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Veröffentlicht am 05.07.2025

Wechseljahre - das Upgrade

Wechseljahre. Das Upgrade
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„Die Wechseljahre sind eine Herausforderung. Sie sind aber kein Defizit – auch wenn Medien und Gesellschaft uns das gerne weismachen wollen.“ Wie frau diese Herausforderung angehen kann, beschreibt Anke ...

„Die Wechseljahre sind eine Herausforderung. Sie sind aber kein Defizit – auch wenn Medien und Gesellschaft uns das gerne weismachen wollen.“ Wie frau diese Herausforderung angehen kann, beschreibt Anke Sinnigen in ihrem Buch "Wechseljahre. Das Upgrade". Sie hat das Thema in fünf verschiedene Kapitel eingeteilt und erklärt zunächst in leicht verständlichen Worten, welche Umbauarbeiten der Körper in dieser Phase vornimmt. Dann geht sie darauf ein, warum frau da nicht einfach durch muss, sondern welche Möglichkeiten der Unterstützung es gibt, Symptome zu lindern. Ein Kapitel widmet sich der Ernährung und warum eine angepasste Ernährung nicht nur wegen der figürlichen Umbaumaßnahmen gut ist. Prävention ist ein großes Thema, so beschreibt sie, warum es eine gute Idee ist, der Sportroutine Training mit Gewichten hinzuzufügen und was wir noch tun können, um gut vorbereitet in die nächste Lebensphase zu starten. Hier nimmt sie noch einmal richtig Anlauf und geht darauf ein, dass wir diese Zeit jetzt auch als Neustart, als eine Art Upgrade sehen können. Bilanz ziehen und überlegen, wie wir die Zeit, die noch vor uns liegt, nutzen möchten. Wie sieht es mit der finanziellen Versorgung aus, wie damit umgehen, dass Kinder ausziehen und die Partnerschaft sich dadurch auch noch einmal ändert. Dies und vieles mehr wird angesprochen und Anke Sinnigen gibt Antworten auf Fragen, die sich viele in der Zeit der Wechseljahre, die nicht erst mit der letzten Monatsblutung beginnen, stellen, denn diesem Thema wird im Medizinstudium nicht viel Raum gegeben und das merkt man dann leider auch in den Antworten in den Arztpraxen. Da ist ein solcher Ratgeber wie dieser gut, um erste Erklärungen und Hilfestellung zu bekommen, bis man die Gynäkologin gefunden hat, die dann wirklich medizinisch helfen kann. Die Autorin verschafft den Wechseljahren und ihren ganz eigenen Herausforderungen Sichtbarkeit.

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Veröffentlicht am 10.05.2025

Aufbruch

Drei Sommer lang Paris
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Hach, was soll ich sagen? Das Buch war genau richtig für die Reise nach Paris und für danach! Konnte ich doch den Wegen Ulrikes nachspüren, war sie doch an vielen Orten, an denen meine Tochter und ich ...

Hach, was soll ich sagen? Das Buch war genau richtig für die Reise nach Paris und für danach! Konnte ich doch den Wegen Ulrikes nachspüren, war sie doch an vielen Orten, an denen meine Tochter und ich auch während unseres Aufenthalts waren. Sie hat uns ins Marais begleitet, wir waren mit ihr in Montmartre, standen gemeinsam am Eiffelturm und haben auf die Seine geblickt.

Und es war auch ein Rückblick für mich, denn Paris hat sich verändert, die Zeiten haben sich geändert. Paris ist grüner und sauberer geworden, es ist tatsächlich möglich dort gut Fahrrad zu fahren (was übrigens auch Ulrike im Buch macht). Was anders ist, ist die Stimmung heute, allerdings nicht nur in Paris. 1989 – der Fall der Mauer, es gab ganz viel Unsicherheit, aber auch eine große Aufbruchsstimmung, Deutschland war auf dem Weg der Wiedervereinigung. Damals war ich ungefähr so alt wie die Protagonistin und kann mich vermutlich so gut an dieses Gefühl erinnern. Die Luft vibrierte vor Aufregung, vor Neuanfang.

