Eden Fields II
HonigtageEden Fields II
Völlig in ihre Arbeit auf der Apfelfarm vertieft, insbesondere mit den geliebten Bienen, versucht Flora Swan, den Tod ihres Verlobten Rian zu bewältigen. Als dessen bester Freund Jonathan ...
Eden Fields II
Völlig in ihre Arbeit auf der Apfelfarm vertieft, insbesondere mit den geliebten Bienen, versucht Flora Swan, den Tod ihres Verlobten Rian zu bewältigen. Als dessen bester Freund Jonathan vorschlägt, eine Filmdokumentation über die Farm zu drehen, ist Flora unschlüssig, was sie für den netten Regisseur empfindet – und findet zur gleiche
n Zeit alte Schriften von ihrer Ururgroßmutter Grace.
Eine Geschichte auf zwei Zeitebenen, wie man sie allenfalls schon gelesen hat? Mitnichten, Josephine Cantrell legt so viel Gefühl in ihre Erzählungen wie kaum jemand anderer. Egal, ob ums Jahr 1911 herum oder in der Gegenwart, beide Handlungsstränge sind mit Ruhe und Poesie ausgestattet, sodass der Roman sich fein wie ein lauer Sommerabend anfühlt. Stimmungsvoll vor der Kulisse Irlands geht es um die Krankenschwesternschülerin Grace in der Vergangenheit, sowie um den Arzt Seamie und die damals meist tödliche Tuberkulose, um Flora, ihre Bienenzucht und ihre Trauerbewältigung in der Jetztzeit. Fehlende Puzzlestücke in der Familienchronik werden gesucht, unbekannte Namen eingefügt und Zusammenhänge bis zu Flora und ihren beiden Schwestern hergestellt. Sowohl die Krankenhaus- und Pflegeszenen als auch die Liebesgeschichten sind glaubwürdig ins Geschehen eingebettet, die Entwicklung der Figuren realistisch dargestellt. Ein Hauch von Wehmut liegt über dem ganzen Roman und verleiht ihm die Stimmung, welche ich als „typisch Cantrell“ bezeichnen würde.
Irland und eine ruhige, dennoch atmosphärische Familiengeschichte auf Eden Fields in den Wicklow Mountains – auch der zweite Teil bietet angenehme Lesestunden zum Träumen.