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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.02.2018

Unser Herz schlägt für Greta

Your Style
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Dies ist der 3. Der Bookazine Reihe „Your Style“ aus dem Oetinger Verlag. Was ist ein Bookazine? Na ja, es ist eine Buchreihe für junge Mädchen (ab 10/11 Jahren), die in der Aufmachung an Magazine angelehnt ...

Dies ist der 3. Der Bookazine Reihe „Your Style“ aus dem Oetinger Verlag. Was ist ein Bookazine? Na ja, es ist eine Buchreihe für junge Mädchen (ab 10/11 Jahren), die in der Aufmachung an Magazine angelehnt ist. Mit Psychotest „Seid Ihr ein Dreamteam“ Auszügen aus dem wöchentlichen Blog von „Wolke“ alias Britta Sabbag, Tipps wie man einen Songtext schreibt, In- und Out-Listen, Chat-Verläufen und Songlisten und vielen kleinen Kritzeleien. Das lockert das Buch auf und kann auch ausgesprochene Buchmuffel zum Lesen animieren!
Nach Nachwuchsschauspielerin Romy und Sportskanone Pepa steht diesmal die zurückhaltende Singer-Songwriterin Greta im Mittelpunkt und erzählt von ihrem Leben mitten in Berlin. Nachdem Gretas Mutter eine Pädagogin mit Gretas neunjährigen Zwillingsschwestern aus der gemeinsamen Wohnung mit Gretas etwas lebensfremden Vater, einem verkappten Sci-Fi-Autor, ausgezogen ist. Ist der Pizza-Bote ein regelmäßiger Besucher. Zufällig entdeckt Greta eines gefrusteten Abends, daß der coole Straßenmusiker mit Gitarre, ihr irgendwie bekannt vorkommt. Und der 16 jährige Teilzeitpizzabote ist nicht nur ein hervorragender Musiker, sondern rettet auch Gretas geliebte Chucks. Doch auch ihren neuen Nachbarn von nebenan, Malte, der gerade mit seiner Mutter von St. Peter Ording herzog, ist Greta schon ins Auge gefallen. Greta ist aber eigentlich viel zu sehr mit der angespannten familiären Situation, der drohenden Schließung ihrer Lieblingssaftbar und ihrer Musik beschäftigt, um sich groß Gedanken über Jungs zu machen.
Greta ist sehr sympathisch und zurückhaltend, aber das wußten wir ja schon aus den zwei Bänden zuvor. Doch diesmal gibt Greta den Blick auf ihr Seelenleben frei und da sieht es im Moment alles andere als rosig aus. Zu ihrem eigenen Erstaunen vermisst Greta ihre kleinen Schwestern, die sie bislang meist nur nervig fand und auf ihre Mutter wird sie nach einer heimlichen Entdeckung richtig wütend! Gretas Verletzlichkeit und ihre Ängste werden sehr einfühlsam beschrieben, ebenso wie ihre Überraschung, daß sich plötzlich sogar zwei Jungs für sie interessieren. Aber keine Sorge, es ist kein Knutschi-Knutschi-Buch, wie meine Tochter meint, es ist echt süß und alters angemessen, nicht nur für die Leserin, auch für die 14 jährige Heldin. Greta ist in ihrer Clique diejenige, die gerne Psychotests entwirft und dabei eine erstaunliche Einsicht für eine Teenagerin an den Tag legt. Trotz ihres rockigen Äußeren, ist sie eine ganz Sensible, die nicht immer genau weiß was sie will, außer auf ein Konzert ihrer Lieblingsband „Endless Summer“ zu gehen! Wenn ihre Freundinnen miteinander im Clinch lieben, hat sie zum Glück immer noch ihren treuen Hund Bono, der sie aufheitert und geduldig zuhört, ohne sie zu unterbrechen. Außerdem beweist Bono super Menschenkenntnis, aber das fällt Greta inmitten all ihrer Sorgen gar nicht so recht auf. Nein, das Buch ist kein trauriges Problembuch. Es ist auch ziemlich witzig und frech. Johanna und ich haben viel gelacht und gekichert. Natürlich endet auch dieser Band mit einer heiteren Note und einem kleinen Ausblick auf Band 4, dem hoffentlich nur vorläufig letzten Band der Reihe, um die empathische Jungstylistin Josi und ihre Geheimnisse.
Sprachlich ist die Geschichte jung und frisch geschrieben. Absolut altersgerecht, aber ohne Firlefanz oder sprachliche Anbiederung. Meine Tochter empfand die Sprache als total natürlich und „normal“, sie drängt sich nicht auf, sondern trägt die Handlung.
Eine wirklich spritzige und einfühlsame Reihe, die mit jedem Band besser wird! 5 von 5 Sternen

