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Veröffentlicht am 09.08.2017

Nerdig, lustig und mit viel Gefühl

Fangirl
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Der Übergang ins Erwachsenenleben ist immer aufregend und besonders, aber auch schwer. Und dies wird noch schwerer, wenn die Zwillingsschwester auf einmal eigene Wege gehen will und der gewohnte Anker ...

Der Übergang ins Erwachsenenleben ist immer aufregend und besonders, aber auch schwer. Und dies wird noch schwerer, wenn die Zwillingsschwester auf einmal eigene Wege gehen will und der gewohnte Anker im Leben damit verschwindet. So ergeht es jedenfalls Cath, die früher alles gemeinsam mit Zwillingsschwester Wren gemacht hat und nun auf dem College etwas verloren ins neue Leben startet. Introvertiert und mit Problemen, neue Orte aufzusuchen, fällt es schwer, neue Leute kennenzulernen. Dazu verliert sie sich am liebsten in der Welt von Simon Snow, ihrer liebsten Buchfigur, welcher sie mit erfolgreicher Fanfiction ihren ganz eigenen Stempel aufdrückt. Doch zum Glück gibt es da noch Mitbewohner samt Freund und Studienpartner, welche Cath nicht so leicht aufgeben.

Rainbow Rowell hat wirklich einen zauberhaften Roman über das Erwachsenwerden geschrieben, welcher den gewissen Nerd-Faktor hat, der mich wirklich begeistert hat. Man ist durch die 3. Person, mit der erzählt wird, immer ganz nah am Geschehen und kann alles quasi live miterleben - die Aufregung, die Unsicherheit, Trauer und Glück. Besonders der Aspekt, dass Cath Fanfiction schreibt und ein Superfan ist, wurde sehr gut ausgearbeitet, da das Buch mit Textstellen der Simon Snow Roman sowie von Cath’s Fanfiction durchzogen ist. Man Ist also auch hier hautnah dabei und kann Cath’s Begeisterung spüren und nachvollziehen, bemerkt aber auch gut einen roten Faden, der auf das Finale zusteuert. Cath als Hauptfigur kommt man natürlich ganz nah und kann sie in all ihren Facetten verstehen. Aber auch die weiteren Figuren sind liebevoll und glaubhaft dargestellt und scheinen mitten aus dem Leben gegriffen. Dazu kommt der sehr angenehm zu lesende Schreibstil und Textpassagen aus Simon Snow Werken, die mit einer anderen Schrift sehr schön anders dargestellt sind. So kann man wirklich ganz in der Geschicht aufgehen.

Cath ist sicherlich ein Extremfall, jedoch kann sich bestimmt fast jeder in ihr wieder finden. Gefühlvoll und verspielt erzählt Rainbow Rowell von ihrem Weg ins Erwachsenenleben und der Findung der Selbstständigkeit, nach dem sie sich so lange auf ihre Zwillingsschwester gestützt hatte. Nerdig, lustig und doch auch mit viel Gefühl ist dieser Roman etwas ganz besonders. Und weil man die Begeisterung Caths für Simon Snow auf jeder Seite spüren konnte, wünscht man sich nicht nur einmal, dass man die Simon Snow Bücher doch bitte auch lesen kann. Nur gut, dass es Rainbow Rowell offensichtlich auch so beim Schreiben ging, denn sie verwöhnt ihre Leser mit einer eigenen Simon Snow Geschichte, die sich man am Besten gleich danach gönnt, um das eigene Simon Snow Fiber etwas zu lindern: “Der Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow”, erschienen bei dtv.

Veröffentlicht am 31.07.2017

Eine ausgefallene Geschichte, der der besondere Funke gefehlt

Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge
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Die Geschichte an sich ist faszinierend: Ein Mann, der seine Liebe verliert und dazu noch das Medaillon, ein Geschenk eben jener großen Liebe. Daraufhin sammelt er Leidenschaftlich und fast fanatisch verloren ...

