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Veröffentlicht am 31.03.2022

Aus Liebe zum Backen!

Teigliebe
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Ist Backen eine Hexerei? Eigentlich wohl eher nicht, sonst gäbe es nicht so viele leidenschaftliche Bäcker/innen, oder? Doch kann wirklich jeder eine Schwarzwälder Kirschtorte backen, oder doch eher Marmorkuchen? ...

Ist Backen eine Hexerei? Eigentlich wohl eher nicht, sonst gäbe es nicht so viele leidenschaftliche Bäcker/innen, oder? Doch kann wirklich jeder eine Schwarzwälder Kirschtorte backen, oder doch eher Marmorkuchen? Alles keine Geheimwissenschaft, denn es basiert meistens auf den vier Grundteigen: Rührteig, Hefeteig, Biskuitteig und Mürbeteig. Diese lassen sich varieren, auch vegan oder ohne gluten, aber wenn man die Grundkniffe drauf hat, lässt es sich anschließend wunderbar damit zaubern und darauf aufbauen. Nur keine Angst, Anna Röpfle liebt nicht nur Kuchen, sie liebt es auch ihre Erfahrungen und Rezepte verständlich und einfach zu erklären und weiter zu geben.

Bevor es losgeht, werden hier erst einmal die absoluten Grundzüge und Equipment erklärt, aber dann kann man schon ziemlich schnell loslegen!

Sehr gut gefällt mir, dass hier sowohl die Basics erklärt und präsentiert werden, aber auch echte Klassiker und Neuerungen zum Nachbacken animieren. Bei komplizierteren Rezepten gibt es auch ein Backvideo, dass man sich mittels QR-Code anschauen kann. Dabei ist stets klar, dass Variationen nicht nur erlaubt sind, sondern definitiv dazu angeregt wird. Für viele Rezepte und insbesondere für die Grundteigarten gibt es ein veganes Basisrezept und oft gibt es auch glutenfreie Alternativen. Für den Urlaub oder für Kinder gibt es zudem einige Rezepte, für die man gar keinen Backofen, keine Backform, keinen Mixer oder keine Waage benötigt. Da steht selbst beim Camping oder in der karg ausgestatteten Ferienwohnung dem „Back“genuss nichts mehr im Wege! Dennoch ist es wirklich ein Standardbackbuch für alle Gelegenheiten des Lebens und gerade auch für Anfänger geeignet oder für Familien, bei denen gerne auch mal Menschen mit Zöliakie oder Verganer zu Besuch kommen. Ausprobiert haben wir vegane Apfel-Zimt-Knoten, die durch die Apfelraspel besonders saftig waren, aber sehr einfach und schnell nachzubacken sind. Daher habe ich sie gleich mehrfach gebacken und bin mir sicher, dass sie es in mein Standardrepertoire schaffen werden, ebenso wie die einfachen Nussmuffins. Bei diesen kann man auf die Waage verzichten und die Zutaten einfach mit einem Becher abmessen, wie es im angelsächsischen Raum üblich ist. Wegen der Fastenzeit habe ich statt Zucker, pürierte Datteln zum Süßen genommen, die ihnen eine schöne Farbe verliehen. Als nächstes soll ich das Rezept um Backkakao ergänzen, denn die Muffins sind irgendwie verpufft. Nicht anders ging es den Streuselkeksen, die wir in der Fastenzeit nach Anregung der Autorin mit Heidelbeeren statt Schokodrops gebacken haben. Schnell und köstlich, zum Immer-wieder-backen.

Die Bilder sind wunderschön und machen nicht nur Lust zum Nachbacken sondern auch wirklich Appetit. Außerdem sind sie echte Hingucker, die schon das Durchblättern des Buches auf der Suche nach dem tagesaktuellen Lieblingsrezept zu einem Augenschmauß machen. Die Rezepte sind gut verständlich und einfach nachzubacken. Bis auf vegane Butter oder ähnliches werden keinerlei exotischen Zutaten verwendet, allerdings saisonale Obstsorten. Diese kann man aber auch ersetzen, auftauen oder bis zur jeweiligen Saison warten. Super praktisch finde ich das Lesebändchen, statt des Schutzumschlages, hätte ich mir aber für ein Backbuch ein abwaschbares Cover gewünscht. Wenn ich backe staubt und kleckert es!