Veröffentlicht am 22.02.2018

Magie, Freundschaft, Liebe

Julie Jewels - Perlenschein und Wahrheitszauber
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Julie fiebert ihrem 16. Geburtstag entgegen. Sie träumt von ihrer Sweet Sixteen Party, die ein rauschender Erfolg werden soll und sie endlich aus dem Schatten in die Aufmerksamkeit ihrer Mitschüler und ...

Julie fiebert ihrem 16. Geburtstag entgegen. Sie träumt von ihrer Sweet Sixteen Party, die ein rauschender Erfolg werden soll und sie endlich aus dem Schatten in die Aufmerksamkeit ihrer Mitschüler und vor allem des coolen Noah, dem Gitarristen der Drunken Seagulls, der Schulband bringen soll. Sie spürt, daß er ihr Seelenverwandter ist, doch bisher scheint er sie noch nicht einmal wahrzunehmen. Zu zurückhaltend ist sie wohl, trotz ihres selbst gestalteten Schmucks, der ihr den Spitznamen Jewels eingebracht hat und ohne den sie nicht das Haus verlässt. Als der große Tag kommt, überrascht sie ihre Eltern in einem Gespräch in der Küche. Ihre unbekannte Großmutter mütterlicherseits Daria, hat für Sie ein Geburtstagsgeschenk geschickt, daß ihre Mutter ihr nicht geben will, egal wie sehr der Vater auch auf sie einredet. Aber Julie sucht es und findet eine Schatulle mit geheimnisvollen Zeichen und wunderbaren Schmucksteinen. Als sie ihrer besten Freundin Merle ihre neueste Kreation zeigen will, reagiert diese ganz merkwürdig. Langsam wird Julie klar, daß dies kein gewöhnliches Geschenk war, mit Hilfe des Schmucks aus Darias Schatulle kann sie ihre Mitmenschen magisch beeinflussen. Das ist so unglaublich, daß sie es sogar vor ihrem besten Freund Ben verheimlicht. Fortan stolpert Julie dank des unberechenbaren Schmucks von einem Chaos ins nächste. Auch ihre Sweet Sixteen Party läuft anders als geplant!

Welche junge Leserin kennt das Gefühl nicht, daß ihr Potenzial von ihrer Umwelt nicht ganz wahrgenommen wird? Julie fühlt sich stets als Mauerblümchen, dabei ist sie doch sooo kreativ. Aber eben nicht so forsch wie ihre ehemals beste Freundin Chrissy in ihren kurzen Röcken und der schwingenden Haarpracht, die kein Problem damit hat Jungs, die ihre gefallen anzusprechen. Durch diese heimlichen Wünsche und Sehnsüchte, die Träume und Erwartungen an den 16. Geburtstag ist Julie Jewels die Aufmerksamkeit ihrer Leserin gewiß. Dazu kommt das Geheimnisvolle. Wer ist ihre Großmutter und warum darf Julie sie nicht kennenlernen? Was ist so schlimm an Daria?

