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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.06.2021

Alltagstauglich, lecker, dauert etwas

Ultimativ Tasty
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Die Tasty-Kochbücher sind mir schon mehrfach aufgefallen und sie klingen halt einfach lecker! Das ist auch das Grundprinzip! Es soll schmecken! Geschmack ist alles, naja, es soll auch machbar sein!
Das ...

Die Tasty-Kochbücher sind mir schon mehrfach aufgefallen und sie klingen halt einfach lecker! Das ist auch das Grundprinzip! Es soll schmecken! Geschmack ist alles, naja, es soll auch machbar sein!
Das es immer schnell geht, wird nicht versprochen, denn Geschmack braucht nun mal bisweilen seine Zeit.
 
Beim ersten Blick in das Buch war ich echt enttäuscht und dachte, dass es nichts für mich sei, aber dann mehrten sich ganz schnell die Lesezeichen... Zuerst lachte mich nämlich ein ultimativer Schokokuchen an, doch stand dort bei den Zutaten: Schokokuchenbackmischung. Äh, bitte? Ja, bisweilen werden fertige Zutaten verwendet und aufgepeppt, so dass auch eine Mega-Schokotorte möglich wird, aber es wird auch richtig gebacken, mit dem Battle Fudgy Brownies gegen Cakey Brownies, die wirklich von der Pike auf gebacken werden und richtig schokoladig sind. Nicht nur für Kinder ein Traum. Für die Schokotorte wird auch mit einer Fotoanleitung der komplizierte Teil des Rezeptes erklärt, mit bezifferten Bildern und dem Schritt-für-Schritt-Erklärtext im Kästchen nebenan. Entsprechend viele Seiten nimmt dieses Rezept auch ein, trotz der Backmischung als Grundlage. Es geht aber auch ohne Gluten und für Menschen, die sensibel auf Weizenmehl reagieren gibt es auch ein Extra-Hinweis-Kästchen (das wohl eher für die nötig ist, die ausnahmsweise mal für einen sensiblen Gast backen, die Betroffenen wissen meistens schon Bescheid).
Wie der Brownie Battle ausgegangen ist? Na ja, ich war ja bislang kein Fan von Brownies, da ich sie echt immer sehr trocken fand. Die Fudgy Brownies sind da aber meilenweit von entfernt, sie sind so saftig, dass man sie auch gut auf Vorrat backen kann und man eigentlich echt erleichtert ist, dass die Kalorienangabe fehlt, denn sie haben es in sich! Ich würde ja nun sagen, dass es ein kinderleichtes Rezept sei... allerdings wurde ich beim Backen an die Tür gerufen und ich konnte gerade noch verhindern, dass meine elfjährige Tochter die Form ohne die 340 g Schokochips und 90 g Weizenmehl in den Backofen schob... Tja, man sollte in jedem Alter das Rezept zu Ende lesen und nie zu ungeduldig sein...