Da Anna Röpfle dazu anregt zu experimentieren, bietet dieses Buch zum Schluss nicht nur ein Rezeptregister, dass eben auch die „Ohne“-Aspekte wie „ohne Gluten“ „ohne Backen“ „ohne tierische Zutaten“ mit angibt, sondern auch Platz für einige Lieblingsrezepte mit Foto, damit man sie nicht vergisst oder sie verloren gehen. Das finde ich eine schöne Idee, denn wie viele Rezepte fliegen irgendwo lose in der Gegend herum und sind gerade nicht auffindbar, wenn man sie gerade sucht.

Wer nun neugierig ist, kann gerade mal zu Annas Blog teigliebe vorbei surfen oder unter dem gleichen Namen bei ihr auf Instagram vorbeischauen. Beschwert Euch aber bitte nicht, wenn Ihr dann Appetit bekommt und Euer Magen knurrt!

Ganz herzlichen Dank an Anna Röpfle und den Brandstätter Verlag für mein Rezensions- und Backexemplar!

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Veröffentlicht am 31.03.2022

Eine Hochzeit und ein Todesfall

Tote tanzen keinen Walzer
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Bärbel und Frank haben eine Überraschung für ihre Freunde: Sie wollen endlich heiraten! Zwar nur im gemütlichen Freundeskreis, aber auch dabei wollen sie eine gute Figur machen. Deshalb wollen sie noch ...

Bärbel und Frank haben eine Überraschung für ihre Freunde: Sie wollen endlich heiraten! Zwar nur im gemütlichen Freundeskreis, aber auch dabei wollen sie eine gute Figur machen. Deshalb wollen sie noch einmal eine Tanzschule besuchen, damit der Hochzeitswalzer auch sitzt und wünschen sich, dass Loretta, Dennis, Doris und Erwin sie dabei begleiten. Über die Hochzeit freut Loretta sich unglaublich, aber Tanzstunden sind ihr ein Graus! Umso mehr erstaunt es sie selbst, dass sie freiwillig ihre geliebten Sneakers gegen Doris Pumps tauscht, weil sie ihr Tanzbein juckt! Als dann aber beim konzentrierten Üben des Foxtrotts einer der übrigen Teilnehmer vom Fenster zum Hof her erschossen wird, juckt noch mehr ihr Spürsinn! Hornbrillen-Girl und Minipli-Man sind ganz in ihrem Element, als sie zwischen Tanzschulkonkurrenten, zerstrittenen Geschwistern, gierigen jungen Geliebten und Anlageberatern herumschnüffeln.

Das Finale der Loretta Luchs Reihe und welch würdiger Abschluss! Nicht nur Frank hat ein Herz aus Gold, sondern auch Loretta und so verblüfft sie sich selbst mehr als alle anderen, als sie Henny der jungen Lebensgefährtin des getöteten reichen Geschäftsmannes anbietet, die Nacht nach dem Schuss bei ihr zu verbringen. Kommissarin Küpper stöhnt natürlich auf, nicht nur weil sie Loretta und Co. erstmals gemeinsam am Tatort antrifft, sondern weil die neugierige Loretta nun Zugriff aus erster Hand auf Jennys Gedanken und Motive hat. Obwohl der Raum gut gefüllt war und somit genügend Zeugen anwesend, hat niemand etwas gesehen, da alle mit ihren Füßen und den neuen Schritten beschäftigt waren. Wer sind eigentlich die Leute, mit denen sie nun schon so viele Freitagabende verbracht haben und warum musste Christian sterben, oder war es einfach Pech, dass es ihn traf? Loretta kommt bei ihren Nachforschungen so manchem Geheimnis auf die Spur, das nicht für sie gedacht war. Da es aber das Finale ist, löst sie nicht nur einen Fall, sondern vermittelt auch und macht letztendlich so einige Menschen damit glücklich.