Die Geschichte hat mich gleich gepackt, allerdings hatte ich die Befürchtung, sie wäre vorhersehbar und könne wohl nicht für 350 Seiten, geschweige denn für eine Triologie reichen. Aber die Geschichte ging stets weiter, ohne Längen, dafür mit jeder Menge ungeahnter Katastrophen, auch wenn man mit Julie dachte, daß ja eigentlich nichts schief gehen könnte. Ja, eigentlich, was soll da schon groß passieren? Aber bei Julie, Merle und Ben passiert immer was. Dabei sind Merle und Ben oft sowas wie Julies Stimmen der Vernunft. Auch wenn Merle wohl nicht minder romantisch ist und ebenso fasziniert von der Magie und ihren ungeahnten Möglichkeiten, so wird sie doch von einem ausgesprochenen Harmoniebedürfnis geprägt. Ben hingegen, ist etwas fassungslos, wozu verliebte Mädchen denn alles in der Lage sind. Dennoch gibt er seine Sandkastenfreundin nicht auf, sondern hält zu ihr. Mit Ben und Noah enthält die Geschichte zwei sympathische Protagonisten, während Merle eine super beste Freundin ist und Chrissy und Leonie, die Freundinnen, die dann doch eher Feindinnen sind, sobald sie ihr wahres Gesicht zeigen. So wird die Geschichte gefühlvoll und auch gleichzeitig spannend, denn Chrissy macht Julie das Leben nicht leicht, als ob die Schmuckmagie nicht schon für genug Komplikationen sorgen würde.

Der Stil ist angenehm und frisch, so wie das Klima bei Julie am Meer, leicht und unbeschwert, könnte doch Julies Leben nur ebenso sein. Denkt sie, nicht die Leserin, denn sonst wäre die Geschichte zu schnell zu Ende und wer will das schon?

Das Buch ist sehr liebevoll wie Julies Schmuckschatulle gestaltet und der Verschluß kann beim Lesen als Lesezeichen dienen. Da ich es so wunderschön finde, hatte ich beim Lesen aber ständig Angst, ich könnte es irgendwie häßlich zerknicken, während ich es zwischen die Seiten einklemme. Die Schatullenlasche erwies sich jedoch als erfreulich stabil. Das Rankendesign wird stets zu Kapitelanfang- und ende wieder aufgegriffen, ein echter Augenschmaus!

Die Geschichte endet sehr harmonisch, doch man ahnt, daß wo Magie im Spiel ist, es so harmonisch wohl kaum weitergehen kann. Sehr sympathische Hauptpersonen, die den Glauben an Magie wach halten und von denen wir noch einige romantische und katastrophale Krisen erwarten können.

Veröffentlicht am 18.02.2018

Ein Begleiter für jede Gelegenheit des Familienalltags

Das große Mix-Kochbuch
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Das verspricht der Klappentext: Jede Menge frische Ideen, praktisches Food-Wissen und durchdachte Anleitungen für den Thermomix TM31 und den TM5: Mit über 100 Rezepten von leckeren Häppchen, Salaten und ...

