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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.11.2023

ein gefährliches Thema

Küstenmord: Kein Wort zu viel
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Ein spannender Kriminalroman, der ein brisantes Thema anspricht, die Ausbeutung von osteuropäischen Frauen am heimischen Arbeitsmarkt. Erst muss ein Unglück geschehen und eine Frau tot aufgefunden werden, ...

Ein spannender Kriminalroman, der ein brisantes Thema anspricht, die Ausbeutung von osteuropäischen Frauen am heimischen Arbeitsmarkt. Erst muss ein Unglück geschehen und eine Frau tot aufgefunden werden, bis jemand reagiert. Der Fall beschäftigt auch noch im Nachhinein, denn zwar konnten Katja und Daniel den Mordfall lösen, allerdings bleiben die schlechten Arbeitsbedingungen und die desolaten Wohnverhältnisse sowie die Unterdrückung und Ausbeutung der ausländischen Mitarbeiterinnen weiterhin bestehen und schon bald schaut niemand mehr hin, bis das nächste Unglück geschieht. Weder die Ermittlerinnen haben die Ressourcen, um sich näher damit zu beschäftigen und auch die Journalistinnen stehen gewissen Barrieren hilflos gegenüber oder haben nicht den Mut sich selbst in Gefahr zu bringen.
Der Kriminalroman lebt einerseits aufgrund der aktuellen Handlungsgeschichte und auf der anderen Seite durch die authentischen Ermittler
innen. Das gesamte Team wird mit Stärken und Schwächen beschrieben, die sie sympathisch machen, allen voran Daniel und Katja. Daniel beginnt sich mit seinem Liebesleben auseinanderzusetzen und versucht herauszufinden, was für ihn passt, nicht was die Gesellschaft oder was seine Familie ihm vorschreiben, das finde ich gut.
Ich würde sehr gerne den nächsten Fall lesen und hoffe, Katja darf ihren Hund mit in die Dienststelle bringen, wäre bestimmt für alle eine Bereicherung und manchmal eine emotionale Deeskalation.

Veröffentlicht am 01.11.2023

Sandwich-Buch

Vöglein schweigt
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Der Thriller ist der zweite Teil einer dreireihigen Serie. Es empfiehlt sich unbedingt, den ersten Teil vorab zu lesen, da man ansonsten den Handlungen und Gedankengängen nicht folgen kann. Im zweiten ...

Der Thriller ist der zweite Teil einer dreireihigen Serie. Es empfiehlt sich unbedingt, den ersten Teil vorab zu lesen, da man ansonsten den Handlungen und Gedankengängen nicht folgen kann. Im zweiten Teil wird man als Leser*in direkt ohne Vorwarnung in die Geschichte geworfen und knüpft dort an, wo der erste Teil geendet hat. Mir hat dieser Teil nicht ganz so gut gefallen wie der erste Teil, da hier weniger Personen enttarnt wurden und auch keine zufriedenstellende Aufklärung von Ereignissen erfolgt ist. Ich habe das Gefühl, dass die Geschichte nicht ganz so rund ist und dass mir noch wichtige Erkenntnisse fehlen und hoffe, dass dies dann im dritten Teil vollständig und zu meiner Zufriedenheit aufgeklärt wird. Es ist jetzt allerdings nervenaufreibend auf den nächsten Teil zu warten, der erst in einigen Monaten erscheinen wird. Spannender ist es, die drei Teile in einem Rutsch zu lesen, da man dann inhaltlich Up to date ist und die vorangegangenen Szenen nicht umfangreich wiederholt oder nochmals erwähnt werden. Der zweite Teil ist für mich eine Art „Sandwich-Buch“, kein wirklich alleinstehender Teil.

Veröffentlicht am 01.11.2023

oft ist weniger mehr

Düstergrab
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Frida nimmt am Begräbnis ihres verstorbenen Schulkollegen teil und schon bald steht sie als Ermittlerin wieder vor dem Grab um es erneut ausheben zu lassen. Die Geschichte um die verschwundenen Mädchen ...

Frida nimmt am Begräbnis ihres verstorbenen Schulkollegen teil und schon bald steht sie als Ermittlerin wieder vor dem Grab um es erneut ausheben zu lassen. Die Geschichte um die verschwundenen Mädchen und die jahrelange Suche fand ich spannend, auch der parallele Handlungsstrang mit dem Schusswechsel vor dem Polizeirevier, bei dem Fridas Kollege schwer verletzt wurde. Am besten gefiel mir, dass Fridas ehemaliger Kollege Haverkorn kurzzeitig wieder in den aktiven Dienst wechseln durfte, da Frida und er sehr gut harmonieren und sich auch aufgrund des Altersunterschiedes sehr gut ergänzen. In diesem Fall war fast Fridas komplettes Umfeld in irgendeiner Weise involviert, sodass die Geschichte zwischenzeitlich recht komplex wurde. Auf persönlicher Ebene kämpft Frida noch immer mit einer posttraumatischen Belastungsstörung und braucht Zeit um sich dies selbst einzugestehen und sich in Behandlung zu begeben. Auch ihr Privatleben gestaltet sich mit Fernbeziehung und unterschiedlichen Zukunftsvisionen alles andere als einfach, aber wird realistisch dargestellt. Die Auflösung des Falles hat mir nicht ganz so gut gefallen wie der restliche Teil, hier war es mir etwas zu überzogen und zu viele Zufälle und Ereignisse, die sich überschlagen haben. Oft ist weniger mehr.