Ein Kapitel widmet sich ganz den vegetarischen Gerichten und ausgerechnet diesen haben wir uns gewidmet, weil die Suppenrezepte so verführerisch waren und das Wetter so ekelig-nass-kalt. Schnell mal eine Suppe gegen das Frösteln.... Also, auch wenn hier Dosentomaten bzw. Tiefkühlerbsen die Basis bilden, so ist es doch nicht mit Dosensuppe oder gar Tütensuppe vergleichbar. Denn auch wenn man keine Tomaten häuten muss, was doch recht aufwendig ist, so werden die Zwiebeln, der Knoblauch und die Möhren durchaus selbst geschält, gehackt und gedünstet. Vitamine kennen diese schmackhaften Suppen also nicht nur vom Hörensagen.
Bis auf die TK-Erbsen hatte ich alle Zutaten vorrätig und konnte sofort loslegen.
Apropos Vorräte: Wie üblich bei Kochbüchern beginnt es nicht gleich bei den Rezepten, sondern mit den Grundlagen, denn immerhin ist es ja auch ein Grundkochbuch. In Willkommen in der Küche werden also die Grundzutaten, die Grundausstattung, Küchentipps und Grundsätzliches zu diesem Buch (da es ja für einige, so wie mich, das erste dieser Reihe sein könnte) erklärt. Anschließend kommt Teil I: Beeindrucke dich selbst! Natürlich sind auch dies Rezepte für mehrere Personen, aber eben auch Alltagsspeisen, mit Käse, Fleisch, Geflügel, Fisch & Meeresfrüchte, Eierspeisen, Vegetarisch und Desserts. Das finde ich super praktisch, wäre ich Vegetarierin wüsste ich sofort, welche Teile ich auslassen kann, aber so überblättere ich alles, was aus dem Wasser kommt. Mich nervt es nämlich immer, wenn zwischen leckeren Rezepten so „fieses“ Zeugs aus dem Wasser auftaucht und Vegetariern geht es sicherlich mit Fleisch nicht anders... Teil II Beeindrucke deine Freunde wird dann schon anspruchsvoller, nachdem man aber schon die Alltagsgerichte gemeistert hat, kann man sich dann auch an anspruchsvolleres für die Gäste heranwagen, egal ob zum Brunch, zum Spieltag, abends beim Date oder zu Feiertagen! Hinter der Danksagung kommt dann das Register...

Ich liebe ja Rezeptbücher mit Lesebändchen, auf die muss man hier verzichten, aber eines alleine reicht eh nie aus ;)

Von den 160 Rezepten sind einige neu für dieses Buch entstanden und auch entsprechend gekennzeichnet, mit einem orangenen Sonnenstern mit rotem Rand

. Es lässt sich also nicht durch einen Blick ins Netz ersetzen. Die Rezepte sind fast alle bebildert, mit wenigen Ausnahmen, wobei ich auf ein Foto einer Erbsensuppe auch wirklich verzichten kann, möge das Foto auch noch so geschmackvoll sein. Bei Toastadas mit Rührei sieht es aber schon anders auch und auch beim Mais Chowder hätte ich mir gerne ein Bild zur Appetitanregung gewünscht.

Wie schon bei den Brownies beschrieben sind die Rezepte kein Hexenwerk, aber sie erfordern Geduld, denn auch wenn sie einfach sind, sind es doch mehr als nur 3 Zutaten, da sollte man schon gründlich lesen. Dann gelingt es aber auch, es gab dieses Mal absolut keine Küchenkatastrophen bei mir, anders als beim früheren Test eines Werkes eines internationalen Spitzenkochs, der mir die Grenzen meiner persönlichen Kunst deutlich vor Augen führte... Fazit: kein Fastfood, kein Hexenwerk, sondern lecker und alltagstauglich, doch braucht gutes Essen bisweilen echt Zeit, auch bei einfachen Rezepten muss sich das Aroma entfalten können.

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Veröffentlicht am 31.05.2021

Life Hacks und Spaß für den Garten mit der Online-Omi

Fertig ist die Laube. Die Online-Omi gärtnert
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Gertrud und Renate sind unter die Laubenpieper gegangen! Natürlich machen sie auch dabei keine halben Sachen und das kam so: Wie wir Renate Bergmann Fans wissen, hat Gertruds Herzblatt Gunter Herbst einen ...

Gertrud und Renate sind unter die Laubenpieper gegangen! Natürlich machen sie auch dabei keine halben Sachen und das kam so: Wie wir Renate Bergmann Fans wissen, hat Gertruds Herzblatt Gunter Herbst einen Schrebergarten in einer Laubenkolonie, auch wenn er nicht wie Ilses Kurt Karnickel züchtet. Dieser Garten ist sein Paradies und sein Rückzugsort, den Renate noch nie und auch Gertrud nur selten betreten hat. Doch nun muss Gunter wegen eines schlimmen Bandscheibenvorfall unters Messer und danach gleich in Reha. Während seiner Abwesenheit bittet er Gertrud gemeinsam mit der patenten Renate nach seinem Garten zu schauen. Natürlich ist Renate dazu bereit, auch wenn sie morgens erst die Gräber ihrer verstorbenen Gatten gießen muss. Als sie dann endlich mit der Arbeit beginnen wollen, ist Renate schnell klar, dass Gunter schon länger unter ganz erbärmlichen Rückenschmerzen leiden muss. Aber da wird nicht gejammert, da werden die Ärmel hochgekrempelt, das Grundstück entrümpelt (nein, was dieser Mann so meint, was er alles braucht!) und die Nachbarn kennengelernt. Wobei, den einen, den Aufseher, den kennen sie ja schon vom Campen!

