Profilbild von coffee2go

coffee2go

Lesejury Star
offline

coffee2go ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit coffee2go über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.12.2022

lässt mich etwas ratlos zurück

Beschütze sie
0

Der Einstieg in die Geschichte war recht einfach nachvollziehbar, obwohl ich Schwierigkeiten hatte, eine Beziehung zu den Charakteren aufzubauen. Über Owen erfährt man zu Beginn sehr wenig und auch später ...

Der Einstieg in die Geschichte war recht einfach nachvollziehbar, obwohl ich Schwierigkeiten hatte, eine Beziehung zu den Charakteren aufzubauen. Über Owen erfährt man zu Beginn sehr wenig und auch später bleibt er noch unnahbar, Hannah und Bailey haben zumindest emotionale Seiten, die sie sympathischer machen. Es kommen auch Personen vor, von denen ich mir mehr erwartet hätte, die dann im Endeffekt aber kaum eine Rolle gespielt haben. Die Hintergründe sind für mich auch zu wenig klar und nachvollziehbar bzw. kommen nur so vage vor, dass ich mich nicht wirklich hineinversetzen konnte. Trotzdem mag ich die Erzählform der Autorin, sachlich, berichtend, distanziert sowie die kurzen abwechslungsreichen Abschnitte, die sich schnell und leicht lesen lassen.
Ich bin mir noch nicht sicher, was ich vom Schluss halten sollte. Auf der einen Seite bin ich ja kein Fan, wenn sich zum Schluss alles übertrieben zum Positiven wendet und auf unerklärlicher Weise doch noch alles gut ausgeht, aber einen zu offenen Schluss mit zu viel Interpretationsspielraum mag ich auch nicht so gerne. Hier treffen eigentlich beide Faktoren zu.
Hannah hat für mich seit dem Zeitpunkt als sie die Bar betreten hat, umgedreht ist und davongelaufen ist, an Sympathie verspielt. Mal möchte sie mehr herausfinden, dann wieder nicht, das war mir zu verworren. Außerdem hat sie sich mit den Erklärungen bzw. fehlenden Erklärungen von Owen sehr leicht abspeisen lassen. Hier hätte ich gerne noch mehr Hintergrundinformationen gehabt.
Im Endeffekt lässt mich der Thriller, der für meinen Geschmack eher ein Kriminalroman war, etwas ratlos zurückblicken.

Veröffentlicht am 01.12.2022

Klufti in gewohnter Manier

Affenhitze (Kluftinger-Krimis 12)
0

Auch in diesem Fall zeigt sich Kommissar Kluftinger wieder in gewohnter Manier: die neuen Technologien und er werden wohl keine Freunde mehr werden, er ist von allem genervt, misstrauisch und tappt in ...

Auch in diesem Fall zeigt sich Kommissar Kluftinger wieder in gewohnter Manier: die neuen Technologien und er werden wohl keine Freunde mehr werden, er ist von allem genervt, misstrauisch und tappt in jedes nur erdenkliche Fettnäpfchen. Er hat aber auch seine guten Seiten, wie er sich um sein Enkelkind sorgt und sogar die Tagesmutter beschattet, weil sie ihm nicht ganz geheuer vorkommt. Seine neue Arbeitskollegin finde ich als Bereicherung, für den Fall und generell für den frischen Elan im Team. Die Idee mit den Ausgrabungsarbeiten hat mir sehr gut gefallen, der Bezug zur Sekte war für mich nicht ganz so gelungen, zu viele Klischees und die Situationen wirkten für mich beim Lesen nicht ganz natürlich. Doktor Langhammer kommt auch in diesem Band wieder zum Zug und gefällt mir als Charakter auch ganz gut, vor allem, da Kluftinger und er nie einer Meinung sind, sich aber im Grunde genommen dann doch ziemlich gut arrangieren und sich gegenseitig nichts schuldig bleiben.
Für den nächsten Band wünsche ich mir, dass Kluftinger sich etwas weiterentwickelt, offener wird und weniger Vorurteile anderen Menschen und Kultur gegenüber hat und dass seine neue Kollegin auch wieder eine aktive Rolle spielen wird.

Veröffentlicht am 21.11.2022

ein überraschender Schluss

Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum
0

Der Silvesterabend beginnt mit den typischen Vorbereitungen und die befreundeten Familien machen sich auf den Weg zur gemeinsamen Silvesterfeier, die Jugendlichen haben eine eigene Party geplant. Die Autorin ...

