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Veröffentlicht am 26.06.2017

Tragisches Wintermärchen

Das Schneemädchen
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Tief in den Weiten von Alaska leben Mabel und Jack. Ein hartes Leben in der rauen unbarmherzigen Natur, welches die beiden alleine Bestreiten müssen und wollen. Denn der Schatten des verlorenen Kindes ...

Tief in den Weiten von Alaska leben Mabel und Jack. Ein hartes Leben in der rauen unbarmherzigen Natur, welches die beiden alleine Bestreiten müssen und wollen. Denn der Schatten des verlorenen Kindes hängt auch noch nach mehreren Jahren über Ihnen; unausgesprochener Schmerz, den auch die kältesten Winter nicht zum Schweigen bringen wollen. Bis eines Tages Ihr ganz persönliches Schneemädchen in Ihr Leben tritt und ein faszinierendes Märchen beginnt.

Eowyn Ivey, selbst in Alaska aufgewachsen und noch immer dort zu Hause, vermag es uns Ihre Heimat unglaublich realistisch näher zu bringen. Schon mit den ersten Sätzen taucht man ab in die Weiten von Alaska, die wilde Natur des Landes. Und so schnell man auch ankommt an diesem Land, man möchte bis zur letzten Seite und darüber hinaus nicht mehr gehen. Die Beschreibungen der Natur sind so detailverliebt, so realistisch, man glaubt selbst vor Ort zu sein. Dazu wird die Geschichte von Mabel und Jack auf eine einfühlsame und trotzdem raue Art erzählt, wie sie wunderbar zum Ort und zur damaligen Zeit passen. Die Figuren sind nicht immer allzu glatt und glänzen durch Menschlichkeit. Selbst die Nebenfiguren schließt man sofort in sein Herz und behällt sie auch abseits der Buchseiten noch im Herzen. Der Schreibstil ist leise und melodisch und glänzt durch sprachliche Finesse, die einen am Anfang zweifeln lässt am Autor und sich selbst; und die sich letztendlich so herrlich in die Geschichte fügt.

Ein Buch, welches einen gefangen nimmt und so schnell nicht mehr gehen lässt. Ruhig, schön, traurig, melancholisch - diese Geschichte hat einfach alles, um den Leser zu verzaubern.

Veröffentlicht am 26.06.2017

Rundum gelungen

Seitenwechsel
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Sabine Leipert zeigt mit Seitenwechsel eine leider typische Alltagssituation auf. Der Alltag hat sich in die Beziehung eingeschlichen und mit der Zeit ist einfach die Lust raus. Als es zum Seitensprung ...

Sabine Leipert zeigt mit Seitenwechsel eine leider typische Alltagssituation auf. Der Alltag hat sich in die Beziehung eingeschlichen und mit der Zeit ist einfach die Lust raus. Als es zum Seitensprung kommt, eskaliert die Situation zwischen Tim und Karina. Beide müssen mit der neuen Situation erst einmal zurechtkommen, jeder auf seine ganz eigene Weiße.

Gekonnt und witzig führt und Sabine Leipert durch die Geschichte, mit einem Schreibstil der zu fesseln mag. Die Bilder, die hier beschrieben werden, entstehen förmlich im Kopf und man taucht automatisch in die Geschichte ein. Die Charaktere haben Ecken und Kanten und sicherlich auch Ihre Fehler. Aber genau dies macht sie sehr authentisch und liebenswert und man fiebert mit Ihnen mit.

Ein rundum gelungener Frauenroman, der zu unterhalten weis, jedoch mit dem gewissen Extra Tiefgang. Es werden Probleme aufgezeigt, mit denen sich sicherlich viele identifizieren können, denn in der realen Welt schein nicht immer nur die Sonne. Sicherlich ein Buch zum Weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 26.06.2017

Der etwas andere Roman zur ersten Liebe

Ich würde dich so gerne küssen
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Mit "Ich würde dich so gerne küssen" legt Patrycia Spychalski einen etwas anderen Roman zur ersten Liebe vor. Ist das Buch zu Anfang recht ungewöhnlich und wann weis nicht so genau, was man von dieser ...

Mit "Ich würde dich so gerne küssen" legt Patrycia Spychalski einen etwas anderen Roman zur ersten Liebe vor. Ist das Buch zu Anfang recht ungewöhnlich und wann weis nicht so genau, was man von dieser Geschichten halten sollen, schaffen es die Charaktere jedoch, mit der Zeit durch Ihre Ecken und Kanten zu überzeugen.

