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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.09.2025

Agateophobie

Botanik des Wahnsinns
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Ich hatte zu Beginn Startschwierigkeiten mit dem Roman, da die Kapitel in sehr kurzer Abfolge wechseln und zahlreiche literarische Zitate eingeflochten wurden, die gerade am Anfang etwas verwirrend und ...

Ich hatte zu Beginn Startschwierigkeiten mit dem Roman, da die Kapitel in sehr kurzer Abfolge wechseln und zahlreiche literarische Zitate eingeflochten wurden, die gerade am Anfang etwas verwirrend und zu häufig vorkamen. Erst mit der Zeit entwickelte sich ein guter Leseflow und auch ein bekannter Rhythmus in der Abfolge der Erzählungen, die ineinander verwoben sind. Der Ich-Erzähler berichtet von seiner Familie, dem Vater, der Mutter, den Großeltern und kurz auch von sich selbst, aber hiervon eher weniger aus einer beobachtenden, beschreibenden Rolle. Man hat als Leser*in nicht das Gefühl, dass er tatsächlich über seine Familie spricht, sondern dass er seine Familienmitglieder und Vorahnen aus beruflicher Distanziertheit heraus beurteilt und diagnostiziert. Seine familiäre Vorgeschichte ist geprägt durch zahlreiche psychische Erkrankungen und somit ist es für mich nicht verwunderlich, dass er sich schon sehr früh für die Psychologie interessiert und beruflich auch dafür entscheidet. Am Ende der Erzählung hat man ein rundes Bild über seine Kindheit und die Lebensphasen seiner Eltern erhalten, wenn auch eher aus oberflächlicher, beobachtender Sichtweise. Ich hätte mich über eine persönliche Note auch sehr gefreut. Die Zitate, die zu Beginn den Lesefluss unterbrechen und fast künstlich hinzugefügt wirken, fügen sich im Verlaufe der Erzählung besser in den Fließtext und das sprachliche Umfeld ein.

Veröffentlicht am 20.09.2025

vielschichtige Betrachtung

Protokoll eines Verschwindens
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Der Roman basiert auf einer wahren Gegebenheit und besteht aus zwei Handlungssträngen, Fabio als Täter und Gabriel als Opfer und zusätzlich kommen noch viele weitere Charaktere aus der Familie und dem ...

Der Roman basiert auf einer wahren Gegebenheit und besteht aus zwei Handlungssträngen, Fabio als Täter und Gabriel als Opfer und zusätzlich kommen noch viele weitere Charaktere aus der Familie und dem Freundeskreis zu Wort. Mir hat sehr gut gefallen, dass hier Platz für die Gedanken und Hintergründe war, vor allem auch aus Tätersicht, wie es erlebt wurde, vor allem über den langen Zeitraum hinweg, bis die Leiche endlich gefunden wurde. Der Täter ist bis zum Schluss von seiner eigenen Unschuld überzeugt, das Gericht entscheidet im Urteil anders. Auch den Angehörigen wird eine Stimme gegeben und so berichten Gabriels Mutter, seine Schwester, Ex-Freundin und aktuelle junge Beziehung von Gabriel als Person, damit sich die Ermittlerinnen und auch die Leserinnen ein umfangreiches Bild von ihm machen können. Enttäuschend ist es, dass die Ermittlungen erst so spät eingeleitet wurden und lange Zeit nicht einmal eine Vermisstenmeldung erfolgt ist, auch wenn die Angehörigen darauf bestanden haben, hier ist viel wertvolle Zeit vergeudet worden. Der Autor hat sehr genaue und intensive Recherchen durchgeführt und sich lange Zeit umfassend mit dem Fall beschäftigt, dies merkt man auch an den zahlreichen Details und Emotionen, die mitschwingen. Mir hat der Roman von Anfang bis zum Ende sehr gut gefallen.

Veröffentlicht am 19.09.2025

Was übersehen wir?

Dunkle Sühne
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Der erste Teil der Reihe startet spannend, mit dem Verschwinden von zwei Teenagern direkt vor den Augen der gesamten Gemeinde. Emmy arbeitet auf Hochdruck, um sie zu finden, vor allem, da ein Mädchen die ...