Auch mit 82 Jahren ist im Leben der Eisenbahner Witwe noch allerhand los. Ihr ist nie langweilig, sie wundert sich bisweilen, doch komme was wolle, sie steht jeden Morgen um 6.30h auf und brüht den Kaffee frisch, auch wenn Gertrud noch bis 7.30 h am Sonntag im Bett liegt! Aber eine Renate Bergmann hat viel zu tun, viel Erfahrung und ist sich nicht zu schade noch ein paar Erfahrungen dazu zu machen. So fragt sie nicht nur Ilse und Kurt mach den besten Tipps für Tomaten, sie lauscht auch gerne den Nachbarn aus der Kolonie und da gibt es nicht nur einiges zum Schmunzeln und Staunen, sondern auch zum Nachmachen! Ja, meine Mutter nimmt Kaffeesatz zum Düngen, aber Renate Bergmann, die ja auch immer froh ist, über eine gute Gelegenheit für eine schöne Tasse Kaffee, die weiß auch, dass man mit Kaffeesatz Schnecken vertreibt. Da ich nicht so viele Tagetes, wie Schnecken im Garten habe und sich diese bei dem nasskalten Wetter besonders gerne über meine Blumen hermachen, habe ich es gleich mal ausprobiert. Und siehe da: Meine Petunien haben länger überlebt, als ich an diesem Hörbuch gehört habe, während ich sonst beim Schneckenfraß zusehen konnte! Also, dieses Mal bietet Renate nicht nur Küchenweisheiten, sondern auch Gartentipps bzw. neudeutsch: life hacks! Außerdem weiß ich nun ganz genau, dass eine Zucchini-Pflanze für einen Haushalt absolut ausreicht, möchte man keinen Marktstand eröffnen. Dabei haben wir Renate und Gertrud gerne beim Graben, Jäten, Pflanzen, Tratschen und Kopfschütteln zugehört. Wir haben auch liebgewonnene Figuren wieder getroffen, wie Neffe Stefan mit Frau Ariane und deren Überlebenstricks bei Kindergartenelternabenden, Tochter Kirsten, die mal eben den Gunter in der Reha besucht und versucht den Patientenlifestyle neu auszurichten, Ilse und Kurt als Tomatenexperten, die hartnäckige Schledorn, die liderliche Berber und natürlich lernen wir auch noch allerlei Parzellennachbarn kennen. Dabei treffen wir natürlich auch einen alten Bekannten: Günter Herbst den Aufseher vom inzwischen verkauften Campingplatz aus „Ans Vorzelt kommen Geranien dran“. Der 63 jährige verrentete Busfahrer aus Berlin Spandau sorgt in der Laubenkolonie für Ordnung und nicht nur dort. Daher wird er im November ein eigenes Spinoff als Offline-Opa unter dem Titel „Wo kommen wir denn da hin“ bekommen. Mal schauen, hier hat er ja auch schon für einigen Wirbel gesorgt!

Immer wieder für vergnügliche Unterhaltung mit der ganzen Familie gut und für kleine Verbesserungen im (Garten-)alltag gut!

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Veröffentlicht am 28.05.2021

Hervorragend gelesen!

Wattenmeermord
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Die Kriminalkommissare Jan und Laura Benden haben die Nase gestrichen voll, von all dem Bösen, das in den Metropolen NRWs hinter jeder Ecke lauert und das Laura fast das Leben gekostet hat. So kann es ...