Die Geschichte an sich ist faszinierend: Ein Mann, der seine Liebe verliert und dazu noch das Medaillon, ein Geschenk eben jener großen Liebe. Daraufhin sammelt er Leidenschaftlich und fast fanatisch verloren gegangene und vergessene Gegenstände, denn man weiß nie, ob sie nicht doch vermisst werden eines Tages. Nach dem Tod erbt dessen Hausangestellte Laura das Haus und damit auch dieses Erbe. Sie versucht, für einige Gegenstände wieder ihren rechtmäßigen Besitzer zu finden und lernt dabei auch so einiges über sich selbst.

Das Buch hat sich viel vorgenommen und behandelt vor allen die Themen Freundschaft und Liebe. Die Grundgeschichte ist faszinierend und besticht durch den nerdigen Faktor. Leider bleibt die Geschichte über die Strecke etwas flach. Gute Ansätze sind vorhanden, aber es wird zu wenig in die Tiefe gegangen und auch der Aspekt der verlorenen Gegenstände kommt etwas zu kurz. Zu gerne, wäre ich noch mehr auf die Spur der Gegenstände gegangen. Die Figuren sind allerdings liebenswert und man kann sich gut in sie reinversetzen, auch wenn hier manchmal auch etwas mehr Tiefe gut gewesen wäre. Das Buch liest sich trotz so mancher Schwäche jedoch recht flüssig und angenehm, nur leider ist der Funke nie so ganz übergesprungen und die Begeisterung blieb aus.

„Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge“ ist ein besonderes Buch, welches durch skurrile Charaktere und eine ausgefallene Geschichte überzeugt. Leider bleiben die Geschichte und die Figuren bisweilen etwas blass, sodass keine rechte Begeisterung aufkommen mag.

Veröffentlicht am 11.07.2017

Grandiose Unterhaltung mit dem nötigen Tiefgang

Wildblumensommer
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„Wildblumensommer“ von Kathryn Taylor bezaubert durch eine fesselnde Geschichte, leichter Sommerlesevergnügen und mehr Tiefgang als erwartet.
Zoe steht eine mehr als riskante Kopfoperation bevor, weshalb ...

„Wildblumensommer“ von Kathryn Taylor bezaubert durch eine fesselnde Geschichte, leichter Sommerlesevergnügen und mehr Tiefgang als erwartet.
Zoe steht eine mehr als riskante Kopfoperation bevor, weshalb sie wehmütig die verbleibende Zeit nutzt, um sich den Geistern ihrer Vergangenheit zu stellen und endlich den mysteriösen Tod ihres Bruders zu verstehen. Dabei begegnet sie nicht nur alten Kindheitsfreunden wieder, sondern auch alter Gefühle werden wiedererweckt.

Die Geschichte von Wildblumensommer ist erstaunlich tiefgründig und weiß von Anfang an zu fesseln. Das Tempo ist rasant und man möchte das Buch eigentlich bis zum Ende nicht mehr aus der Hand legen. Dies wird vor allen durch die beiden parallel laufenden Handlungsstränge um Zoe und Kindheitsfreund Zack sowie dessen Schwester Rose begünstigt, welche in London versucht, dem tristen Alltagsleben zu entfliehen. Ständig im Wechsel und mit der gemeinen und fesselnden Cliff-Hangern weiß die Autorin dabei auf gekonnte Weise die Spannung hoch zu halten. Die Charaktere wachsen einem dazu unglaublich ans Herz und sind alle auf ihre Weise sympathisch und vielschichtig. Der Schreibstil ist wie schon gesagt sehr fesselnd und unglaublich einfach lesbar. Da kommt wahre Lesefreude auf.

Ein wirklich toller Roman, der entspannte Lesestunden garantiert und dazu mit Tiefgang überrascht. Trotzdem kommt das Buch nicht zu schwer daher, sondern kann auf ganzer Linie unterhalten und überzeigen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Charaktere
  • Gefühl
  • Handlung
Veröffentlicht am 11.07.2017

Ein weiteres stinkofantastisches Abenteuer!