Das verspricht der Klappentext: Jede Menge frische Ideen, praktisches Food-Wissen und durchdachte Anleitungen für den Thermomix TM31 und den TM5: Mit über 100 Rezepten von leckeren Häppchen, Salaten und Suppen über Fleisch-, Fisch- und vegetarische Gerichte bis hin zu Aufstrichen, Kuchen und Süßem zur Nachspeise werden mit diesem Allround-Kochbuch alle Wünsche der Thermomix-Fans erfüllt. Zahlreiche Rezept- und Kombinationsvarianten laden zum Immer-wieder-Nachkochen ein. Dazu gibt’s nützliche Tipps und Step-by-Step-Fotos zum schnellen, unkomplizierten und abwechslungsreichen Kochen mit der trendigen Küchenmaschine. Einfach lecker thermomixen!
Zuvor bereits Erschienen unter dem Titel „Das große Kochbuch für den Thermomix®".
Ich bin ja kein Thermomix-Fan und war bisher sehr kritisch, aber wir haben den Test gemacht, dieses Kochbuch im Vergleich zu einem eines Spitzenkochs.
Tja, für Kinder fand sich in dem Thermomix-Buch deutlich mehr Auswahl! Es gibt wirklich viele Rezepte aus allerlei Bereichen, auch für Nachtische und die Zutaten sind fast alle ganz einfach zu besorgen (bis auf den ungesalzenen Frischkäse, der bei uns zu wilden Diskussionen geführt hat, ich hätte ja Quark genommen, Mrs. Thermomix nahm Frischkäse mit Salz). Für Frauen war das größte Problem wohl die Qual der Wahl. Womit wollen wir anfangen, damit alle Kinder mitessen? Wir entschieden uns für den Pizzaring, Haferkekse und Mandarin-Schichtkäse-Torte im Glas.
Sehr gut, als produktkritische Nachbarin fand ich, daß es zu jedem Rezept ein Foto gibt, denn das Auge isst ja mit. Diese sind auch stets wirklich ansprechend gestaltet und man weiß daher auch schon, was einen erwartet. Prima fand ich auch, daß ich die Rezepte eigentlich auch mit meinen diversen Küchengeräten in meiner Küche nachmachen kann, denn besonders das Mandarin-Käse-Dessert kam gut an (wahrscheinlich in den nächsten Wochen ohne Küche, denn den Kühlschrank und den Mixer haben wir dann ja immer noch). Die Rezepte sind einfach, gut verständlich und wirklich alltagstauglich. Meine erfahrene Nachbarin meint, daß die Original Bücher noch idiotensicherer seien, aber ich fand es wirklich Schritt für Schritt gut erklärt (aufgrund des männlichen Missverständnisses der Einkaufsliste haben wir alle zusammen gekocht) und gerade im Vergleich zu meinem Gourmet-Kochbuch, daß mich immer wieder zum Grübeln brachte, war es wirklich sehr aufschlußreich. So wollte ich eine frz. Schokotarte backen. Der Gourmet-Koch hatte hierzu kein Foto abgebildet, forderte mich aber auch, eine Tarteform zu nehmen, Erklärung gab es nicht. Dieses Buch hier, bildet die Heidelbeer-Käse-Tarte in einer hübschen weißen Keramik-Tarteform ab und da weiß gleich jeder was gemeint ist! Solche kleinen Kniffe liebe ich, da fühle ich mich nicht blöd, weil ich unsicher bin, welche Form ich nehmen muß, und weiß auf einen Blick, was man von mir möchte.
Dieses Buch ist wirklich ein Allround-Buch für die Durchschnittsfamilie, es ist jetzt nicht unbedingt an Familien mit besonderen Ernährungsansprüchen gerichtet. Vegane oder glutenfreie Rezepte findet man nicht im Überfluss, aber diese Erwartung kann man ja nach dem Klappentext nun wirklich nicht haben.
Meine Kinder sind auch leider nach diesem Testkochen nicht zu besseren Essern geworden, aber mein Mann spielte schon mit dem Gedanken so eine Wundermaschine für unsere küchenlose Zeit (Wasserschaden) anzuschaffen. Wirklich gut verständlich und sehr familientaugliche Rezepte. Einige raffinierter als andere, damit es auch unterschiedlichen Ansprüchen gerecht wird.
Ein wirklich gelungenes Alltags- und Partykochbuch für leckere Rezepte zu jeder Gelegenheit. Gelingt wirklich und viele Rezepte funktionieren sogar ohne Thermomix. Ein Kochbuch, das bleiben darf, wenn auch nebenan, aus dem wir sicher noch während unseres Küchenasyls gefüttert werden.

Veröffentlicht am 15.02.2018

Teuflisch gut!

Luzifer junior – Teil 3: Einmal Hölle und zurück
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Meine Töchter lieben Luzifer Junior, den „missratenen“ viel zu netten Sohn des Höllenfürsten Luzifer. Dieser wurde in Band 1 auf die Erde in ein Internat geschickt, um dort von den Menschen zu lernen, ...

