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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.03.2020

Ehekrise - mit Witz und Ironie

Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst
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Meine Meinung zum Buch:
Tom und Louise haben eine Ehekrise und machen gerade eine Paartherapie. Noch spannender als die Therapiesitzungen und die darin besprochenen Themen, sind allerdings die wöchentlichen ...

Meine Meinung zum Buch:
Tom und Louise haben eine Ehekrise und machen gerade eine Paartherapie. Noch spannender als die Therapiesitzungen und die darin besprochenen Themen, sind allerdings die wöchentlichen Vorgespräche im Pub gegenüber. Als Leser bekommt man von Woche zu Woche oder von Sitzung zu Sitzung einen kleinen Einblick in das Eheleben, die Streitpunkte, was aktuell gerade am Wichtigsten erscheint und sogar die Absprachen untereinander, was sagen wir der Therapeutin heute und was halten wir vor ihr geheim. Auch die anderen Paare im Pub werden genau unter die Lupe genommen und analysiert. Nick Hornby schreibt mit Witz und Ironie über ein an sich ernstes Thema, das jede/r, der in einer Beziehung lebt oder gelebt hat auf die eine oder andere Weise kennt. Gerade deshalb habe ich mich köstlich amüsiert und kann das Buch nur weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 23.03.2020

solider atmosphärischer Krimi

Vermisst
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Meine Meinung zum Buch:
Auch der 5. Fall mit Kriminalobermeisterin Klaudia Wagner ist noch mindestens gleich spannend wie der erste, wenn nicht sogar spannender. Zuerst glaubt Klaudia, dass sie in einem ...

Meine Meinung zum Buch:
Auch der 5. Fall mit Kriminalobermeisterin Klaudia Wagner ist noch mindestens gleich spannend wie der erste, wenn nicht sogar spannender. Zuerst glaubt Klaudia, dass sie in einem unachtsamen Moment einen Menschen überfahren hat. Diese Situation ist so real und gruselig beschrieben, denn jeder von uns hat manchmal Momente, in denen er sich nicht nur voll und ganz aufs Autofahren konzentriert und schon ist man in einer gefährlichen Situation. Danach häufen sich die Zufälle und verschwundenen Personen bis Klaudia dem vermeintlichen Täter zu nahe kommt und sich dadurch selbst in größter Gefahr befindet. An der Geschichte finde ich spannend, dass auf der einen Seite die Idylle des Spreewaldes und die Ruhe und Stille spürbar sind und auf der anderen Seite lauert auch genau dort die Gefahr. Menschen, von denen man es nie vermutet hätte, geraten in unangenehme Situationen, verstricken sich darin und das Unheil wird größer und unaufhaltsam. Am Ende lösen sich alle Geheimnisse auf und es bleiben keine ungeklärten Fragen.

Mein Fazit:
Ich könnte mir vorstellen, dass die Krimireihe mit Kriminalobermeisterin Klaudia Wagner noch einige Fälle lang weitergehen kann, ohne dass auch nur im geringsten Langeweile aufkommt.

Veröffentlicht am 23.03.2020

alle losen Fäden finden zusammen

Echo des Schweigens
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Meine Meinung zum Buch:
Das Buch lebt für mich durch den perfekt ausgewählten Sprachgebrauch. Dem Autor ist es gelungen, den Spannungsbogen schon zu Beginn mit dem Plädoyer im Gerichtssaal hochschellen ...

Meine Meinung zum Buch:
Das Buch lebt für mich durch den perfekt ausgewählten Sprachgebrauch. Dem Autor ist es gelungen, den Spannungsbogen schon zu Beginn mit dem Plädoyer im Gerichtssaal hochschellen zu lassen und dann durch die unterschiedlichen Handlungsstränge, von denen man vermutet, dass sie zusammenführen werden, aber noch nicht weiß, wie – durchgehend aufrecht zu erhalten. Ich konnte mich sehr gut in die verschiedenen Zeiten und Personen hineinversetzen und die Hintergründe und Motivationen waren klar nachvollziehbar. Auch das sich anbahnende Dilemma zwischen Hannes und Sophie war durchgehend spürbar. Ich kann beide Ansichten total nachvollziehen und in der jeweiligen Situation als stimmig sehen. Auch die Message: Was ist Recht und was Unrecht ist sehr deutlich und es wird sichtbar, dass jede/r sich die Sichtweise an die jeweilige Situation anpasst und adaptiert. Was zu einem Zeitpunkt stimmen mag, kann man in einem anderen Fall nicht genau so anwenden. Deshalb ist es umso schwieriger auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen und auch für Hannes und Sophie ist die Widersprüchlichkeit alles andere als einfach. Am Ende laufen alle Handlungsstränge, alle losen Fäden perfekt zusammen, es wird alles aufgeklärt und bleibt nicht viel im Ungewissen. Ein Ende, wie ich es gerne mag.

