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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.11.2024

Lovestory meets Crime

Die Frau auf Sylt: Roman
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Der Roman startet mit einem Einblick in das stressige Arbeitsleben von Marie und man wird als Leser*in sofort auch mit der gesamten Vermisstensituation rund um ihre beste Freundin Hannah betraut. Für mich ...

Der Roman startet mit einem Einblick in das stressige Arbeitsleben von Marie und man wird als Leser*in sofort auch mit der gesamten Vermisstensituation rund um ihre beste Freundin Hannah betraut. Für mich persönlich war der Einstieg zu schnell und temporeich, im Vergleich zum restlichen Tempo. Ich hätte gerne mehr Zeit gehabt, mich an die Charakter und die Situation zu gewöhnen. Die Reise nach Sylt, sowie die Charaktere, die dort hinzukommen, haben mir sehr gut gefallen. Marie konnte sich mit ihrer sympathischen Art sehr schnell Freunde machen, aber nicht nur, manche Personen wurden durch ihr hartnäckiges Herumfragen schnell alarmiert. Was danach geschieht, ist schon eher krimimäßig und recht turbulent, aber am Ende wird alles aufgeklärt, auch die Situation rund um Hannah, ihr Erbe und ihre Familie. Für mich könnte etwas weniger Romantik vorkommen, dass sich Marie so schnell nach einer Trennung wieder verliebt und sofort komplett vertraut, war mir zu schnell und schnulzig.

Veröffentlicht am 12.11.2024

komplexe Spannungen

Einfach nur schön
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Der Titel ist für mich etwas irritierend und passt auch im Nachhinein betrachtet für mich nicht zum Inhalt des Romanes, das Cover hingegen finde ich wunderschön, ansprechend, ein echter Hingucker.
Irma ...

Der Titel ist für mich etwas irritierend und passt auch im Nachhinein betrachtet für mich nicht zum Inhalt des Romanes, das Cover hingegen finde ich wunderschön, ansprechend, ein echter Hingucker.
Irma ist verheiratet und hat drei Kinder, aber mit ihrem Mann und ihrem Leben fühlt sie sich nicht glücklich, was sich bei ihr in Panikattacken äußert. Paul ist ebenfalls verheiratet, ungewollt kinderlos und beruflich nicht ausgefüllt mit seinem Können und seinem Leben, bei ihm äußert sich dies in Depressionen. In einer Klinik lernen sich Irma und Paul kennen, beginnen eine heftige Affäre und wollen diese nun in einer Woche quer durch Italien vertiefen und in vollen Zügen genießen. So unbeschwert und leicht, wie sie es sich vorgestellt haben, läuft es allerdings nicht. Schon bald wird Paul von Schuldgefühlen geplagt und zieht sich zurück, Irma hat hohe Erwartungen an ihn und beide haben nicht die gleiche Vorstellung von dieser Reise, ihrer Beziehung, ihr weiteres Leben. Die Stimmung kippt häufig und man kann als Leser*in diese Stimmungsschwankungen und Spannungen deutlich mitfühlen, sodass es am Ende kaum noch auszuhalten ist. Man kann Personen nie aus dem Kontext heraus beurteilen, dann bekommt man womöglich ein falsches Bild über die Personen und wie sie in gewissen Situationen handeln, man sollte immer auch die Hintergründe kennen und mit einfließen lassen.

Veröffentlicht am 12.11.2024

Vertraue niemandem

Geheimnisse sterben nicht: Roman
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Der Roman ist eine gelungene Kombination aus verstricktem Clan-Thriller und einer Lovestory. Als Hauptcharaktere gefallen mir Jana und Niklas sehr gut. Beide tragen ihre Geheimnisse mit sich herum und ...

Der Roman ist eine gelungene Kombination aus verstricktem Clan-Thriller und einer Lovestory. Als Hauptcharaktere gefallen mir Jana und Niklas sehr gut. Beide tragen ihre Geheimnisse mit sich herum und schaffen es nicht so einfach, dem anderen zu vertrauen und ihre bisherigen Erfahrungen miteinander zu teilen und aufzuarbeiten. Gleichzeitig spürt man die Spannung, die von Anfang an da ist und sich immer stärker entwickelt. Die kurzen Tagebucheinträge und den Brief, den Janas Mann Felix ihr hinterlassen hat, finde ich ebenfalls eine Bereicherung und diese tragen zur Klarheit bei. Zwischenzeitlich ist es schwierig für Jana, wem sie vertrauen kann, aber Informationen und ihr Aufenthaltsort scheinen sowieso immer rasch durchzusickern. Gut gefallen hat mir auch, dass am Ende alle Fäden zusammenfinden und sich auch die Hintergrundgeschichten restlos aufklären, nur etwas zu dick aufgetragen wurde für meinen Geschmack.