Der erste Teil der Reihe startet spannend, mit dem Verschwinden von zwei Teenagern direkt vor den Augen der gesamten Gemeinde. Emmy arbeitet auf Hochdruck, um sie zu finden, vor allem, da ein Mädchen die Tochter ihrer Freundin Hannah ist und sie das Mädchen selbst gut kennt. Danach kommt ein Zeitsprung von zwölf Jahren und wieder ist ein Mädchen verschwunden. In dieser Zeit kann man eine enorme persönliche Weiterentwicklung bei Emmy bemerken, sie ist stark geworden und hat ihr Privatleben in Griff bekommen und sie ist in ihrem Beruf gefestigt. Genau dann passieren in ihrer Familie so viele Veränderungen auf einmal, dass es schon wieder schwierig wird, sich auf den Fall zu konzentrieren und für mich als Leser*in war es auch viel auf einmal, generell viel für den ersten Teil einer Serie. Hier hätte man besser dosieren können oder zumindest über die Zeitspanne hinweg besser dosieren. Der Einstieg war etwas ruhiger, der Mittelteil könnte generell etwas straffer und temporeicher sein und am Ende passiert sehr viel, Privates und ermittlungsrelevante Erfolge. Emmy und ihre Familie sind mir mit der Zeit ans Herz gewachsen und ich würde gerne weiterverfolgen, wie es ihnen im nächsten Teil ergeht und ob Emmy sich für das Amt des Sheriffs bewirbt und gegen männliche Konkurrenz durchsetzen kann.

Veröffentlicht am 18.09.2025

Humor steht im Vordergrund

Allerheiligen-Fiasko
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Der Regionalkrimi aus Stinatz ist eine satirische Abhandlung über die Bedeutung von Allerheiligen und wie ernst die Stinatzer gewisse Traditionen nehmen. Der Schreibstil ist einfach gehalten, kurze Sätze, ...

Der Regionalkrimi aus Stinatz ist eine satirische Abhandlung über die Bedeutung von Allerheiligen und wie ernst die Stinatzer gewisse Traditionen nehmen. Der Schreibstil ist einfach gehalten, kurze Sätze, bildhaft beschreibend und mit einer Brise Satire und Humor, alles darf man nicht ganz ernst sehen, auch nicht an Allerheiligen.
Kommissar Stifkovits bedient alle Klischees und ermittelt mit seinem Team und burgenländischen Eigenheiten an einem Ermittlungsfall, der durch das ganze Drumherum fast schon in den Hintergrund rückt. Die Auflösung des Falles konnte mich nicht ganz überzeugen, das war eher ein Nebeneffekt. Der Krimi eignet sich für Leser*innen, die gerne Regionalkrimis lesen und das Kriminalistische nicht ganz so wichtig nehmen, dafür Humor mögen. Aus der Reihe war es für mich nicht der stärkste Teil.

Veröffentlicht am 17.09.2025

die Ursache liegt in der Vergangenheit

Narbenwald #Thriller
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Der erste Teil der Thriller-Reihe bietet einen spannenden Auftakt mit einem ungewöhnlichen Ermittlungsfall und führ die sympathische Ermittlerinnen-Truppe ein. Mir gefällt vor allem der Hintergrund aus ...

Der erste Teil der Thriller-Reihe bietet einen spannenden Auftakt mit einem ungewöhnlichen Ermittlungsfall und führ die sympathische Ermittlerinnen-Truppe ein. Mir gefällt vor allem der Hintergrund aus Täterinnensicht und der Bezug zu den aktuellen Taten sehr gut, auch wenn diese sehr grausam abgegolten werden. Man kann in der Kindheit so viel falsch machen, wegschauen, weghören, da muss ich leider zustimmen und damit die Lebensbiografie von Menschen zerstören. Des Weiteren finde ich den YouTuber mit seinem Channel eine interessante Ergänzung für den Spannungsbogen und auch als Motivator und Informant für die Ermittler*innen. Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen, mit Ekelfaktor, Tragik, hohem Spannungsbogen und ein paar persönlichen Highlights, sodass ich fast ein wenig traurig bin, dass der erste Teil zu Ende ist. Umso mehr freue ich mich schon auf die nächsten beiden Teile der Reihe, die ich unbedingt lesen werde.