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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.09.2025

Was übersehen wir?

Dunkle Sühne
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Der erste Teil der Reihe startet spannend, mit dem Verschwinden von zwei Teenagern direkt vor den Augen der gesamten Gemeinde. Emmy arbeitet auf Hochdruck, um sie zu finden, vor allem, da ein Mädchen die ...

Der erste Teil der Reihe startet spannend, mit dem Verschwinden von zwei Teenagern direkt vor den Augen der gesamten Gemeinde. Emmy arbeitet auf Hochdruck, um sie zu finden, vor allem, da ein Mädchen die Tochter ihrer Freundin Hannah ist und sie das Mädchen selbst gut kennt. Danach kommt ein Zeitsprung von zwölf Jahren und wieder ist ein Mädchen verschwunden. In dieser Zeit kann man eine enorme persönliche Weiterentwicklung bei Emmy bemerken, sie ist stark geworden und hat ihr Privatleben in Griff bekommen und sie ist in ihrem Beruf gefestigt. Genau dann passieren in ihrer Familie so viele Veränderungen auf einmal, dass es schon wieder schwierig wird, sich auf den Fall zu konzentrieren und für mich als Leser*in war es auch viel auf einmal, generell viel für den ersten Teil einer Serie. Hier hätte man besser dosieren können oder zumindest über die Zeitspanne hinweg besser dosieren. Der Einstieg war etwas ruhiger, der Mittelteil könnte generell etwas straffer und temporeicher sein und am Ende passiert sehr viel, Privates und ermittlungsrelevante Erfolge. Emmy und ihre Familie sind mir mit der Zeit ans Herz gewachsen und ich würde gerne weiterverfolgen, wie es ihnen im nächsten Teil ergeht und ob Emmy sich für das Amt des Sheriffs bewirbt und gegen männliche Konkurrenz durchsetzen kann.

Veröffentlicht am 18.09.2025

Humor steht im Vordergrund

Allerheiligen-Fiasko
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Der Regionalkrimi aus Stinatz ist eine satirische Abhandlung über die Bedeutung von Allerheiligen und wie ernst die Stinatzer gewisse Traditionen nehmen. Der Schreibstil ist einfach gehalten, kurze Sätze, ...

Der Regionalkrimi aus Stinatz ist eine satirische Abhandlung über die Bedeutung von Allerheiligen und wie ernst die Stinatzer gewisse Traditionen nehmen. Der Schreibstil ist einfach gehalten, kurze Sätze, bildhaft beschreibend und mit einer Brise Satire und Humor, alles darf man nicht ganz ernst sehen, auch nicht an Allerheiligen.
Kommissar Stifkovits bedient alle Klischees und ermittelt mit seinem Team und burgenländischen Eigenheiten an einem Ermittlungsfall, der durch das ganze Drumherum fast schon in den Hintergrund rückt. Die Auflösung des Falles konnte mich nicht ganz überzeugen, das war eher ein Nebeneffekt. Der Krimi eignet sich für Leser*innen, die gerne Regionalkrimis lesen und das Kriminalistische nicht ganz so wichtig nehmen, dafür Humor mögen. Aus der Reihe war es für mich nicht der stärkste Teil.

Veröffentlicht am 17.09.2025

die Ursache liegt in der Vergangenheit

Narbenwald #Thriller
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Der erste Teil der Thriller-Reihe bietet einen spannenden Auftakt mit einem ungewöhnlichen Ermittlungsfall und führ die sympathische Ermittlerinnen-Truppe ein. Mir gefällt vor allem der Hintergrund aus ...

