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Veröffentlicht am 01.03.2026

Zwischen Endzone und Herzentscheidung

Football Royalty
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Mit Football Royalty, dem sechsten Band der Franklin-University-Reihe, kehren wir erneut an den Campus zurück, an dem Football, Freundschaft und große Gefühle eng miteinander verwoben sind. Im Mittelpunkt ...

Mit Football Royalty, dem sechsten Band der Franklin-University-Reihe, kehren wir erneut an den Campus zurück, an dem Football, Freundschaft und große Gefühle eng miteinander verwoben sind. Im Mittelpunkt steht Peyton Miller, Star-Quarterback und Sohn zweier berühmter Ex-NFL-Spieler. Der bevorstehende Draft setzt ihn dabei enorm unter Druck - sportlich wie privat. Als Levi Vanderbilt wieder in sein Leben tritt, wird aus einer nie vergessenen Nacht plötzlich eine emotionale Zerreißprobe zwischen Karriere, Erwartungen und Herz.

Hinter dem sportlichen Glamour und dem College-Setting verbirgt sich in diesem Band erneut eine feinfühlige Auseinandersetzung mit Identität, Leistungsdruck und Selbstbestimmung. Peyton steht im Schatten seiner legendären Väter und versucht, den hohen Erwartungen gerecht zu werden. Levi hingegen kämpft mit einer konservativen Familie, die seinen Lebensweg bereits festgeschrieben hat. Beide tragen ihr eigenes Päckchen und genau das macht ihre Verbindung glaubwürdig und berührend. Gut gelungen ist zudem die spurbare Anziehung zwischen den beiden Protagonisten. Die unausgesprochenen Gefühle, die Erinnerungen an die gemeinsame Vergangenheit und die Angst vor öffentlichen Konsequenzen erzeugen eine konstante emotionale Spannung. Dass die Geschichte nicht abrupt mit dem Zusammenkommen endet, sondern dem Paar noch Raum zur Entwicklung gibt, verleiht dem Roman zusätzliche Tiefe. Der Schreibstil ist dabei locker, humorvoll und flüssig. Dialoge sind schlagfertig und lebendig, manchmal bewusst etwas flapsig, dass verleiht dem College-Setting eine schöne authentische Note. Neben den Hauptfiguren überzeugen auch die Nebencharaktere, insbesondere Peytons Väter, die mit Charme, Neckereien und überraschend viel Herz für besondere Momente sorgen. Ihre Präsenz lockert die dramatischeren Passagen gekonnt auf. Auch das Sport-Setting ist anschaulich ausgearbeitet. Der Druck rund um den Draft und die weiterhin bestehende Skepsis gegenüber queeren Beziehungen im Profisport verleihen der Handlung realistische Konflikte. Spicy Szenen fügen sich gut ein, ohne die emotionale Entwicklung zu überlagern.

Eine gefühlvolle MM-Sportsromance über zweite Chance und mit College-Vibes und einer gelungenen Mischung aus Humor, Spice und Herz, die zudem durch ihre authentischen Charaktere, dem emotionalen Wachstum und der spürbaren Chemie zwischen den Protagonisten überzeugt.

Veröffentlicht am 01.03.2026

Zwischen Sternensehnsucht und Himmelsgeheimnissen

Starminster - Stadt in den Wolken
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Mit Stadt in den Wolken eröffnet Megan Hopkins die Starminster Reihe und eine magische Welt über den Dächern Londons, in der Träume vom Fliegen Wirklichkeit werden. Im Mittelpunkt steht die elfjährige ...

Mit Stadt in den Wolken eröffnet Megan Hopkins die Starminster Reihe und eine magische Welt über den Dächern Londons, in der Träume vom Fliegen Wirklichkeit werden. Im Mittelpunkt steht die elfjährige Astrid, die ihr gesamtes Leben abgeschottet in einem Rhabarberschuppen verbringen musste. Als sie erfährt, dass sie zu den geflügelten Librae gehört und nach Überlondon an die Flugschule Starminster darf, beginnt für sie ein völlig neues Kapitel voller Wunder, Freundschaften und Gefahren.

