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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.10.2025

persönlicher, ehrlicher Fall

Zorn – Der Fall Schröder
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Nachdem ich alle vorangegangenen Teile gelesen habe, wurde der 14. Fall von mir schon sehnsüchtig erwartet, vor allem nach den Vorerwartungen, die aufgrund des Klappentextes geweckt werden. Im Fokus steht ...

Nachdem ich alle vorangegangenen Teile gelesen habe, wurde der 14. Fall von mir schon sehnsüchtig erwartet, vor allem nach den Vorerwartungen, die aufgrund des Klappentextes geweckt werden. Im Fokus steht diesmal Schröder, der sich von einer ganz anderen Seite zeigt: verletzlich, ernst, deprimiert, er kämpft mit den Dämonen aus seiner Kindheit. Generell hat der aktuelle Teil einen durchwegs melancholischen und ernsten Grundton, obwohl Zorn mit seiner gewohnten Art versucht, Lockerheit und Witz reinzubringen. Auch Edgar trägt dazu bei, er ist momentan im mürrischen Teenageralter. Mir hat diese schonungslos ehrliche Seite sehr gut gefallen, die Charaktere sind für mich noch intensiver und vielschichtiger geworden, als dies ohnehin schon der Fall ist. Die Gespräche und Gedanken über die Vergangenheit von Schröder tragen ebenfalls dazu bei. Etwas gefehlt hat mir diesmal Frieda, die nach ihren schlimmen Verletzungen noch immer im Krankenhaus ist und somit nur von dort aus mit ihrer Expertise unterstützen kann. Aber auch ihr geht es körperlich noch nicht so gut und dies wirkt sich auf ihre Stimmung aus, sodass sie gedämpft wirkt und in diesem Teil etwas zu kurz kommt.
Ich finde das Buch nicht geeignet für Leser*innen, die direkt mit dem 14. Teil einsteigen wollen, da ihnen die Beziehungsgeflechte und die charakterlichen Veränderungen aus der Vergangenheit sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung der Beziehungen fehlt und somit der aktuelle Fall nicht richtig eingeordnet werden kann, daher unbedingt zumindest ein paar der vorigen Teile vorab lesen.

Veröffentlicht am 19.10.2025

Ich weiß, was du getan hast!

Ich war's nicht
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Der Ich-Erzähler Will führt ein normales, ruhiges Leben, bis sich dies von einem Tag auf den anderen aufgrund einer kurzen Handlung von Grund auf ändert. Am Heimweg provoziert ihn ein Fremder, er schlägt ...

Der Ich-Erzähler Will führt ein normales, ruhiges Leben, bis sich dies von einem Tag auf den anderen aufgrund einer kurzen Handlung von Grund auf ändert. Am Heimweg provoziert ihn ein Fremder, er schlägt zu und plötzlich bleibt dieser tot liegen. Die Reaktion von Will ist Flucht und in der Hoffnung, dass ihn keiner gesehen hat, unbemerkt zu verschwinden, allerdings kommt es komplett anders als erwartet. Eine falsche Entscheidung im Leben und schon ändert sich alles. Er wird erpresst, nur von wem? Es wird mit den Gefühlen von Will und mit denen der Leser*innen gespielt, von Wut, Schuld, Angst, Kontrolle wird im Verlauf der Geschichte eine breite Palette abgedeckt. Dies hat mir gut gefallen, weniger gelungen finde ich, dass gewisse Handlungen für mich vorhersehbar und von Anfang an klar waren, also nicht überraschend oder neu und häufig waren Szenen stark überzogen und unrealistisch dargestellt.

Veröffentlicht am 18.10.2025

Single oder Dating-Plattform?

Horror-Date
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Ich lese die Thriller des Autors sehr gerne und bin nun auch bei den „Nicht-Thrillern“ auf den Geschmack gekommen, wobei ich hier gestehen muss, dass die Pointe am Ende jeweils ähnlich gelagert ist, sodass ...

Ich lese die Thriller des Autors sehr gerne und bin nun auch bei den „Nicht-Thrillern“ auf den Geschmack gekommen, wobei ich hier gestehen muss, dass die Pointe am Ende jeweils ähnlich gelagert ist, sodass man als Leser*in spätestens beim dritten Buch ein Muster erkennen muss. Hier würde ich mir im nächsten Teil eine persönliche Überraschung wünschen!
Das Thema an sich ist nicht lustig, dennoch wird es humorvoll umgesetzt, wenn auch stark pointiert. Zwischenzeitlich jagt eine Pointe die nächste, sodass man aus dem Schmunzeln nicht mehr herauskommt. Eine Dating-Plattform für Menschen, die nicht mehr lange zu leben habe, finde ich interessant, damit habe ich mich bis jetzt noch nie auseinandergesetzt, die Idee ist aber originell. Die Message am Ende des Buches finde ich gut gelungen und am allerbesten gefallen mir bei diesem Autor die Nachworte, die auch diesmal sehr treffend ausgewählt wurden.