Der erste Teil der Thriller-Reihe bietet einen spannenden Auftakt mit einem ungewöhnlichen Ermittlungsfall und führ die sympathische Ermittlerinnen-Truppe ein. Mir gefällt vor allem der Hintergrund aus Täterinnensicht und der Bezug zu den aktuellen Taten sehr gut, auch wenn diese sehr grausam abgegolten werden. Man kann in der Kindheit so viel falsch machen, wegschauen, weghören, da muss ich leider zustimmen und damit die Lebensbiografie von Menschen zerstören. Des Weiteren finde ich den YouTuber mit seinem Channel eine interessante Ergänzung für den Spannungsbogen und auch als Motivator und Informant für die Ermittler*innen. Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen, mit Ekelfaktor, Tragik, hohem Spannungsbogen und ein paar persönlichen Highlights, sodass ich fast ein wenig traurig bin, dass der erste Teil zu Ende ist. Umso mehr freue ich mich schon auf die nächsten beiden Teile der Reihe, die ich unbedingt lesen werde.

Veröffentlicht am 15.09.2025

Der Countdown läuft

Not Quite Dead Yet
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Die Autorin schreibt auch Jugendbücher, das merkt man am Schreibstil und an der Ausarbeitung der Charaktere auch hier. Jet ist 27 Jahre alt, hat aber das Verhalten, die Gedankengänge und die Ausdrucksweise ...

Die Autorin schreibt auch Jugendbücher, das merkt man am Schreibstil und an der Ausarbeitung der Charaktere auch hier. Jet ist 27 Jahre alt, hat aber das Verhalten, die Gedankengänge und die Ausdrucksweise eines Teenagers, somit passt das Buch nicht nur für Erwachsene, sondern es können sich auch Jugendliche gut mit Jet und Billy identifizieren, vielleicht sogar noch einfacher als Erwachsene.
Inhaltlich finde ich es spannend, dass man schon zu Beginn erfährt, dass Jet am Ende sterben wird und man auch ein gewisses Zeitfenster dazu hat. Somit beginnt ein Countdown, die Stunden laufen, und Jet versucht herauszufinden, wer daran schuld ist, dass sie bald an den Folgen ihrer schweren Kopfverletzung sterben wird. Einerseits ist es traurig mitzuverfolgen, wie mit der Zeit immer mehr körperliche Einschränkungen und Schmerzen bei Jet erfolgen, aber auf der anderen Seite ist es auch schön anzusehen, wie sie sich nicht unterkriegen lässt und das Beste aus diesen wenigen Tagen herausholen möchte. Auch die Beziehung zwischen Jet und Billy wir intensiver und von ihren Eltern oder Menschen, die ihr nicht guttun, wendet sie sich ab. Sie füllt ihre Stunden und Tage mit sinnstiftenden und für sie schönen Tätigkeiten und verbringt sie mit Menschen, die ihr viel bedeuten.
Ich finde, dass es sich eher um ein Jugendbuch als um ein Buch für Erwachsene handelt, aber es hat mir dennoch gut gefallen, nachdem ich mich an den Sprachstil und die Einstellung von Jet gewöhnt habe.

Veröffentlicht am 11.09.2025

Licht und Schatten

Die Farbe des Schattens
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Der Kriminalroman hat eine eigene, sehr drückende und deprimierende Grundstimmung, die man als Leser*in deutlich wahrnimmt. Die Menschen sind arbeitslos, wenig Geld, haben wenig Perspektive, die Jugendlichen ...

Der Kriminalroman hat eine eigene, sehr drückende und deprimierende Grundstimmung, die man als Leser*in deutlich wahrnimmt. Die Menschen sind arbeitslos, wenig Geld, haben wenig Perspektive, die Jugendlichen sind sich selbst überlassen und dann wird auch noch ein Kind ermordet. Auch der leitende Ermittler selbst strahlt die Trauer um seine verstorbene Tochter, das Unverständnis für den Täter und die sich nur langsam entwickelnden Fortschritte sowie seine private Einsamkeit aus. Es passieren weniger actionreiche Szenen, sondern es passiert viel mehr auf der emotionalen und sprachlichen Ebene und genau deshalb unterscheidet sich der Kriminalroman von vielen anderen. Den Opfern wird Raum gegeben und auch die hinterbliebenen Familien werden mit Respekt und Verständnis behandelt. Die Menschen und ihre Schicksale werden wahrgenommen, das Tempo ist langsam und analysierend, wie auch der wirtschaftliche Stillstand und der Verfall in der Region.