Der Einstieg in die Geschichte gelingt durch die tolle Atmosphäre direkt und man ist zudem emotional auch nah an der Hauptfigur. Astrids Sehnsucht nach Freiheit und Sternen ist jederzeit spürbar und macht sie zu einer starken Identifikationsfigur für junge Leser. Gut gelungen ist zudem die lebendige Gestaltung der Schauplätze. Ob schwindelerregende Himmelsbrücken, prächtige Hallen oder der enge Schuppen ihrer Kindheit, die Bilder entstehen mühelos vor dem inneren Auge. Thematisch verbindet der Roman dabei klassische Fantasy-Elemente mit Fragen nach Zugehörigkeit, Vertrauen und dem Mut, den eigenen Weg zu gehen. Freundschaft, Anderssein und Selbstbestimmung spielen eine zentrale Rolle. Die Spannung entsteht vor allem durch das Rätsel um verschwundene Kinder, das Astrid zunehmend in ein gefährliches Abenteuer hineinzieht. Manche Reaktionen, insbesondere die der Erwachsenen, erscheinen jedoch nicht immer ganz nachvollziehbar, und einzelne Entwicklungen gehen sehr rasch voran. Für die Zielgruppe dürfte dies jedoch weniger ins Gewicht fallen, da Tempo und klare Konfliktlinien für anhaltende Spannung sorgen. Sprachlich präsentiert sich das Buch flüssig und gut lesbar, mit vielen bildhaften Momenten, die zum Träumen einladen. Der erste Band schließt die wichtigsten Fragen zufriedenstellend ab und verzichtet auf einen übermäßigen Cliffhanger, weckt jedoch spürbar Neugier auf die Fortsetzung.

Ein fantasievoller Reihenauftakt voller Magie, Gefühl und Abenteuer. Trotz kleiner Schwächen im Plot überzeugt die Geschichte durch ihre starke Heldin, die atmosphärische Weltgestaltung und ihre warmherzige Botschaft.

Veröffentlicht am 01.03.2026

Herzklopfen zwischen Mikroskop und OP-Licht

Liebe auf den ersten Blick
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Mit Liebe auf den ersten Blick verbindet Nelly Berlin Romantik mit einem MINT-Setting mitten in Berlin. Im Mittelpunkt stehen die drei Freundinnen Emmy, Helia und Ina, die sich zwischen Labor, Notaufnahme ...

Mit Liebe auf den ersten Blick verbindet Nelly Berlin Romantik mit einem MINT-Setting mitten in Berlin. Im Mittelpunkt stehen die drei Freundinnen Emmy, Helia und Ina, die sich zwischen Labor, Notaufnahme und familiären Erwartungen nicht nur beruflich, sondern auch emotional großen Herausforderungen stellen müssen.

Gut gelungen ist in diesem Roman die Kombination aus wissenschaftlichem beziehungsweise medizinischem Alltag und den romantischen Verwicklungen. Das Setting im Forschungslabor sowie im Krankenhaus wirkt authentisch und lebendig, ohne zu fachlich oder überfordernd zu werden. Statt trockener Theorie entsteht ein greifbarer Berufsalltag mit Stress, Hierarchien und ehrgeizigen Zielen. Die wechselnde personale Erzählperspektive zwischen Emmy und Helia verleiht der Geschichte zudem eine angenehme Dynamik. Dadurch entstehen beinahe zwei parallele Liebesgeschichten, die sich nach und nach miteinander verweben. Beide Frauen sind dabei unterschiedlich angelegt. Emmy ist eher unsicher und von Selbstzweifeln geprägt, Helia dagegen impulsiver und regelbewusst, zumindest solange, bis Gefühle diese Regeln ins Wanken bringen. Gerade diese Gegensätze sorgen für eine schöne emotionale Spannung. Die Liebesgeschichten selbst leben von der Workplace-Romance, verbotenen Gefühlen und Missverständnissen. Einige Konflikte sind früh absehbar, besonders wenn wiederholte Missverständnisse die Handlung vorantreiben. Dennoch bleibt der Roman durchweg unterhaltsam, weil die Figuren mit viel Herz und Charme gestaltet sind. Humorvolle Dialoge und warme Freundschaftsmomente lockern die dramatischeren Szenen zudem angenehm auf. Einzig die Fülle der Handlungsstränge wird manchmal etwas zu viel. Drei Freundinnen, mehrere Liebesgeschichten und zusätzliche Nebenfiguren sorgen stellenweise für etwas Überladung. Auch der Austausch innerhalb der Freundschaft hätte an manchen Stellen intensiver ausfallen können. Trotzdem entsteht insgesamt ein stimmiges, emotionales Gesamtbild.

Eine charmante, humorvolle und zugleich gefühlvolle RomCom mit MINT-Flair, die wissenschaftliche Ambitionen mit Herzklopfen, Selbstzweifeln und großen Gefühlen verbindet. Trotz kleiner Schwächen bei der Dramaturgie und vereinzelten vorhersehbaren Konflikten überzeugt die Geschichte durch lebendige Figuren, Leichtigkeit und emotionale Wärme.