Die Kriminalkommissare Jan und Laura Benden haben die Nase gestrichen voll, von all dem Bösen, das in den Metropolen NRWs hinter jeder Ecke lauert und das Laura fast das Leben gekostet hat. So kann es nicht weitergehen, denken sie sich und als auf der beschaulichen kleinen Insel Pellworm die Stelle des einzigen Inselpolizisten neu zu besetzen ist, kommt sie wie gerufen. Eine Wache mit nur einem Polizisten muss ja in einer friedlichen Gegend liegen, denken sie sich. Da für Laura keine Stelle frei ist, übernimmt sie die Bewirtschaftung des Paulinenhofs und seiner Ferienwohnungen. Doch eines Morgens wird Jan zu einem Leichenfund gerufen: ein Maler und Teilzeitinsulaner sitzt tot auf der Bank auf dem Deich, ohne Anzeichen von äußerer Gewalteinwirkung. Bei der Leichenbeschau fällt Jan jedoch eine kleine rote Einstichstelle über dem Herzen auf. Nun heißt es Tatort sichern und bewachen, bis die Verstärkung von der Kripo vom Festland angekommen ist. Die lässt natürlich auf sich warten und Jan wird die Zeit lang. Doch lang bleibt er nicht allein, sein selbst ernannter Assistent, der wortkarge Friese Tammen ist sofort zur Stelle. Allerdings finden sich auch gleich mehr Verdächtige und Zeugen, als sie erwartet hätten.... In Jan und Laura brodelt das Ermittlerblut, aber eigentlich sollen sie sich ja raushalten...

Sowohl Inselpolizist Jan, als auch seine Frau Laura, die nun einen Hof mit Feriengästen bewirtschaftet, statt sich in NRW todesmutig in die Schusslinie zu werfen, finde ich sehr sympathisch. Dass die zwei auch nach vielen Jahren einander noch lieben und sich um den anderen sorgen, hat mir sehr gut gefallen. Statt ihre Sorgen in Alkohol oder Drogen zu ertränken haben sie sich einfach aus dem Staub gemacht, um sich lieber den Wind, statt Kugeln um die Ohren wehen zu lassen. Auch die übrigen Protagonisten und Insulaner fand ich sehr amüsant, liebevoll beschrieben. Es gibt Täuschungsmanöver und Finten und am Ende zieht das Tempo kräftig an, so stark dass Jan und Laura sich fragen müssen, ob Pellworm doch so harmlos ist, wie sie dachten. Rein statistisch gesehen hätten sich die Verbrechen auf der Insel nun wohl für die nächsten 100 Jahre erledigt, doch bin ich mir sicher, dass dieser Fall erst der Anfang war. Damit man sich auch garantiert auf diesen freut gibt es zum Schluss noch einen vergnüglichen kleinen Twist.

Uve Teschner ist die Traumbesetzung für diesen Inselkrimi! Er kann Hochdeutsch wie Platt und weil das nicht alle können, schiebt er dann nach dem Platt auch die Übersetzung für die Nichtfischköppe hinterher. Sehr lebendig und mit Charme übernimmt er die einzelnen Rollen, ohne dabei je aufdringlich zu werden. Da hört man gerne zu und taucht in die Geschichte ein, wobei das Zwinkern in der Stimme nicht zu überhören ist. Manchmal variiert er aber tatsächlich die Lautstärke und nicht den Ausdruck, was es schwierig macht, wenn man das Hörbuch recht leise hört.

Das Setting gefällt mir, die Reihe hat Potenzial, aber sorry, für mich als Anwältin und Ärztekind/-schwester geht die Auflösung gar nicht! Das ist einfach nicht gründlich recherchiert. Sicherlich kommen doch auch mal Ärzte auf die Insel, die zur Entspannung ein Manuskript kurz durchlesen.... und Juristen sind eh Bücherverschlinger.... Menschlich ist es stimmig, aber nicht juristisch und medizinisch. Die Polizeiarbeit hingegen ist absolut korrekt, was daran liegt, dass Autor Markus Stephan inzwischen tatsächlich der Inselpolizist von Pellworm ist, nachdem ihm der Sumpf des Verbrechens in NRW zu viel wurde. So ist die Schilderung sowohl der Polizeiarbeit, als auch des Lebens auf der Nordseeinsel absolut lebendig und treffend beschrieben. Da weht einem beim Zuhören schon eine steife Brise um die Ohren! Seine Mitautorin Katja Lund, hat schon einige Thriller veröffentlicht, ehe sie sich eine Schreibpause auf Pellworm gönnen wollte und dort den Inselpolizisten kennenlernte...

