Zwei verlorene Herzen auf demselben Pfad
The Trail of Lost HeartsWren Waters steckt fest in ihrer Trauer. Sie sich zurück, bis sie durch Zufall das Geocaching für sich entdeckt. Was zunächst nur ein kleiner Ausbruch aus dem Alltag ist, wird bald zu einer einwöchigen ...
Wren Waters steckt fest in ihrer Trauer. Sie sich zurück, bis sie durch Zufall das Geocaching für sich entdeckt. Was zunächst nur ein kleiner Ausbruch aus dem Alltag ist, wird bald zu einer einwöchigen Solo-Reise nach Oregon. Allein, abgeschieden, mitten in der Natur. Auf einem der Trails begegnet sie Marshall Hendricks, ebenfalls Geocacher. Nach einer bedrohlichen Situation entscheiden sich die beiden, ihre Wege zusammen fortzusetzen und was als pragmatische Entscheidung aus Sicherheitsgründen beginnt, entwickelt sich langsam zu einer intensiven Verbindung. Doch beide tragen ihre eigenen Wunden mit sich, und nicht jeder ist bereit, sie offen zu zeigen.
Tracey Garvis Graves erzählt diese Geschichte ruhig, emotional und erstaunlich lebensnah. Der Fokus liegt klar auf Trauer, Heilung und der Frage, ob zwei Menschen einander Halt geben können, ohne selbst schon ganz gefestigt zu sein. Wren und Marshall wirken dabei wie echte Menschen und zeigen sich verletzlich, manchmal widersprüchlich, aber immer glaubwürdig. Positiv ist auch. dass die Protagonisten in ihren Dreißigern sind. Das verleiht der Geschichte eine wohltuende Reife, denn es gibt keine unnötlichen Dramen, sondern leise Entwicklungen, ehrliche Gespräche und spürbares Zögern. Die Natur Oregons und das Geocaching sind dabei zudem mehr als nur Kulisse. Sie spiegeln schön den inneren Weg der Figuren wider. An manchen Stellen wirkt abeer der Dialog etwas zu erklärend, fast therapeutisch, was einen manchmal kurz aus dem Lesefluss reißen kann. Überwiegend hat man jedoch den Eindruck einer warmen, ehrlichen Geschichte, die Zeit braucht und sich diese Zeit auch nimmt.
Eine sanfte, emotionale Romance mit Tiefgang. Keine laute Liebesgeschichte, sondern ein stilles Annähern zweier Menschen, die lernen müssen, mit ihrer Vergangenheit zu leben.