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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.12.2025

Spannung kommt erst sehr spät auf

The Final Wife
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Der Psychothriller hat einen angenehmen Schreibstil, mit Cliffhangern und abwechselnden Kapiteln, Rückblenden, sodass man als Leserin fast durch die Kapitel rast. Zuerst werden die einzelnen Charaktere ...

Der Psychothriller hat einen angenehmen Schreibstil, mit Cliffhangern und abwechselnden Kapiteln, Rückblenden, sodass man als Leserin fast durch die Kapitel rast. Zuerst werden die einzelnen Charaktere vorgestellt und obwohl sie wertend beschrieben werden, konnte ich zu niemandem eine engere Verbundenheit aufbauen, sie blieben allesamt recht oberflächlich und mit wenig Tiefgang. Luke wird im Wochenendhaus ermordet aufgefunden, doch wer ist schuld daran? Diese Frage stellen sich die Ermittlerinnen, Anna legt ein Geständnis ab, das nicht glaubwürdig wirkt. Die Ermittlungen verlaufen schleppend und Rebecca hat in ihrem Privatleben mehr Ärger als ihr lieb wäre. Erst im letzten Drittel kommt neuer Schwung in die Geschehnisse und es passieren hintereinander ein paar unerwartete Wenden. Ab diesem Zeitpunkt habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt, dennoch hätte ich mir diese Spannung schon viel früher gewünscht.

Veröffentlicht am 11.12.2025

angenehme Leseatmosphäre, aufgewärmte Situationen

The Woman in Suite 11
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Ich empfehle, vorab das Buch „The Woman in Cabin 10“ zu lesen, dann sind schon die meisten Hauptcharaktere bekannt und auch die Hintergrundgeschichte, wie alles zusammenhängt. Falls man mit dem aktuellen ...

Ich empfehle, vorab das Buch „The Woman in Cabin 10“ zu lesen, dann sind schon die meisten Hauptcharaktere bekannt und auch die Hintergrundgeschichte, wie alles zusammenhängt. Falls man mit dem aktuellen Teil einsteigt, ist es auch kein Problem, da die Autorin die vorigen Ereignisse kurz zusammenfasst.
Der aktuelle Teil startet gemütlich, für einen Thriller schon etwas zu gemütlich, wird dann allerdings spannend als Lo sich im Luxushotel befindet und an die alten Geschichten erinnert wird, vor allem auch dadurch, dass ähnliche Situationen vorkommen und teilweise die gleichen Personen involviert sind.
Lo ist zu gutmütig und lässt sich sehr leicht von anderen Personen einwickeln und zu unüberlegten Handlungen verleiten, wenn sie helfen möchte. Gewisse Aktionen waren aber leider schon sehr vorhersehbar, daher nicht so überraschend für mich, dass sie ins Visier der Ermittler geraten ist. Den Schreibstil der Autorin mag ich allerdings sehr gerne und er macht auch den Großteil der Spannung aus und sorgt für eine angenehme Leseatmosphäre.
Insgesamt hat mir der erste Teil besser gefallen als der zweite, da hier viele Situationen wieder aufgewärmt oder wiederholt wurden, weniger neue, überraschende Ideen und Vorgänge, und für meinen Geschmack zu wenig thrill vorhanden war.

Veröffentlicht am 08.12.2025

düstere Enthüllungen

Das Nest
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Der Kriminalroman hat eine dunkle Grundstimmung, in der etwas Unheilvolles mitschwingt. Auch sämtliche Charaktere wirken bedrückt, unglücklich, sogar die Kinder spiegeln dies. Man hat als Leser*in ständig ...

Der Kriminalroman hat eine dunkle Grundstimmung, in der etwas Unheilvolles mitschwingt. Auch sämtliche Charaktere wirken bedrückt, unglücklich, sogar die Kinder spiegeln dies. Man hat als Leser*in ständig das Gefühl, jeden Moment in ein Unglück hineingezogen zu werden und nach und nach passiert das auch wirklich. Als die Lehrerin plötzlich verschwindet, nimmt die Dramatik eine neue Wende. Symbolisch dazu werden auch immer wieder getötete Vögel gefunden und Vogelneste zerstört. Generell werden der Natur und den Vogelbeobachtungen viel Raum gegeben und diese stark in den Fokus gestellt. Auch der Umgang mit unbekannten Personen, in diesem Fall sind es Roma, die neben der Feriensiedlung campen, wird misstrauisch bis feindlich ablehnend gesehen. Dabei funktioniert bei allen Erwachsenen das Zusammenleben nicht wirklich, es wird wenig kommuniziert, viel verschwiegen und unterstellt. Gut gefallen haben mir zwischenzeitlich die literarischen Betrachtungsweisen. Weniger gut gelungen finde ich, dass viele Wiederholungen und ähnliche Situationen beschrieben werden und die Auflösung am Ende hat mir auch nicht so zugesagt.