Meine Töchter lieben Luzifer Junior, den „missratenen“ viel zu netten Sohn des Höllenfürsten Luzifer. Dieser wurde in Band 1 auf die Erde in ein Internat geschickt, um dort von den Menschen zu lernen, wie man richtig fies wird. Stattdessen fand Luzi, getarnt als ungarischer Adelsspross, echte, wenn auch recht eigenwillige Freunde. Nachdem in Band 2 sämtliche wahre Identitäten aufflogen, sind nun seine Freunde Lilly, der ängstliche Gustav, der furchtlose Aaron und Krankenschwester Miriam mit auf den Weg in die Hölle, denn Luzifer senior wurde abgesetzt und ist seither verschwunden. Luzis Onkel soll die Macht an sich gerissen haben und die Hölle in einen furchtbar langweiligen und fantasielosen Ort umgewandelt haben. Doch in die Hölle zu gelangen, ist gerade für die zwei Menschen Gustav und Aaron ganz schön schwierig, denn Lebende finden in die Hölle eigentlich keinen Einlass, es sei denn sie schaffen es die äußerst kniffeligen Dämonenrätsel zu knacken. Damit fangen die Gefahren allerdings erst an!
Wir haben uns im Auto weggeworfen vor Lachen! Über die Dämonenrätsel konnten sich meine Töchter noch Tage später vor Lachen wegschmeißen! Richtig toll fanden wir es, die wichtigsten Charaktere der vorherigen Bände wieder zu treffen (na gut, die Bewohner der Oberwelt werden hier meist vernachlässigt). Technik-Nerd Steven zum Beispiel, zeigt wieder, warum er freiwillig in der Hölle ist, hier kann er wirklich noch etwas bewirken und schalten und walten wie er will. Dabei sind einige Gags wirklich an modernes technisches Know-How angelehnt, bei dem ich erstaunt war, daß meine Töchter sie verstehen. Die Geschichte ist also auch durchaus vätergeeignet! Die Story von der Suche nach dem verschwundenen Oberteufel ist aber auch wirklich rasant und richtig originell. Ein Feuerwerk an überraschenden Einfällen und teuflischen Späßen garantieren, daß auch die Eltern bis zum Ende gebannt mithören.
Das Buch ist sicher toll, aber Christoph Maria Herbst liest göttlich! Anders als bei vielen anderen Sprechern, merkt man gar nicht, daß es eine one-man-show ist. Er klingt wie diverse bekannte Stimmen, die man bereits kennt und so tauchen immer wieder unterschiedliche Bilder vor dem geistigen Auge auf. Normalerweise klingen zumindest einige Stimmen der Sprecher einfach nur verstellt, man merkt, daß es sich nicht um die normale Tonlage handelt, das ist hier anders (nein, ich bin kein Stromberg-Fan, habe die Serie nie gesehen). Einige Kommentare gibt er so trocken ab, da kann man nicht anders als lachen, aber Vorsicht, nicht zu lange, sonst hört man ja nicht, wie es weiter geht!
Natürlich hat uns ganz besonders gut gefallen, daß es am Ende von CD 2 einen Ausblick auf die Fortsetzung gibt. Kein fieser Cliffhanger, dieser Band ist in sich abgeschlossen, aber man endet mit der Gewissheit, daß es weitergehen wird, mit Luzi und seinen irrsinnigen Abenteuern. Auch wenn die Geschichten inhaltlich abgeschlossen sind, lohnt es sich, sie der Reihe nach zu hören, weil sie inhaltlich aufeinander aufbauen und ansonsten einige Pointen schon vorweg genommen sind.
Empfohlen wird dieses Hörbuch ab 10 Jahren. Dennoch liebt sogar meine 8-jährige Tochter sie, trotz ihrer häufigen Empfindlichkeit bei Hörbüchern. Die Altersempfehlung dürfte sich auch auf die Kampfszenen beziehen. Diese sind allerdings unblutig, da Dämonen keinen Schmerz empfinden und natürlich nicht sterben können. Kinder sind auf Anweisung des CEO (Gott) nicht anzurühren und wieder nach oben auf die Erde zu schicken. Eine schöne Idee, hierdurch die selbst scheinbar ausweglosesten Szenen gleichzeitig spannend, aber nie furchteinflößend oder roh.
Die 2 Tonträger sind passend im Stil der Buchillustration gestaltet und garantieren 2 h 42 min. Hörspaß. Es handelt sich um eine autorisierte Lesefassung, die aber keine Kürzungen des Textes erkennen lässt. Volle 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 08.02.2018