Doch dieses optimistische Gefühl mit dieser jungen Frau noch einmal zu erleben, die so völlig mutig und ein wenig unbedarft in ein ganz anderes Land aufbricht, ohne einen Pieps Französisch zu sprechen, ist ein Geschenk der Autorin an Menschen wie mich, die das erlebt haben. Aber auch an andere, um sich ein wenig an Ulrikes Optimismus laben zu können. Sie wandert aus, startet in einem neuen Staatssystem und lernt mit Feuereifer Französisch, sucht sich einen Job, saugt die Stadt förmlich in sich auf und lernt sie durch die Menschen, die sie dort trifft, kennen. Sie ist dabei, irgendwo anzukommen, was für ein schönes Gefühl!

Dabei ist sie immer auch Beobachterin von sich, ihrem Tun und dem, was in der ehemaligen DDR passiert, erlebt das Auseinanderfallen ihres Landes, in dem sie geboren wurde, bleibt in Kontakt mit denen, die dort geblieben sind und gewöhnt sich nach und nach an die neue Umgebung und das neue Leben. Sie wird das, was man unter „flügge“ versteht, ein Vogel, bereit das Elternnest zu verlassen und auf eigenen Beinen zu stehen. Auch beschreibt sie klar bzw. abgeklärt ihre Empfindungen als sie den Mauerfall realisiert.

Sprachlich hat mich dieses Buch gefangen genommen, ich mochte die feinen Beobachtungen und Beschreibungen. Auch gefallen mir die vielen Verweise auf Literatur und Geschichte und die Art, wie die Autorin die einzelnen Personen von Seite zu Seite lebendiger werden lässt. Und – ganz groß – wie sie beschrieben hat, was Ulrike verstanden hat am Anfang, zum Beispiel „deh dokümong“ oder „Il ne fo pa vu depeschee. Onna dü tom.“

Ein fein erzähltes Buch, das ich gerne gelesen habe.

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Veröffentlicht am 26.04.2025

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Halbinsel
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Kristine Bilkau erzählt mit „Halbinsel“ eine dichte Geschichte, die zum einen eines der wichtigsten Themen unserer Zeit, die Klimakrise, streift, und die Wachstumsschmerzen einer Mutter-Tochter-Beziehung ...

Kristine Bilkau erzählt mit „Halbinsel“ eine dichte Geschichte, die zum einen eines der wichtigsten Themen unserer Zeit, die Klimakrise, streift, und die Wachstumsschmerzen einer Mutter-Tochter-Beziehung beschreibt, eingebettet in die wohltuend ruhige Landschaft des norddeutschen Wattenmeers.

Diese ruhige Landschaft wirkt wie ein Gegenpol zu den inneren Kämpfen der beiden Frauen. Beide arbeiten sich an sich selbst und ihren Erinnerungen und Lebenserfahrungen ab, beide geben sie im Lauf der Erzählung Kontrolle ab und öffnen sich. Spannend ist, dass der Großteil des Romans im Kopf von Anett, der Mutter und Erzählerin stattfindet.

Anett hat Linn nach dem Tod des Vaters allein großgezogen, musste immer aufs Geld achten und hatte wenig Unterstützung. Linn war recht pflegeleicht und zielorientiert. Jetzt wird all das noch einmal auf den Prüfstand gestellt, denn Anett war sehr beschützend, nicht nur in Bezug auf Linn. Es geht bei beiden Frauen um die großen Fragen oder die eine große Frage, wo sie hinwollen mit ihrem Leben, ihren Hoffnungen, ihren Enttäuschungen.