Veröffentlicht am 14.10.2025

Wer ist Cate Kay? - Cate mit K!

Die drei Leben der Cate Kay
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Der Roman hat ein farbenfrohes, jugendliches Cover, das Leichtigkeit und einen lockeren Roman ausstrahlt und somit für mich nicht gut zum Inhalt des Buches passt.
Inhaltlich beginnt der Roman mit Kindheits- ...

Der Roman hat ein farbenfrohes, jugendliches Cover, das Leichtigkeit und einen lockeren Roman ausstrahlt und somit für mich nicht gut zum Inhalt des Buches passt.
Inhaltlich beginnt der Roman mit Kindheits- und Jugendgeschichten aus dem Leben von Amanda und Annie und steigert sich danach, indem immer wieder ernsthaftere Themen angeschnitten werden, beginnend mit dem tragischen Unfall von Amanda, der eine erste entscheidende Wende bewirkt. Die einzelnen Kapitel werden aus der Sicht der Hauptcharaktere geschildert. Häufig waren es auch ähnliche Szenen, die unterschiedlich wahrgenommen wurden, was ich vor allem bei Missverständnissen und Streitszenen interessant finde. Grundsätzlich herrscht im Roman eine Stimmung, die emotionsgeladen ist, häufig jedoch mit negativen Emotionen wie Eifersucht, Trauer, Liebeskummer, Unverständnis, aber zum Ende hin verändert sich auch die Stimmung und es bleibt ein positiver Ausblick auf die Zukunft. Inhaltlich hätte man die Dosierung der bedeutenden Informationen etwas besser streuen und über den Roman verteilen können. Es war eine leichte Abflachung in der Mitte spürbar und am Schluss kamen in kurzer Zeit so viele neue Eindrücke und Veränderungen, dass man Mühe hat, dem zu folgen und sich als Leser*in hineinzudenken.
Im Nachhinein fragt man sich immer, was wäre gewesen, wenn…? Oder wie wäre das Leben von Annie verlaufen, wenn…? Die Vergangenheit kann man leider nicht mehr ungeschehen machen oder mit dem Wissen von heute ins positive verändern, allerdings kann man im Hier und Jetzt leben und versuchen, das beste aus der jeweiligen Situation herauszuholen.

Veröffentlicht am 13.10.2025

melodramatische Leidensgeschichte

Noch fünf Tage
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Den Kriminalroman würde ich eher in das Genre Drama einordnen, auch die Grundstimmung passt dazu, sie ist durchwegs düster, deprimierend, hoffnungslos, mit einem kleinen Lichtblitz kurz vor dem Ende.
Amanda ...

Den Kriminalroman würde ich eher in das Genre Drama einordnen, auch die Grundstimmung passt dazu, sie ist durchwegs düster, deprimierend, hoffnungslos, mit einem kleinen Lichtblitz kurz vor dem Ende.
Amanda plant ihren Suizid in fünf Tagen und zählt den Countdown herunter, was sie noch alles besorgen muss und überlegt, wie sie es anstellen wird. Ihre Familie hat eine lange Vorgeschichte an Suiziden und unglücklichen Lebensgeschichten. In einem Online-Forum teilt sie mit Betroffenen ihr Leid und holt sich Tipps und Zuspruch. Ihre Entscheidung beginnt zu wackeln, nachdem sich in ihrem Leben einige Veränderungen auftun und durch ihren Großvater lange gehütete Geheimnisse ans Tageslicht kommen. Nun droht Amanda die Zeit zu knapp zu werden. Wird sie weiterhin an ihrem Plan festhalten oder ist er noch abänderbar?
Die gesamte Geschichte ist hart zu verarbeiten, unvorstellbar wie viel Leid einer gesamten Frauengeneration dieser Familie angetan wurde und wie sie es still ertragen mussten. Man kann die inneren Kämpfe mit Amanda durchleben, mitfühlen und sie ein Stück weit verstehen. Amanda gibt viel von ihrer Gefühlslage preis, auch wenn sie es vor der Außenwelt zu verstecken versucht und mit Tabletten und Alkohol betäubt. Das Ende bietet eine unerwartete Überraschung, die die gesamte Geschichte rückblickend von einem weiteren Blickwinkel betrachten lässt.