Mein Fazit:
Ich würde mich freuen, von Markus Thiele noch weitere Bücher in gleich guter Qualität zu lesen!

Veröffentlicht am 23.03.2020

Gibt es eine ausgleichende Gerechtigkeit?

Gerecht ist nur der Tod
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Meine Meinung zum Buch:
Der Kriminalroman „Gerecht ist nur der Tod“ beginnt sogleich mit einem Mord und alle Charaktere sind von Anfang an mit dabei. Die Ermittlungsarbeiten geschehen dann über das erste ...

Meine Meinung zum Buch:
Der Kriminalroman „Gerecht ist nur der Tod“ beginnt sogleich mit einem Mord und alle Charaktere sind von Anfang an mit dabei. Die Ermittlungsarbeiten geschehen dann über das erste Drittel hinweg schleppend und auch Hintergrundinformationen über die einzelnen Personen werden häppchenweise serviert. Der mittlere Teil ist spannend, von mehr oder weniger kleineren Erfolgen und Rückschritten in den Ermittlungen gekrönt und auch die Charaktere haben sich klar positioniert. Ina ist von Beginn an ein umstrittener Charakter, der widersprüchliche Gefühle hervorruft, sowohl bei mir als Leserin als auch bei den Ermittlern im Team. Auf der einen Seite konnte ich nicht ganz nachvollziehen, wie sie als Psychologin und Journalistin gehandelt hat, wie sie es in dem Fall für richtig hielt und auf der anderen Seite war sie sehr bemitleidenswert durch ihre harte Kinder- und Jugendzeit. Sie hält sich hauptsächlich mit Medikamenten am Leben, aber vor manchen kann sie dies geschickt verbergen. Die Auflösung des Falles am Ende war ein halboffener Schluss mit einem für mich nicht ganz zufriedenstellendem Ende, aber das ist Geschmacksache.

Mein Fazit:
„Gerecht ist nur der Tod“ ist ein Kriminalroman mit ermittlungstechnischen Höhen und Tiefen, die sich auch in der Spannung widerspiegeln. Der halboffene Schluss war nicht ganz nach meinem Geschmack, hat aber im Endeffekt gepasst.

Veröffentlicht am 23.03.2020

eine unbedachte Aussage mit fatalen Folgen

Das Gerücht
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Meine Meinung zum Buch:
Mir hat der Roman „Das Gerücht“ sehr gut gefallen, da er durch die relativ kurzen Kapitel und die gute Gliederung sehr zügig zu lesen ist. Als Charakter finde ich Joanna gut beschrieben, ...

Meine Meinung zum Buch:
Mir hat der Roman „Das Gerücht“ sehr gut gefallen, da er durch die relativ kurzen Kapitel und die gute Gliederung sehr zügig zu lesen ist. Als Charakter finde ich Joanna gut beschrieben, sie hat positive wie negative Seiten, sie macht Fehler, die sie später auch einsieht und bereut und sie versucht mit ihrem Leben klarzukommen, ohne etwas zu beschönigen oder übertrieben zu wirken. Dass die Geschichte in einer Kleinstadt spielt, hat natürlich den Vorteil, dass jeder jeden kennt und ein Gerücht, das in die Welt gesetzt wird, verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Auch wenn Joanna es im Nachhinein bereut hat, dass sie sich zur Aussage hat hinreißen lassen, so muss sie dennoch erkennen, dass man es nicht so einfach ungeschehen machen kann und somit muss sie auch selbst am Ende am allermeisten mit den Konsequenzen leben.
Am besten hat mir der Mittelteil gefallen, Joanna hat fast jede Frau, die vom Alter her in etwa passt, verdächtigt, die ehemalige Kindermörderin zu sein und dabei auch ihr gesamtes Umfeld beschuldigt. Auf der anderen Seite wollte sie aber ihrem Sohn zuliebe, die sozialen Kontakte etwas aufleben lassen, damit auch er leichter Freundschaften schließt und in der Schule den Anschluss findet. Keine leichte Zeit für Joanna, da auch zusätzlich noch ihr Liebesleben einen Aufschwung erlebt. Ich kann ihr in dieser Situation verzeihen, dass sie unüberlegt und kopflos gehandelt hat, sie hat niemanden bewusst schädigen oder verletzen wollen.
Das Ende war für mich überraschend, spannend und ein runder, gelungener Abschluss, der den Roman stimmig ausklingen lässt – mehr möchte ich nicht verraten.

Mein Fazit:
Der Roman ist durchgehend spannend und stimmig, die Charaktere sind authentisch beschrieben und die Message ist auch klar: Ein Gerücht ist schnell in die Welt gesetzt, aber welche Auswirkungen es für andere oder auch für uns selbst hat, ist dann nicht mehr zu kontrollieren und kann gefährlich sein.