Veröffentlicht am 03.12.2025

teilweise steril geschrieben

Dass es uns überhaupt gegeben hat
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Der Titel ist ansprechend und mitreißend, das Cover finde ich auch sehr gelungen und passend zu den schwankenden Stimmungslagen des Buches. Inhaltlich habe ich den Einstieg als schwierig empfunden, mir ...

Der Titel ist ansprechend und mitreißend, das Cover finde ich auch sehr gelungen und passend zu den schwankenden Stimmungslagen des Buches. Inhaltlich habe ich den Einstieg als schwierig empfunden, mir waren zu viele Namen in schneller Reihenfolge, die teilweise erst später vorkamen und der Schreibstil ist stockend und trocken. Erst mit der Zeit kommt man in einen Lesefluss, es folgen Höhen und Tiefen, wie das Leben so schreibt. Gut gefällt mir, dass nicht nur die positiven Seiten wie Erfolg und Ruhm hervorgehoben werden, im Gegenteil, einen Großteil der Erzählungen sind von Drogenexzessen, Abgründen, seelischen Tiefs und auch dem Tod gezeichnet. Insgesamt hat mir ein wenig der rote Faden, der durch das Buch leitet, gefehlt und an manchen Stellen war mir der Stil zu aufzählend und steril, hier hätte ich mir kreativere Stile und Ausdrucksweisen gewünscht, die mitreißen und nicht abdriften lassen. Dass Marco Wanda mit Sprache umgehen kann, wissen wir ja aus seiner Musik, aber als Schriftsteller hat er mir mit seinem Erstlingswerk nicht so gut gefallen.

Veröffentlicht am 03.12.2025

heile Welt gerät ins Wanken

Wem du traust
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Der Kriminalroman beginnt mit Alltagssituationen aus dem Familienalltag von Eva, Daniel mit Linus und Susanne mit Sofia, damit man sich als Leserin in die Charaktere hineinversetzen kann. Daniel bringt ...

Der Kriminalroman beginnt mit Alltagssituationen aus dem Familienalltag von Eva, Daniel mit Linus und Susanne mit Sofia, damit man sich als Leserin in die Charaktere hineinversetzen kann. Daniel bringt Sofia nach dem Babysitten bei ihnen nach Hause, doch dort kommt Sofia nie an. Die Verunsicherung ist groß, die Frage steht im Raum, was mit Sofia passiert ist und wer die glaubwürdigere Geschichte erzählt. Auch ein alter Fall mit einer getöteten Jugendlichen wird wieder aufgerollt, nachdem der Täter damals nicht gefunden werden konnte, trotz großangelegter DNA-Tests.
Heidi zeigt als Ermittlerin viel Einfühlungsvermögen, vor allem, da sie auch selbst eine Tochter in Sofias Alter hat und sie auch in der Region lebt und die gleiche Schule besucht. Mit der Zeit rückt Daniel im Kreis der Verdächtigen hoch hinauf, aber noch weitere Ungereimtheiten treten auf, die das gesamte „Heile-Welt-Konstrukt“ der beiden Familien ins Wanken bringen.
Mir gefällt es sehr gut, wie die Autorin mit dem Wechsel der Verdächtigen spielt und uns Leser
innen von einer Person zur nächsten lenkt. Auch Themen wie Vertrauen und langjährige Freundschaft finde ich gut umgesetzt, es treten Zweifel auf, es kommen Emotionen zutage, die wiederum eine Veränderung bewirken. Vor allem Eva ist einem Dilemma, egal zu wem sie hält und wem sie vertraut, sie stellt sich entweder gegen ihren Mann, den sie liebt oder gegen ihre langjährige Freundin, mit der sie sich eng verbunden fühlt und deren verschwundene Tochter wie ihr eigenes Kind für sie ist. Die Stimmung ist durchwegs angespannt, ängstlich und dunkel und auch wenn am Ende alle losen Fäden zusammengeführt werden und alle offenen Fragen geklärt sind, so bleibt dennoch ein negativer Beigeschmack erhalten und es löst sich nicht alles in Wohlgefallen auf, das hat mir persönlich sehr gut gefallen.