Der Silvesterabend beginnt mit den typischen Vorbereitungen und die befreundeten Familien machen sich auf den Weg zur gemeinsamen Silvesterfeier, die Jugendlichen haben eine eigene Party geplant. Die Autorin beschreibt die typischen Gedanken und Alltagshandlungen sehr anschaulich, sodass man als Leser*in das Gefühl hat, ebenfalls auf der Silvesterfeier mit dabei zu sein. Den Begriff „Freunde“ finde ich weit hergeholt, denn eigentlich waren nur die Damen der Runde in ihrer Jugendzeit gute Freundinnen, mittlerweile treffen sie sich auch nur noch sehr selten und dabei wird über die anderen kritisiert und gelästert, die Männer scheinen sich teilweise auch nicht wirklich wohlzufühlen in der heiteren Runde, sodass es eher wie eine Zwangsbeglückung wirkt.
Am nächsten Morgen stellt sich heraus, dass die Party der Jugendlichen nicht ganz nach Plan verlaufen ist und Jennifer gilt vorerst als verschwunden, dann stellt sich sogar heraus, dass sie tot ist. Panik bricht aus, die einzelnen Familienmitglieder und Freunde reagieren völlig unterschiedlich – von panisch, apathisch, beunruhigt, traurig bis gar keine Reaktion ist alles vertreten. Die Ermittlungen ziehen sich schleppend dahin und plötzlich kommen Geschehnisse und Geheimnisse der befreundeten Familien ans Tageslicht, mit denen man nicht unbedingt gerechnet hätte. Es gelten gleich mehrere Personen als Verdächtig und wie sich die Geschehnisse am Ende herausstellen, hat mich nur teilweise zufriedengestellt. Der Schluss wird sehr lange und ausführlich aufgebaut, kommt dann aber doch recht überraschend und plötzlich und die Beweggründe passen nicht so ganz.

Veröffentlicht am 18.11.2022

Wegsehen ist nicht erlaubt

Der Zoom-Killer (Tom-Bachmann-Serie 2)
0

Der Thriller weckt schon durch die optische Gestaltung und den Titel meine volle Aufmerksamkeit und auch inhaltlich wurde ich nicht enttäuscht. Das Thema ist aktuell und Zoom-Meetings passen perfekt in ...

Der Thriller weckt schon durch die optische Gestaltung und den Titel meine volle Aufmerksamkeit und auch inhaltlich wurde ich nicht enttäuscht. Das Thema ist aktuell und Zoom-Meetings passen perfekt in unsere heutige Zeit, warum sollte der Mörder dies nicht auch publikumswirksam für seine Taten nutzen. Man wird als Leserin sofort ins grausame Geschehen geschubst, ohne lange Vorrede, ist man plötzlich live beim ersten Mord dabei. Genauso wie die anderen Teilnehmerinnen glaubt man zuerst an einen bösen Scherz und erkennt den Ernst der Lage erst zu spät und hat auch keine Handlungsmöglichkeiten um Hilfe anzufordern oder einzuschreiten. Nicht einmal wegsehen ist erlaubt. Dass es sich um den zweiten Teil einer Reihe handelt, bemerkt man an einigen Stellen, aber man kann trotzdem auch mit dem zweiten Teil starten, da der Fall in sich abgeschlossen ist und das nötige Vorwissen aus dem vorigen Teil eingestreut wird.

Veröffentlicht am 18.11.2022

ein unkonventionelles Ermittlungsduo

Akte Nordsee - Am dunklen Wasser
0

Der Kriminalroman spielt an der Nordsee, das merkt man auch durch die detaillierte Beschreibung der örtlichen Gegebenheiten und vor allem durch die Bräuche und Kulturen sehr deutlich. Die Geschichte ist ...

Der Kriminalroman spielt an der Nordsee, das merkt man auch durch die detaillierte Beschreibung der örtlichen Gegebenheiten und vor allem durch die Bräuche und Kulturen sehr deutlich. Die Geschichte ist eingerahmt durch diese Grundstimmung, was ich als sehr angenehm empfinde. Ein Unterschied zu konventionellen Krimis ist, dass es hier kein Ermittlungsteam aus Polizeibeamten gibt, sondern ermittelt und nachgeforscht wird von Fentje, einer Juristin mit eigener Kanzlei am Bauernhof und Niklas, einem Journalisten. Zuerst kommen die beiden nicht so gut klar, wissen nicht, wie weit sie ihr Wissen teilen und sich gegenseitig Vertrauen schenken können, doch mit der Zeit werden sie immer inniger. Vielleicht auch noch in privater Hinsicht? Das werden die hoffentlich bald erscheinenden Nachfolgekrimis zeigen.