Klar, dass solch ein Hörbuch mit viel Liebe gestaltet wurde! Sowohl die einzelnen Tonträger, als auch die Klapphülle sind möwenstark bedruckt. Dabei bietet die Hülle noch kleinen kurzen Friesischkurs, Infos zu den Autoren und dem Sprecher als auch eine Karte der Insel mit Markierung aller für den Fall wichtigen Orte und einer Küstenansicht, mit Flensburg und Hamburg.

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Veröffentlicht am 25.05.2021

Sei ei-nfach du selbst!

Das gute Ei
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Hier stellt sich das gute Ei vor! Es lebt in einer recycelten Eierschachtel mit elf anderen Eiern: Mareike, Heike, Reiner, Heiner, Kei, Keia, Meik, Meia, Elia, Frank und der andere Frank. Das gute Ei, ...

Hier stellt sich das gute Ei vor! Es lebt in einer recycelten Eierschachtel mit elf anderen Eiern: Mareike, Heike, Reiner, Heiner, Kei, Keia, Meik, Meia, Elia, Frank und der andere Frank. Das gute Ei, war schon immer gut und stets zu Diensten. Schon immer! Es gießt deine Pflanzen, wechselt deine Reifen und wenn du Hilfe brauchst, es steht dir immer bei. Die anderen 11 Eier machen ständig Blödsinn und das gute Ei räumt und putzt hinter ihnen her und ermahnt sie. Doch die anderen Eier hören nicht und abends ist das gute Ei irgendwann völlig erschöpft! Seine Schale bekommt schon Risse, vor lauter Stress! Der innere Druck gut zu sein, ist einfach zu viel! Also geht das gute Ei fort, um auf sich zu achten und auf das zu hören, was es braucht. Das Ei heilt, fühlt sich aber irgendwann einsam. Es beschließt zu den anderen Eiern zurück zu kehren, aber vielleicht kein perfektes Ei mehr sein zu wollen, sondern einfach ein Ei.

Ein sehr schönes Buch für kleine Perfektionisten! Immer perfekt sein zu wollen ist echt anstrengend und setzt einen selbst unter Druck. Unter einen solchen Druck, dass man daran zerbrechen kann und keiner dankt es einem! Ob man es glaubt oder nicht, „perfekte“ Eier mag eigentlich niemand, sie sind langweilig und erinnern einen nur daran, was man selbst falsch macht! Spaß macht es auch nicht. Es ist daher ganz wichtig, fünf auch mal gerade sein zu lassen, das Leben zu genießen und auch mal Unfug zu machen. Klar, so ein perfektes Ei kann nicht raus aus seiner Haut, bei aller Achtsamkeit nicht, daher wird es nie der größte Unruhestifter werden, braucht es aber auch nicht. Aber wenn der Druck nachlässt, weil man die Erwartungen an sich selbst runterschraubt, steigt automatisch der Spaßpegel und das Wohlfühlbarometer. Jeder kann seine eigene Wohlfühlbalance finden, gemeinsam mit Freunden, die auch nicht perfekt sein müssen!