Veröffentlicht am 31.10.2023

interessante Location - nicht spannend umgesetzt

Zwei Fremde
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Der Thriller hat spannende Elemente und das Thema finde ich ebenfalls geeignet für eine aufregende und nervenaufreibende Jagd, bei der man nicht weiß, wer das Gute und wer das Böse verkörpert. Die Umsetzung ...

Der Thriller hat spannende Elemente und das Thema finde ich ebenfalls geeignet für eine aufregende und nervenaufreibende Jagd, bei der man nicht weiß, wer das Gute und wer das Böse verkörpert. Die Umsetzung hat mir leider nicht ganz so gut gefallen. Die Szenen aus der Vergangenheit von Remie und über ihren Bruder sowie dessen Gefängnisaufenthalt waren sehr in die Länge gezogen und nicht spannend erzählt. Auch die Schilderung, welche Räume genau im Hotel leer stehen und wo sich was befindet, war zu umfangreich und diente nicht unbedingt einem Mehrwert, hier hätte deutlich gekürzt werden müssen. Interessant war dann, als beide Polizisten hintereinander auftauchten, mit dem gleichen Namen und Remie gemeinsam mit einem verbliebenen Gast entscheiden musste, welcher Polizist der echte wäre. Hier finde ich die Argumentationslinie lustig, welche Merkmale herangezogen wurden. Die wilde Verfolgungsjagd im Schneegestöber war mir auch too much, nicht so realistisch erzählt und die Aufklärung des Falles, warum und wer mit wem und wie verstrickt war, war etwas komplex und hat nicht so stimmig gepasst, finde ich. Ich war vom Schluss etwas enttäuscht und hatte mir aufgrund der Lokation und der Abgeschiedenheit des Hotels eine spannenderes Handlungsumfeld erwartet.

Veröffentlicht am 31.10.2023

macht nachdenklich

The Beautiful Fall - Die vollkommen irritierende Kettenreaktion der Liebe
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Der Roman beginnt erzählend und langsam aus Sicht des Ich-Erzählers Robert, der von seiner Krankheit berichtet, bei der er in regelmäßigen Abständen sein Gedächtnis verliert, sich wieder vollkommen neu ...

Der Roman beginnt erzählend und langsam aus Sicht des Ich-Erzählers Robert, der von seiner Krankheit berichtet, bei der er in regelmäßigen Abständen sein Gedächtnis verliert, sich wieder vollkommen neu orientieren muss und dafür Erinnerungsstützen in Form von Notizen und bedeutsamen Gegenständen aufbewahrt. Das Krankheitsbild ist unvorstellbar, spannend beschrieben und hat mein Interesse geweckt. Spannend ist auch der Aufbau des Buches, in dem man einen Countdown an Tagen bis zum nächsten Tag des Vergessens miterleben kann. Robert beschäftigt sich täglich mit den gleichen Dingen, er macht Sport, bestellt sich Lebensmittel vom Zustellservice und verbringt den Großteil des Tages damit, einen Rekord an Dominosteinen aufzustellen. Die Beschreibung des Alltages waren mir zu ausführlich, vor allem, da sie sich ständig wiederholen und das Thema Domino war vor allem in der ersten Hälfte des Buches zu aufdringlich, sodass es etwas langatmig war. Erst mit dem Eintritt von Julie in Roberts Leben kommt auch Schwung in die Geschichte. Julie stellt sein komplettes Leben auf den Kopf, sie bringt Robert dazu, mutiger zu werden und den Rhythmus zu durchbrechen, aber sie verbringt mit ihm auch viele gemeinsame Stunden mit den Dominosteinen. Die Beziehung ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Robert wehrt sich gegen sein Verliebtsein, da er weiß, dass er sich in wenigen Tagen nicht mehr an Julie erinnern wird können und möchte abblocken, auf der anderen Seite fühlt er sich zu ihr hingezogen und Julie gibt auch nicht so einfach auf. Sie lockt Robert aus der Reserve.
Der traurigste Teil an der Geschichte ist, dass Robert sich emotional von allen Mitmenschen zurückzieht, da er nicht weiß, wem er trauen kann und wem nicht. Er kann sich auch nicht erinnern, welche Menschen ihm nahe stehen. Durch das Schreiben seines Tagesberichtes versucht er, Erinnerungen und ihm neue Erkenntnisse festzuhalten. Doch kann er seinen Aufzeichnungen trauen? Kann er neuen Mitmenschen vertrauen oder kennen sie ihn schon? Wer sagt ihm die Wahrheit? Wenn es schiefgeht, er nicht mit dem Leben klarkommt, dann droht ihm die Einweisung in eine Anstalt, aber dies will er auf jeden Fall verhindern. Doch ist es der Sinn des Lebens, dass er aus Angst völlig isoliert und zurückgezogen lebt und kaum am Leben teilnimmt? Eine schwierige Entscheidung, die ich an Roberts Stelle auch nicht treffen möchte. Auch für ihn schwierig, auf welcher Grundlage er Entscheidungen treffen kann.
Der Roman macht nachdenklich und ist ruhig und leise, trotzdem gewaltig.