Wie wird man Krimiautor?

Businessplan: Mord
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Hm, wie schreibt man eigentlich einen Krimi? Reicht es eine gute Idee zu haben und einen PC, wie gehe ich da eigentlich am besten ran und wie finde ich einen Verlag? Fragen über Fragen, dabei habe ich ...

Hm, wie schreibt man eigentlich einen Krimi? Reicht es eine gute Idee zu haben und einen PC, wie gehe ich da eigentlich am besten ran und wie finde ich einen Verlag? Fragen über Fragen, dabei habe ich mir immer vorgenommen, daß ich Krimis nach den Fällen des BGHSt (die Strafsenate des Bundesgerichtshofs) schreiben werde, wenn ich im Ruhestand bin, denn nix tun, geht ja nun auch nicht und Hausarbeit liegt mir nicht. Wie gut, daß ich schon in den Strafrechtsvorlesungen immer grübelte: wie ist das eigentlich ans Licht gekommen? Wie wurde das aufgeklärt? Während meine Professoren so strafrechtlich faszinierende Figuren wie „die mittelbare Täterschaft“ mit dem „Katzenkönigfall“ oder ähnliches erklärten. Ja, als Student kann Strafrecht witzig sein, als Opfer nie und für den Autor sollte es Berufung sein, denn sonst hält man wohl nicht durch.
Monika Mansour fängt daher ganz von vorne an und das auch strukturiert, so wie sich dieses Buch auch in folgende Teile gliedert:
1. Erfolgs-Strategie
Wie alles begann und Monika Mansour zur Autorin wurde.
Untergliedert in die Unterpunkte:
- Heute darf ich mich Autorin nennen,
- Wie ich zur Schreibtischmörderin wurde
- Der lange Weg vom leeren Papier zum gedruckten Buch
- Rückschläge und Kritik sind nicht tödlich
- Das tägliche Produzieren von Träumen
- Wie ich an meinen eigenen Worten wachse
- Ich muss mehr können als nur schöne Sätze schreiben
- Mein Geschäftsmodell für die Zukunft
Sehr unterhaltsam erhält man Einblick in den Berufsalltag, aber auch in die Möglichkeiten. Ich fand es sehr interessant mehr über Lektorate und Selfpublishing zu erfahren und es wurde mir wieder klar, warum ich einige Verlage mehr schätze als andere. Ein solides Lektorat, mag zwar einiges am Text ändern, was der Autor erst einmal verdauen muß, aber es geschieht ja zum Wohle des Buches und zur besseren Lesbarkeit. Eine gute Geschichte ist nicht alles und allzu viele Fehler und Stolpersteine im Text stören, doch überliest man seine eigenen Fehler mit ziemlicher Sicherheit. Und ja, ein guter Stil garantiert noch keine gelungene Geschichte, die Mischung macht es.