Mit Dennis hat Loretta nun wirklich ihr Glück gefunden, auch wenn er jetzt gar nicht mehr so begeistert von ihrer gefährlichen Schnüffelei ist. Aber da ihm Loretta am Herzen liegt und er sie auch noch lange an seiner Seite wissen möchte, hat er sich einen überraschenden Masterplan für sie beide ausgedacht. Natürlich kommt am Ende alles ganz anders, als man es erwartet hätte, aber so soll es bei Krimis ja sein.

Sehr gut haben mir die Ausflüge in die Welt der Profitänzer gefallen. Ebenso wie Loretta bin ich definitiv kein Tanzstundentyp, aber die Freude daran habe ich immer noch nicht entdeckt. Dafür gibt es hier Infos und Beobachtungen, die ich auch als völlig Unbeteiligte interessant finde z.B. warum man zum Tanzen keine flachen Schuhe tragen sollte. Auch die Einblicke in die harte Konkurrenz bei Tuniertänzen und die Kürze der Karrieredauer bei extrem hoher körperlicher Belastung fand ich spannend. Da hätte ich fast angefangen „Let's Dance“ zu gucken.

Gewohnt humorvoll führt uns Lotte Minck mit Loretta und ihren Lieblingsmenschen zur Auflösung dieses Falls um eine Hochzeit und einen Todesfall! Witzig, abwechslungsreich und einfach wohltuend!

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Veröffentlicht am 31.03.2022

Ein starkes Team!

Totwald
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Als Kommissar Mader nach seinem Paris-Trip sonntags im Büro vorbeischaut, staunt er über einen Berg Akten zu einem über 30 Jahre alten Mordfall im Allgäu. Warum legt sein Chef solchen Wert darauf, dass ...

Als Kommissar Mader nach seinem Paris-Trip sonntags im Büro vorbeischaut, staunt er über einen Berg Akten zu einem über 30 Jahre alten Mordfall im Allgäu. Warum legt sein Chef solchen Wert darauf, dass er den Mord an einem verhassten Politiker und dessen spurlos verschwundener Familie vornehmen soll und warum soll sein Team nichts davon wissen? Sein Team hingegen wird in die Villa eines Gurkenfabrikanten gerufen, der in seinem eigenen Pool ertrunken ist. Alles deutet auf einen Unfall hin, aber beim Anblick von dessen jungen, schönen Frau, kommen Dosi Zweifel. Hummel hingegen hat nun nach Jahren des Wartens einen Schrebergarten zugeteilt bekommen und genießt dort die Ruhe im Grünen und ein gelegentliches Bier mit Nachbar Garry. Der alternative Eigenbrötler war einst Lateinlehrer an seiner Schule, bis der Krebstod seiner Frau ihn aus der Bahn warf. Als Hummel ihn erhängt auf seinem Dachboden findet, regt sich auch bei ihm das Bauchgefühl, dass Garry nicht der Typ für einen Selbstmord war.

Ich fand es anfangs etwas schwierig in dieses Team hinein zu finden, da es bereits mehrere Fälle mit ihnen in unterschiedlicher Gewichtung gibt. Daher für Späteinsteiger wie mich eine kurze Charakterisierung:
Kommissar Karl-Maria Mader Leiter der Mordkommission München 1 ist Mitte 50, unverheiratet aber mit Dackel Bajazzo als treuem Begleiter. Er liebt es auch mal abseits des Üblichen nachzudenken, seine Liebe zu Catherine Deneuve und Paris steht dem in nichts nach, dennoch lebt er im trostlosen Neuperlach. Sein Kollege Klaus Hummel träumt davon ein Krimiautor zu werden, bislang relativ erfolglos. Dafür schreibt er eifrig Tagebuch und lässt den Hörer damit an seinen Gedanken teilhaben. Er ist frei und ungebunden, bis auf seine Liebe zu Beate, der Wirtin ihrer Stammkneipe. Dosi (eigentlich Doris) Roßmeier ist die Jüngste im Team, klein, kess und rothaarig sollte man sie nicht unterschätzen. Ihr Freund Frankie kann ihr kaum was abschlagen. Kollege Frank Zankl fühlt sich als Familienvater von seinen Frauen in seiner Männlichkeit verkannt.