Ein Ei ist ein Ei, oder doch nicht? Hier haben die Eier nicht nur Namen, sie haben auch ganz unterschiedliche Charaktere und Gesichter! Jawohl, Gesichter! Unsere Eier im Karton haben auch sofort Gesichter bekommen, was schon echt Spaß gemacht hat, sich aus dem Karton heraus anschauen zu lassen. Das gute Ei schaut ganz freundlich! Mit starken und vor allem ausdrucksstarken Illustrationen erweckt Pete Oswald das ausgepowerte perfektionistische Ei von Jory John zu Leben. Wir lieben diese witzig-starken Bilder, die ganz klar die Emotionen zum Ausdruck bringen. Dabei ist die Geschichte wirklich tiefgründig, aber auf eine Art, die auch schon kleine Kinder verstehen. Welches Kind kennt denn keine rissige Eierschale? Vorsicht! Rohes Ei! Das können sie gut nachvollziehen und über ein Ei mit Bart, können sie sich kringelig lachen. Auch wenn Kinder meistens nicht unter Burnout leiden (hoffentlich) gibt es doch einige Kinder, die es immer allen recht machen wollen und das ist ein Teufelskreislauf, dem sie unbedingt frühzeitig entkommen sollten. Vielleicht sind es aber auch gar nicht die kleinen Eier (Kinder), die das Problem haben, sondern die Eltern, dann hilft es ihnen miteinander darüber zu reden und mal abzuschalten und zu entspannen. Dieses Buch zu lesen hilft schon mal, denn man kann gemeinsam über diese Eierbande prima kichern und sich vielleicht selbst entdecken!

Für kleine Perfektionisten oder kleine Kinder von großen Perfektionisten, ab 3 Jahren und einfach zum Spaß haben!

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Veröffentlicht am 22.05.2021

Ganz stark und gut zu verstehen!

Der böse Kern
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Kennt Ihr ihn, den bösen Kern, den alle fürchten? Dieser Sonnenblumenkern hat es voll in sich! Er drängelt sich ständig vor und Eltern nehmen ihre Kinder schnell zu sich, sobald sie ihn sehen. Er kann ...

Kennt Ihr ihn, den bösen Kern, den alle fürchten? Dieser Sonnenblumenkern hat es voll in sich! Er drängelt sich ständig vor und Eltern nehmen ihre Kinder schnell zu sich, sobald sie ihn sehen. Er kann sie alle hören und weiß, wie sehr er gefürchtet wird! Er genießt seinen bösen Ruf und kann gar nicht anders. Doch war er eigentlich immer so? Nein, eigentlich kommt er aus einer großen Kernfamilie und wuchs mit vielen anderen Kernen in einer strahlenden Sonnenblumenblüte auf. Aber dann verblühte die Blüte und die Kerne wurden geerntet und als Knabberei abgepackt. Der böse Kern konnte gerade noch so in letzter Sekunde seinem tödlichen Schicksal entkommen. Seither schlägt er sich ganz alleine durch und hat auch heimlich Angst. Bis er eines Tages beschließt, dass es ja keinen Grund gibt immer nur böse zu sein....

Diese Geschichte ist etwas ganz besonderes, sie hat uns berührt und ich hatte auch nicht das Gefühl, dass sie zu abstrakt ist, oder nur ein verkapptes Bilderbuch für Erwachsene. Die Geschichte ist voller klarer Emotionen und daher in Verbindung mit den total ausdrucksstarken Bildern auch für Kinder gut nachfühlbar. Meine Tochter (11) hat sofort begeistert zugegriffen und nicht mehr aufgehört zu lesen und dabei gegrinst.

Die Illustrationen sind einfach klasse, schlicht, klar, ausdrucksstark und man spürt richtig ihre Kraft! Diese hinterhältige Entschlossenheit dieses kleinen bösen Kerns. Da musste ich gleich an einen Spruch meiner Oma denken „Keiner mag mich – ich mache es ihnen aber auch danach!“. So merkt auch der böse Kern, dass es gar nicht so spaßig ist, so böse zu sein. Er kann ja auch einfach mal versuchen ein bisschen netter zu sein und schon sind die anderen auch gleich viel freundlicher zu ihm und er ist nicht mehr so allein! Es ist nie zu spät sich zu ändern, selbst wenn man schon seinen Ruf weg hat. Es liegt an einem selbst und nett sein ist doch viel schöner! Man sollte immer sich selbst und anderen noch eine Chance geben. Die Illustrationen und der Text sind nicht nur schön kurz und leicht verständlich, sie sind in ihrer Kombination auch wirklich witzig und werden daher heiß geliebt! Besonders gut geeignet für etwas störrische Kinder.

Ganz stark und gar nicht böse, für Kinder ab 3 Jahren!

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