2. Business-Talk
Wie man schreibt: alles rund um den Aufbau eines gelungenen Krimis
- Die Leidenschaft strukturieren
- Inspiration und Startkapital besorgen
- Den Plot für eine Heldenreise organisieren
- Stil und Schreibtechnik nutzen
- Mit Helden und Schurken zusammenarbeiten
- Einen Krimi von A bis Z produzieren
- Mit Konflikten und Spannungen die Figuren manipulieren
- Das Manuskript einer Endkontrolle unterziehen
- Wie Agenturen und Verlage die Bilanz aufwerten
Hier hat der Einstieg mich schmunzeln lassen, da ich doch sehr an meinen Englisch-LK mit Plot und erster Satz erinnert wurde. Das hat mich aber definitiv geprägt. Wenn der erste Satz mich nicht anspricht, wird es eng für den Krimi und Zufälle oder plötzlich auftauchende Personen, gefallen mir gar nicht, es sollte sich alles ganz von natürlich, quasi zwingend ergeben. Aber natürlich hat es seinen Reiz Herr über das Geschehen zu sein, Figuren und die Handlung zu kontrollieren und zu manipulieren. Eventuell mit einem diabolischen Grinsen während des Schreibens. Dabei darf man aber neben der Leidenschaft zum Schreiben und dem Entwickeln der Geschichte nie das Geschäft vergessen. Daher fand ich gerade den Einblick in die Tätigkeit der Agenturen und das Verlagswesen sehr interessant.

3. Anhang: Leitbilder, Strategien und Produktionsmittel
Hier gibt es Checklisten für Charaktere, Orte u.ä., denn als Autor sollte man nie den Überblick und die Kontrolle über seinen Fall verlieren. Diese kann man abschreiben, einscannen oder einfach nur einprägen, damit man nie vergißt, daß ein Roman stets auch eine Struktur und nicht nur Gefühl benötigt. Zudem werden hilfreiche Computerprogramme und Webseiten für Autoren aufgelistet, sehr hilfreich für Jungautoren.
Sehr gut hat mir dabei neben den Praxisbeispielen und Tipps, auch von anderen Kollegen, die immer wieder auftauchende Figur ihres türkischstämmigen Ermittlers Cem Cengiz gefallen. Das hat diesem Ratgeber eine sehr persönliche Note gegeben und ist natürlich ein Leckerbissen für Fans von Cem und Co., zeigt aber auch, wie sehr Schriftsteller mit ihren Charakteren leben.
Was mir wirklich gut gefallen hat, war daß dieser Ratgeber nicht trocken und langweilig war, sondern gerade durch die Beteiligung von Cem, aber auch durch den Schreibstil sehr locker und unterhaltsam und dennoch informativ. Aber der Ratgeber ist nicht egozentrisch an Monika Mansour ausgerichtet, sie nennt auch andere Beispiele, wie z.B. Harper Lee, die von ihrem Erstling ein Leben lang gut leben konnte und eigentlich kein weiteres veröffentlichen mußte. Wer den zweiten Roman, der eigentlich eine frühere Version des Klassikers ist, kennt, wird schmunzelnd festgestellt haben, wie sehr dieses Buch doch „überarbeitet“ wurde, „Go set a watchman“ ist eigentlich ein völlig anderes Buch.
Ein wirklich hilfreicher Ratgeber für alle die sich mit dem Gedanken tragen, mal eines Tages ein Buch zu veröffentlichen, oder die bereits ein Manuskript in der Schublade haben. Es muß nicht zwingend ein Krimi sein, viele der Tipps kann man auch auf andere Genres anwenden, denn auch für Liebesromane stellt sich die Frage: Selfpublishing, Agentur, Verlag? Was ist das Richtige für mich?
Sollte es mit dem eigenen Buch nun doch nicht klappen, so hat man zumindest interessante Einblicke in die Arbeit einer Autorin, das Verlagswesen bekommen und viele Bücherwürmer bekommen en passant Fragen beantwortet, die sie sich nie zu stellen gewagt haben. Man kann auch einfach nur darin schmökern, denn es ist wirklich unterhaltsam geschrieben. Ob ich mit diesem Wissen nun später mal Bestseller-Autorin werde? Only Time will tell ;)
Ein wirklich unterhaltsamer Ratgeber für Möchtegern-Autoren und Bücherwürmer!