Frieda, die unscheinbare lernt den coolen Jeffer kennen und ist sogleich von ihm fasziniert. Und auch Jeffer kann sich nach und nach für dieses doch so andere Mädchen erwärmen. Ganz ohne die üblichen Klischees werden die Tücken der ersten Liebe aufgezeigt, nichts wird geschont. Spychalski zeichnet dabei Ihre Charaktere sehr authentisch und lebensnah. Nicht die üblichen Liebesromane, in denen die Welt immer ein bisschen besser zu schein sein, sondern in diesem Buch wurde ein Stück reales Leben eingefangen. Der Schreibstil war angenehm und passend zur Geschichte.

Ein Roman über die erste Liebe, der für alle Altersstufen zu empfehlen ist, da er durch eine Realitätsnähe besticht. Sicherlich ein Roman, der so einige Meinungen spalten wird, jeder sollte hier selber entscheiden, ob ihm dieser Schreibstil gefällt.

Veröffentlicht am 26.06.2017

Abtauchen in fremde Welten

Hyddenworld
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Alleine die tolle Aufmachung von Hyddenworld vermag den Leser in seinen Bann zu ziehen, doch hat man dieses Buch erstmal aufgeschlagen, taucht man sofort in die faszinierende Welt der Hydden ab.

Die Hydden ...

Alleine die tolle Aufmachung von Hyddenworld vermag den Leser in seinen Bann zu ziehen, doch hat man dieses Buch erstmal aufgeschlagen, taucht man sofort in die faszinierende Welt der Hydden ab.

Die Hydden sind ein kleines, wenn auch liebenswertes Volk und die beschriebenen Charaktere wachsen einem sofort ans Herz. Man begibt sich mit Jack auf eine Reise und in angenehm kurzen Kapiteln deckt sich einem nach und nach ein weiteres Geheimnis auf und man taucht ab in eine spannende Welt, die William Horwood hier erschaffen hat. Der Schreibstiel ist locker und das Buch lässt dich dadurch angenehm lesen. Horwood vermag es mit seinen Beschreibungen der Weltern und Personen darin, Bilder im Kopf entstehen zu lassen, die einen so schnell nicht mehr loslassen.

Der Auftakt von Hyddenworld ist ein Muss für jeden Fantasy-Fan und wer Freude an aufregenden Welten hat und diese gemeinsam mit liebenswerten Charakteren entdecken möchte, sollte sich das Buch nicht entgehen lassen.

Veröffentlicht am 26.06.2017

Genieße jeden Tag wie deinen letzten...

Chucks
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Mae ist jung, wild und Punker. Gemeinsam mit ihrer Freundin zieht Tamara zieht sie durch die Straßen Wiens und scheint doch nicht anzukommen. Auch anschließend bei Ihrem Freund Jakob, dem Architekten der ...

Mae ist jung, wild und Punker. Gemeinsam mit ihrer Freundin zieht Tamara zieht sie durch die Straßen Wiens und scheint doch nicht anzukommen. Auch anschließend bei Ihrem Freund Jakob, dem Architekten der Luftschlösser scheint Sie es nicht auf Dauer auszuhalten. Nein, Geborgenheit findet sie erst bei Jacob. Dem aufregenden Jacob, der jeden Tag aufs neuen genießt als wäre er der letzte, denn Jacob hat AIDS'

Ein aufwühlender Roman über das Erwachsen werden und das sich selbst und seinen Weg im Leben zu finden. Mit der beeindruckenden Persönlichkeit Mae vermag Cornelia Travnicek diesen Weg sehr gut zu vermitteln. Dabei werden die Schlüsselstationen aus Mae's Leben erst nach und nach offengelegt. So versteht man Mae immer besser und versteht sie doch so lange trotzdem nicht. Erst mit der Zeit erschließt sich die Geschichte durch zahlreiche Rückblenden und manch eine Handlung erscheint im Nachhinein logischer als vermutet. Trotzdem überlässt die Autorin viel den eigenen Gedanken des Lesers und jeder muss sich auf seine eigene Weise einen Zugang zur Geschichte suchen.

Das Buch ist sehr kurzweilig geschrieben und besticht trotzdem durch eine erstaunlich sprachliche Prägnanz. Jedes Wort und jeder Satz ist mit Bedacht gewählt und kein Gedanke verfehlt seine Wirkung. Von einer bedrückenden Stimmung bis hin zu krampfartigen Lachanfällen, jede Emotion wird mit messerscharfer Klarheit vermittelt. Die Charaktere sind gut dargestellt und scheinen sich durch die Zeitsprünge dem Leser immer mehr zu offenbaren. Einige Nebenfiguren bleiben etwas blass und hätten mehr Raum zur Entwicklung verdient. Ob diese Streckung der Geschichte gut getan hätte, bleibt jedoch Geschmackssache.

Ein starkes und emotionales Buch, welches durch die Handlung und die ausgeprägte Sprachgewalt fasziniert'