Veröffentlicht am 10.11.2024

Familiensekte und Unglückshaus

Aus dem Haus
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Der Roman wird aus Sicht einer Ich-Erzählerin geschildert, die als Tochter ihre Wahrnehmung zum Auszug der Eltern aus dem vor längerer Zeit selbst gebauten Haus schildert. Die Grundstimmung ist durchgehend ...

Der Roman wird aus Sicht einer Ich-Erzählerin geschildert, die als Tochter ihre Wahrnehmung zum Auszug der Eltern aus dem vor längerer Zeit selbst gebauten Haus schildert. Die Grundstimmung ist durchgehend trostlos, negativ, unglücklich und man hat als Leser*in das Gefühl in diese Unglücksspirale mit hineingezogen zu werden. Für mich war kein roter Faden oder kein Höhepunkt im Roman erkennbar, was ich sehr schade finde. Die Erzählung plätschert so dahin, teilweise werden Anekdoten über die Familie erzählt, die lustig und überzogen wirken, aber häufig werden auch Situationen über Personen, die weiter nicht relevant sind oder über Ortschaften so ausführlich abgehandelt, dass ich schon in Versuchung war, das Buch wegzulegen. Zu Beginn erfährt man den aktuellen Stand der Geschehnisse, zwischenzeitlich Rückblenden und am Ende fehlt mir ein Abschluss. Außerdem hätte ich mir mehr Bezug zur aktuellen Situation gewünscht, vielleicht auch mehr Einbezogenheit der Ich-Erzählerin. So ist der Roman leider sehr oberflächlich geblieben, ich konnte kaum Kontakt zu den Charakteren herstellen und bis auf wenige satirische oder lustige Situationen hat es mir nicht besonders gefallen. Es wird schon in der Kurzbeschreibung der gesamte Inhalt gut zusammengefasst und pointiert erzählt.

Veröffentlicht am 09.11.2024

es gibt noch Luft nach oben

Love Letters to a Serial Killer
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Der Roman ist in einfacher, leicht und schnell zu lesender Sprache verfasst und beschreibt die Geschichte aus der Sichtweise von Hannah, die sich in einen „Serienkiller“ verliebt. Die Verträumtheit und ...

Der Roman ist in einfacher, leicht und schnell zu lesender Sprache verfasst und beschreibt die Geschichte aus der Sichtweise von Hannah, die sich in einen „Serienkiller“ verliebt. Die Verträumtheit und Verliebtheit von Hannah ist zentrales Thema und beschäftigt und prägt ihren gesamten Tagesablauf, sodass sie sogar in ihrem Job gekündigt wird und sich von ihren Freundinnen distanziert. Die Briefe, die sie an William ins Gefängnis schickt sind einerseits interessant, aber bleiben leider recht oberflächlich. Hier hätte ich mir tiefgreifendere Gespräche gewünscht, von beiden Seiten. Gleichzeitig tauscht sich Hannah in einem Forum für Gleichgesinnte aus, die sich auch mit den Mordfällen und den Gerichtsverhandlungen von William interessieren aus. Auch hier werden nur kurz Vermutungen angestellt, aber keine wirklichen Erkenntnisse oder relevante Inhalte ausgetauscht. Für ein True-Crime-Forum hätte ich mir mehr Aktivität und Recherche sowie Ergebnisse gewünscht, was leider nicht der Fall war. Hannah wird als unsichere, wenig selbstbewusste und naive Frau dargestellt, was mir nicht so gefallen hat, sie hätte vielschichtiger dargestellt werden können. Außerdem werden ziemlich viele Klischees bedient und auch der Schluss war für mich vorhersehbar. Aus dem Thema hätte man noch mehr herausholen können, es gibt noch Luft nach oben.