Linn ist ein Beispiel für so viele ihrer Generation, die versuchen, gegen die Klimakrise anzukämpfen und ausbrennen. Intelligent, enthusiastisch, engagiert und gut ausgebildet versuchen sie die Welt zu ändern und scheitern am System bzw. an den Menschen, denen der kurze Profit und Greenwashing wichtiger ist als ein ernsthafter Systemwechsel.

Anett überlegt, was das Leben noch für sie an guten Überraschungen bereit hält. Will sie in dem kleinen Ort, der voller Erinnerungen ist, bleiben? Der Zusammenbruch ihrer Tochter und ihr Wieder-Einzug im alten Zuhause bringt so manches an Tageslicht, das viele Jahre im Keller der Erinnerungen verborgen war.

Und hier spielt Kristine Bilkau ihre große Stärke aus. Sie formuliert so klare Sätze, die die Gedankenwelt von Anett spiegeln. Sie nimmt uns mit in die Ängste, als Mutter nicht zu genügen, nicht über die Runden zu kommen und in die Trauer um Johan, der einfach viel zu früh gestorben ist und den sie in Gedanken nie ganz losgelassen hat. Sie zieht Bilanz und muss sich entscheiden, wo sie ab jetzt hin will als Mutter und als Anett.

Als Linn beginnt, in den Kisten aus dem Keller zu graben und auch Anett mit vielem Unerzähltem, Unausgesprochenem, Unerinnertem konfrontiert, lösen sich auch in Anett die Bänder, die vieles von ihr ferngehalten haben.

Verstärkt wird dieses Aufarbeiten der Vergangenheit durch die Wattwanderungen, die sie unternehmen. Auch dort finden sich Stücke aus der Zeit vor der großen Flut, die die Landschaft völlig verändert hat und Ortschaften hat versinken lassen. Ein Pferd verschwindet und ist wie ein Sinnbild für das, was war und worüber die beiden noch sprechen müssen, was aber nur immer mal aus der Ferne auftaucht.

Diese Wanderungen haben auch ein wenig die Funktion des Durchlüftens der Gedanken. Draußen in der Natur, mit den Gedanken allein, auch wenn es eine größere Gruppe ist. Etwas zusammen unternehmen und trotzdem in Gedanken ganz weit weg voneinander und der Lebensrealität der anderen.

Es gibt Zweifel auf beiden Seiten, zwischendurch kippt die Stimmung immer mal wieder zwischen den Frauen durch das Ungesagte und Unverständnis füreinander. Anett projiziert ihre eigenen Zweifel auf ihre Tochter, schließlich wollte auch sie einmal etwas anderes vom Leben, fühlte sich auf der Durchreise und blieb dann in diesem kleinen Ort, was sie sich bei ihrer Tochter oder für sie nicht vorstellen mag oder kann. Kristine Bilkau schafft es, diese feinen Stimmungen mit gut durchdachten Sätzen zu zeichnen.

Es ging mir bei „Halbinsel“ mal wieder so, dass ich einerseits weiterlesen wollte, um zu erfahren, wie sich die Beziehung von Mutter und Tochter entwickelt, andererseits konnte ich nicht genug bekommen von den Bilkauschen Sätzen. Der Roman spiegelt eine Geschichte, die so passieren könnte und skizziert so schön die Tiefen der Beziehung und zeigt auch, wie sich die Menschen, die versuchen, die Klimakrise aufzuhalten und mehr zu tun als Jutetaschen statt Plastik zu nutzen, daran aufreiben. Kristine Bilkau schafft es, ein gesellschaftlich wichtiges aktuelles Thema in einen Roman einzubetten ohne dabei den Zeigefinger zu erheben.

Es ist eine Erzählung vom Abschied, vom Erwachsenwerden einer Mutter-Tochter-Beziehung und vom Loslassen – ganz großartig erzählt.

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Veröffentlicht am 26.04.2025

Mutterliebe

zu lieben
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Ein ungewöhnliches Buch, eine „wahre“ Geschichte, vielleicht kein Roman, denn das Wort „Roman“ ist durchgestrichen, wie auch viele weitere Begriffe und ganze Sätze. Es gibt vorab eine Beschreibung von ...