Ein sehr eigenwillig und bisweilen granteliges, echt bayrisches Team. Klar, sie schätzen die Vorszüge moderner Kriminaltechnik, aber noch mehr hören sie auf ihr Bauchgefühl. Das lässt sich allerdings bisweilen ganz schön von Vorurteilen leiten und das bezieht sich weder auf den Gärtner, noch auf den Butler, den es nicht gibt. Alle drei Fälle spielen in unterschiedlichen Milieus und sind erfrischenderweise mal nicht alle miteinander verknüpft, wie es sonst so in Krimis üblich ist. Dafür lassen die Ermittler sich aber ganz gerne mal von Klischees leiten und scheitern daran. Es ist halt nicht immer alles so einfach, wie es auf dem ersten Blick scheint. Hier werden durch die drei Fälle auch unterschiedliche Themen aufgegriffen, wobei letztendlich auch immer wieder die bayrische Politik zum Tragen kommt. Der immer unerschwinglichere Wohnungsmarkt in München, der Ehrgeiz und die Skrupellosigkeit aufstrebender Politiker, der kalte Krieg und Erinnerungen an die Schulzeit und seine Lehrer. Auch hier ist nicht immer alles so, wie Hummel es in Erinnerung hat und so lösen sie gemeinsam sogar noch ein viertes Verbrechen, das tatsächlich mit einem der anderen im Zusammenhang steht.

Auch wenn in diesem Fall so einige reaktionäre Bayern vorkommen, haben mir die modernen starken Frauen richtig gut gefallen. Diese stehen im deutlichen Kontrast zu Hummels überneugierigen und verspießerten Schrebergartennachbarin. Letztendlich schließt Hummel auch mit ihr Frieden, denn es ist ja doch immer alles anders, als man denkt. Selbst Kliescheespießerinnen haben etwas für sich und ein Herz.

Der Sprecher Michael A. Grimm, der einst den Hartl vom Betrugsdezernat der Rosenheim Cops spielte, hat mich auf dieses Hörbuch aufmerksam gemacht. Er klingt herrlich bayrisch, aber supergut verständlich, durch seinen Tonfall. Als Rheinländerin bin ich eine lausige Bayrisch Versteherin und habe mich schon mit einer Oberbayerin auf Französisch unterhalten, weil wir auf Deutsch nicht weiterkamen, aber hier habe ich alles verstanden und hatte dennoch ein herrlich bayrisch/allgäuer Lokalgefühl. Tatsächlich lernt Mader vor Ort im Allgäu auch die Dorfgemeinschaft kennen und wie tief sie in ihrer Heimat verwurzelt sind, hört man ihnen auch an. Die weiblichen Rollen übernimmt Michael A. Grimm auch deutlich hörbar, aber ohne Übertreibung. Allerdings sind an zwei Stellen, zwei kleine Versprecher erkennbar, was ich recht ungewöhnlich finde. Dennoch finde ich ihn als Sprecher nicht nur von seiner Stimmlage her angenehm und wandlungsfähig, sondern auch herrlich urig, aber verständlich.

Ein wirklich guter und humorvoller Krimi, der gekonnt mit den Erwartungen des Hörers spielt und somit auch bis zum Schluss noch zu überraschen vermag, ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren.

Das Team werde ich im Blick behalten.

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Veröffentlicht am 31.03.2022

Vergnügliches Morden im Norden!

Es muss nicht immer Labskaus sein
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Dorfpolizist Rudi vertritt einen Kollegen auf Spiekeroog, während sein Sohn Sven dort mit einer friesischen Naturschutzorganisation an einer Frühjahrstagung teilnimmt. Während die Umweltschützer Aktionen ...

