Jetskifahrer und einer Schwimmerin. Aber war es tatsächlich ein Unfall? Nicht nur durch die polizeilichen Ermittlungen gerät Chloe unter Druck.

Aus verschiedenen Perspektiven und eingeblendeten Interviews in der Rückschau setzt Loreth Anne White diesen Thriller zusammen und erreicht dadurch mit spielerischer Leichtigkeit einen hohen, durchgehenden Spannungsbogen. Wenige Charaktere beherrschen das Geschehen, welches beim Leser für mannigfaltige Vorstellungen und Interpretationsmöglichkeiten sorgt, die Auflösung gestaltet sich logisch und verknüpft alle bislang losen Fäden geschickt miteinander. Zur Handlung selbst lässt sich kaum Näheres sagen, denn das würde viel von der gekonnt aufgebauten Geschichte vorwegnehmen.

Unglaubliche Szenen und Figuren, welche sich deutlich entwickeln, stehen neben Loreth Anne Whites atmosphärischem Schreibstil mit Sogwirkung im Mittelpunkt und so verdient auch „Die Frau in den Fluten“ volle fünf Sterne mit einer Leseempfehlung!


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