Veröffentlicht am 25.02.2026

Magische Entdeckungsreise nach Brasilien

Venom and Vengeance (Venom-Dilogie 1)
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Venom & Vengeance entführt seine Leser in die geheimnisvolle Welt Brasiliens, in der Mythos, Familie und Romantik miteinander verschmelzen. Die 23-jährige Fabiana reist nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter ...

Venom & Vengeance entführt seine Leser in die geheimnisvolle Welt Brasiliens, in der Mythos, Familie und Romantik miteinander verschmelzen. Die 23-jährige Fabiana reist nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter zurück in das Land ihrer Kindheit, um ihre Wurzeln und ihre Familie kennenzulernen. Dabei merkt sie schnell, dass die Geschichten aus dem brasilianischen Märchenbuch ihres Vaters realer sind, als sie je gedacht hätte.

Die Autorin schafft ein starkes Urban-Fantasy-Setting, das sich durch brasilianische Mythologie, magische Kreaturen und dunkle Familiengeheimnisse auszeichnet. Die Atmosphäre ist dabei geheimnisvoll und fesselnd, mit Szenen, die zwischen Spannung, märchenhafter Magie und einem Hauch Romantik pendeln. Fabiana überzeugt als toughe, sympathische Protagonistin, deren Gefühle und Gedanken greifbar und authentisch dargestellt werden. Lucas, der männliche Gegenpart, ergänzt sie perfekt. Seine Beziehung zu Fabiana entwickelt sich dabei angenehm langsam, was dem Ganzen zusätzlich Tiefe verleiht. Die Geschichte selbst wird überwiegend aus Fabianas Sicht erzählt, einzelne Kapitel aus Lucas‘ Perspektive bieten aber zusätzliche spannende Einblicke und Abwechslung. Trotz kleinerer Schwächen, wie etwa der gelegentlich unrealistischen Verständigung zwischen den Figuren, punktet der Roman durch originelles Worldbuilding, seiner dichter Atmosphäre und durch die unerwarteten Wendungen.

Ein mitreißender Urban-Fantasy-Roman, der brasilianische Mythen, dunkle Familiengeheimnisse und eine zarte, aber intensive Romanze vereint. Mit seinem neuem Fantasy-Setting, den pannenden Charakteren und geheimnisvollne Welten ist dieser Auftakt der Dilogie eine Empfehlung und die Geschichte lässt neugierig und gespannt auf Band 2 zurück.

Veröffentlicht am 25.02.2026

Ein anarchisches Miami voller Irrsinn

Miami Punk
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Miami Punk entführt in ein alternatives Miami, in dem das Meer verschwunden ist und eine Wüste die Küste ersetzt hat. Die Stadt ist durch Klimakatastrophen, Konzernmacht und private Sicherheitsgruppen ...

Miami Punk entführt in ein alternatives Miami, in dem das Meer verschwunden ist und eine Wüste die Küste ersetzt hat. Die Stadt ist durch Klimakatastrophen, Konzernmacht und private Sicherheitsgruppen komplett transformiert. Ein Pizzalieferdienst übernimmt die Überwachung, Chemiekonzerne sponsern Bildung und Unterhaltung und ehemalige Ordnungskräfte wurden durch paramilitärische Wrestling-Teams ersetzt. Zwischen all dem agieren verschiedenste Figuren, allen voran Robin, eine junge Frau, die in der Gaming- und Digitalwelt brilliert und Realität und Computerspiele miteinander verschmilzt.

Juan S. Guse verwebt hier ein dichtes Netz aus Erzählsträngen, Perspektiven, Textformen und Anspielungen, von E-Sport-Turnieren über Glitches bis zu philosophischen Betrachtungen über das digitale Leben. Die Handlung selbst tritt oft hinter das Spiel aus Ideen, Experimenten und sozialen Beobachtungen zurück. Die Protagonistin Robin ist zudem faszinierend. Sie ist überqualifiziert für ihre Umgebung, kämpft mit den absurden Strukturen der Stadt und versucht gleichzeitig, die Leere hinter den Spielen zu überwinden. Wenn man sich auf die Welt von Miami Punk einlässt, erlebt man einen wilden Mix aus Cyberpunk, Postapokalypse, Gesellschaftskritik und absurdem Humor. Der Roman ist aber anspruchsvoll, mitunter sperrig, verlangt Aufmerksamkeit und Durchhaltevermögen. Er belohnt seine Leser aber auch mit originellen Perspektiven, einer dichten Atmosphäre und einem einzigartigen, experimentellen Stil.

Ein anarchisches, dichtes und ideenreiches Buch, wenn man Lust auf experimentellen Cyberpunk, digitale Realitäten und gesellschaftliche Satire hat. Miami Punk ist nicht leicht zugänglich, dafür aber extrem originell, herausfordernd und unterhaltsam auf eine sehr eigene Art.