Dorfpolizist Rudi vertritt einen Kollegen auf Spiekeroog, während sein Sohn Sven dort mit einer friesischen Naturschutzorganisation an einer Frühjahrstagung teilnimmt. Während die Umweltschützer Aktionen gegen den Plastikmüll in den Meeren planen, strandet ein verendeter Pottwal. Um diesen vor Ausbeutung zu schützen, schieben die Aktivisten kontinuiertlich Wache. Doch als Sven den feschen Junglehrer Martin im Morgengrauen ablösen will, liegt dieser erstauchen neben dem Kadaver, dem die Hälfte seiner wertvollen Zähne gewaltsam entfernt wurden. Natürlich ist der Fall eine Nummer zu groß für Rudi und die Kripo Wittmund rückt wieder an. Leider haben sie nicht dazu gelernt. Rudis Kollege verliert sich in den wildesten und abstrusesten Spekulationen, während Dorflehrerin Rosa ihren gesunden Menschenverstand nutzt und ihr Nachbar der Briefträger Henner auf seinen Runden so einiges aufschnappt. Ja, Rosa will sich ja gar nicht immer einmischen, aber wenn die Kripo sich verrennt, während sie in der Häkelgruppe nützliche Infomationen erhält, was soll sie da machen?

Sehr gut gefallen mir, dass in dieser Reihe immer wieder Umweltschutzthemen mithineinspielen. Auch Krimisfans schadet Umweltbewusstsein nicht und jeder einzelne kann etwas dazu beitragen. Vermeintliche kleine Umweltsünden können sich nämlich zu einer riesigen Sauerrei auftürmen, je mehr Personen sie begehen. Ebenso mag ich die Konstellation dieses Trios. Eigentlich sind sie ja kein Ermittlerteam. Henner ist nur eben der beste und älteste Freund des Dorfpolizisten Rudi, der auf dem Hof von Henners Eltern und dessen acht Schwestern aufwuchs. Anders als seine Nachbarin Rosa ist er auch nicht sonderlich neugierig, aber mit 8 Schwestern und als Dorfbriefträger wird er unweigerlich auf dem Laufenden gehalten. Dabei weiß Henner ganz genau, warum er mit Rudi nicht zur Polizei gegangen ist. Rosa ist nicht nur neugierig, sie ist auch clever und selbst als Zugezogene bestens vernetzt in der dörflichen Damengemeinschaft. Ständig hat sie auch neue Ideen, wie sie das, was sie sieht und hört in ihren Unterricht einbeziehen kann. Um nicht wieder in Lebensgefahr zu geraten, ruft sie jetzt jedes Mal, wenn sie etwas neues erfahren hat Rudi an, um ihn zu informieren. Das ist so viel, dass er schon echt genervt ist, aber Rosa hat ja recht, es ist echt wichtig und viel hilfreicher als Rudis Kollege Schnepel. Dieser ist eine echte Nummer, kein Wunder, dass dieser Wichtigtuer bei Frauen nicht landen kann.

Neben dem Kriminalfall geht aber auch die Dorfgeschichte weiter und so erfährt man, wie es mit den zu Pensionszimmern umgebauten Kinderzimmern auf dem Hof von Henners Eltern und deren Alpakas weitergeht. Dort verhagelt der neue charmante und zuvorkommende erste Gast mit seinem unendlichen Appetit Henner und seinem Vater die gute Laune, während seine Mutter nun ganz neue Saiten aufzieht. Diese Episoden sind aber keine Abschweifungen der Autorinnen, um mehr Seiten zu füllen, sondern ebenso erforderlich für den Fortgang der Ermittlungen, wie vergnüglich für die Hörerinnen. Denn es bleibt ja nicht bei einem Todesfall und dem geschändeten Walkadaver, es tun sich noch weitere Abgründe im hohen Norden auf, wie Missbrauchsvorwürfe im Inselinternat, eine verschwundene Umweltschützerin und ein Schreck in der Familienpension. Sehr kurzweilig und trotz der Todesfälle und des wirklich ernsten Umweltthemas wirklich amüsant. Dabei sind die Fälle verworren genug, um gespannt mit zu grübeln, ob und wie die Taten wohl zusammen hängen könnten.

Ich mag die Stimme von Tetje Mierendorf sehr gerne, weshalb ich mit dieser Reihe überhaupt begonnen habe. Dieses Mal verleiht er einigen Charakteren auch einen leichten friesischen Touch, insbesondere Henners Eltern, was diese unglaublich charmant und gleichzeitig eigenwillig wirken lässt. Ein herrlicher Kontrast zu dem ach so aalglatten Pensionsgast, der natürlich Hochdeutsch spricht. Auch die Damen aus Rosas Häkelkränzchen erhalten ihren ganz eigenen Tonfall, so dass ich wirklich gerne zugehört habe und trotz der vielen Personen den Faden nicht verloren habe.