Flätscher – Krawall im Kanal
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Flätscher, außergewöhnliches Stinktier, Meisterdetektiv und seit neuestem Musiker ist zurück und begeistert erneut Groß und Klein. Ein erneut grandioses Cover macht sogleich Lust auf das neue Abenteuer, ...

Flätscher, außergewöhnliches Stinktier, Meisterdetektiv und seit neuestem Musiker ist zurück und begeistert erneut Groß und Klein. Ein erneut grandioses Cover macht sogleich Lust auf das neue Abenteuer, welches direkt an den ersten Band anschließt, denn es gibt erneut Probleme im Viertel, denn es verschieden vermehrt Tiere! Dem müssen Flätscher und sein Assistent Theo natürlich unbedingt nachgehen - das ist ja stinkologisch!

Mit viel Witz und Charme witzelt sich Flätscher erneut in Kinderherzen und jene, die sich das Kind bewahrt haben. Die Geschichte ist spannend und der Humor einfach klasse. Eine jugendliche Sprache mit vielen typischen Flätscher-Stinktier-Begriffen machen das Lesen zu etwas ganz besonderem. Und die Zeichnungen von Jan Birck sind wieder so auf dem Punkt, dass es besser gar nicht sein könnte. Super witzig, perfekt auf die Geschichte abgestimmt und mit so detailverliebt, dass das Betrachten und Entdecken eine wahre Freude ist.

Das zweite Abenteuer von Flätscher kann wieder auf ganzer Linie überzeugen und bietet Spannung, Spaß und noch mehr Spaß. Ein Buch, welches man auf jeden Fall mehrmals zur Hand nehmen kann und die Leselust bestimmt auch beim letzten Lesemuffel weckt.

Veröffentlicht am 11.07.2017

Spannung abseits vom Krisenherd Europa

Die Kreuzträgerin: Jenseits des Feuersturms
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Die Geschichte aus “Die Kreuzträgerin” geht spannend weiter. Es wird empfohlen, erst Band 1 zu Lesen!

Anna ist die Flucht aus Europa gelungen, nachdem sie dort zu Tode verurteilt wurde und lebt mittlerweile ...

Die Geschichte aus “Die Kreuzträgerin” geht spannend weiter. Es wird empfohlen, erst Band 1 zu Lesen!

Anna ist die Flucht aus Europa gelungen, nachdem sie dort zu Tode verurteilt wurde und lebt mittlerweile in Afrika. Aber auch dort ist das Leben alles andere als einfach, denn nicht alles ist so, wie bisher angenommen. Anna steht eine harte Zeit bevor und sie muss sehen, ob der Preis nicht vielleicht doch zu hoch war.

Das Buch packt einen sogleich wieder und man fiebert mit Anna mit, die eine wirklich starke und glaubhafte Hauptperson ist. Sie lässt sich nicht Blenden vom scheinbar gutem Leben im Überfluss, sondern steht für ihren Glauben ein. Zentrales Thema in diesem Band ist aber auch Vergebung, denn Anna stehen wieder so einige schwierige Enthüllungen und Enttäuschungen bevor. Die Story ist wieder gut, wirkt teilweise jedoch etwas zu konstruiert. Den Lesefluss stört das jedoch nur minimal, man muss zudem manchmal über die eine oder andere etwas zu ausschweifende Beschreibung hinwegsehen. Jedoch hat die Geschichte wieder eine sehr schöne Dynamik, der man sich als Leser kaum entziehen kann.

Der Aspekt des Glaubens kommt wieder sehr gut rüber in diesem Band und fügt sich wirklich perfekt in die Geschichte ein. Unterhaltsam und fesselnd weiß die Geschichte zu unterhalten, auch wenn ihr die bedrohliche Stimmung des ersten Bandes, der mitten im Krisenherd Europa spielt, fehlt. Jedoch kommen viele wichtige Dinge ans Licht und nach einem spannenden zweiten Band hat man so richtig Lust auf den dritten Teil.