Ein ungewöhnliches Buch, eine „wahre“ Geschichte, vielleicht kein Roman, denn das Wort „Roman“ ist durchgestrichen, wie auch viele weitere Begriffe und ganze Sätze. Es gibt vorab eine Beschreibung von „wahren“ aus dem Wörterbuch der Gebrüder Grimm. Ulrike Draesner hat das gut gewählt, ist „wahren“ ein vielseitiges Wort und kann verschieden genutzt werden. Für mich wahrt sie die Erinnerung an das Erlebnis, Mutter zu werden, sie hütet die Erinnerung daran und steigt somit schon vor Beginn des Buchs ein ins Erzählen ihrer Geschichte.

Jeder Satz hat eine Bedeutung und ist nicht nur dahinerzählt. Es gelingt ihr von Anfang an die Stimmung und Unsicherheit zu beschreiben. Wie belanglos wirkt es, dass sie von Katzenzungen und ihrer Oma erzählt und zeigt doch damit dieses typische Verhalten in einer Situation, die einen Menschen emotional komplett überfordert, eine Art Schockzustand, in dem man noch funktioniert, aber nicht immer klar denken kann als Schutzmechanismus.

Was das Buch eindeutig auszeichnet – neben der Erzählkraft – ist das Teilen eines solchen Gedankens. Dieses Wünschen und gleichzeitig die Angst davor, dass es ganz anders ist als gedacht, dass man versagt, dass Kind nicht glücklich wird oder keine Bindung entsteht und was auch immer für Ängste es gibt. Ulrike Draesner legt keinen verdeckenden Schleier über ihre Gedanken, sie ist ganz direkt und teilt ihre Gefühle.

So gibt es die Momente kurz vor der Übergabe des Kindes auf Sri Lanka, wo feststeht, dass sich das Mädchen noch nicht an Ulrike Draesner gewöhnt hat und es nicht klar ist, wie es während der richterlichen Anhörung reagieren wird. Sie beschreibt auch das Gefühl des Unterlegenseins, denn Hunter, ihr Mann, scheint schon mehr von Mary akzeptiert zu werden. Als Lesende spüren wir wie es an der Autorin nagt, zumal die Zeit auf Sri Lanka das Paar nicht näher zusammen bringt.

Eine Adoption ist ein Prozess, der – wenn der Zeitpunkt da ist – eine Elternschaft im Zeitraffertempo bedeutet. Es ist eine kurze Vorbereitungszeit, auch wenn die zukünftigen Eltern sich schon viele Gedanken vorher machen, aber es ist ja immer diese Unsicherheit da, ob es eine Adoption geben wird. Und wenn dann plötzlich der Fall eintritt, geht alles holterdiepolter und das ganze Leben ist von einem Tag auf den anderen auf den Kopf gestellt. Doch wie entwickelt sich die Liebe der Eltern, in diesem Fall besonders die Mutterliebe? Der Körper bereitet nicht zehn Monate mit einer konstanten Erhöhung der Hormone vor, es ist ein etwas längerer Prozess, der gegenläufig zur Schnelligkeit der Verkündung der Nachricht und der Adoption ist.

Das Kind bringt eine Vorgeschichte mit und bei der Adoption eines Kindes, das ganz offensichtlich anders aussieht als die Eltern, kommen noch weitere Momente hinzu, mit denen das frischgebackene Elternpaar nicht gerechnet hatte. Es erkennt, dass sie bislang in der Blase der „Weißen Blindheit“ gelebt haben und entdecken jetzt „… das Deutschland der Blicke, die man abbekommt, wenn man mit einem andershautfarbigen Menschen an der Hand spazieren geht.“

Sie beschreibt, wie distanzlos und übergriffig das Kind oft einfach gefragt wird, wo es denn herkommt und dass die Großeltern überlegten, ob es denn ein wirkliches Enkelkind ist, so ein ein adoptiertes Kind. Es ist viel unbewusst zugefügter Schmerz in diesem Buch, der vielleicht denjenigen, die ihn zufügen, nicht bewusst ist.