Eine Krimireihe gleichzeitig zum Wohlfühlen und Miträtseln! Ich freue mich schon auf meinen nächsten kriminell unterhaltsamen Ausflug nach Neuharlingersiel!

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Veröffentlicht am 22.03.2022

Der Titel ist Programm!

Im Regenbogen der guten Laune bin ich das Beige
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Also, der Autor war mir kein Begriff, auf dem Cover sieht er jetzt auch nicht so aus, als würde ich gerne mit ihm Kaffee trinken gehen, eher als würde ich mich nachts auf der Straße vor ihm in Acht nehmen. ...

Also, der Autor war mir kein Begriff, auf dem Cover sieht er jetzt auch nicht so aus, als würde ich gerne mit ihm Kaffee trinken gehen, eher als würde ich mich nachts auf der Straße vor ihm in Acht nehmen. Aber der Titel und der Flamingo haben mich dann neugierig gemacht.

Tja, was soll ich sagen: Patrick Salmens Gattin findet ihn nicht lustig. Das kann ich nicht wirklich glauben, denn warum sonst hat sie ihn geheiratet? An Macht und Geld wird es wohl nicht liegen. Aber das war wohl auch nicht so ernst gemeint, aber tatsächlich haben Ehefrauen nicht immer dann Lust auf Scherze, wenn ihren Männern gerade danach ist.... Also, Humor ist Geschmackssache, das wissen wir alle. Doch woher soll man denn wissen, ob einem dieses Hörbuch gefällt, wenn man den Autor, einen der mal Geschichte und Germanistik studiert hat und dann doch kein Lehrer wurde und aus Wuppertal (dem Ort in dem Lottogewinner Erwin Lindemann einst mit dem Papst fast eine Herrenboutique eröffnet hätte...) stammt, nicht kennt? Ja, Wuppertal ist ungefähr so sexy wie beige, aber beides soll es geben und da ist es gut, sich damit auseinander zu setzen.... Quatsch, wer den Titel lustig findet, wird auch die Anekdoten den Autors lustig finden. Es mag helfen, wenn man selbst studiert hat, denn schon seine Überlegungen zu Günter Grass fand ich zum Schreien komisch, während sich andere wahrscheinlich nur fragen, „Was soll das“. Aber das ist nur die Einleitung, die für mich bereits vielversprechend war. Da ich mir aber nicht den ganzen Tag Gedanken über die Literaturwelt mache, fand ich es auch höchst amüsant, die Probleme seiner Freunde Volker und Kerstin kennen zu lernen (die es sicherlich so nicht gibt und wenn, dann sprechen sie nun nicht mehr mit ihm), die sinnbildlich für aktuelle Yuppie-Trends von Großstädtern stehen, die oft genug außerhalb von hippen oder weniger hippen Metropolen wohl eher für Verwunderung sorgen. Ja, Kleinstädter wie ich, können sich köstlich darüber amüsieren, über Trends nach denen auf dem Land kein Hahn kräht. Aber auch wir haben Kinder und so hatte ich tatsächlich auch Gemeinsamkeiten mit diesem vollbärtigem Vater, dem es zwar gelingt, Leben in die überalterte Vorstadt zu bringen, nicht aber der Kita-Leitung Contra zu geben. Wie das Leben halt so spielt! Sich darin wiederzuerkennen kann verdammt lustig sein! Ich habe wirklich immer wieder laut gelacht und das tat verdammt gut! Tatsächlich möchte ich dieses Hörbuch noch mit meiner ganzen Familie im Auto hören.

Ach ja, auch wenn ich nicht auf bärtige Männer mit Kappe und Rapperstyle stehe: Seine Stimme ist magnetisch, da habe ich einfach gerne zugehört und deswegen würde ich das Hörbuch immer dem Buch vorziehen. Naja, ich glaube er kennt seine Pointen auch besser als ich ;)

Auf Patrick Salmen werde ich künftig achten, denn gute Laune kann man immer gebrauchen und gerade jetzt erst recht!

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