Das Buch geht um die Adoption eines Mädchens aus einem anderen Land, aber das wäre zu einfach. Es geht darum, wie sich Mutterliebe, wie sich Elternschaft entwickelt. Wie wird man ein Elternteil, wie und wann beginnt man, sein Kind zu lieben? Woran macht man es fest? Und welche Fallstricke gibt es? Was ist mit der Bürokratie, was ist mit den Mitmenschen, was ist mit dem Päckchen Vorleben, das das Kind mitbringt? Zweifel sind immer dabei.

Ulrike Draesner beschreibt ihren Weg dorthin, ungeschönt in schönen Worten. Es ist ein gemeinsamer Weg mit dem Kind zusammen, denn auch das Kind oder besser besonders das Kind macht sich dadurch, dass es adoptiert wird, auch auf den Weg, in der Familie anzukommen und im besten Fall die Zuneigung zu erwidern, zu lieben.

Es ist kein Buch, das ich schnell gelesen habe. Zum einen gibt es diese Satzgebilde, die ich zwei-, dreimal oder noch häufiger gelesen habe und dann natürlich die Geschichte, die persönlichen Erfahrungen, das Teilen des Erlebten. Das hat ein bisschen gebraucht, um es auch zu verarbeiten und darüber nachzudenken, denn es ist schon sehr persönlich und es war nicht immer leicht, in so persönliche Bereiche hineinzulesen, zumal es auch um die Partnerschaft geht, die zerbricht. Es sind viele Gefühle und doch oder gerade deshalb ist es ein ganz wunderbares Buch über die Liebe, wie sie entsteht und wächst.

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Veröffentlicht am 22.03.2025

Vereinbarkeit

Ava liebt noch
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"Ava liebt noch" von Vera Zischke war definitiv eines meiner Lesehighlights im vergangenen Jahr. Ich habe es gleich zweimal im selben Jahr gelesen, das passiert nicht allzu oft. Das erste Mal habe ich ...

"Ava liebt noch" von Vera Zischke war definitiv eines meiner Lesehighlights im vergangenen Jahr. Ich habe es gleich zweimal im selben Jahr gelesen, das passiert nicht allzu oft. Das erste Mal habe ich es zur Vorbereitung der Podcast-Folge mit @verazischke gelesen und war ein wenig skeptisch, denn Liebesromane und ich matchen nicht besonders häufig.

Dieses Mal war es Liebe beim ersten Lesen, denn Vera Zischke hat keinen klassischen Herz-Schmerz-Liebesroman geschrieben, sondern die Geschichte einer Frau, die von Care-Arbeit und in einer gesellschaftlich aufgedrängten Rolle dabei ist, sich selbst zu verlieren. Dann verliebt sie sich auch noch in Kieran, den Schwimmlehrer ihrer Tochter, der diese Liebe erwidert. Doch sie verlässt weder Mann noch Kinder, auch wenn sie es sich so sehr wünscht.

Das Buch erzählt Avas und Kierans Geschichte aus den Perspektiven der beiden. Avas Müdigkeit und der Rolle, in die sie sich nach der Geburt der drei Kinder hat drängen lassen und Kierans Leben und seine Träume. Es wird nichts beschönigt oder jemand auf ein Podest gehoben. Vera Zischke findet einen Weg, diesen Roman so zu erzählen, dass es nachvollziehbar ist und wir dürfen als Lesende teilhaben an der Entwicklung und inneren Kämpfe dieser zwei Menschen. Sie schafft es, Gesellschaftskritik und eine gute Geschichte miteinander zu kombinieren, ohne mit hoch erhobenem Zeigefinger daher zu schreiben. Es passt einfach.

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